Baugeschehen: Zentrum

  • Neue Stille Post, Straße der Nationen 78 - ehemaliges Hauptpostamt


    Auf der Seite des Projektentwicklers gibt es ein Baustellentagebuch. Das neueste Update stammt vom 07.11.


    Demnach ist die Tiefgarage des Neubaus fast fertig. Die Bodenplatte ist fertiggestellt und die Wände werden errichtet.


    Beim historischen Haupthaus hat u.a. der Einbau der Fenster begonnen. Außerdem wird weiter am Dach gearbeitet.

  • Zweitens könntest Du gute Architektur nicht mal erkennen, wenn man sie Dir auf dem Silbertablett präsentieren würde. Aber das ist nur meine Meinung.

    Toll. Da spricht der Elitarismus der Architekten, deren Genialität vom dummen Pöbel nur nicht ausreichend gewürdigt wird. Und nebenbei kann man sich gleich ersparen, irgendwelche gelungenen Chemnitzer Neubauprojekte aufzuzählen, weil das ja eh nur Perlen vor die Säue wären.

  • Das tut mir jetzt aber wirklich total leid, dass das pauschale Herumgenöle am Bauen in Chemnitz bei mir auf dazu passende pauschale Kritik gestoßen ist. Ich gebe mir Mühe, in Zukunft nach weniger Sachkenntnis zu klingen.

  • Erstens sprach ich nicht von kommunalem Bauen, sondern von öffentlichem Bauen in Chemnitz. Da gehören Bauten des Freistaates dazu. Zweitens könntest Du gute Architektur nicht mal erkennen, wenn man sie Dir auf dem Silbertablett präsentieren würde. Aber das ist nur meine Meinung.

    Bei aller Polemik wirst du doch zustimmem, dass bei Aktienspinnerei und Schocken der Anteil der Stadt Chemnitz marginal ist? Anders ist es beispielsweise beim Hotel neben zweiterem, wo die eine oder andere Auflage mehr ebensowenig geschadet hätte, wie jetzt gegenüber.

  • Die österreichische Firma fourreal plant den Abriss des Eckgebäudes Waisenstraße 11 (ehemalige DDR-Kaufhalle) und anschließende Neubebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus.


    https://fourreal.eu/en/project…tomorrow/country/germany/


    Direktlink zur Visualisierung:

    https://fourreal.eu/wp-content…aisenstrasse-1024x765.jpg

    Im EG ist eine Gewerbeeinheit zu sehen.


    Zur Zeitschiene gibt es leider keine Infos.

    Einmal editiert, zuletzt von Ninho ()

  • Ninho, sehr interessanter Netzfund. Dieser Ecke wird ein Stück urbanes Flair sehr gut tun. An einer Seite schließt der Neubau ja an einen Altbau an. Mich würde interessieren, wie er in Richtung der Plattenbauten bzw. um die Ecke herum enden soll. Einen Grundriss oder Lageplan habe ich leider nicht entdeckt.


    @KMS + chemnitz_er

    Wenn ich Euch richtig verstehe, geht es Euch um die generelle Kritik an der kommunalen Planung. Was der Freistaat in Chemnitz macht, interessiert Euch deshalb nicht weiter. OK, könnt ihr gern machen.

    Da gibt es auch zu Recht Grund zur Klage. Für die neue Johannisvorstadt und (in meinen Augen noch gravierender) für die Bebauung am Getreidemarkt hätte ich mir viel mehr gewünscht. Jetzt kann man das alles der Stadt in die Schuhe schieben. Doch damit geht man davon aus, dass die hier Mittel gehabt hätte, die Investoren zu besserer Architektur zu zwingen. Die hat sie aber nicht, zumindest dann nicht, wenn man hier überhaupt Bebauung haben will. Chemnitz ist sicher alles andere als eine sichere Bank für Investoren. Die beiden genannten Areale lagen über 30 Jahre seit der Wende brach (und auch davor schon Jahrzehnte), ohne dass sich irgendwer darum geschert hätte. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass die Brachen hier besser als der entstehende Investorenschrott gewesen sind. Das sehe ich aber nicht so. Menschen als Wohnende oder Arbeitende in die Innenstadt zu bekommen, bringt mehr urbanes Leben als Flächen ohne jeglichen Aufenthaltswert.

