Neue Wache
Unter den Linden (zwischen Zeughaus und HU)
findet man dieses - relativ kleine - Gebäude,
welches Schinkels erstes Bauwerk (1817-18) in Berlin war.
Innen:
Historisch:
Unter den Linden (zwischen Zeughaus und HU)
findet man dieses - relativ kleine - Gebäude,
welches Schinkels erstes Bauwerk (1817-18) in Berlin war.
Innen:
Historisch:
Ein sehr, sehr gelungener Bau! Einer meiner Lieblinge des Klassizismus!
Ein weiterer wunderschöner Bau von Schinkel!
Ich persönlich mag den frühen, strengeren Klassizismus am meisten. Spätklassizistische Gebäude sind mir zu reich ornamentiert.
Die Neue Wache ist ein herausragendes Beispiel für den frühen Klassizismus!
Mir gefällt der Klassizismus ebenfalls sehr gut.
Und auch wieder wie hier, gefällt mir der Kontrast von alten schwarz/weiß Bildern zu farbigen neuen Bildern, immer wieder sehr gut.
Wurde die Neue Wache seit der Wiedervereinigung eigentlich nochmal saniert? Der Innenraum soll ja auch über die Jahre verschieden gestaltet gewesen sein. Weiss jemand, seit wann er seinen momentanen Stand hat?
Ein sehr schönes Gebäude. Klein aber fein.
Die momentane Gestaltung des Innenraums hat 1990/91 Helmut Kohl veranlaßt. Er hat die in Bronze gegossene, vergrößerte Ausgabe von Käthe Kollwitz`"Pieta: Mutter mit totem Sohn" persönlich ausgesucht.
Die Neue Wache ist seitdem dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus gewidmet.
Ich weiß allerdings nicht, zu wessen Gedenken die Neue Wache bis 1990 gewidmet war.
Bis 1989 war die Inschrift "Den Opfern des Militarismus und Faschismus". Die NVA (Wachregiment Feliks Dzerschinski) marschierte jeden Tag im Stechschritt zur Wachablösung.
In den Zwanziger Jahren fiel der Lichtkegel aus der kreisförmigen Dachöffnung durch einen Bronzekranz auf einen Steinblock; der Kranz ist im Garnisonfriedhof am Kreuzberger Südstern erhalten geblieben ist. Der Auftraggeber, die Weimarer Republik, beauftragte den Architekten Tessenow die Inschrift "1914-1918" anzubringen, es war also ein Kriegs-Gedenk-Mal an den Ersten Weltkrieg.
Heute erklären zwei Tafeln über die Geschichte des Baus und die heutige Widmung. Die Textexegese ist sehr illustrativ für unsere heutige Gesellschaft. Deutsche Streitkräfte lassen sich nur noch am Volkstrauertag blicken, dann halten zwei Soldaten und ein Offzier eine kurze Ehrenwache, während ein Trompeter das Lied "Ich hatt' einen Kameraden" intoniert. Sonst verkommt die Neue Wache eher zur "Kranzabwurfstelle" für auswärtige Staatsgäste.
Der Kastanienhain hinter der neuen Wache vor dem ehem. Preußischen Finanzministerium (heute: Palais am Festungsgraben, zu Ost-Zeiten: Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft) soll demnächst neu gestaltet werden. Die beiden Generäle der Befreiungskriege gegen Napoleon, welche bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor dem Gebäude gestanden haben, sind nach Einsprüchen der Erben von Käthe Kollwitz nicht wieder vor der Neuen Wache aufgestellt worden, sondern gegenüber im Prinzessinnengarten. Der Vertrag mit den Kollwitzerben, welcher u. a. solche Einspruchsrechte der Erben vorsieht und auch das Werbeschild für das Kollwitzmuseum am gleichnamigen Platz am Prenzlauer Berg Unter den Lineden regelt, läuft 2010 aus, so daß davon auszugehen ist daß die Generäle zurückkehren können.
^ Fände ich jedoch unpassend. Immerhin ist die Neue Wache nun umfassende Gedenkstätte für Deutschland. Thematisch würde das null passen.
Ich habe mir die Generäle vor Ort dieses Jahr angesehen und sie machten den Eindruck als fühlten sie sich im Prinzessinnengarten sehr wohl.
Den beiden marmornen Herren mag ihr neuer Platz gefallen - aber was ist mit den drei im Abseits stehenden bronzenen? Das ist doch alles wieder nur pseudophilosophisches Gerede, preuß. Militarismus etc. bla...Dadurch würde die Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft "entweiht", oder zu nem Kriegsdenkmal umgedeutet. Sonst müsste man auch den Gibelfries entfernen. Der zeigt immerhin auch milit. Szenen. Die gehören nun mal dort hin, so hat man diesen Platz konzipiert. Mein Vorschlag wär, dass man sie statt vor die Bänke, mitten auf den Bürgersteig stellt, je den mittleren Baum der vordersten Reihe fällt und die beiden eben hinter den Bänken, etwas weniger auffällig, aufstellt. A propos Bäume: Werden eigentlich die gefällten Kastanien zur HU hin irgendwann mal ersetzt?
