Leipzig: Sonstige Projekte außerhalb der Innenstadt

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    Nunja, ich finde es beschämend (Nutzungsanforderungen hin oder her), dass die dort vorhandene und bewohnte bzw. bürotechnisch genutzte (!) ALTBAUsubstanz in dieser ohnehin geschundenen Straße -Abrisse auf der gegenüberliegenden Straßenseite sowie weiter Richtung Süden- auch noch plattgemacht wurde.

    Leipzig feiert sich immer so für seine Gründerzeitsubstanz, aber wenn der "richtige" Investor kommt, juckt Denkmalschutz nicht...

  • Naja, zum vollständigen Bild gehört aber auch, dass zu Zeiten des Abrisses (das muss Mitte / Ende der Nuller Jahre gewesen sein) Leipzig als Stadtorganismus einen ganz anderen Entwicklungsstand hatte. Die heutigen Bedarfe waren weder absehbar noch zeigte sich ein Unterangebot an Wohnraum ab. Gleichzeitig war die Häuserzeile zum Waldplatz baulich mehr als nur marode. Während der Straßen-/Gleisumbauten 2004 - 2006 wurde schon mit äußerster Umsicht gebaut (Erschütterungen, Provisorien). Wenn ich mich recht entsinne, waren mehrere Etagen längst durchgebrochen. Ich weiß ad hoc nicht mehr, wer damals Eigentümer war.

  • Außerdem war der Bau, den das FBA bereits nutzt, als Bürogebäude gebaut und in Nutzung. Man hatte also genau 2 Möglichkeiten: Abriss des bestehenden, noch nicht so alten Bürogebäudes + Neubau von Wohnhäusern (und Ansiedlung des FBA an anderer Stelle) oder Neubau eines Bürogebäudes in der Lücke. Die erste Möglichkeit wäre nicht darstellbar gewesen...

  • Die Stadt vermeldet den Start der öffentlichen Beteiligung für das neue Quartier am Volkshaus: https://www.leipzig.de/news/ne…tier-am-volkshaus-startet


    Hier sind neben den drei bekannten der Plätze 1 bis 3 noch weitere Entwürfe zu sehen: https://static.leipzig.de/file…kshausgarten2022_Mail.pdf

  • Ein paar aktuelle Eindrücke vom Karree Reichpietschstraße-Göschenstraße-Crusiusstraße-Täubchenweg:

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    alt (Reichpietsch- Ecke Crusiusstraße)

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    alt (Täubchenweg)

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    Eigene Bilder

  • ^ Mir gefällt das Karree ganz gut - die Anmutung an den ehemaligen Produktionsstandort ist zu erkennen. Die bodentiefen Fenster mit den überdimensionierten Gittern gefallen mir nicht. Außerdem hätte man so schön die Fabrikassoziationen weiterführen können, wenn man auf ein intensiv begrüntes Flachdach gesetzt hätte.

    Insgesamt aber gelungen - trotz der großen Fläche wirkt es nicht so langweilig wie befürchtet.

  • Ja, die Geländer und unheimlich vielen Regenrohre sind wie so oft eine ästhetische Schwachstelle. Auch den Klinker finde ich trotz der passenden Farbe etwas zu unruhig.


    Insgesamt ist das aber ein schickes Bauvorhaben, das sich gut einfügt. Ich wünsche mir mehr Entwürfe mit diesem Niveau.


    Birte, du kannst gern immer wieder behaupten, dass nur reine Flachdächer Begrünung erlauben. Das Luftbild zeigt auch hier gut, dass durch die Gebäudetiefe mehr als genug Platz für Grün wäre. Wenn es das hier nicht gibt und auch keine PV, ist das ein fetter Kritikpunkt.


    https://www.luftbildsuche.de/i…n-deutschland-566737.html


    Flächdächer finde ich meistens hässlich. Da muss man sich schon was einfallen lassen und nicht nur das Haus oben abrasieren, damit es nach was aussieht. Ein Schrägdach beschert auch einem fantasielosen Entwurf etwas Abwechslung und wenn die Nachbarn eines haben, gehört es schon fast zum guten Ton.

  • Hier wird so viel richtig gemacht, an dem sich nicht zu kritisieren lohnt, und dazu gehört v. a. das schräge Dach. Und obwohl es kein echtes Satteldach ist und, wie bereits erwähnt, theoretisch eine ebensolche Begrünungsmöglichkeit bietet, wie ein Flachdach, ist die ästhetische Wirkung von der Straße aus grandios.


    Auch finde ich die Gitter per se nicht ganz so schlecht, da sie durch die anscheinend schwarze Farbe zur stimmigen Textur und Plastizität der Fassade beitragen und vielleicht sogar ein bisschen Paris mitbringen. Freilich wäre mehr Muster/Ornament an den Gittern ein Sahnehäubchen.


    Auch den Bezug zu Industriebauten finde ich genau richtig austariert, nämlich durch die zusammengefassten Sockelgeschosse mit ihrer abweichenden Materialgestaltung und den großen Fenstern.


