^ Nicht nur Ausstellungen, sondern auch Konzerte. Mein Opa hat mir immer erzählt, dass er kurz vor dem Beginn der Abrissarbeiten so ein Konzert besucht hat und dann auch immer mal wieder an der "Baustelle" vorbeigeschaut hat ...
Zur Diskussion: Es zeigt sich mal wieder, sobald man bei der Diskussion auf eine weltanschaulich-politische Ebene wechselt, wird es problematisch und polemisch.
Also ob man das Humboldt-Forum wirklich als Ergebnis eines gesellschaftlichen Konsenses ansehen kann, da wäre ich mir nicht so sicher ... dafür liest man in den Zeitungen (aber nicht nur dort) auch aktuell noch soviel Kritisches, Verhöhnendes und Despektierliches. Mag sein, dass sich diese öffentliche bzw. veröffentlichte Stimmung langsam ändern wird ... aber auch von der anderen Seite wird doch vieles über den Stella-Entwurf geschrieben, das alles andere als freundlich ist ... und die Braunfels-Posse mit ihren Begleitgeräuschen spricht auch nicht gerade für den großen gesellschaftlichen Konsens ...
Zu den Räumen: Wenn man denn das HF in seiner Form als Konsens sehen möchte, dann gehört es eben auch zu dem Konsens, dass die Möglichkeit, einzelne Räume in Zukunft zu rekonstruieren, ganz bewusst erhalten bleibt. Die in Frage kommenden Räume liegen fast alle im 2.OG und reichen teilweise ins historische 3.OG, das es ja im Stella-Entwurf so nicht mehr geben wird. Allerdings, und da hat Camondo absolut recht, in diesem 2.OG sind die außereruopäischen Sammlungen vorgesehen und wer diese Sammlungen kennt, der weiß, dass damit sicher keine rekonstruierten Repräsentations-Räume bespielt werden sollten. Also möglich wäre das vielleicht schon, aber wirklich sinnvoll? Ich denke eher nicht.
Meine Position: Ich finde es gut, dass die Option zur Rekonstruktion relevanter Innenräume, die für mich legitim ist, erhalten bleibt, man weiß ja nie, was die Zukunft bringen wird. Aktuell denke ich aber, stellt sich diese Frage nicht. Da drängen sich eher Fragen nach der Umfeldgestaltung, der Kuppel oder auch dem ehemaligen Nationaldenkmal auf, was ja hier in verschiedenen Beiträgen auch so thematisiert wurde.
Vielleicht aber gibt es ja in 20 Jahren oder so eine Generation, die vieles anders beurteilt als wir heute. Vielleicht stellt sich dann die Frage nach der Reko von Innenräumen, vielleicht kommt aber niemand mehr darauf, sie überhaupt zu stellen.