Ergänzend zur Diskussion noch eine historische Aufnahme der Siegesallee im Schnee:
Quelle: Bundesarchiv, Bild 102-15302 / CC-BY-SA
Ergänzend zur Diskussion noch eine historische Aufnahme der Siegesallee im Schnee:
Quelle: Bundesarchiv, Bild 102-15302 / CC-BY-SA
Der Kemperplatz-Bereich um die Autotunnel-Einfahrt wird (wie berichtet) derzeit umgestaltet. Dadurch kann jetzt einer der letzten noch unsanierten Wege im südöstlichen Tiergarten hergerichtet und wieder auf diesen Platz geführt werden:
Darüber hinaus berichtete ich in Beitrag #168 über die Restaurierung der Denkmäler der Herren Roon und Moltke.
Während Herr Moltke noch eine Weile hinter Gerüstplanen ausharren muss, erstrahlt Herr Roon bereits wieder in altem Glanz:
Schön! Die Sockel der "4 Ströme" am Großfürstenplatz wurden auch restauriert. Geht man nach dem erst kürzlich aktulisierten GM, dürfte das wohl erst vor Kurzem erfolgt sein. Diese Mischung aus neu und "Spuren der Zeit" sieht zwar mal wieder etwas sch...äbig aus, aber jut, besser als nichts. Bleibt zu hoffen, dass nun auch möglichst bald die Ströme folgen! Weiß jemand (z.B. Konstantin) mehr?
Sorry, war nur schnell mit dem Handy ausm - angehaltenen - Auto.
Diverse Medien berichten, so auch der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung:
Der östliche Teil des Großen Tiergarten soll dauerhaft eingezäunt werden, um Veranstaltungen auf der Partymeile des 17. Juni besser kontrollieren und vor Anschlägen schützen zu können. Etwas martialisch wird von einer "Hochsicherheitszone" geschrieben, in die der Tiergarten dadurch verwandelt wird.
Konkret heißt es, ein über 6 km langer und über 2 m hoher Zaun soll entlang der Tiergarten- und Ebertstraße, John-Foster-Dulles-Allee, Spreeweg und Hofjägerallee errichtet werden. Wenn keine Veranstaltungen stattfinden, soll der Park über die normalen Wege frei zugänglich bleiben. Zudem ist von Rolltoren, Notbeleuchtung, Kameraüberwachung usw. die Rede.
Das ganze hat Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) losgetreten. Der Senat ist angeblich (noch) skeptisch.
Ich hoffe, das ganze wird sich als fixe Idee entpuppen, die nicht realisiert wird. Aus meiner Sicht sprechen zahlreiche Gründe dagegen, z. B.:
Was soll sein, wenn mal eine "ernstzunehmende" Anschlagswarnung für das Alexa auftaucht? Oder für den Bahnhof Friedrichstraße? Sollen dann irgendwann alle EKZ, Bahnhöfe, Festplätze usw. mit Eingangskontrollen und Sperren versehen werden? Man könnte auch die gesamte Innenstadt mit einem Kontrollring umgeben.
Ein passenden Kommentar hat hat auch die Berliner Zeitung dazu:
Da ist von Verhältnismäßigkeit die Rede, da ca. 90% des Jahres keine Veranstaltungen stattfinden. Terroristen könnten auf zahlreiche andere Großveranstaltungen an anderen Orten in der Stadt ausweichen.
Hoffentlich bleibt es bei einem übereifrigen Vorschlag.
Sollen dann irgendwann alle EKZ, Bahnhöfe, Festplätze usw. mit Eingangskontrollen und Sperren versehen werden?
Ist in anderen Ländern vollkommen üblich, dass es an Shopping Malls, Hotels und anderen sensiblen Bereichen Eingangskontrollen gibt... willkommen in der Welt.
^ Nur, dass deine und meine Welt nicht die gleiche ist. Ich bin auch schon etwas rumgekommen und haben noch kein EKZ oder Hotel mit Eingangskontrollen erlebt. Und halte es auch nicht für erstrebenswert. Zudem: ein Volkspark = ein sensibler Bereich?
Und falls es das irgendwo gibt - ja und? Nur weil etwas Nachteiliges anderswo vorkommt, soll das hier kritiklos auch so gemacht werden?
Hallo, dann feier ich mal ganz dezent meinen Einstand im Forum mit dem ersten Post.
