Das Fleetviertel

  • Die Klinker für das Tichelhaus


    Unter dem Titel "Grossauftrag für Traditionsziegelei aus Kehdingen" gibt es ein YT-Video, Dauer 28'48" wie die etwa 250.000 bestellten Klinker vom Tichelhaus hergestellt und wo das Material, hauptsächlich etwa 2.000 Kubikmeter an der Niederelbe, abgebaut wird. Zusätzlich gewährt das Video interessante kurze Einblicke auf die Baustelle. Hersteller ist die Fa. Klinkerwerke Rusch GmbH & Co KG mit Sitz in Drochtersen.


    Ab etwa 11'43" die Baubesprechung auf der Gerüstebene vor dem Dach im 6. OG, siehe Gordios erstes Bild im Vorbeitrag.

    Von dort der beeindruckende Blick in den Nikolaifleet und hinüber zur Elbphilharmonie einschließlich einer kleinen Materialkunde mit der erstaunt ungläubigen Frage: "Aber das ist wirklich kein Schxxx?" 😂


    Falls doch, dann kann der Beitrag weg.

  • aktuelle Impressionen vom Tichelhaus. Der letzte Kran wurde zwischenzeitlich demontiert. Die Verklinkerungsfortschritte lassen sich erahnen.


    fleetseitige Ansicht


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    Straßenansicht

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  • Durch das Gerüst ist von der Fassade ja leider praktisch nichts zu erkennen.


    Ich bin sehr gespannt auf die Wirkung des fertigens Gebäudes.

  • Das Tichelhaus wurde in den oberen Etagen noch mehr verhüllt und mittlerweile wurde auch ein Werbebanner platziert; der Baufortschritt ist auch hier nur schwer nachzuvollziehen.


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  • Im Erdgeschoss des Tichelhauses kommen offenbar keine Klinker zum Einsatz, sondern ein braun angestrichenes Dämmmaterial.


    Sollte sich das wirklich final so darstellen, fände ich das sehr schade und auch unverständlich.


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  • Schade, dass klassisches dunkles Hamburger Backsteinrot oder der sehr lebendige Altonaer 20er Jahre Gelbklinker kaum noch verwendet werden.


    Das Tichelhaus ist eine willkommene Ausnahme.

    und so sieht es hier aus-- leider ist das Tichelhaus nach wie vor von Planen bedeckt, sodass die Klinker nicht zu sehen sind.



    Nicht nur kanalseitig erhält das Erdgeschoss rot-braue Fassadenteile; Fenster sind zwischenzeitlich eingebaut worden.


  • Wenn die plumpe Styropor-Fassade im EG nicht wäre, fände ich das Tichelhaus richtig gut.


    Die abweichende Gestaltung des EG ist für mich nicht nachvollziehbar.


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  • Ein Detail des Tichelhauses:


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    Ehrlich gesagt - ich verstehe die Gestaltung nicht. Was bitte soll an dieser Stelle dieser ins 1. OG ragende Styroporwulst?

  • Ja, ist offensichtlich so. Den Renderings mit ihrer limitierten Auflösung nach bin ich von einer abweichenden Mauerwerksverkleidung im EG ausgegangen.


    In der Realität ist der optische Eindruck leider unbefriedigend - je näher man rangeht, umso mehr.

  • Was hat man sich dabei gedacht

    Möglicherweise wollte der Architekt verdeutlichen, dass die „Tichel“ in den oberen Geschossen keine statische Funktion haben, dass sie nur eine vorhängte Deko sind, und lässt die deshalb über der Wärmedämmung des EG „schweben“.


    Die optische Trennung der beiden Materialien wird auch noch mit einer breiten, offenen Fuge betont.

  • Selbst mit einer Steinverkleidung wäre es grenzwertig grobschlächtig, aber so sieht es wirklich jämmerlich aus. Sehr schade drum. Vielleicht kommt man ja zu einer Einsicht, und reißt den Styropor wieder ab und korrigiert diesen Fauxpas.

  • Ich bin neulich daran vorbeigegangen. In Natura sieht es nicht so schlimm aus.


    Ich kann nachvollziehen, dass man das Erdgeschoss optisch absetzen wollte und mir kam sogar der Gedanke, dass es mit dem selben Klinker etwas eintönig hätte sein können.


    Dennoch: Eine andere Art von Klinker und weniger Abstand zur sonstigen Fassade wäre da IMO die weitaus bessere Wahl gewesen.


    Wird sich vermutlich ohne Gerüste und im Alltagsbetrieb schnell "wegsehen".


    Die Ost-West-Straße entwickelt sich gut! Wenn man dort weiterhin so ansehnliche Gebäude direkt an den Blockrand baut, braucht bis auf eine leichte Verkehrsberuhigung mit der Straße glaube ich gar nichts mehr in Richtung Untertunneln, Park etc. passieren und sie wird ganz von alleine von einer Trennwand zur eleganten Großstadtstraße.

  • … vielleicht ist das Kind ja noch nicht ganz in den Brunnen gefallen.

    Mit Farbe könnte man hier noch gestalterisch gegensteuern. In Berlin nennt man die Farbe der EG-Geschosszone, ˋSchlimmeaugenwurst´, soll heißen irgendwas in Richtung Blutwurst. Ich könnte mir ein dunkles blau bis blaugrün vorstellen, das auch gut mit der Farbe der Verglasung harmoniert. Oder man verkleidet das EG nachträglich mit Kupferblechen, die irgendwann mal in zehn Jahren schön grün korrodieren wie der Michel, oder man nimmt gleich künstlich korrodierte Kupferbleche. Wahrscheinlich alles günstiger als jetzt die ganze bestehende Verkleidung wieder zu demontieren.

  • Seit kurzem ist auch der obere Abschluss nicht mehr makellos. Noch vor dem vollständigen Gerüstabbau wurde eine geschosshohe Leuchtreklame angebracht.


    Fotografieren bevor die zukünftigen Nutzer ihren Krempel anschrauben (Posthornbriefkasten und Kutscherleuchte in den 80/90ern, auf was hat man sich heute geeinigt?) ist dem Architekten leider nicht mehr möglich.

  • Das Tichelhaus ist bereits bezogen und nähert sich seiner Vollendung


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    (Bildrechte liegen bei mir)

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