    Wo die Stadt Chemnitz tatsächlich Einfluss auf die architektonische Gestaltung hat, sind die in eigener Regie realisierten Bauten. Zufällig habe ich da beim Schulbau ein wenig Einblick und finde das hier erreichte Niveau insgesamt ziemlich hoch, zumindest aber für eine ostdeutsche Kommune mit knapper Kasse.

  • Zum Getreidemarkt: nicht ganz. Der Beschluss zum Bebauungsplan Nr. 94/03 "Getreidemarkt“ Teil A wurde erst in 2019 gefasst. Hier hätte man auf die Gestaltung durchaus Einfluss nehmen können. Abzuwägen gilt natürlich, besonders für Städte wie Chemnitz mit sowieso schon niedriger privater Investitionstätigkeit, ob man dann die Hürden für Investoren ggf. zu hoch setzt.

  • Und die Flächen der Johannisvorstadt waren vorher sogar im Besitz der Stadt...


    Es ist immer fraglich, was man von so einem Vorhaben wie der Waisenstraße 11 halten soll, das kann auch nie übers Stadium einer losen Idee hinauskommen. Den Standort halte ich aber für extrem attraktiv, könnte mir dort theoretisch selbst einen Einzug vorstellen und sehe deshalb wirtschaftlich ziemlich gute Chancen für das offensichtlich recht große Bauvorhaben.


    Dass man eine Gewerbefläche vorsieht, finde ich dabei ziemlich erstaunlich. Ich überlege hin und her, ob dort eine Kaufhalle (wegen der Aufschriften Brot, Obst, Süßes) oder etwas ähnliches funktionieren würde. Könnte man den nahen Parkplatz nutzen? Ist die Ecke für Gewerbe nicht zu abgelegen? Oder gerade gut erreichbar zwischen Innenstadt und Bahnhof? Mal schauen, ob wir darauf irgendwann Antworten bekommen.

  • zu #2.165:


    Spar dir die Mühe, Arwed. Wie oben von den beiden selbst schon geschrieben, geht es den beiden Foristen um pauschale Kritik. Da spielen Realitäten keine Rolle. Ich habe es genau deswegen aufgegeben. Es hat keinen Sinn und macht so auch keinen Spaß mehr.

  • Ich finde das Haus in der Waisenstraße sehr passend, ich würde mir solche, relativ kleinteilige Bebauung in der ganzen Innenstadt wünschen.

    Meiner Meinung hakt es genau daran bei den meisten Projekten, an der schieren Größe der Gebäude.
    Auf einer Fläche wie der des Simmelneubaus stehen beispielsweise auf dem Sonnenberg 20 Häuser.

  • Die österreichische Firma fourreal plant den Abriss des Eckgebäudes Waisenstraße 11 (ehemalige DDR-Kaufhalle) und anschließende Neubebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus.

    Was für eine tolle Nachricht. Diese Ecke hat frischen Wind bitter nötig. Der Entwurf sieht gut aus. Die Gebäude wurden dort an der Bahnhofstraße ja nun auch schon saniert.

  • zu #2.165:


    Spar dir die Mühe, Arwed. Wie oben von den beiden selbst schon geschrieben, geht es den beiden Foristen um pauschale Kritik. Da spielen Realitäten keine Rolle. Ich habe es genau deswegen aufgegeben. Es hat keinen Sinn und macht so auch keinen Spaß mehr.

