Für mich sind und bleiben jegliche Denkmäler die Kriegsgerät ganz eindeutig zur Schau stellen letztlich eine Glorifizierung von Krieg. Wie schon die Sentenz "Der Zweck heiligt nicht die Mittel" zeigt mag es zu einer anderen Zeit und unter anderen Verhältnissen ein nötiges Übel gewesen sein zB den Faschismus mit Waffengewalt zu stoppen. Aber auch solch eine Vorgeschichte macht aus einem Panzer kein Mahnmal für den Frieden, dagegen steht als ganz banaler und augenfälliger Grund schon die sichtliche Glorifizierung der Panzer und damit eben, wie schon gesagt, von Krieg. Ein Krieg kennt keine Gewinner - nicht wirklich. Dieses Gefühl tiefer Traurigkeit, diese Einsicht die Europa hart lernen musste (auch wenn sie viele Menschen bis heute nicht verinnerlicht haben mögen, siehe derzeit Vorgänge in Osteuropa), verträgt sich nicht mit Gloria und Ehrenmälern und dergleichen.
Und es steht Nachgeborenen natürlich zu diese Dinge stets neu zu bewerten. Es gibt keinen "Schlußstrich" in historischen Debatten, auch nicht hier. Auch reifen solche Debatten ja. So hat die Kriegsgeneration und deren Kinder mit direktem Bezug (die sich Fragen stellten konnten, wie "Was hat mein Vater/Opa dabei für eine Rolle gespielt?") einen ganz anderen Bezug, als zB ich als in den 1980ern Geborener (meine Großeltern waren bei Kriegsende selbst noch nicht einmal volljährig und somit, wie alle Kinder, auch ein Opfer des Krieges und dessen Folgen; der biographische Bezug in meiner Familie ist v.a. einer von Verlust und Leid, nicht von "Täterschaft" und Schuld). Und je nachdem wie der Bezug ist, besonders dann wenn aus Zeitgeschichte Historie wird und die Gräuel in eine lange Reihe historischer Gräuel treten (war ein 30 Jahre andauernder Krieg, der ganze Landstriche entvölkert hat, nicht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Andenkens wert? Wo wird diesem großen Schlachten denn noch nennenswert gedacht..? Dieses "Schicksal" ereilt nun einmal alle Kriege, die unweigerlich irgendwann von Zeitgeschichte mit persönlichem Bezug zu Historie werden). Gleichzeitig gibt es Dinge in der heutigen Zeit die unsere Aufmerksamkeit verdienen - und bezüglich DERER unsere Kinder uns mal fragen werden "warum habt ihr da nichts getan?". Beispielsweise das "stille Sterben" tausender Flüchtlinge die versuchen dem Elend Afrikas zu entrinnen und bei ihrem Versuch das Mittelmeer auf dem Weg nach Europa zu queren umkommen. Diese Menschen würden ein Denkmal verdienen, ja einen Ort an dem man um sie trauern kann. TRAUERN, nicht nur gedenken. So fände ich zB eine schöne Geste ein Siegesdenkmal, nichts anderes ist es meiner Meinung nach wenn man in der Hauptstadt des Feindes ein pompöses Denkmal für die eigenen Soldaten errichtet und dieses mit eigenem Kriegsgerät flankiert, durch ein Denkmal für Frieden und Menschlichkeit zu ergänzen oder zu ersetzen. Gerade wir Deutsche sind meiner Meinung nach all zu oft dermaßen in der Geschichte, v.a. der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, verhaftet, dass wir auf fahrlässige Weise Aufmerksamkeit dafür vermissen lassen was hier und jetzt - unter unseren Augen - für Unrecht geschieht.
PS: wer einem bestimmten Verlag Revisionismus vorwirft sollte dies substantiell begründen könnten, meines Wissens konnte sich dessen Gründer nämlich mit Fug und Recht als zum NS Staat distanziert und unbelastet bezeichnen und entwickelte erst dann eine streitbare Ablehnung des roten Sozialismus als sich die Utopie im Ostblock in Unterdrückung und Gewaltherrschaft wandelte und wenn man sich dann noch überlegt dass seinerzeit keineswegs sicher war dass zB Westberlin "gehalten" werden könne, das wissen wir ja nur in der Rückschau, ist entschiedene Opposition gegen solch ein System inhaltlich sogar nachvollziehbar, wenn auch nicht immer bzgl. der Verbalisierung dieser Opposition. Auch sollte NIE vergessen werden, dass es nicht die Amerikaner oder die anderen Westmächte waren, die Berlin auseinandergerißen haben - es waren die Sowjets und deren Statthalter, die Berlin und unzählige Familien durch eine quer durch die Stadt gebaute Grenzanlage - inkl. Schießbefehl! - auseinandergerißen und die gesamte Bevölkerung eingesperrt haben! Dass das die Ablehnung des Sowjetsozialismus gerade in Berlin geschürt hat ist doch nur nachvollziehbar.