Freiraumgestaltung Berliner Schloss/Humboldt-Forum

  • < .... so wie ich die Pressemitteilung der Senatsverwaltung dechiffrieren konnte, wird im südlichen Teil des Schlossplatzes besonders in Hinsicht der Frage auf die Hitze-Resilienz noch etwas verändert. Das hört sich nach mehr Grün oder Wasser an. Und auch der Wunsch nach Realisierung “der Freitreppe zur Spree hin“ wurde Nachdruck verliehen. Ist doch knorke wenn's so kommt :*

  • Kahlfeldt: "Der Neptunbrunnen bleibt selbstverständlich vor dem Roten Rathaus"


    Entschieden: Wo der Neptunbrunnen künftig stehen wird - Berliner Morgenpost


    Leider hinter einer Bezahlschranke aber man kann sich den Anfang vorlesen lassen, bis zum oben genannten Zitat.


    Zumindest auf absehbare Zeit ist die Diskussion wohl vom Tisch. Für mich die richtige Entscheidung, aber das wird bekanntermaßen ja unterschiedlich betrachtet.

  • Ui, die offenbar finale Entscheidung für die Treppe kommt für mich jetzt als eine (sehr freudige) Überraschung. Das ist für mich dann auch das Highlight in der Freiflächengestaltung.


    Dass man dort (noch rechtzeitig) und auch an der Südseite (immerhin nachträglich) die Pläne nachbessert und mehr Grün und Wasser integriert, ist zudem ebenfalls eine äußerst gute Nachricht.


    Wie an so einigen Stellen in Berlin kann man wohl auch zu diesem zähen Entwicklungsprozess sagen: Was lange währt, wird manchmal am Ende doch noch wirklich gut.


    Übrigens finde ich, dass Frau Kahlfeldt sehr geschickt auf den Änderungsbedarf eingeht, ohne den damaligen Planern zu sehr vor den Kopf zu stoßen.

  • Ein neuer Artikel von entwicklungsstadt.de dazu, ohne Bezahlschranke:

    https://entwicklungsstadt.de/h…-der-neptunbrunnen-nicht/

    Ein paar für mich neue Punkte daraus:

    - Die Freitreppe wurde um ein paar Bäume ergänzt, das war laut Artikel im ursprünglichen Entwurf zur Freitreppe nicht vorgesehen

    - Es laufen Vorgespräche zu dem neuen Brunnen

    - Laut dem Artikel wird zumindest versucht, das Einheitsdenkmal noch in 2023 fertig zu bekommen (Laut Tagesspiegel Checkpoint von heute soll es eher Herbst 2024 werden)

  • Bezieht sich hierauf.


    Tolle Bilder 👍 Ich würde es nicht schlecht Finden ,wenn am Haupteingang bzw neben den Eingang Bäume eingepflanzt werden. Sieht irgendwie leer aus, wenn man das Gebäude so betrachtet aber auf der andere Seite irgendwie auch schön. So sieht man den Schloss Besser.

    Aber Paar kleinere Bäumen wären mir ehr lieber.


    Dieser und die folgenden Beiträge wurden aus dem Stadtschloss-Bauthread hierhin verschoben, da es darin zunehmend um das Schlossumfeld geht.

  • Sehr schöne Bilder. Danke.

    Ich kann mir allerdings nicht helfen und den Eindruck nicht vermeinden. Der Schlüterhof sieht bei aller Schönheit so aus als wäre er vollgestellt mit Gerümpel.

    .. und die bekannte schmucklose Leere vor der Südfassade hat nie "fertig" ausgesehen. Es fehlen Bäume, Grasflächen und - ganz selbstverständlich und natürlich - der Neptunbrunnen statt einer ausdruckslosen modernen BBZ-Brunnenplastik.


    Aus dem Stadtschloss-Bauthread hierher verschoben.

  • ^ Ausdruckslos trotz fehlenden Entwurfs. Darauf muss man erstmal kommen. Unsachlich und subjektiv. Keine Grundlage für eine seriöse Diskussion.

  • ^^ Bauaesthet:


    Ja dieser Eindruck kann entstehen, wenn "Lebendigkeit" etwas ist, was einen stört. Gott sei Dank ist dort keine Museumsatmosphäre, sondern ein beliebter Platz, hoffentlich mit spielenden und lachenden Kindern und Menschen die glücklich sind angesichts dieses wunderschönen Ortes.

