Stadtschloss Berlin: Der Thread für den Wiederaufbau

  • ^ Nicht nur Ausstellungen, sondern auch Konzerte. Mein Opa hat mir immer erzählt, dass er kurz vor dem Beginn der Abrissarbeiten so ein Konzert besucht hat und dann auch immer mal wieder an der "Baustelle" vorbeigeschaut hat ...


    Zur Diskussion: Es zeigt sich mal wieder, sobald man bei der Diskussion auf eine weltanschaulich-politische Ebene wechselt, wird es problematisch und polemisch.


    Also ob man das Humboldt-Forum wirklich als Ergebnis eines gesellschaftlichen Konsenses ansehen kann, da wäre ich mir nicht so sicher ... dafür liest man in den Zeitungen (aber nicht nur dort) auch aktuell noch soviel Kritisches, Verhöhnendes und Despektierliches. Mag sein, dass sich diese öffentliche bzw. veröffentlichte Stimmung langsam ändern wird ... aber auch von der anderen Seite wird doch vieles über den Stella-Entwurf geschrieben, das alles andere als freundlich ist ... und die Braunfels-Posse mit ihren Begleitgeräuschen spricht auch nicht gerade für den großen gesellschaftlichen Konsens ...


    Zu den Räumen: Wenn man denn das HF in seiner Form als Konsens sehen möchte, dann gehört es eben auch zu dem Konsens, dass die Möglichkeit, einzelne Räume in Zukunft zu rekonstruieren, ganz bewusst erhalten bleibt. Die in Frage kommenden Räume liegen fast alle im 2.OG und reichen teilweise ins historische 3.OG, das es ja im Stella-Entwurf so nicht mehr geben wird. Allerdings, und da hat Camondo absolut recht, in diesem 2.OG sind die außereruopäischen Sammlungen vorgesehen und wer diese Sammlungen kennt, der weiß, dass damit sicher keine rekonstruierten Repräsentations-Räume bespielt werden sollten. Also möglich wäre das vielleicht schon, aber wirklich sinnvoll? Ich denke eher nicht.


    Meine Position: Ich finde es gut, dass die Option zur Rekonstruktion relevanter Innenräume, die für mich legitim ist, erhalten bleibt, man weiß ja nie, was die Zukunft bringen wird. Aktuell denke ich aber, stellt sich diese Frage nicht. Da drängen sich eher Fragen nach der Umfeldgestaltung, der Kuppel oder auch dem ehemaligen Nationaldenkmal auf, was ja hier in verschiedenen Beiträgen auch so thematisiert wurde.


    Vielleicht aber gibt es ja in 20 Jahren oder so eine Generation, die vieles anders beurteilt als wir heute. Vielleicht stellt sich dann die Frage nach der Reko von Innenräumen, vielleicht kommt aber niemand mehr darauf, sie überhaupt zu stellen.

  • Nur Sie können sich nicht vorstellen, dass eine Rekonstruktion ganzer Säle und Räume vielleicht gar nicht gewünscht ist, vielleicht weil so etwas garnicht in Ihr Weltbild passt, dass es Menchen geben könnte die das nicht für erstrebenswert halten.
    Aber das ist nicht weiter schlimm.
    Ich freue mich auf das Humboldt Forum so wie es geplant und umgestezt wird, das sollten Sie auch.


    Aber du sagst es ja selber. Vorher warst du gegen das Humboldtforum, jetzt wo du es siehst freust du dich drauf. Was spricht denn dagegen, dass es bei ein paar Innenräumen nicht auch so wäre?


    Ich denke, dass es bei den Innenräumen eine ganz klare Ablaufplanung geben wird, falls diese finanziell möglich sind. Alle Planungen sind ja bereist so erfolgt, dass dies bautechnisch kein Problem darstellen wird.


    Wie bereist häufiger in diesem Strang erwähnt, wären die ersten Rekonstruktionskandidaten die drei Treppenhäuser des Schlüterhofes und hier natürlich speziell das Gigantentreppenhaus von Schlüter. Dies wäre die erste Runde der Innenraumrekonstruktion. Hiervon wäre der Ausstellungsbetrieb überhaupt nicht betroffen, für den musealen Betrieb würden keine Einschränkungen entstehen!


