Ich finde es sehr gut daß dieses Projekt gestorben ist.
Hallo? Denkmalgeschützte historische Bausubstanz für minderwertige Investorenarchitektur opfen? Gehts noch?
Und "minderwertig" betrifft dabei sowohl die architektonische Qualität der Entwürfe als auch die tatsächliche Baususführung. Solche Protzbauten werden nie das selbe Alter erreichen wie die dafür vernichteten historischen Häuser. Hauptsache schnell und billig, damit der Rubel rollt...
Was Fürth braucht ist eine umfassende Innenstadtsanierung, bei der die bestehende Substanz zum 100% erhalten bleibt.
Mehr noch: unpassende Nachkriegsgebäude müssen entweder umgebaut oder durch Neubauten im traditionellen Stil ersetzt werden.
Und das bedeutet auch daß modernisitische Neubauten vermieden werden müssen. Das bedeutet auch daß man den Entwurf für den Anbau des jüdischen Museums in die Tonne treten und durch einen angepaßten, traditionellen Entwurf ersetzen muß. So einen Schuhkarton mit verkorkster Fensteraufteilung können sie ja von mir aus in Langwasser bauen, aber in der historischen Fürther Innenstadt hat so ein Bauhausgerümpel nichts verloren - und schon gar nicht neben einem der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt!
Allerdings ist dieser Anbau das kleinere Übel, da durch ihn keine historische Bausubstanz zerstört wird, wie dies beim EKZ geschehen wäre, denn er soll ja auf einer derzeit als Parkplatz genutzten Brachfläche entstehen.
Von einer Stadt, die sich mit dem Titel "Denkmalstadt" schmückt, sollte man jedenfalls mehr Fingerspitzengefühl erwarten!