    Hier übt niemand pauschale Kritik. Es sind aber wiederkehrende Beispiele, die eben nicht auf breite Zustimmung stoßen. Wie kann man da den Kritikern die Meinung absprechen. WIR sind die Bewohner dieser Stadt WIR fahren nach DD oder Leipzig oder Sonst wo hin und sehen, dass es dort geht. Hört ihr hier irgendjemanden, der sagt, oh das ist aber schön geworden, hier halte ich mich auch nach 18 Uhr noch gern auf, das ist aber ein toller Platz, in welche Kneipe gehen wir als nächstes? Nein, das hört man nicht. Weil wir keine Stadträume mehr schaffen, die einladen, die Stadt autentisch machen und für sie im speziellen stehen. Es entstehen nur noch seelenlose Renditekästen. Die dürfen doch auch gern ab und zu gebaut werden. Aber Chemnitz hatte als so ziemlich letzte Großstadt im Dtl. die Chance auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung im Zentrum einem riesigen Areal einen eigenen Stempel aufzudrücken, etwas visionäres zu machen, etwas, dass die Leute wieder stolz auf die Innenstadt blicken lässt. Und das hat man einfach nicht getan. Mit Zweckoptimismus gebe ich mich da sicher nicht zufrieden, frei nach dem Motto, Hauptsache die Fläche ist endlich bebaut. Es bringt der Stadt keinen Mehrwert! Und zu behaupten es gäbe keine Investoren, die den spezielleren Vorgaben gefolgt wären ist Augenwischerei. Hat man es denn überhaupt versucht? Das Hotel neben dem Schocken ist ein Paradebeispiel dafür, wie man es vom Entwurf zum fertigen Bau nicht macht. Und da gab es einen Investor, der die Vorgaben umgesetzt hätte, sonst hätte man ja die Visualisierung nicht so veröffentlicht. Was übrig geblieben ist ist einfach nur lächerlich. Und deshalb sage ich durchaus, wenn die nicht mitziehen wollen, sollen sie es lassen. Da ist mir jede Brache lieber als das wir die Chance nicht nutzen das Zentrum unserer Stadt für die nächsten 100 Jahre für alle endlich ansehnlich zu gestalten. Aber dafür ist es nun eh zu spät. Meine "pauschale" Kritik wird damit auch weniger werden. Es wird in ein paar Jahren nichts mehr Stadtbildprägendes entstehen, weil wir bereits alles tumb zugebaut haben.

  • KMS1983, Deine letzten Sätze hatte ich ja schon vorweg genommen. Das Beibehalten von Brachen, schlechter Architektur vorzuziehen, ist natürlich eine legitime Meinung. Doch ich sehe das anders. Ich nehme da lieber den Spatz in der Hand.


    Du blickst also neidisch auf Dresden? Das ist echt komisch. Städtebaulich ist in Dresden gerade eine Planung auf eher hohem Level umgesetzt worden, der Neumarkt. Die Grundlagen wurden dazu aber bereits vor etwa 40 Jahren gelegt. Der Neumarkt war zudem zusammen mit der Frauenkirche ein herausragendes Ensemble. Trotz dessen ist der wiederaufgebaute Neumarkt heute leider eine monofunktional auf den Tourismus ausgerichtete Puppenstube (fehlt nur, dass dort Eintritt fällig ist). Bitte nicht missverstehen, ich verfolge bereits seit meiner Kindheit den Wiederaufbau dort. Aber ein wirklich lebendiger normaler Stadtraum für die Dresdener ist das nicht geworden.

    Was siehst Du denn vom alten Chemnitz auch nur annähernd auf dem selben Niveau wie den Neumarkt oder mit einem ähnlichen Vorlauf vorbereitet?

    Die Situation in Leipzig ist auch ganz anders gelagert. Hier war bedeutend mehr der Innenstadt übrig geblieben und es ging eher um punktuelle Ergänzungen.

    Vielleicht braucht es ja gerade den Blick von außen auf Chemnitz um zu erkennen, dass die vorhandenen Qualitäten und Chancen hier eher nicht im Anknüpfen an die historische Stadt von vor dem Krieg bestehen, sondern an die Stadt der 60er / 70er Jahre.

  • zu #2.165:


    Spar dir die Mühe, Arwed. Wie oben von den beiden selbst schon geschrieben, geht es den beiden Foristen um pauschale Kritik. Da spielen Realitäten keine Rolle. Ich habe es genau deswegen aufgegeben. Es hat keinen Sinn und macht so auch keinen Spaß mehr.

    Da wir ja offen miteinander sind: Anderen hier nahezulgen, sich mit jemandem nicht mehr zu befassen, ist unangebracht bis unverschämt. Von mir gibt es auch in der Regel keine pauschale Kritik, zumindest nicht ohne weitere Ausführungen. Der Stadt zu attestieren, dass sie bei Entscheidungen die Aufenthaltsqualität, die Stadtentwicklung,... die Bürger besonders sehr im Blick hätte, fällt einfach schwer. Dafür gibt es einfach zuviele Negativbeispiele. Ich hatte dieses Forum hier so verstanden, dass diese von Experten und eben auch Laien besprochen werden "dürfen".