    Wenn das geschafft wäre, würde man dann den ans Treppenhaus anschließenden Raum, den Schweizer Saal rekonstruieren. Dies wäre dann die erste echte Raumrekonstruktion!


    Und dann müsste man die Entscheidung treffen, ob man sich Richtung Rittersaal oder Elisabethsaal bewegen möchte. Richtung Rittersaal wären dann die zwei Paradevorkammern, das Königszimmer (Ecksaal zwischen Ost und Nordseite) und die Brandenburgkammer zu rekonstruieren, bevor dann der legendäre Rittersaal wartet. Hier wäre natürlich das Problem, dass der Rittersaal nicht nur extrem aufwändig und teuer wäre, da man eine Zwischendecke entfernen müsste, hätte der Eingriff zur Folge, dass vermutlich im Stockwerk darüber kein Museumsrundgang mehr möglich wäre, sondern man eine Sackgassensituation bekommen würde. Dafür müsste dann eine Lösung gefunden werden.


    Für die Rekonstruktion Richtung Elisabethsaal gibt es dann ein vergleichbares Raumprogramm.


    Es sei darauf hingewiesen, dass selbst wenn diese gesamte Raumfolge des Paradegeschosses rekonstruiert würde, gerade mal ein Drittel der Fläche des Stockwerks wegfallen würde. Und die Räume sind danach ja nach wie vor vorhanden, so dass man ja nach wie vor Dinge darin ausstellen könnte. Vielleicht nicht gerade Boote aus der Karibik, aber die Räume sind ja nach wie vor vorhanden, so dass man überlegen könnte, ob man dann nicht Flächen im Gebäude tauscht, so könnte ja z.B. das Schlossmuseum aus der unteren Etage nach oben ziehen und die Boote nach unten.


    Und es geht hier ja auch gar nicht darum dass gesamte Schloss von innen zu rekonstruieren, aber ich fände es extrem wichtig, dass es langfristig nicht ein Tapetenschloss bleibt, sondern dass man sich auch etwas historische Tiefe in den Bau selber holt. Es wird nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, weil hier zum Teil wirklich meisterhafte Innenräume der Öffentlichkeit präsentiert werden könnten, sondern auch, um dem Bau etwas mehr Authentizität zu geben, ein Aspekt, den ja auch die Kritiker immer wieder einfordern.


    Und wenn man sich anschaut, wie lange die Innenrekonstruktionen in München oder Dresden bereits dauern, wäre mit dem Abschluss des Paradegeschosses, selbst wenn man morgen anfangen würde, ohnehin nicht vor 2035 oder 2040 zu rechnen, und wir reden hier von einem Drittel der Fläche eines Geschosses bei insgesamt vier Vollgeschossen. Ich denke, ein solches Unternehmen wäre bei einem Zeithorizont von 30 bis 40 Jahren durchaus erstrebenswert!


  • Die Residenz in Würzburg (seit 30 Jahren Weltkulturerbe) wird auch nach und nach in den Innenräumen rekonstruiert.


    Die Rekonstruktionsarbeiten in der Würzburger Residenz wurden schon vor Jahrzehnten abgeschlossen. Außer den turnusmäßigen Arbeiten der Restauratoren findet da nichts mehr statt. Im Krieg wurden die Seitenflügel ausgebombt, die Mauern blieben aber auch dort, die meisten Prachtgewölbe im Haupttrakt blieben zudem erhalten und wurden nicht zerstört sondern nahmen nur Schaden durch Feuchtigkeit, die durch das zerstörte Dach eindringen konnte, nennenswert zB:


    Kaisersaal
    https://s-media-cache-ak0.pini…8e9126bef20bb71d610e0.jpg


    Hofkirche
    https://upload.wikimedia.org/w…zburgL1020488_%282%29.JPG


    Treppenhaus mit wertvoller Deckenmalerei
    http://www.monumente-online.de…5g3b4d504a620bfbf0@2x.jpg


    sämtliches Inventar wurde komplett ausgelagert und erhalten und wenige Monate nach Kriegsende begannen schon die Amerikaner mit der Sicherung des Bauwerks, bereit vor der Gründung der Bundesrepublik begann der Wiederaufbau mit ersten Rekonstruktionen.