Ich finde bei Begriffen die Wortherkunft oft aufschlußreich. Das Wiktionary meint, dass Park von lateinisch parricus abgeleitet wäre ("Gehege, umzäuntes Gelände"). Also trifft Park dann mit einem Zaun durchaus zu
"Volkspark" ist, das klingt mir etwas nach DDR sprech und ideologischem Anspruch. Natürlich müssen öffentliche Grünanlagen für Jedermann zugänglich sein ("das Volk"). Wenn aber der Tiergarten so übernutzt wird, dann muss man schauen wie man dem organisatorisch begegnet. Es ist wohl immer nur ein Kompromiss was dabei herauskommt. Es wird ja auch ausdrücklich erwähnt dass außerhalb von Großveranstaltungen nichts anders werden soll.
^tja dann bist du vielleicht noch nicht weit genug rumgekommen, aber das Gefährdungspotenzial wird durchaus unterschiedlich bewertet und das ganz ohne Volksaufstand und hyperventilierende Massen an den Eingangstüren.
Ist es erstrebenswert? Vielleicht nicht. Aber leider ist die Welt da draußen nicht so lieb und bunt, wie man es manchmal gerne hätte.
^ Nur, dass deine und meine Welt nicht die gleiche ist. Ich bin auch schon etwas rumgekommen und haben noch kein EKZ oder Hotel mit Eingangskontrollen erlebt. Und halte es auch nicht für erstrebenswert. Zudem: ein Volkspark = ein sensibler Bereich?
Und falls es das irgendwo gibt - ja und? Nur weil etwas Nachteiliges anderswo vorkommt, soll das hier kritiklos auch so gemacht werden?
naja, in Asien sind Eingangskontrollen durchaus üblich. Ich fände so einen Zaun wie um den Central Park in NYC nicht so übel.
Ja und? Der jetzige Zaun wird ja auch nur zu Großveranstaltungen aufgestellt. Entsprechend werden die Eingänge des festen Zauns auch nur zu solchen geschlossen werden, wie man herauslesen kann. Gegen Trampelpfade würden vielleicht auch niedrigere Mauern ausreichen. Aber nicht gegen Terror (naja), "Schmuggel" und auch dem Missbrauch als öffentliche Toilette bei den Großveranstaltungen.
Von Eintritt ist ja nicht die Rede. In den Schlossgärten wird auch immer wieder davongeredet. Da würde ich es sicher auch lohnen. Passiert ist bisher auch nichts. Ebenso steht da nichts von nächtlicher Schließung. Und das genaue Problem einer nächtlichen Schließung leuchtet mir auch nicht ganz ein. Es gibt keinen wirklichen Grund, ihn nachts zu durchqueren. Die meisten würden es sicher auch bevorzugen, ihn zu umgehen. Wer weiß, wer hinterm nächsten Baum lauern könnte (auch wenn ich mich nicht an Vergewaltigungsfälle o.ä. im Tiergarten erinnern kann). Außerdem gibts ja genug andere öffentliche Plätze und Orte, wo man sich abends besaufen oder sonstwas machen kann. Vielleicht kann man ja ne Art Einbahnstraßen einbauen, sodass man eben ab XY Uhr nicht mehr rein kann, aber wer noch drinnen ist, kann raus, wann er will. Das Beispiel mit der Duisburger LoveParade passt aber irgendwie nicht ganz. Durch den Zaun würde doch erst so eine Situation wir dort geschaffen, dass man eben nur schwer ausweichen kann, wenns hart auf hart kommt.
Sicher sollte man bei aller Sicherheit den gestalterischen Aspekt nicht vergessen. Aber da sind die Möglichkeiten ja unendlich, von historistisch, entsprechend der Entstehungszeit des Parks oder eben dem (schlechten) Geschmack unserer Zeit entsprechend. Die Tore kann man auch entsprechend ihrer Lage unterschiedlich gestalten. An den kleineren Zugängen eben simpel, und an den großen (Bellevueallee, Zugang bei der Amazone, Siegessäule, Platz des 18.03., Kemperplatz etc.) etwas repräsentativer. Da kann man sich bestimmt bei anderen Beispielen etwas abgucken. Wobei da natürlich wieder mal das Geld entscheidend ist.
Ob nun nötig oder nicht, die genauen Zahlen und Fakten kennen wir hier wohl eher nur begrenzt. Und es geht ja nicht um "deine", "meine" oder "seine" Welt, sondern um die Welt, wie sie nun mal ist.
Ich finde es schon erstaunlich, mit welcher Gleichgültigkeit hier das Thema Zaun / übertriebene Sicherheitsmaßnahmen hingenommen wird. Irgendwann ist dann mal alles überwacht, gesichert und kontrolliert. Na, wer's mag...
