Friedrichstraße 100 [realisiert]

  • Ohje, allein schon wegen dieser Fraktion würde ich den Entwurf von Berger und Parkkinen begrüßen (man stelle sich nur die Liter an "Schaum vor dem Mund" vor).


    Was ist denn an einem Haus in Form eines Rührkuchens so schlimm? Wahrscheinlich wartet hier so mancher in freudiger Erwartung auf das nächste Staffeldach... :nono:


    Der andere Entwurf ist mal wieder gähnend langweilig, was sich natürlich gut in das Stimmmannsche' Elend "Friedrichstraße" gut einfügen würde. Noch ist es ja nicht zu spät...

  • Ganz meine Meinung!
    Der Berger+Parkinen Entwurf ist um Meilen besser als alles andere was sonst vorgeschlagen wurde...gähn

  • Ich finde den Berger un Parkkinen Entwurf auch gut. Mal wieder was Außergewöhnliches. Und neben einer S-Bahnstrecke paßt das besser, als ein pseudo-edler Sandsteinbau. Der wirklich wie die Hälfte aller Sandsteinbaus in Berlin aussieht. Ja, ich mag die auch, aber der Kuchen gefällt mir wirklich. In diesem Dach müßte man eigentlich gut Schallschutz unterbringen können, gegen das Quietschen und Rasseln der Züge!

  • Als quasi Anwohner (500m entfernt) muss ich mich doch mal zu Wort melden.


    Der Kuchenentwurf von Berger Parkkinen ist durchaus akzeptabel und erzeugt durch das dunkle tiefgezogene Dach zur S-Bahn Trasse eine reizvolle Wand - ähnlich einer natürlichen (Schokoladenkuchen) Schlucht. Der leicht kurvenförmige Trassenverlauf dieser Stelle wird durch das Dach betont statt brutal ignoriert. Besonders vom Übergang der S-Bahn ein imposanter und eben auch harmonischer Anblick.


    Dem Fahrgast wird auch keine fiese Wand oder die hunderfünfundachzigste 0815 Fensterfront auf dieser Strecke vorgesetzt, dafür sorgen die partiellen großflächigen Verglasungen.


    Als Anwohner, Autohasser und Fußgänger mit Rundumblick frage ich mich nach dem Sinn dieses Zitats:


    "...das für und wieder von moderner architektur, und das vor allem im
    kontext dieses speziellen areals..."


    Kontext dieses speziellen Areals? Wir befinden uns nicht Unter den Linden! Der Betrachter ist doch gar nicht in der Lage irgendwo ein älteres Gebäude zu erspähen so das man hier von einem Kontext sprechen könnte.
    Es liegt auch keine spezielle "Magie" eines nahen Ortes vor der hier plötzlich in seiner weitläufigen Austrahlung gestört würde.
    Mangels Gelegenheit besteht an diesem Ort, einzig vom Admiralspalast abgesehen, in allen Himmelsrichtungen soweit das Auge reicht keinerlei "Kommunikation" zwischen älterer und neuer Architektur.
    Der Schiffbauerdamm wird in Zukunft vom Neubau am Spreedreieck verdeckt werden und ebenso ergeht es einem Grossteil des Bahnhof Friedrichstraße. Die Glasfront und deren dunkle Einfassung bzw. das Schokoladenkuchen-Dach erzeugen auch einen stimmigen Bezug zum Bahnhofsgebäude und dem zukünftigen Umfeld.


    Die Berliner Traufhöhe steht zwar auf dem Papier, ist aber in unmittelbarer Umgebung durch Tatsachen außer Kraft gesetzt. Angefangen vom zu niedrigem Bahnhof und Admiralspalast über den entstehenden Bau auf dem Spreedreieck bis zum, von dort deutlich sichtbaren, fast 100m hohem Internationalen Handelszentrum. Der Entwurf nimmt an diesen Umständen Teil statt sie zu ignorieren - Danke, sehr aufmerksam lieber Schokokuchen.


    Der Admiralspalast hat schlicht "Pech gehabt", er steht einfach am falschen Ort, kann aber doch, wie bekannt sein dürfte, froh sein überhaupt noch zu stehen.
    Zynisch betrachtet stimmt seine "Einbettung" somit auch wunderbar zu seiner Geschichte. Als Einzelstück kommt er so zu einer besonderen Geltung, die er niemals in einer auf ihn harmonisierten (besser gesagt getarnten) Umgebung hätte erreichen können.


    Trotz starker Kontraste nimmt der Entwurf in seinen Möglichkeiten Rücksicht auf den Admiralspalast. Durch den, in seiner Tiefe und Höhe den Säulen des Admiralspalast angeglichenen, aber innerhalb der Glasfront doch deutlich abgesetzten Vorbau auf der Blickachse Nord/Süd sowie durch seine leichten durch die Verglasung gut sichtbaren Säulen. (Der Kuchen wurde genau auf Höhe einer zu tief eingestochenen enthaupteten Batterie kitschiger Party-Fähnchen angeschnitten)


    Der großzügige Eingang erzeugt eine gefühlte Fortführung des gegenüberliegenden Platzes vor dem Bahnhofsgebäude und erleichtert somit kurzfristig, durch eine scheinbar nutzbare Offenheit, die entstehende Beklemmung durch den niedrigen Bahntrassenübergang und führt so auch zu einer stärkeren Pseudo-Integration des Gebäudes in den quirligen Bahnhofsbetrieb.


    Bei diesem Entwurf handelt es sich um eine konsequente und sinnvolle Weiterführung der Friedrichstraße gleichgültig ob man beides mag oder nicht.