    Und nicht zuletzt ist die Würzburger Residenz zurecht Weltkulturerbe, nicht einmal der größte Lokalpatriot kann dem Stadtschloss Berlin eine annähernd so große Bedeutung für die Architekturgeschichte andichten. Da mag man bei der Würzburger Residenz im Sinne des Welterbes ggf. auch einmal den drohenden Verlust für die Kulturgeschichte der Menschheit als schwerwiegender einschätzen, als alle kritischen Argumente zu Authentizität oder Zeitschichten.


    Das ist auf soviele Arten eine komplett andere Angelegenheit.


    Das Humboldtforum ist gut, so wie es ist. Das Beeindruckendste am alten Stadtschloss waren nun einmal die Außen- und Hoffassaden. Und wieso sollten wir die fantastischen Sammlungen, die im Humboldtforum in Zukunft zu sehen sein werden, wieder zerreißen, wo man sie doch gerade aus Dahlem holt und endlich angemessen im Gesamtzusammenhang präsentieren kann? Ich wäre für manche weitere Reko in Berlin zu gewinnen, aber ein obsoletes Schloss (die Fassade ist für mich eben noch kein Schloss, sondern ein skulpturales Gesamtkunstwerk), in dem kein Fürst mehr wohnen wird, für viel Geld nachzubauen, ich sehe den Sinn nicht und ich denke das ist gerade nicht die alte Debatte zwischen Rekogegnern und Rekobefürwortern. Die Befürworter einer wirklichen Schloss-Replika dürften noch auf einem wesentlich einsameren Posten sein.

  • Aber du sagst es ja selber. Vorher warst du gegen das Humboldtforum, jetzt wo du es siehst freust du dich drauf. Was spricht denn dagegen, dass es bei ein paar Innenräumen nicht auch so wäre?


    Lies doch bitte mal richtig und nicht immer so selektiv wie es dir in den Kram passt.


    Ich habe geschrieben, dass ich mich für eine Rekonstruktion des Hohenzollernschlosses nicht erwärmen konnte.
    Auf das Humboldt Forum hingegen wie es geplant ist und derzeit umgesetzt wird freue ich mich sehr.

  • Zitat gekürzt.
    Das Humboldtforum ist gut, so wie es ist. Das Beeindruckendste am alten Stadtschloss waren nun einmal die Außen- und Hoffassaden. Und wieso sollten wir die fantastischen Sammlungen, die im Humboldtforum in Zukunft zu sehen sein werden, wieder zerreißen, wo man sie doch gerade aus Dahlem holt und endlich angemessen im Gesamtzusammenhang präsentieren kann? Ich wäre für manche weitere Reko in Berlin zu gewinnen, aber ein obsoletes Schloss (die Fassade ist für mich eben noch kein Schloss, sondern ein skulpturales Gesamtkunstwerk), in dem kein Fürst mehr wohnen wird, für viel Geld nachzubauen, ich sehe den Sinn nicht und ich denke das ist gerade nicht die alte Debatte zwischen Rekogegnern und Rekobefürwortern. Die Befürworter einer wirklichen Schloss-Replika dürften noch auf einem wesentlich einsameren Posten sein.


    Mit dem letzten Abschnitt gehe ich voll konform. Insbesondere die Portale sind halt eine Augenweide.


    Zu der Residenz, da bin ich jetzt doch erstaunt. Es gibt durchaus noch Räume die überhaupt keinen Barocken Prunk aufweisen. Auch bat mich die Museumsmitarbeiterin um eine Spende vor gut einem Jahr. Ich interpretierte dass so das eben noch nicht alles abgeschlossen sei. Wird vermutlich aber dann wohl für die Instandhaltung genutzt bzw. aufgewendet. Das Gebäude selbst trägt den Titel natürlich völlig zu recht.

  • ^meiner Information gilt die Rekonstruktion der Residenz als beendet. Das Gebäude ist auch nicht nur ein Museum, bezüglich der weiteren Nutzung ist fragiler Barock-Prunk eher hinderlich. Dort sind auch Räume für die Uni Würzburg, das Staatsarchiv und Verwaltungsbüros untergebracht. Auch gab es natürlich auch seinerzeit im Barock schon nicht nur Prunk- sondern auch schlichte Wirtschaftsräume sowie Umbauten zwischen Barock und 20. Jh., sodass du unter dem Strich nicht in jedem Raum der Residenz Pracht vorfinden würdest selbst wenn es den Krieg nie gegeben hätte. Aber sicherlich ist man für die Instandhaltung um jeden zusätzlichen Euro froh.