    Was man ausschließlich durch Fotos nicht beurteilen kann, ist die Gesamtwirkung des Blocks, der ja dann doch recht einheitlich daherkommt. Von weitem würde ich aber urteilen, dass alles, was man jeweils von den diversen Standpunkten ringsherum aus sehen kann, immer ein stimmiges Bild abgibt. Für mich ist dieses Projekt stilistisch echte "Gründerzeit 2.0".

  • Das Bürohaus Maximilianallee hat bald ein Erdgeschoß

    (Frage an die Experten hier: ist das ein Fertigteil-Stillleben?)

    Ich sage mal ja DrZott: Goldbeck ist der Markführer was das angeht. Im Industriebau sowie im Gewerbebau stehen die Häuser so schneller als im normalen Bau. Das senkt die Bauzeitkosten hat jedoch erhebliche Planvorläufe zur Folge. Außerdem muss der Auftraggeber sich frühzeitig für eine Firma entscheiden. Das verringert jedoch den Wettbewerb und ist konträr zum Deutschen Vergaberecht. Die Planungen der Auftraggeber in der LPH 3 und 4 sind zu großen Teilen schlecht bis grottenschlecht und in keiner Weise zwischen den Gewerken abgestimmt. Diese erwirken damit nur eine Baugenehmigung und das Wort Koordination hat keiner gehört :S . Die Baufirmen werden in der Ausführung mit hochqualifizieren Fachkräften 8o aus dem Ausland die Dinge dann schon richten ?( . Hoffnung habe ich dort nicht mehr. Geld hat keiner für Planung.


    Im Wohnungsbau wird das ganze Fertigteilbauwesen durch GDW2.0 hoffentlich ein großen Sprung nach vorne machen. Die Planung steht, der Preis steht es fehlt nur die Genehmigung und das Grundstück.

    Die Individuellen Bauten sind dann aber passe und somit werden die langen Genehmigungszeiträume geringer und es gibt dann Wohnungen zum Festpreis.

    Goldbeck versucht sich ja auch mit dieser Bauweise auch im Wohnungsbau in der Gaußstraße in Leutzsch. So langsam nimmt es dort auch fahrt auf.

    Dies ist jedoch auch individueller Bau der für Fertigteilbauweise nicht taugt und man presst es mit viel Aufwand und Schmerzen hinein.

  • Aufwertung Thälmann-Hain @ Mariannenpark (LE-Schönefeld)


    Schönefelder Allee - Höhe Zittauer Strasse. Vorzustand streetview. Presse Tag24 und (ältere) PM der Stadt. Der Zeitplan könnte Makulatur sein (?).

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    Hier die Achse im Park in Verlängerung der Zittauer Strasse. Wenns fertig ist, kann wieder stramm zum Fahnenappell angetreten werden. :|

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    fotos elli kny

  • Inzwischen sind beim Künne-Sitz einige Details zu sehen, die im letzten Beitrag von 2022 noch nicht fertig waren. Alles eigene Fotos von vor ein paar Wochen.


    Das Unternehmens-Signet wurde effektvoll hinterlegt an die Fassade gebracht. Ich dachte immer: an der Stelle fehlt doch noch was!

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    Hübsche Außenleuchten, leider in m. E. etwas hässlichem Braun.

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    Repräsentativer Eingangsbereich. Die Gestaltung setzt sich im Inneren fort, wo die gleichen Steinsorten bei der Treppenanlage Verwendung finden. Warum nur fallen mir bei Altbauten nie die Fallrohre auf, bei Neubauten hingegen immer?

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    Detailansicht der Fassade.

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    Hans Kollhoff hat das Phänomen vor 30 Jahren in einem lesenswerten Interview in Worte gefasst:

    "Wenn so ein Haus schon was hermachen soll – und einen anderen Grund gibt es nicht, eine kostbare Steinfassade zu wählen – dann kann man das nicht auf die billigste Art tun, die den Aufwand sofort wieder zunichte macht. Das ist so, als wenn ich mir einen Smoking kaufe und dann rosa Blümchensocken dazu anziehe." https://taz.de/Smoking-mit-rosa-Bluemchensocken/!1605340/

    Anscheinend hat er damals nicht geahnt, wie sehr Socken mit Blümchen und anderen Kindermotiven bei der Herrenwelt heute in Mode sind. Viele andere Feststellungen treffen hingegen leider immer noch zu. Nach 30 Jahren!


    Zaunpfosten am 30. September. Sehr schön, wie auch hier das Materialkonzept aufgegriffen wird. Schön auch das Detail, dass die Pfosten plastisch vor dem waagerechten Sockel hervortreten:

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    Die Einfahrt ist... eine Einfahrt:


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    Hofseitig war im September noch einiges zu tun:

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    Man erkennt aber schon, dass es der Neubau tatsächlich vermag, sich an den prächtigen Nachbarn würdig anzupassen:

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    Zu hoffen ist, dass nun auch die Pflanzungen ebenso üppig ausfallen. Mindestens das Quarterback-Niveau sollte man erreichen! ;)


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    Vorplatzgestaltung bei Quarterback Immobilien in der Käthe-Kollwitz-Straße 21. Künne residiert in der selben Straße unter Hausnummer 58c.