    Da habe ich also eine konträre Auffassung.


    Überflüssiges Vollzitat entfernt.

  • ^ Ausdruckslos trotz fehlenden Entwurfs. Darauf muss man erstmal kommen. Unsachlich und subjektiv. Keine Grundlage für eine seriöse Diskussion.

    Darauf zu kommen fällt mir nicht schwer:

    Subjektiv? Das ist natürlich meine persönliche Meinung. Einverstanden.

    Ausdruckslos? Ich kann mir nach den bisherigen Erfahrungen mit der Freiraumgestaltung nicht vorstellen, dass ein moderner, „zeitgemäßer“ Brunnen – wie auch immer – die schmuckvolle, figurative Feinheit der Barockfassade des Schlossbauwerks, die Dimension, die Säulen, die Ausstrahlung und die Würde des Portals II, das Gegenüber des klassizistischen Neuen Marstalls, die Raumdimension des Schloßplatzes selbst ebenso feingliedrig, kunstvoll und kommunizierend aufnehmen und ausstrahlen kann wie der ursprüngliche Barockbrunnen, das Meisterwerk von Begas. All diese Kriterien bilden den zwingenden „sachlichen“ Hintergrund für die Brunnengestaltung. Insofern ist meine subjektive Meinung über einen „voraussichtlichen“ modernen Brunnen nicht unsachlich, sondern an dem konkreten Sachgegenstand des Ortes orientiert. Es gibt natürlich sehr gute moderne Brunnen, aber an diesem Ort befürchte ich „voraussichtlich“ eine Vergröberung und einen Qualitätsverlust gegenüber dem Original.


    alexsb73

    ist es nicht etwas übertrieben und unfair, zu unterstellen, dass mich Lebendigkeit spielender und lachender Kinder stört und dass Menschen, die glücklich sind angesichts dieses wunderschönen Ortes mich stören? In dem Bild habe ich keine spielenden Kinder gesehen. Hoffen wir, dass Menschen im Schlüterhof auch aufgrund der Möbel noch glückvollere Ausstrahlung gewinnen, als die wenigen Menschen auf dem Bild.

    2 Mal editiert, zuletzt von Bauaesthet () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Ich kann mir nach den bisherigen Erfahrungen mit der Freiraumgestaltung nicht vorstellen, dass ein moderner, „zeitgemäßer“ Brunnen [...] All diese Kriterien bilden den zwingenden „sachlichen“ Hintergrund für die Brunnengestaltung.

    Das ist eben eine Frage der Wertung. Du willst offenbar "Kongruenz". Oder Korrespondenz. Deine ästhetischen Vorlieben gehen offenbar in Richtung "Retro-Familie" oder wie auch immer man das nennen will. Das ist auch nicht abwertend gemeint.


    Ich persönlich bevorzuge z.B. eher den Kontrast, gerade weil dadurch für mich auch historische Semantiken besser wirken. Ich bevorzuge auch das Konzept der Ganzheitlichkeit. Für mich ist die sozialistische Moderne trotz aller Probleme kein historischer Müllhaufen, der entsorgt werden muß. :)


    Die frühere Teilung Berlins ist nicht nur aus touristischen und kommerziellen Gründen Berlins Schatz. Der Neptunbrunnen ist Ausdruck dieser Geschichte. Und bei meinen ästhetischen Wertungen kann ich mir eben sehr wohl einen tollen modernen Schloßbrunnen vorstellen. Ich bin sogar ein ziemlich Ironischer, könnte mir da also sogar durchaus etwas sehr Unkonventionelles vorstellen. Das eigentlich Schöne ist doch das Schloß. Und der Marstall. Gerade weil wir dort klassische Ästhetik im Überfluß haben, wäre ein moderner Brunnen meiner Meinung nach ideal. Ich sehe da nichts Zwingendes in Richtung Begas.


    Der barocke Brunnen würde auf mich künstlich und spießig wirken. Ich könnte mir da auch etwas absolut Abstraktes und Cooles vorstellen. Ich sehe gerade kubus- und quaderartige Formen in einem minimalistischen runden Brunnen vor mir, wo irgendwo Wasser rausträufelt. :) Für dich vermutlich ein Graus.