    Vielleicht bist du nicht so oft im Zentrum, ich bin es sehr häufig. Dass dieses Gesamtbild jetzt unsere Visitenkarte zur Kulturhauptstadt ist, ist aus meiner Sicht fast unentschuldbar. Und ja, das ist jetzt recht pauschal, betrifft aber nicht nur die Gebäude, sondern vor allem auch "alles dazwischen", die Wege, die Straßen, die Plätze.


    Schönen 1. Advent.

  • Der Neumarkt soll kein Stadtraum für die Dresdner Bürger sein? Eine Puppenstube für Touristen? Wie können sie diese steile These belegen? Nur weil sich da nicht ein Dönerladen, ein New-Yorker oder ein Deichmann an den anderen reiht, nutzen die Dresdner den Neumarkt nicht? Meine Tochter wohnt mit ihrem Mann in Dresden, und zum Flanieren oder in das Restaurant gehen die beiden immer auf den Neumarkt. Wiener Platz oder Prager Straße ziehen die beiden da eher nicht in Betracht.

  • Über DD und Leipzig wird aufgrund ihrer "Wiederauferstehung aus der Asche" International berichtet. Youtube ist voll mit Videos. Das bringt Touristen und Interessierte und Geld in die Stadt. Ich wage nicht den Vergleich der Bausubstanz zwischen unseren Städten, sondern das herausragend Geschaffene. Sie haben ihre Stadt wiederaufgebaut, wir haben unsere Stadt bebaut. Wir hatten nie Barock oder die großen Kaufmannshäuser. Wir waren eine ehrliche Industriemetropole und in den 20er bis 40er Jahren dennoch architektonisch, gestalterisch und räumlich auf einem ganz anderen Level als heute. Und das die meisten Menschen genau das überall in Dtl. wiederhaben wollen belegen unzählige Videos im Netz, Kommentare, Meinungen. Nur die Architektengilde scheint das nicht zu sehen. Ich wünsche mir auch trotz alledem keinen rebuild der Johannisvorstadt wie vor dem Krieg. Aber etwas Innovatives hätte es doch bitte sein können auf dem letzten Filetstück im Zentrum. Oder wenigstens etwas, das uns Einwohnern zusagt und nicht allein auf die Bedürfnisse der Investoren zugeschnitten ist. In den ersten Entwürfen zur Johannisvorstadt, allein der Name ist eigentlich schon toll gewählt, wird noch Kleinteiligkeit sichtbar. An der Kirche sollte ein kleiner Platz mit Brunnen entstehen und Gastronomien. Von all dem ist heute keine Rede mehr. Nach den allerersten Entwürfen gab es keine Bürgerbeteiligung über die normalen kommunalpolitischen Beteiligungsverfahren hinaus mehr. Visualisierungen blieben teils ganz aus. Stattdessen entstand nun eine lieblose Rückwand und Schießschartenarchitektur, wie sie auch bei allen anderen Gebäuden drum herum ist. Dazu auf dem Dach gigantische, weithin sichtbare Technikaufbauten und immer wieder Glasfronten die uns als so tolles, leichtes, weil "transparentes" Element angepriesen werden.bringt nur nix, wenns dahinter nichts zu gucken gibt. Ich bin mir sicher, das werden alles wieder tote Räume ohne Aufenthaltsqualität und keine "Vorstadt" als zu besuchendes Quartier. Genauso wie die Dresdner Strasse am Technischen Rathaus, die lange Front des Eins Energiegebäudes, die Rückseite der Galerie Roter Turm, das Bürgerhaus am Wall, der Postplatz, Teile des Rosenhofes und am Ende sicherlich auch der Getreidemarkt. Auch da liegt ein wundervolles Papier zur Umgestaltung des gesamten Areals seit mind. 10 Jahren in der Schublade der Verwaltung, aber keiner will auch nur einen dieser hässlichen Plattenbauten abreißen um endlich mal ein Fundament zu setzen Chemnitz in den nächsten 100 Jahren wieder ein ansehnlicheres, eigenes Gesicht zu geben. Meine allerletzte Hoffnung wird die nächsten Jahre auf dem Bereich hinter der Parteifalte liegen. Aber ich mach mir dort auch keine allzugroße Hoffnung, dass sie dort was errichten, was viele mal zufriedenstellt und wirklich ein neues Quartier hervorbringt, dass man um seiner selbst willen besuchen möchte und nicht, weil man muss.