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    Kann es sein, dass deren Bau hier noch nicht gezeigt wurde? Ich finde nur diesen als den aktuellsten Beitrag.


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    Erstmal nur das eine Foto, das nicht sehr aussagekräftig ist. Es wird auch immer noch an dem Bau herumgewirtschaftet. Man sieht auf den ersten Blick, dass bei der Verklinkerung etwas schiefgelaufen ist und einige dort arbeitende Mitarbeiter verrieten mir, dass sie unzufrieden mit der Qualität der Planungen und der Ausführung des Gebäudes sind und infolge dessen auch mit den Arbeitsbedingungen. Details habe ich nicht behalten, weil dieser Abschnitt Leipzigs in meiner Lebensspanne eh nicht mehr attraktiv wird und ich daran arbeite, dass es mir egal ist.

  • Blade Runner- style, winterlich- apokalyptische Endzeitstimmung in der Friedrich-Ebert-Straße…


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    … wo sich zwischenzeitlich der Erweiterungsbau für das Fernstraßenbundesamt entfaltet hat:


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    Unterteilung in „zwei“ Fassaden…


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    … vielleicht in Anlehnung an die zwei für den Neubau - Huuuust - abgerissenen Gründerzeitler:


    Huch? Warum wird denn die Friedrich-Ebert-Straße 76 platt gemacht? […]



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    Neue Dachgauben und Erker an der Vorderseite (check check) vs. minimalistisch- behördlicher Strenge auf der Rückseite:


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    Bestimmt kein Totalausfall für die durch Abriss stark geschundene F-E-Straße; aber ein paar Bäume wären sicherlich noch ganz gut für’s allgemeine Feng Shui:


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    ©555Farang

  • Zwei Fassaden, die ein großes Gebäude optisch teilen, halte ich für eine gute Idee. Aber dazu wäre deutlich mehr nötig als eine der Hälften zur Hälfte gelb zu verputzen und einen aufgemalten schwarzen Strich in die Mitte zu setzen. Letzteres ist einfach nur peinlich. Zudem sind die Fenster straßenseitig zu groß.


    Das Mindestmaß wurde erbracht, dadurch guckt es sich immerhin weg, schön ist an dem Bau aber nichts. Gegenüber in der Friedrich-Ebert-Straße 81 wurde gezeigt, wie man mit ein bisschen mehr Ambition sehr viel mehr erreichen kann. Was ist so schwer daran, wenigstens dieses vorexerzierte Niveau zu halten?

  • Der eigentliche Westplatz, zwischen Westvorstadt und Bachviertel, wird erneuert. Neben Zerreiche und Judasbäumen sollen auch Rosen- und Bodendeckerpflanzen drauf kommen. Dazu Bänke. Damit soll der Platz mehr Aufenthaltsqualität erzeugen und für Verschattung in den Sommermonaten sorgen.


    Dennoch schade, dass hier nicht gleich eine bauliche Vorbereitung auf einen Eingang in die verkehrsberuhigte Zone der Kolonnadenstrraße erfolgt. Das betonierte Gleisbett der Tram sowie die Möglichkeiten der Überquerung vom Platz aus, sind eigentlich nicht vorhanden. Nur via Tram-Haltestelle, was absolut unzureichend ist.

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    Je eine Fahrspur der Friedrich-Ebert-Str in einen vernünftigen Radweg umzuwidmen könnte man ebenfalls gleich mitmachen. Diese 4 Spuren sind eine derartig absurde Beleidigung für den urbanen Verstand, dass eine gerechte Flächenaufteilung längst überfällig ist. Gut, könnte man jetzt hunderte von Stellen nennen, die hier ist aber schon next level was die Unverhältnismäßigkeit angeht. Gleichauf nur noch mit Dufourstr./Floßplatz/Harkortstr.

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    Je eine Fahrspur der Friedrich-Ebert-Str in einen vernünftigen Radweg umzuwidmen könnte man ebenfalls gleich mitmachen. Diese 4 Spuren sind eine derartig absurde Beleidigung für den urbanen Verstand, dass eine gerechte Flächenaufteilung längst überfällig ist. Gut, könnte man jetzt hunderte von Stellen nennen, die hier ist aber schon next level was die Unverhältnismäßigkeit angeht. Gleichauf nur noch mit Dufourstr./Floßplatz/Harkortstr.

    Sehe ich komplett anders. In einer Großstadt kann ich erwarten, dass es im Zentrum eine vierspurige Fahrstraße gibt. Zumal es auf beiden Seiten entlang der Ebertstraße einen Radstreifen gibt. Schlimmer finde ich da die Radfahrer, die auf beiden Seiten in beide Richtungen unterwegs sind. Das ist für die Fußgänger viel problematischer.