    Das ist auch ein weiterer Grund von einer Replika der Schlosseingeweide zwischen den Fassaden Abstand zu nehmen: das Humboldtforum ist ein modernes Stahlbetongebäude, was sich der Staat an die Beine bindet bzgl. Instandhaltung. Ich würde das gar nicht verquicken wollen, indem - was ja unvermeidlich der Fall wäre - in das Stahlbetongebäude einzelne Rekozimmer gepflanzt werden. Angesichts der üblichen, notwendigen Stahlbetonkernsanierungen alle paar Jahrzehnte (vgl. die aktuellen Geldfresser öffentlicher Stahlbetongebäude aus den 70ern und 80ern) wäre das eine enorme Belastung für die Substanz der handwerklichen Rekonstruktion, die es mit Vollziegelmauerwerk so eben nicht gibt. Das ist dann einfach schon nichts mehr, was auch nur potentiell "für die Ewigkeit" gemacht werden würde. Den Verzicht auf billigeren Stahlbeton wird umgekehrt die Schmuckfassade, die auf einer selbsttragenden Vollziegelmauer aufgehangen wird, danken.


    So wird die Rekofassade Patina ansetzen und würdig altern, während der darin verborgene Stahlbetonwürfel des eigentlichen Humboldtforum, so wie alle Stahlbetonwürfel, alle paar Jahrzehnte im Kern marode und morsch sein und eine Kernsanierung brauchen werden - vielleicht entscheidet man sich dann auch dafür, dass es billiger ist, das Humboldtforum zurückzubauen und neu zu bauen o. ä., nach bisherigem Stand sind davon nur die Portale, Höfe und die Kuppel betroffen. Der größere Teil der Rekobemühungen, die drei Fassadenflanken, wären davon relativ unberührt bzw. können vom Stahlbetongebäude prinzipiell entkoppelt werden.


    Ganz anders eben, wenn du mitten in diesen Stahlbetonbau eine historische Replika reinsetzen würdest. Bis hin zu Details, wie dem in Stahlbetongebäuden per se ungünstigeren, trockeneren Raumklima, das mit aufwändiger Technik verbessert werden müsste, sollen aufwändige Schnitz- und Ziselierarbeiten mit Goldauflage usw. keinen Schaden nehmen, während Vollziegelgemäuer von selbst ein vorteilhafteres Raumklima ausbilden. Ich hielte das bautechnisch offen gesagt für Pfusch und das ist dann auch ein Bereich, wo für mich ganz eindeutig jeder noch so dehnbare Begriff von Authentizität verlassen wird und der Kulissenzauber beginnt. Eine an Stahlbetonmauern festgedübelte Kulisse mit notwendigem Air Conditioning, da kann man gleich Epcot in Florida besuchen.

  • Wie, in aller Welt, kommt man auf so einen Gedanken?


    Das ist ein leicht erkennbarer humoresker Beitrag, der vermitteln soll, daß man selbst solch ein Wahnsinnsprojekt wie Germania aus privaten Mitteln bauen könnte. Mit diesem Mittel der Übertreibung wollte ich veranschaulichen, was wir Deutschen doch für Krämerseelen sind. :)


    Ein zusätzlicher Reiz bestand natürlich darin, hier die Möglichkeit zu suggerieren, daß ich ein begeisterter Fan eines solchen Projektes wäre und den Nazis nahestehe, was selbstredend nicht der Fall ist.


    Zum Problem der Innenräume: Gewiß ist das Schloßumfeld erst mal wichtiger. Und gewiß geht es hier auch nicht darum, alle Räume zu rekonstruieren. Man sollte aber das Schloß langfristig veredeln, indem man z.B. nur einen Raum wirklich wiederherstellt. Das hätte schon einen drastischen, surrealen und didaktischen Effekt. Andere Leute kennen sich besser mit dem Schloß aus. Die wissen womöglich, was sich am besten anbietet.

  • ^das würde halt ähnlich wirken, wie die Kulissen historischer Stätten, die im Pergamon aufgebaut sind. Aber auf solch eine bloße "Ausstellung" historischer Pracht haben es Replika-Befürworter ja eben gerade nicht abgesehen.