    Trotzdem sieht's aus wie ein Schokoladenkuchen und der vorgesetzte Kubus mit dem draufgesetzem einfach nur anders gläsernen Aufbau mit Schokoladenglasur wirkt total verkrampft... der Architekt hat in seiner Studienzeit wohl bei Bahlsen in der Fertigkuchenabteilung gejobbt und muss das Erlebte verarbeiten :nono: aber mir wäre er trotzdem lieber - besser als der öde Entwurf der in Berlin seit dem Mauerfall schon 100 mal gebaut wurde.
    Ausserdem ist auf der Ecke sowieso nur architektonisches Mittelmaß anzutreffen.

  • Der Abriss der alten Baracken auf dem Gelände hat begonnen, ein Baubeginn scheint also in absehbarer Nähe (wie auch immer das Gebäude letzten Endes aussehen mag...) :daumen:

  • Ja, ich habe letzens ebenfalls gesehen, dass die Arbeiten begonnen haben. Es dürfte denke ich mal nicht sehr lange dauern, bis die "Müllberge" vom Gelände entfernt sind. Ich denke, sie werden bald beginnen den Boden auszuheben und dann geht es nur nach nach oben. Genau wie Japher bin ich der Meinung, dass es jetzt eigentlich nur noch wichtig ist, dass das Grundstück bebaut wird. Ob da jetzt ein McDonalds oder ein Edelrestaurant mit Lounge und einem herrlichen Blick einzieht, ist mir egal. Trotzdem finde ich es traurig das das Schmuckkästen Admiralspalast dann irgendwie zwischen dieser modernen Archtektur an Strahlkraft verliert, aber naja was will man machen.

  • ne, gar nix. Hin und wieder fährt da mal ein einzlerner kleiner Bagger rum und tut so als ob er was tun würde. Aber die Baracken und der ganze Schrott liegen da immer noch rum.

  • baustart ist im juni, sagt die Morgenpost


    der hamburger investor des 80 millionen projekts ist die LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH zusammen mit den firmen Atos Capital (Hamburg) und der BC Bauträger Consult (Berlin)


    das areal wird in zwei teile geteilt,
    zur friedrichstraße:
    -im untergeschoß einzelhandel
    -in den oberen geschoßen büros
    von der friedrichstraße soll es einen durchgang zum "urberliner" restaurant Nolle und dem antiquitätenmarkt in den s-bahnbögen geben
    der hintere teil:
    -enthält einen innenhof mit biergarten
    -ein hotel der 4-5 sterne kategorie namens "Eurostars" der spanischen gruppe hotusa
    -zufahrt über die planckstraße


    ende 2009/anfang 2010 soll der bau fertig sein

  • passt sich zwar in den block ein, ansonsten aber langweilige dutzendware...da braucht man nur mal auf die andere seite der s-bahntrasse schauen wo ähnliches schon in form des friedrich-carrés vorhanden ist. schade, dass hier nicht mehr gewagt wurde. :nono:


    link
    ergänzung


    ansonsten freu ich mich aber, dass es an der ecke endlich losgeht und diese brache verschwindet.

  • dieser Entwurf ist wirklich langweilig! die urspruenlgichen Pläe waren allesamt besser und sind jetzt komplett hinfällig? Schade.

  • b-a-t-o,


    Dein Link führt leider nur zu einer Übersicht, auf der das Projekt überhaupt nicht erwähnt wird. Es taucht dort lediglich als Platzhalter auf.


    Hier mal die Visualisierungen direkt von der Seite des Projektentwicklers, keine Ahnung, ob die noch dem aktuellen Stand entsprechen:


    http://www.l-i-p.de/projects.htm (unter "In Entwicklung" geht's dann weiter)

  • Ich denke er wollte damit die Umgebungsbebauung zeigen ("da braucht man nur mal auf die andere seite der s-bahntrasse schauen wo ähnliches schon in form des friedrich-carrés vorhanden ist").

  • Andi_777


    genau das war mein anliegen.


    ich denke der entwurf der mopo dürfte der aktuellste sein. er scheint auch stark dem entwurf auf der lip-seite zu ähneln, wenngleich es recht schwierig aus der grobpixeligen visualisierung erkennbar ist :glubsch:. auf jeden fall weist der mopo-entwurf ein staffelgeschoss zum admiralspalast hin weniger aus, was mir zumindest besser gefällt, da so der vorderteil des gebäudes hin zur friedrichstraße markanter ins auge tritt (architekturlaihenhaftbeschreibentu :)).

  • Also ich bin etwas enttäuscht, gerade Tschoban Voss geben sich immer in Interviews besonders intellektuell und grüberlisch, und nun so ein berliner Standardbau. Vielleicht erinnert sich noch einer an die Beschreibung von Tschoban bzgl. des Domaquarees
    Ich war auf einem Schiff auf der Neva da tauchte sie aus dem Nebel vor mir auf, eine Kathedrale.... dies sind die Gefühle die Ich mit diesem Bau ausdrucken möchte........!


    :confused:


    Schade!

  • Warum sehen die Fassaden heute alle gleich aus? Gibt's da Standarttexturen, die in einem Architekturprogramm immer wieder verwendet werden? So wie bei Photoshop?
    Die Fassaden haben was schlichtes, elegantes, find ich...aber sie sind soooo langweilig, weil man das Gefühl hat, die stehen in Berlin schon an jeder Ecke.

  • Hm...Einerseits find ichs besser, wegen der kleinteiligeren Fassade. Andererseits sind diese Fassaden mal wieder total langweilig und wie alle anderen Neubauten an der Friedrichstr. und Umgebung...Schade um den Admiralspalast :(.