Wieso sind "die Drei" eigentlich nach hinten versetzt und "die Zwei" an deren Stelle getreten, statt dass man "die Drei" dort belassen und "die Zwei" nach hinten gestellt hätte?
Selbst die Rotrote-Kolaition hatte in der letzten Legislatur die komplette Wiederherstellung des Figurenprogramms vor der Neuen Wache und im Prinzessinnengarten vorgesehen. Insofern wird's wohl so auch werden, vielleicht hißt Wowi dann regelmäßig eigenhändig die Regenbogenflagge.
Fehlt eigentlich nur noch die Wiedergrünung des Opernplatzes (ehem. Kaiser-Franz-Joseph-Platz), der heute - zusammen mit dem Prinzessinnengarten - aus unerfindlichen Gründen nach August Bebel heißt. Nachdem die Loggia vor dem Alten Palais schon wieder steht.
Mal eine andere Frage: Wieso spricht man bei Unter den Linden eigentlich von einem Boulevard? Städtebaulich handelt es sich doch gar nicht um einen Boulevard, also eine ringförmige Straße parallel zu den ehemaligen Stadtmauern. Eigentlich ist es doch eher eine Avenue. Man müsste eigentlich die Torstraße oder Skalitzer Straße als Berliner Boulevards bezeichnen. Gibt es dafür irgendeine historische Begründung? Hatte die Straße mal einen anderen Verlauf?
Na, am Friedrichsforum und am Pariser Platz ist ja schon alles neu. Dazwischen nur punktuell - ich gehe davon aus, dass das Bezirksamt nach Abschluß der Baumassnahmen für die U-Bahn Schweinebäuche, ggf. doppelreihig, und Bernburger Mosaik verlegt. Es kommen ja noch ein paar Baumassnahme wie die poln. Botschaft, die den Gehweg nochmals beanspruchen werden. Und was an der Ecke zur Komischen Oper passiert ist noch ungewiss.
Richtig ist, dass das deutsche Lehnwort Boulevard deutlich allgemeiner einfach "Prachtstraße" meint als sein französischen Original. Die avenue ist in Deutschland sprachlich nie so richtig heimisch geworden.
Parallel kommen nächstes Jahr noch die Rückführung der Generäle vor die neue Wache, auch das Werbeschild zum Kollwitzmuseum, was die Erben der Stadt abgepreßt hatten, kommt dann weg. Sonst muss wohl demnächst das Zeuthaus gestrichen werden, das altrosa ist sehr blass geworden.
Parallel kommen nächstes Jahr noch die Rückführung der Generäle vor die neue Wache
Das ist jetzt aber mehr optimistischer Wunschgedanke, oder gibt es dazu ganz aktuelle Planungen, die mir noch unbekannt sind? Wie in einem anderen Thread vor kurzem bereits erläutert, ist der Vertrag mit den Kollwitzerben schon seit zwei Jahren ausgelaufen, aber von politischer Seite gibt es bisher absolut keinen Wunsch nach Rückkehr der Generäle. Darum wird sicherlich noch einige Jahre mehr gerungen werden müssen. Finanzielle Mittel müssten dazu auch noch her und die originalgetreuen Einfriedungen der Generäle müssen auch erst mal rekonstruiert werden...
Nein, das stimmt nicht. Ich hatte das letztes Jahr nochmal geprüft da hiess es Ende 2014 liefe der Vertrag aus. Die Kollwitzerben stimmen nicht freiwillig zu, auch nicht nach Auslaufen der Vereinbarung. Das sind echte Pazifisten.
Aber das macht nichts. Mein letzer Kenntnistand war, dass nach Abschluß der Genralsanierung der Staatsoper und der U-Bahn-Baustelle das Friedrichsforum komplettiert wird. Die Opernsanierung dauer jetzt etwas langer, aber das macht ja nichts. Dann fehlt ja auch nur noch die Hedwigskathedrale, die kann von der Französischen Straße aus saniert werden.
Ob die Einfriedungen gleich mit kommen ist ja erstmal nicht so wichtig. Einfach Generäle umheben. Und die stören vor dem Prinzesinnenpalais sowieso, da das von Schifferfeld umgebaut wird.
Ich kapier' beim besten Willen nicht diese Unfähigkeit zur Dialektik. Ich meine, diese Generäle sind doch die von der Märzrevolution, oder? Und wenn sie von den Befreiungskriegen sind, ist mir auch wurscht. Letzteres wäre schon etwas schlechter.
Aber es ist doch gerade eine schöne Sache, daß gerade ein militärisches Denkmal zu einem Friedensmahnmal wird. Sind die Leute wirklich so zwanghaft? Die Neue Wache würde mit den Generälen authentischer werden.
Nur so handeln "echte Pazifisten", um mal diese Zwanghaftigkeit etwas zu karikieren. Das ist doch lächerlich. Was hat das mit "echtem Pazifismus" zu tun, wenn ich die Generäle nicht vor der Neuen Wache stehen haben will?