    ^ Ausdruckslos trotz fehlenden Entwurfs. Darauf muss man erstmal kommen. Unsachlich und subjektiv. Keine Grundlage für eine seriöse Diskussion.

    Ich beobachte hier eine gewisse apodiktische Unerbittlichkeit, wo anderen Leuten von vornherein abgesprochen wird, daß sie etwas Sinnvolles sagen könnten. Aus Bauästhets Beitrag geht leicht hervor, wie er das meint. Es ist eben ein grundsätzlicher, erfahrungsbedingter Vorbehalt gegenüber der Moderne. Und das ist sein gutes Recht.


    Es kommt jedenfalls immer wieder vor, daß Beiträge mutwillig zu Besserwisservorlagen degradiert und andere Positionen ausgegrenzt bzw. ridikülisiert werden. Wir sind hier sowieso keine Entscheider. Insofern kann man doch ganz entspannt die Gegenposition für voll nehmen.

  • Bauaesthet Diese Ausführungen sind zwar besser nachvollziehbar - denn natürlich wird ein moderner Brunnen eine andere Formensprache verkörpern. Das ist mE aber nicht gleichzusetzen mit dem tatsächlich etwas harten und verfrühten Urteil "ausdruckslos". Ich würde beispielsweise auch dem Freiheits- und Einheitsdenkmal nicht absprechen, dass es relativ ausdrucksstark ist. Das gilt eher für die kostenoptimierte Stangenware, die überall hochgezogen und daher mit der modernen "Baukultur" gleichgesetzt wird. Hier hingegen wird ja bewusst ein öffentlicher Raum an einer der zentralsten Adressen der Stadt gestaltet. Zuletzt sieht es ja auch eher so aus, dass man sich doch nicht dauerhaft mit einer weiten offenen Pflasterfläche anfreunden will. Und die bereits bepflanzten Stellen finde ich wertig und ansprechend. Ich würde wirklich einfach abwarten.


    Wir sind übrigens langsam im falschen Thread, da es sich jetzt doch zunehmend um die Freiflächen dreht.

    Stimmt. Die Beiträge wurden daher verschoben.

  • Gutmensch und

    jan85


    ich finde eure beiden Beiträge interessant und kann ihnen durchaus weitgehend zustimmen mit ein paar Abstrichen:

    Ich fühle mich keinesfalls einseitig der"Retro-Familie" zugehörig. Sehr gute Ergebnisse (auch sehr schlechte!) sehe ich sowohl aus früheren, klassischen Stilepochen und aus der sozialistischen Zeit ebenso wie in der Moderne. Wirklich erstklassige, ausdruckstarke Kunst, Architektur und Stadtplanung ist immer zeitlos bleibend wertvoll und nie bemüht "zeitgemäß", auch wenn man die Zeitphase der Herstellung erkennt. Allerdings bevorzuge ich "Inseln der harmonischen Kommunikation", in denen Passendes sensibel aufeinander abgestimmt ist, sich bescheiden einordnet und ergänzt. Auch liebe ich humorvolle, intelligente Ironie in Kunstwerken. Weniger liebe ich provokative "Aufreger" und "Hingucker", sowie nebeneinander- bzw. gegenenander gestellte Stilbrüche. Oft sehe ich dabei das eine oder andere Kunstwerk als Verlierer - dies manchmal gewollt - oder einen Künstler oder Architekten als Selbstdarsteller, der es geradezu auf das kopfschüttelnde Unverständnis der layenhaften Betrachter anlegt. Ich werde also den modernen Brunnen mit offener Neugier erwarten.

  • alexsb73

    ist es nicht etwas übertrieben und unfair, zu unterstellen, dass mich Lebendigkeit spielender und lachender Kinder stört und dass Menschen, die glücklich sind angesichts dieses wunderschönen Ortes mich stören? In dem Bild habe ich keine spielenden Kinder gesehen. Hoffen wir, dass Menschen im Schlüterhof auch aufgrund der Möbel noch glückvollere Ausstrahlung gewinnen, als die wenigen Menschen auf dem Bild.