Dann ist es nicht mehr die Welt, wie sie nun mal ist, sondern die, zu die sie durch Paranoia und Hysterie gemacht wurde. Und wer unbedingt will, wird auch dann noch Möglichkeiten finden, um Anschläge durchzuführen.
Zurück zum Tiergarten. Es gibt schon mind. einen nicht unerheblichen Grund, ihn nachts zu durchqueren: seine schiere Größe. Speziell die Bellevueallee nutze ich selbst oft spätabends (manchmal auch nachts) und bin da bei weitem nicht der einzige.
Aber egal. Die Meinungen scheinen da unterschiedlich zu sein. Manchen ist die (vermeintliche) Sicherheit für den Preis damit verbundener Einschränkungen eben sehr wichtig. Ich halte es für übertrieben und sehe keinen tatsächlichen Nutzen.
Berlin ist nicht München. Die Eigenschaften die wir an Berlin in unserem Leben schätzen haben auch Nachteile. Alles ist ungeordneter, die Leute verhalten sich oft gedankenlos, es gibt viele Leute die ziemlich schnell agressiv und gewaltbereit sind. Kennen wir doch alle. Und wenn man das dann mit einem großen Menschenauflaub kombiniert hat es für mich nichts mit Sicherheitspolitik oder so zu tun, dass man sich Gedanken macht wie man mit diesen regelmäßigen Großveranstaltungen besser umgeht. Bestimmt auch um Geld zu sparen, alle paar Wochen provisorische Sicherheitskonzepte aufzubauen ist ja einfach auch ein Aufwand. Da überlegt man sich bestimmt lieber einmal ein "one fits all" Konzept was man entsprechend routiniert aktivieren kann, wenn nötig. Ich kann das voll nachvollziehen aus Sicht der Behörden und sehe darin auch nicht "Teil eines großen Plans" zum Polizeistaat oder sowas. Ich bin froh dass es regelmäßig Großveranstaltungen gibt, das hat sich inzwischen eingebürgert und dass das nicht ewig so provisorisch weitergehen würde musste uns doch allen klar sein. Vergleicht mal den Sicherheitsaufwand bei Stadien oder Konzerthallen damit, das ist doch noch harmlos im Vergleich. Und die Leute provozieren doch auch einen höheren Sicherheitsaufwand. Wenn ich nur an diese Dummheit mit dem bengalischen Feuer inmitten von tausenden dicht gedrängten Menschen in den Fußballstadien denke. Wer weiss was sich solche Leute als nächstes für irgend eine Großveranstaltung einfallen lassen. Da steckt man ja nicht drin.
^ Ich kann deine Gedanken zumindest teilweise nachvollziehen. Aber:
Die Tatsache, dass in einem hochgesicherten Fußballstadion dennoch bengalische Feuer abgebrannt werden können (zuletzt sogar im Big-Brother-London), zeigt doch, dass durch diese Sicherheitsmaßnahmen solche Gefahren letztlich nicht verhindert werden können. Auf Berliner Großveranstaltungen hingegen gab es bisher keine ernsthaften Probleme.
Gefühlte Sicherheit ist zudem immer auch psychologisch zu sehen. An Orten mit scharfen Sicherheitsmaßnahmen fühle ich mich subjektiv weniger sicher, da mir dort vor Augen geführt wird, dass ich einen angeblich potentiell gefährdeten Ort betrete. Wo ich freien Zugang habe und mich mich frei bewegen kann, fühle ich mich sicherer.
Berlin ist nicht München. ... Alles ist ungeordneter, die Leute verhalten sich oft gedankenlos, es gibt viele Leute die ziemlich schnell agressiv und gewaltbereit sind. Kennen wir doch alle.
Ja, und davor soll uns ein millionenschwerer Zaun schützen? Und in München kann sowas nicht passieren? Weil da die Menschen "besser" sind?
Es befürwortet hier ja auch keiner einen Zaun. Es sind lediglich ein paar Gedanken und Pros und Contras. Wie im Artikel erwähnt, von nächtlicher Schließung ist (noch) nicht die Rede. Und das hieße hier sicher auch keiner gut. Und falls es mal dazu kommen sollte, dann vielleicht auch nicht überall, sondern an den kleinen Eingängen. Die Einbahnstraßen waren kein "Ja zum Zaun" meinerseits, sondern lediglich eine Option, für den Fall, dass...Was eine Maßnahme bringt, sieht man immer erst danach. Aber wenns in anderen Städten schon praktiziert wird, kann man sich als Verantwortlicher zumindest ein Bild machen.