  • Rosh für Rückkehr des Neptunbrunnens

    Prominente Unterstützung für die Freunde eines schönen Schlossumfelds: Lea Rosh, die langjährige Kämpferin für das Holocaust-Mahnmal und seit kurzem Trägerin des Berliner Verdienstordens, spricht sich im Zeitungsinterview für die Rückkehr des Neptunbrunnens an seinen ursprünglichen Standort aus.


    http://www.bz-berlin.de/kultur…blizistin-lea-rosh-geehrt



    Quelle: Library of Congress, gemeinfrei

  • ^ Interessante Meldung, hätte man so nicht unbedingt erwarten müssen. Zitat Lea Rosh auf eine Frage nach ihrem Wunsch für Berlin:


    "Dass das Schloss toll wird! Und dass der Neptun-Brunnen zurückverlegt wird neben das Schloss und dann endlich wieder Schloss-Brunnen heißt!"


    Wäre das Interview in der taz erschienen, wären die Chancen für die Verwandlung des Neptun-Brunnens in den "Schloss-Brunnen" damit auf 95% gestiegen ... ;)


    Wird jetzt aber auch so spannend, ob Bewegung in die Sache kommt ... :daumen:

  • Das ist ja nun ein ganz alter Hut. Lea Rosh hat sich schon vor zwei Jahren für den Umzug des Neptunbrunnens engagiert.
    http://www.bz-berlin.de/berlin…ptunbrunnen-soll-umziehen
    Allerdings hat sie während des Bürgerbeteiligungsverfahrens zur Berliner Mitte im letzten Jahr damit wenig Zustimmung gefunden. Daher ist in den Bürgerleitlinien, die im Juni von allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien beschlossen wurden, auch der Erhalt des Neptunbrunnens an seinem derzeitigen Standort festgeschrieben. Frau Rosh hat daher nach eigener Aussage bei der letzten Wahl auch FDP gewählt.
    Glücklicherweise ist es so, dass über den Standort des Neptunbrunnens Mehrheiten entscheiden und nicht ein paar Rekolobbyisten, die bequem in einer Telefonzelle Platz finden würden. Daher sehe ich wenig Grund für Besorgnis.

  • Nach dem heutigen Auftreten der Massen bei der Einweihung des Parochial-Glockenspiels glaube ich kaum, dass die in eine Telefonzelle passen würden, wenn vielleicht auch nicht alle vordergründig wegen der Rekonstruktion des Turmes kamen.


    Die Verächtlichmachung vermeintlicher Gegner fällt immer auf einen selbst zurück. Klarenbach, Sie sind doch immer für Fairness hier, oder?

  • ^Klarenbach, ganz offen und ehrlich, was soll denn dieses Gestänkere?


    Du echauffierst dich enorm, wenn man deine Meinung nicht unwidersprochen stehen lässt. Dann gewähre doch bitte Personen des Öffentlichen Lebens den selben Vorzug, wenn diese sich nicht entsprechend deiner Präferenzen äußern.


    Schon der Begriff "Rekolobbyisten" ist überdies geradezu lächerlich, ist es doch die rationalisierte Bauweise der letzten 60 Jahre jene, die bei Bauindustrie, Investoren und Projektentwicklern eine gigantische, Multi-Milliardenlobby hat, die so wenig wie möglich und nur soviel wie nötig in Architektur investieren möchte, um ihre Profite zu maximieren.


    Rekonstruktionen, egal wie man zu ihnen steht, haben keine "Lobby", sondern sind durchgehend Graswurzel-Bürgerprojekte, die beharrlichem Privatengagement zu verdanken sind und gerade nicht auf egoistischem Eigeninteresse (=Lobbyismus) beruhen. Außer die diversen Klein- und Großspender sind Masochisten und ziehen Genuss aus dem geübten, persönlichen Verzicht, Geld für Rekos zu überweisen, anstatt es für sich auszugeben.


    Man muss das nicht selbst unterstützen, aber man hat es zu respektieren. :nono:

  • ^ Pumpernickel, ganz offen und ehrlich. Was soll denn immer dieses Drama-Queen Gehabe.
    Geht's auchmal ne Nummer kleiner. Sich jetzt an der Definition für Lobbyisten zu reiben... ich denke jeder weiss was gemeint war.
    Ich störe mich auch immer daran wenn Du von ”Modernisten“ schwadronierst, eine Definition dafür bist du bis jetzt auch schuldig geblieben.