    Deine Meinung scheint nicht auf Erfahrung zu fußen, sondern auf Basis des Eindrucks eines Bildes. Ich kann mir nicht helfen, ich verstehe weder Intention noch Idee deines Beitrages. Das die Dinge die da im Schlüterhof zu sehen sind, nur temporär und je nach Aktionstag oder Woche dort stehen, solltest Du mit bedenken. Ja und dort sind an Wochenende sehr viele Menschen - wir befinden uns in Berlin by the way und nicht in Stuttgart.

  • Allerdings bevorzuge ich "Inseln der harmonischen Kommunikation", in denen Passendes sensibel aufeinander abgestimmt ist, sich bescheiden einordnet und ergänzt.

    Mit dieser Meinung befindet man sich übrigens nachgewiesenermaßen in der Mehrheit. Die gebaute Umgebung sollte homogen im Großen und heterogen im Kleinen sein:

    „Straßenzüge sollten zunächst einmal einen homogenen Charakter haben. Sie sollten also durch einen einheitlichen Stil charakterisiert sein. Wenn nun ein homogener hochwertiger Straßenzug durch ein abweichendes Gebäude gestört wird, dann wird das stark abgestraft und führt zu einem Wertverlust der gesamten Straße.“

    Das lässt sich meiner Meinung nach auch auf den Schloßplatz anwenden. Vielleicht sollten die Entwürfe nach Methoden dieser Studie einer Befragung unterzogen werden, um einen wirklich passenden "Ersatz" zu finden - mit dem Neptunbrunnen und der "Nullvariante" (kein Brunnen) als Vergleichsvarianten, um die Skala vorab korrekt eichen zu können.

  • Du willst ..."Kongruenz". Oder Korrespondenz. Deine ästhetischen Vorlieben gehen Richtung "Retro-Familie" ...

    Kongruenz u. Korrespondenz kann sich auch auf die Moderne oder auf den „sozialistischen Stil“ beziehen. Das Stimmige eines Ensembles gilt für jedes Zeitalter und jeden Stil. Dass ich zur Retro-Familie gehöre, ist deine pauschale Unterstellung u. falsch. Unterstellst du auch, dass ich die Sozialistische Moderne pauschal auf den historischen Müllhaufen befördern will? Das ist falsch. Hat nicht Genosse Ulbricht das Schloss auf den historischen Müllhaufen gestellt? Wenn du die Rückkehr des N-Brunnens an den originalen Platz „künstlich“ und „spießig“ findest, dann findest du folgerichtig auch die Konzeption und den Gesamteindruck des Schloßplatz-Ensembles, Schloßfassade, Portal II, Begas-Brunnen und Marstall im Zusammenhang und den Brunnen selbst „künstlich“ und „spießig“. Erstklassige Kunst (Werk und Ensemble) kann doch nicht plötzlich wertlos werden, nur weil ein Originalteil wieder an seinen Platz zurückgestellt wird. Bei dem Allerweltbegriff „cool“ bin ich mehr als skeptisch. „Cool“ verstehe ich als kurzlebigen Modebegriff junger Leute mit sehr hohem Verfallsgrad.

    Auf der großen, ungerahmten Freifläche neben der Spandauer Straße sehe ich vor mir einen größeren raumgreifenden, stabilen, kinderfreundlichen Brunnen, zum Beispiel große kubus- und quaderartige Formen in einem ausladenden, runden Brunnen, wo irgendwo Wasser rausträufelt - das Ganze ergänzt um eine aufragende Fontäne zwischen Fernsehturm und moderner Stella-Fassade :). Ich respektiere deine Meinung, aber unterstelle mir nicht, ich hätte einen Vorbehalt gegen die Moderne. Es kommt auf das Wie, das Wo, die individelle Qualität und die Stimmigkeit eines Ensembles an. Ich grenze deine Position überhaupt nicht aus. Übrigens sehe ich weder in deiner noch in meiner Meinung Besserwisserei!


    Zitat gekürzt. Bitte maßvoll zitieren. Danke.

  • Grotewohl, SED, Ministerpräsident der DDR,1950: “So ist mein Gewissen beruhigt.

    Jetzt schreien alle, und wenn das Schloss weg ist, kräht kein Hahn mehr danach.”