Argumente von (jüngeren) Neuberlinern, dass ja an Berlin so toll sei, dass man hier in Hundehaufen treten könne und Müll auf der Straße läge, was in ihrem pfälzischen Heimatdorf (oder auch München) nicht ginge, rechtfertigen keine - etwas übertrieben gesagt - "Anarchie". Der Terror ist ja nur ein angeführter Grund, wenn - wie auch ich finde - nur ein eher vorgeschobener. Ein Totschlagargument eben. Ebenso wie jenes, dass man bald auch aufm Klo überwacht würde.
Ich stimme hier vollkommen mit Backstein überein,dass es keines Zaunes oder einer sonstigen Absperrung des Tiergarten Areal Bedarf.
Ich halte so einen Zaun sogar für sicherheitstechnisch kontraproduktiv in bestimmten Fluchtsituationen. In Duisburg bei der Love Parade wurde es deswegen zu eng,weil es keine ausreichenden Fluchtmöglichkeiten gab.
Im Tiergarten hingegen kann bei Massenaufläufen und einer z.B. einsetzenden Panik die Menschenmenge realtiv schnell ins weitläufige Gelände flüchten.In solch einer Situation wäre ein Zaun ein nicht zu unterschätzendes Hindernis.
Ich bezweifle,ob eine Eingrenzung des Areal irgendeine Verringerung der Terrorgefahr mit sich bringt.Wir sollten auch nicht in vorauseilendem Gehorsam
immer mehr Freiheiten einschränken.Dann würden die Terroristen (welche sind hier gemeint ?) eines ihrer Ziele,die Abschaffung unserer Demokratie,immer näher kommen.
Ich halte das Terrorargument auch nur für vorgeschoben.
Zur allgmeinen Sicherheit in Berliner Parkanlagen.Die Parkanlagen sind IMHO am späten Abend auch nicht gefährlicher als gewöhnliche Straßen.Ich gehe häufig allein oder mit meiner Frau in der Dunkelheit bzw.in der späten Dämmerung durch Berliner Parkanlagen,meist Viktoriapark oder Park am Gleisdreieck,bzw.Volkspark Wilmersdorf und fühle mich dort sicher obwohl ich nicht besonders kräftig gebaut bin.
Alltagskriminalität oder wie man das nennen will kann einen in Berlin sicher überall treffen. Was so gefühlte Brennpunkte wie Ubahnstationen gefährlich macht ist dass man dort eben sozusagen "eingesperrt" ist bzw. sich in einer räumlich vergleichsweise engen Situation befindet. Das alleine löst bei alkoholisierten Schwachköpfen schon automatisch manche Provokation und Agression aus. Wenn das so ist dann kann man schon argumentieren dass jede Art von Einfriedung etc. eher kontraproduktiv ist was die Sicherheit angeht. Ich bin da auch hin und hergerißen. Ich denke aber schon dass man generell in Berlin eine andere Sicherheitsstrategie braucht. So naiv wie Grafitiwände und Hundehaufen kann man das ja nicht diskutieren (das führt auch schnell zu einer unsachlichen Romantisierung von Verrohungstendenzen in Berlin), die Probleme sind doch knallhart und eindeutig, unter anderem zu wenig und immer weniger Polizisten auf der Straße. Möglicherweise ist auch hier einfach die beste Lösung mehr Sicherheitsbeamte einzusetzen und auf bauliche Lösungen zu verzichten. Das dürfte aber die deutlich teurere Lösung sein und wir wissen ja, Berlin ist pleite, Berlin muss sparen,...
Weg von Zaunthema, hin zum Kemperplatz. Dieser wurde neu gestaltet (siehe #171), was sich, wohl wegen des langen Winters, ziemlich hinzog.
Jetzt sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen:
Nochmal Tiergarten:
Unser "Rooney" wurde ja schon im letzten Jahr restauriert (s. drittes Bild in #182), beim Herrn Moltke zog es sich. Aber auch der erstrahlt jetzt in frischem Glanz bzw. Hellgrau:
Der Tiergarten bleibt ohne Zaun. Wie Backstein halte ich das auch für absolut richtig. Stattdessen soll es bei entsprechenden Veranstaltungen "mobile Barrieren" geben, an deren Kosten die Veranstalter beteiligt werden könnten.
Löwenfamilie ist wieder zu Hause. Sockel sieht neu gemacht aus und auch sonstige Schäden wurden behoben. Dachte aber bisher, das wäre ne glückliche Familie, und nicht, das Mama Löwe von einem Pfeil getroffen mit heraushängender Zunge (kein Foto) im sterben liegt