  • Wenn man eine Stadt wie ein normaler Tourismusmanager bewertet, hat Chemnitz sicher viel schlechtere Karten als Leipzig oder Dresden. Es wäre aber auch gar nicht fair, Dresden mit seiner jahrhundertelangen Residenzgeschichte und der Lage am Strom oder Leipzig mit der noch längeren Geschichte als Handels- und Messestadt mit den bescheideneren Anfängen von Chemnitz zu vergleichen. Chemnitz war eine Stadt des Historismus, wie die Innenstadt nun eine der DDR- Moderne ist. Klar, man kann das anders sehen oder sich anders wünschen. Doch ich denke, man täte gut daran, das nicht als Altlast, sondern als Chance zu begreifen. Realität ist es sowieso.

    Im Übrigen wurde Chemnitz und eben nicht Dresden für nächstes Jahr zur Kulturhauptstadt erhoben. Das wurde trotz oder vielleicht gerade auch wegen des heutigen Stadtbildes von Chemnitz getan.

  • Arwed, diese Chance sehe ich, oder besser habe sie einmal gesehen, leider wird sie nicht wirklich genutzt. Wären wir im zehnten Jahr nach der Wende, wäre ich mehr bei dir, nun ist die aber 35 Jahre her.


    Das sind 35 Jahre, in denen man hätte an der Verkehrsinfrastruktur (Parkleitsystem, Oberflächenbeschaffenheit, Fahrradverleih, vernünftige Linienführungen des ÖPNV,...), der gesamten Stadtaufteilung (Stadt"autobahn"ring schmaler, Wegebeziehungen, Optik usw., auch Gastro- und Freizeitflächen usw.) soviel machen können und müssen. Und da waren die riesigen Brachflächen ja sogar Glück im Unglück. Man hat es kaum genutzt. An der Galerie Roter Turm, durch eine Art Einkaufsstraße, donnert im 30-Sekunden-Takt der ÖPNV auf mehreren Spuren, die neuen Plätze (Düsseldorfer, Dresdner, Stefan Heym,... ,...) sind an Tristesse kaum zu übertreffen, Parkleitsystem ist verfallen und abgebaut, Fahrradwege gehen mal 80 Meter und enden dann auf dreispurigen Stadtautobahnen. Weißt du was, es gibt unzählige Punkte. Zu deiner DD- und L-Einschätzung hast du bereits Gegenwind bekommen. Vielleicht wäre es gut, wenn hier mal ein Tourismusmanager mit drauf schaut. Gern dürfte aber auch einfach mehr auf die Bürger gehört werden. Es gibt hier übrigens auch viele tolle Entwicklungen, darum ging es aber eben gerade nicht vorrangig. Und dass die Johannisvorstadt nun auch anders wird, als angekündigt und erhofft, reiht sich leider ein.


    Dass Chemnitz Kulturhauptstadt ist, ist bekanntermaßen (auch) wegen der Brüche, Lücken, dem Verborgenen, dem nicht "klassisch Schönen". Soll das jetzt ein Argument dafür sein, nicht an sich zu arbeiten?


    P.S. Je öfter ich deine Ausführungen lese, desto weniger kann ich sie nachvollziehen. Chemnitz war im vergangenen Jahrhundert sehr wohlhabend, stand auch zu DDR-Zeiten gut da und zumindest finanziell eigentlich auch danach. Auch in Leipzig und vor allem Dresden war sehr viel kaputt in den Zentren. Da jetzt also völlig andere Startbedingungen, insbesondere für die Nachwendezeit, zu konstruieren, halte ich für eine gewagte These, zumal viele mutmaßlich bessere Entscheidungen mit keinen oder überschaubaren Mehrkosten dahergekommen wären.