    Wegen dem „Großen Demonstrationsplatz“ Ulbrichts wurde nicht nur das Preußenschloss auf den historischen Müllhaufen der Geschichte geworfen. weil es nach Meinung der Partei für das feudalistische Deutschland stand. Auch der Schloßbrunnen musste wegen des Aufmarschplatzes beiseite geschafft werden.


    Wenn Frau Kahlfeld heute meint, ihr Gewissen zu beruhigen, wenn sie verkündet, dass der Brunnen „selbstverständlich“ bleibt wo er steht (und ich ergänze: dass bald kein Hahn mehr danach kräht), dann könnt es ihr vielleicht irgendwann ebenso gehen wie Grotewohl?

  • ^ Du meinst, sie wird Ministerpräsidentin, und nach ihrem Tod werden zahlreiche Straßen und Plätze nach ihr benannt? Unwahrscheinlich.


    Im Ernst: Wieder so ein Beitrag, der den Unterschied zwischen Abriss und Verzicht auf Rekonstruktion ignoriert. Als gäbe es exakt einen historisch richtigen Zustand eines Ortes, und jede Abweichung davon wäre ein Verbrechen. Ist aber nicht so. Wieso also sollte Kahlfeldt ein schlechtes Gewissen haben? Sie trifft eine legitime, städtebauliche Entscheidung – die muss einem nicht gefallen, aber mit der Politik in einer Diktatur hat sie weder inhaltlich noch formell zu tun. Diese vermeintliche Parallele zu dem Grotewohl-Zitat ist völlig an den Haaren herbeigezogen.

  • Wenn Frau Kahlfeld heute meint, ihr Gewissen zu beruhigen, wenn sie verkündet, dass der Brunnen „selbstverständlich“ bleibt wo er steht (und ich ergänze: dass bald kein Hahn mehr danach kräht), dann könnt es ihr vielleicht irgendwann ebenso gehen wie Grotewohl?

    Wie erging es denn Grotewohl? Kannst du das mal erläutern? Er scheint gut mit seiner Entscheidung klargekommen zu sein. Davon abgesehen ließe sich Kahlfelds Entscheidung problemlos noch in ein paar Jahrzehnten korrigieren. An deinem Stil erkennt man, daß dir der Retro-Zustand sehr wichtig ist. Warum eigentlich? Was bewegt da einen Stuttgarter?


    Das Problem ist halt, daß du ständig mit vermeintlich zwingenden Schlüssen argumentierst, die nicht zwingend sind. Und diese Rhetorik hinterläßt eben den Eindruck der Ideologisierung. Du solltest direkte Argumente liefern, keine konstruierten.

    .

    Du zitierst mich verkürzt. Dein Stil ist halt merkwürdig martialisch.

    Dass ich zur Retro-Familie gehöre, ist deine pauschale Unterstellung u. falsch.

    Ich hatte nur gemutmaßt, daß du offenbar ein historisches Ensemble bevorzugst, mehr nicht. Das Schloß finde ich nicht spießig, und es besteht auch kein zwingender Zusammenhang, den du unterstellst. Denn das Schloß ist ja nicht das vollständige Original und hatte zudem vorher auch keine neue, akzeptierte Heimat gefunden. Eine Vollrekonstruktion innen und außen hätte ich tatsächlich spießig und unpassend gefunden.


    Deine "Analogie" ist schon sehr konstruiert. Du solltest viel lieber mal erklären, warum dir eine Translozierung des Brunnens so wichtig ist, statt ständig zu suggerieren, dein Standpunkt sei alternativlos und alle anderen Banausen. Du negierst einen essentiellen Teil der Berliner Geschichte. Und darum ist es schade. Stünde der Brunnen in irgendeinem Lager, wäre ein Wiederaufbau nachvollziehbar.


    Berlin ist nun mal nicht Potsdam. Hier ist ein dialektischer, ganzheitlicher und auch ironischer Zugang zur Geschichte häufig angemessener, finde ich. Zeigt sich jedenfalls immer wieder. Der Neptunbrunnen wird keineswegs im kollektiven Bewußtsein am Schloßplatz vermißt. Auch nicht die Königskolonnaden in der Rathausstraße. :)


    Du magst da anders ticken. Aber in einer Demokratie spielt nun mal der Volkswille eine entscheidende Rolle. Und ich sehe da keine Sehnsucht nach einem heilen Schloßbrunnen.