Der Witz ist ja, daß wir hier die gleiche zwanghafte Haltung von links haben, wie wir sie von rechts haben, wo Panzer am sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten für Masochismus gehalten werden. Rechte Verklemmtheit trifft hier auf linke Verklemmtheit. Sind schon lustig diese Parallelen. Ist sowieso mein Thema: linke und rechte Verblödung.
Mein Vorschlag: Die Generäle kommen dahin, wo jetzt die russischen Panzer stehen, und die Panzer kommen vor die Neue Wache. Damit ist dem Weltfrieden wohl am meisten geholfen.
Tja ja, linkes und rechtes Gutmenschentum.
Ich empfehle mal wieder 'n Video.
Namensnennung entfernt. Nächste Mal bitte die Richtlinien beachten.
Bato
^Nein bester. Die Generäle der Befreiungskriege gegen Napoelon sind gefragt. Was daran dialektisch sein soll erschliesst sich mir nicht.
Echter Berliner: Ich wüsste jetzt gar nicht, wie ich mir rechte Gutmenschen vorstellen soll, was für Meinungen haben die, die man irgendwie, auch ganz naiv betrachtet "gut" nennen könnte? Gutmenschen (ich glaube, alle sind irgendwie links - wenn auch oft nur als Fassade) setzen sich ja doch stets für irgendetwas Schwaches oder vermeintlich Schwaches ein, Rechte nicht - sie verachten das Schwache!
Nicht, dass das jetzt ne Grundsatzdiskussion werden soll. Ich finde Gutmenschentum extremst dümmlich, Prozesse verlangsamend, moralisch überheblich und eitel, aber rechts (mit all den miesen Assoziationen) würde ich keinen Vertreter nennen! Oder hast du gute Musterbeispiele?
Ich fürchte allerdings auch, daß bei den Generälen noch einiges an Diskussionen auf uns zu kommt. Spätestens wenn die ersten Meldungen darüber in den publikumswirksameren Großmedien auftauchen, werden Proteste kommen. Ich verspüre zu den Preußengenerälen jetzt keine große Affinität, aber die Skulpturen haben an sich schon einen künstlerischen Wert und sollten meines Erachtens auf jeden Fall vor die Neue Wache zurückkehren statt irgendwo mehr schlecht als recht arrangiert zu versauern.
Hier geht es nicht um sowjetische T-34 am 17. Juni, die ich auch unpassend finde, sondern um die Generale der Befreiungskriege. Die stehen ja schon Unter den Linden und die Zahl der antimilitaristischen Aufmärsche ist genauso überschaubar wie am Zietenplatz, wo auch vier Generäle der Befreiungskriege stehen. Zudem haben die Befreiungskriege im Effekt zur Bildung der deutschen Nation geführt, das bestreitet selbst die marxistische Geschichtsschreibung nicht. Was hier manche für Probleme haben ist wohl eher ein fall für den Therapeuthen.
Zudem sind die Denkmale von herausragender kunstlerischer Qualität.
Die Diskussion ist deshalb nicht ob sondern wann die Stücke zurück kehren. Bis dato hing es nicht am Senat (seinerzeit rotrot!) und am Kanzleramt sondern an den Kollwitzerben. Dieser Vertrag ist nun ausgelaufen und die Frage nach der Vervollständigung des historischen Ensembles stellt sich erneut.
Die stehen ja schon Unter den Linden und die Zahl der antimilitaristischen Aufmärsche ist genauso überschaubar wie am Zietenplatz, wo auch vier Generäle der Befreiungskriege stehen. Zudem haben die Befreiungskriege im Effekt zur Bildung der deutschen Nation geführt, das bestreitet selbst die marxistische Geschichtsschreibung nicht.
Es geht bei solchen Diskussionen doch äußerst selten um inhärente Logik. Schon heute regt sich das übliche Klientel über die Widmung den "Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft" auf, weil sie nicht genug zwischen Tätern und Opfern differenziere. Ich brauch da nicht viel Kreativität um mir die plakativen Schlagzeilen vorzustellen, wenn nun auch noch preußische Generäle wieder davor gestellt werden sollen. Mit dem Stichwort der deutschen Nation kommt man da auch nicht weit, ganz im Gegenteil. Es kann natürlich durchaus sein, dass da ganze wie von dir beschrieben ganz bürokratisch über die Bühne geht, was absolut wünschenswert wäre, aber so ganz trau ich dem Braten noch nicht.
Ansonsten will ich der historischen Korrektheit zu liebe nur noch mal anfügen, dass dieses Bild der Befreiungskriege doch ein äußerst preußisches ist, sowie dies auch die Bundesrepublik ihrem Wesen nach ist. Die Österreicher haben länger und intensiver gegen die Franzosen gekämpft, auch als Preußen sich noch entspannt zurücklehnte. Scharnhorst und Bülow haben mit ihren Armeen auch auf Deutsche, nicht zuletzt Sachsen geschossen.