  • Klarenbach bringt absolut sach- und themenfremd ein, was ein Befürworter eines Schlossbrunnenumzugs für eine Partei wählt, er verspottet Rekobefürworter mit seiner "Telefonzelle"-Formulierung und provoziert noch am Ende süffisant mit "Daher sehe ich wenig Grund für Besorgnis.", was natürlich darauf gemünzt ist, dass er keine Chance für die Rückkehr des Schlossbrunnen sieht (=das wäre seine "Sorge"). Daher habe ich diesen Post schlicht unter den Begriff des Stänkerns (=Streit suchen; über etwas oder jemanden meckern) subsumiert.

  • Ich bin da mittlerweile ganz entspannt. Wenn die Fassaden erst mal enthüllt sind, wird auch dem letzten dämmern, dass es sinnvoll sein könnte, die originale Schlossmöblierung wieder an Ort und Stelle zu bringen. Vor allem deshalb, weil sie fast ausnahmslos erhalten ist.


    Und letztlich wird derjenige der zahlt auch bestimmen was gebaut wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bund die gesamte Party fast allein bezahlt (mal wieder) und am Ende Berlin dann aber bestimmen will, was gebaut wird. Nein. Am Ende wird sich die Vernunft durchsetzen und mittelfristig werden alle Originale ans Schloss zurückkehren.


    Und letztlich weiß ich auch gar nicht, ob Berlin es sich leisten kann, die Kostenübernahme seitens des Bundes für die dringende Sanierung des Brunnens auszuschlagen.

  • Na wenn die so genannten Bürgerleitlinien genauso enthusiastisch umgesetzt werden wie der Masterplan Alexanderplatz (wovon auszugehen ist; die bereits hergestellten und wieder ramponierten Pflanzungen zeigen es), braucht man sich um den Brunnen wirklich keine Gedanken zu machen.

  • In der Darstellung der Diskussion zu den Bürgerleitlinien heißt es:


    "Eine kleinere Minderheit befürwortet den Umzug des Brunnens vor das Humboldtforum" ("Bürgerleitlinien für die Berliner Mitte" laut Beschluss des Abgeordnetenhauses vom 9. Juni 2016)


    http://stadtdebatte.berlin.de/…ergerleitlinien_web_0.pdf


    Ich vermute mal, dass Frau Rosh diese Beschlusslage kennt. Wenn sie jetzt trotzdem so tut, als wäre hier alles offen, dann ist das kaum ein konstruktiver Beitrag, sondern eine reine Provokation, die zu entsprechenden Reaktionen führt. Ich glaube kaum, dass sich der künftige rot-rot-grüne Senat am Nasenring durch die Manege führen lassen wird.

  • Klarenbach: Let's wait and see. Dein Gejammer und Gefauche hat weder das Humboldtforum noch den Turm der Garnisonkirche aufgehalten. Und es wird auch bei der Frage des Brunnenstandorts keinen der Entscheidungsträger tangieren. Aber selbst, wenn er am jetzigen Standort bleiben sollte (was mE davon abgesehen schade aber durchaus akzeptabel wäre), kannst Du mir und anderen nicht die Freude vergällen. Nur darauf zielst Du doch ab. Ich erinnere mich noch gut an Dein höhnisches Lob für den billigen Verriss der Berliner Zeitung mit dem angeschraubten Styroporstuck oder Deinen plötzlichen Braunfels-Enthusiasmus. Dass Dir Dieses Kindergartengebocke auch nie peinlich wird....

  • Ich finde es immer höchst amüsant, wie es Klarenbach gelingt, einer derart selektive Realitätswahrnehmung zu entwickeln, wo man sich manchmal fragt, ob er überhaupt weiß, in welchem Land und zu welcher Zeit er lebt.
    Eine ähnlich selektive Weltsicht kennt man sonst nur noch aus Nordkorea. Selbst der alte Fidel hat in Kuba so langsam gemerkt, dass die Zeit eine andere ist. Aber gut. Man soll den Menschen ihre Welt lassen. Auch wenn sich die Welt drum herum immer weiter dreht:lach: