Dass man Berlin-Zitate bringt, macht ja noch Sinn. Aber wozu das GS? Ich finde die Tafeln allgemein zu pathetisch und aufgesetzt. Die hist. Bilder reichen, die haben immerhin etwas mit dem Ort zu tun. Als wäre das ganze nicht schon überladen genug. Naja, nun ists da...
HGHI Leipziger Platz (ehem. Wertheim Areal) [realisiert]
-
-
-
Der offensichtliche Zusammenhang ist folgender: Die Menschen bewegen sich dort in einem Tempel der westlichen Konsumkultur, der Ausdruck der Entwürdigung ist. In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und Konkurrenzkultur wird einem weisgemacht, man bräuchte alle möglichen Dinge, um glücklich zu sein - und Glück lasse sich auch ganz einfach materiell herstellen.
Genau das verfolgte im Kern auch der Antagonist des Kapitalismus der letzten Generationen, der Marxismus, stets. Gemein haben beide die absolute Fixierung auf das Materielle, vgl. Marx "Sein bestimmt das Bewusstsein". Sie unterscheiden sich dabei lediglich in den Mechanismen der Verteilung und Erwirtschaftung des Materiellen. Die Kritik daran gilt natürlich für alle diversen "Systeme", die den Menschen technokratisch auf die "Bedürfnispyramide" reduzieren, der sich in Wahrheit dann besonders unfrei fühlt, wenn er in einem goldenen (oder im Falle der DDR rostigen) Käfig gefangen ist, auf Bedürfnisbefriedigung und Existenzsicherung reduziert ("Wer den Mund nicht aufmachte konnte angenehm leben"). Aber in welchem Zusammenhang steht das jetzt hier? Oder wolltest du das einfach mal so loswerden?
-
Ich war nun drin, habe mir alle Bereiche inklusive Tiefgarage angeschaut und komme zu einem positiven Fazit.
Es herrscht eine gediegene Austattung (schwach ist der Gastrobereich), insbesondere die sehr hohen Geschosshöhen haben mich überzeugt sowie der belebende und städtebaulich heilende Charakter. Es wirkt auf mich schon sehr solide und überall hat man Einblick in Bereiche mit anderen Nutzungen (Hotel, Wohnen). Ich finde außerdem, dass es sich relativ gut nach Außen öffnet. Es gibt diverse Eingänge zur Voßstraße und in die Arkaden. Die Ausblicke von den Brücken sind sogar ein bisschen grandios.
Vergleicht man das EKZ mit dem Schloss in Steglitz, so ist alles deutlich besser (insbesondere weniger Kitsch - wenn auch immer noch zuviel davon) und das ist nunmal der Referenzbau von Huth.Trotz einiger Schwächen also ein
!
-
Ich war auch drin.
Von außen finde ich es eher mäßig, was aber weniger an den Fassaden allein (die sind eigentlich ok), als an der massiven und nicht besonders behutsamen Werbung und vor allem den von innen verhängten/zugestellten/sonstwie verschandelten Fensterflächen liegt. Viele große Fenster und ein EKZ vertragen sich leider nicht. Allerdings ist die Fassade noch lange nicht fertig, da sind noch Hunderte von Bohrlöchern und -zig Kabel, die da raushängen.
Innen ist es besser als ich anhand der Vorab-Bilder dachte. Es ist lange nicht so düster und eng wie befürchtet. Die Gestaltung geht in Richtung klassisch-elegant und ist für ein EKZ recht gut. Nur die Bereiche (speziell im 2. OG) mit den bunten glasierten Ziegelkacheln sind etwas gewöhnungsbedürftig.
So riesig wie angekündigt und wie es von außen erscheint wirkt das EKZ auf mich innen gar nicht. Eigentlich so wie das Alexa. Der Saturn ist sogar überraschend klein.
Die Passage ist schön offen und weiträumig, das Dach allerdings zu dunkel und massig. Das hätte ich mir leichter, filigraner und transparenter gewünscht. Die Menge der Ein-/Ausgänge finde ich aber nicht so dolle - es sind doch nur vier: Mohrenstraße, Leipziger Platz und zwei über die Passage. Bei der Größe des Komplexes ist das nicht soo viel.
Für mich gibt es in Berlin (und wohl auch anderswo) zwei Typen von EKZ: die unspannenden im 08/15 Stil, die kein besonderes gesalterisches Konzept verfolgen wie z. B. die Spandauer Arcaden oder das Gesundbrunnencenter, und die EKZ, die versuchen (mal besser, mal schlechter) sich gestalterisch mit einem Konzept/Thema/Zeitstil abzuheben. Dazu gehören sicher das Alexa, das Schloss und die Borsighallen. Und eben auch die neue Mall.
Bisher enttäuschend ist für mich der durchgehende Arkadengang an der Leipzger Straße. Kaum Geschäfte oder Lokale, statt dessen große geschlossene Türen zu Technikzentralen usw. oder Leere. Hier sehe ich Verbesserungsbedarf. Z. T. will Huth da ja noch weitere Geschäfte ansiedeln.
-
Ich möchte gerne mal auf eine ältere Diskussion verweisen. Hier ging es darum, inwieweit es möglich sei, daß in den oberen Stockwerken noch gebaut wird und zeitgleich in den unteren Stockwerken bereits die Läden öffnen. Damals gabs folgende Diskussion:
Wie wollen die den Termin [Anm. 30 Mai] halten wenn das Dachgeschoss eines der Wohntürme noch nicht mal im Rohbau steht? ..
Ich glaube kaum dass die das EKZ öffnen dürfen während ein Kran noch schwere Teile aufs Dach transportiert!... Ab 30. Mai wird unten verkauft, und oben vermutlich noch fleißig weiter gebaut.
Glaubts Du dass bei den Sicherheitsstandards in Deutschland die Leute unten ins EKZ spazieren dürfen, während darüber Ein Kran und Bauarbeiter mit Helm schwere Teile nach oben hieven?
Ein Blick zum Milaneo nach Stuttgart zeigt, daß das von Ufologe bezweifelte Szenario tatsächlich passiert.
Link: http://www.deutsches-architekt…thread.php?t=3432&page=45
Das Milaneo hat vor wenigen Tagen seine Verkaufsflächen geöffnet. Es sind noch drei oder vier größere Kräne im Einsatz. An den oberen Stockwerken, an denen noch gebaut wird, hat man Netze aufgehängt. Offenbar sollen die Netze verhindern, daß Gegenstände auf die Passanten fallen. Ich kenne die relevanten Sicherheitsstandards nicht. Aber es scheint tatsächlich möglich zu sein, das zeitgleiche Bauen oben und Verkaufen unten mit den Sicherheitsstandards in Einklang zu bringen. -
Hier noch ein paar Impressionen und Details zur Ergänzung:
Diese Perspektive hat wirklich was für sich:
An vielen Stellen findet man handwerklich überzeugend gearbeitete Details in der Kalksteinfassade:
Innen bieten sich viele Mehretagen-Perspektiven in den Passagen:
Im zweiten Stock gefiel mir dieses bunte Fliesenmuster - wirkt absolut nicht billig oder zu-oft-gesehen:
Harald Huth hat die überall in unterschiedlicher Farbkombination anzutreffenden Wand- und Säulenfliesen nach Angaben in einem Interview selbst in Italien ausgesucht:
Mein Fazit: insgesamt muss ich sagen, dass ich die hier im Forum und besonders auch in der Presse anzutreffende harte Kritik an dem Bauwerk nicht recht nachvollziehen kann. Ich finde, Harald Huth hat das sehr gut gemacht. Seien wir einem Menschen dankbar, der so etwas auf die Beine stellt.
-
Kaum fertig, schon wird erweitert:
http://www.property-magazine.d…mall-of-berlin-62925.html
Donnerwetter, sag ich da nur.
-
^
Das ist leider hinter einer Pay-Wall. -
^^ Wobei das ja schon fast zeitgleich mit der Eröffnung klar war und auf den Orientierungsplänen des Centers die künftigen zusätzlichen Ladenflächen bereits angedeutet sind (hellbrauner Bereich links unten).
Die Mall of Berlin hat mittlerweile auch einen eigenen Wikipedia-Artikel. Laut diesem wäre die MoB nach der Erweiterung das größte Einkaufszentrum Deutschlands (135.000 m² und dann 320 Geschäften).
-
Beleuchtung LP12
Außenrum ist man immer noch nicht fertig. Immerhin ist jetzt auch der Bürgersteig an der Wilhelmstraße direkt an der EKZ-Fassade gepflastert und begehbar, aber es stehen dort immer noch ein Kran und diverse Baugerätschaften rum.
Auch wenn noch etliche Kabel aus noch mehr Bohrlöchern in der Fassade runterhängen - zumindest abends sieht die (vielleicht etwas sehr bunte) violette Streiflicht-Beleuchtung ganz nett aus.
Sowohl an der Wilhelmstraße...
... als auch an der Voßstraße:
-
Das mit der Litfaßsäule ist auch eine nette Idee und lässt die Passagen nicht so steril wirken.
-
Ein etwas merkwürdiges "Feature" der "Mall of Berlin" sind die in den Boden eingelassenen Messsingplatten.
Ob denen bewusst ist, dass Messing mit der Zeit ganz schön Patina ansetzt?
Oder ist diese "Alterung" gewollt? :? Messing ist ja auch relativ weich, das wird bestimmt völlig zerkratzt bald sein. -
Neues vom realexistierenden Kapitalismus. Rumänische Arbeiter an der Mall of Berlin ohne Papiere beschäftigt und um Lohn geprellt. Die Unrechtsstaatsdebatte nimmt wieder Fahrt auf:
-
... Messing ist ja auch relativ weich, das wird bestimmt völlig zerkratzt bald sein.
Die Tafeln mit den oberschlauen Politikerzitaten sind schon recht zerkratzt. Nicht schlimm, aber für die kurze Zeit...
Was auch auffällt ist, dass die weißen Boden-Steinplatten in den Gängen des LP12 häufig Risse zeigen. An zahlreichen Stellen hat man diese mit Klebeband oder dünnen Holzplatten provisorisch geflickt.
-
^
Viel schlimmer scheint es um den Brandschutz zu stehen. Der rbb meldet, dass einige Stimmen sogar die vorläufige Schließung der Mall fordern wenn bis Ende November die Mängelliste nicht abgearbeitet sei.
Mängel gebe es an der Entrauchungsanlage (kommt die von GMP? ;)) sowie am Sicherheitsstromsystem. -
Und die Idee mit der Sichtachse auf den Bundesrat ist nun endgültig gescheitert - zumindest für die Weihnachtszeit. Kommt man von Norden die Gertrud-Kolmar-Str. entlang, guckt man auf die Brücken, die Litfaßsäulen und jetzt auch auf die obligatorischen Buden eines Weihnachtsmarktes in der Passage.
Zudem scheint die Passage das EKZ in einen A-Teil (westlich) und einen B-Teil (östlich) zu trennen. Der A-Teil zum Leipziger Platz ist immer wesentlich voller - die meisten Besucher gelangen wohl vom Leipziger Platz hinein und vielen von denen gehen über die Passage nicht weiter gen Osten. Ist zumindest mein Eindruck. Vielleicht zahlen die Läden im B-Teil wenigstens weniger Miete...
-
.. Der A-Teil zum Leipziger Platz ist immer wesentlich voller - die meisten Besucher gelangen wohl vom Leipziger Platz hinein und vielen von denen gehen über die Passage nicht weiter gen Osten. Ist zumindest mein Eindruck. Vielleicht zahlen die Läden im B-Teil wenigstens weniger Miete...
Ich denke es liegt auch am Produktangebot. Auf der Ost-Seite liegen H&M, Zara und C&A direkt an der Passage und sind gut besucht. Danach wird es aber Richtung Wilhelmstraße eher teuer und es gibt keinen Frequenzbringer mehr. Naja, vielleicht dieser SportScheck-Laden aber da war ich noch nicht drinnen.
Der Fußweg zur U-Bahn ist östlich ja eher kürzer als westlich.
Ich hätte mir auch einen hochwertigeren Mix gewünscht ..... gibt's nen Barbier? Ich hab keinen gesehen.
Ich glaube drei Friseurläden habe ich gesehen, Zwei im Tiefgeschoss und einen im östlichen Obergeschoss. Das Barbierhandwerk ist wohl mit dem hier so beliebten Kaiser anno Tobak ausgestorben. Für ein Paar Euro extra stutzt dir aber vermutlich auch ein Friseur oder Stylist den Kaiser-Wilhelm-Bart -
... Der Fußweg zur U-Bahn ist östlich ja eher kürzer als westlich. ...
Naja, beide sind schon sehr nah, aber der Nordostausgang vom U-Bahnhof Potsdamer Platz liegt unmittelbar vor der Eingangstür, während man vom Westausgang Mohrenstraße noch 2 Fußgängerampeln vor sich hat (südl. Fahrbahn Mohrenstraße und Wilhelmstraße). Ich denke, der Bahnhof Potsdamer Platz und auch der Leipziger Platz selbst werden deutlich stärker frequentiert als die andere Seite.
Das mit dem Ladenangebot ist sicher auch ein Grund. Ein echter Ankermieter fehlt auf der Ostseite. Und auch die Fressmeilen liegen allesamt auf der Westseite. Zudem hat man hier nur einen Gang (Westteil: Zwei, die zudem einen Ring bilden) und kein Untergeschoss mit weiteren Läden.
-
Generalunternehmer insolvent
Der Projektentwickler der Ende September eröffneten "Mall of Berlin" ist laut einem Bericht der Berliner Morgenpost pleite. Wie das Amtsgericht Charlottenburg heute mitteilte, habe die Baufirma Fettchenhauer Controlling & Logistic (FCL), die das Einkaufszentrum am Leipziger Platz als Generalunternehmer realisierte, Insolvenz angemeldet. Ein Beitrag aus der Abendschau des RBB vom Vortag wurde damit bestätigt.
http://www.morgenpost.de/bezir…Insolvenz-angemeldet.html
http://www.rbb-online.de/wirts…-insolvenz-verwalter.html -
War ja nicht der Erste. Mitte 2013 das gleiche Spiel. Ausbaden werden es wieder die kleinen Handwerker für die smarten Bauträger. Erste Proteste der Handwerker gibt es schon.