Bornheimer Bauprojekte

  • Neuentwicklung früheres Tankstellenareal an der Spessartstraße

    Das einst von einer Esso-Tankstelle genutzte Areal an der Ecke Spessartstraße und Ringelstraße stellte tunnelklick in Beitrag #333 vor. Er erwähnte auch Bauzaun-Transparente, die auf den Frankfurter Projektentwickler Delom hinweisen. Nun hat eben dieses Unternehmen einen Entwurf für die Neubebauung veröffentlicht. Geplant sind insgesamt 2.202 m² Wohnfläche, verteilt auf 29 Wohneinheiten. Die Höhe der Neubauten erstaunt zunächst, dürfte aber m. E. an dieser Straßenecke nahe der Saalburgallee verträglich sein. Wohltuend, einmal keine Flachdächer in solcher Umgebung sehen zu müssen.


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    Bild: Delom Wohnbau


    Nicht schlüssig erscheint die für das Projekt angegebene Hausnummer 49, denn die Tankstelle hatte die Nummern 22-24 und an der Spessartstraße gibt es keine höheren. Vergleicht man die dargestellte Umgebungsbebauung mit Googles Street View von 2022, kommt das schon hin mit dem Ex-Esso-Areal.

  • Gar nicht übel. Das höhere und architektonisch ansprechendere Gebäude auf der linken Seite verkörpert viele klassische Gestaltungsmerkmale. Einzig das Erdgeschoss fällt etwas ab – durch die geringe Höhe wirkt es etwas flach und weniger ausdrucksstark im Gesamtbild. Das rechte Gebäude hingegen erscheint weniger klassisch, vor allem weil seine Fassade kaum Abwechslung bietet – alle Fenster sind in gleichmäßigen Reihen angeordnet, jeweils mit identischen Balkonen, was dem Bau eine monotone und wenig inspirierende Erscheinung verleiht. Zudem wirkt das Dach mit seinen ungewöhnlich breiten Fenstern, die nicht recht zu den sonst schmalen Fenstern passen, und der merkwürdigen Begrünung wenig gelungen. Übrigens ist es in klassischer Architektur typisch, dass die Fenster mit zunehmender Höhe kleiner werden – ein Prinzip, das dem Gebäude mehr Harmonie und Struktur verleiht. Das rechte Gebäude versucht sich, als klassisch zu tarnen, erreicht aber diese Eleganz nicht. Dennoch fügen sich beide Gebäude harmonisch in das Straßenbild ein und respektieren die Blockrandbebauung – ein wesentliches Element klassischer Stadtplanung. Der übergeordnete Trend ist eindeutig: Modernistische Architektur entwickelt sich zunehmend in eine klassischere Richtung. Und je klassischer, desto schöner.

  • ^^ das Grün in der Visualisierung macht mich etwas skeptisch. Meines Wissens nach brauchen Gebäude dieser Gebäudeklasse eine harte Bedachung. Man stelle sich mal vor, das Grünzeug ist nach einem Hitze Sommer durch getrocknet und einer grillt auf seinem Balkon. Das Teil ist nach 5 Minuten runter gebrannt. Kann mir nicht vorstellen, dass die Feuerwehr da mit geht. Ich würde mir was Begrünung angeht, mal ehrliche Visualisierung wünschen. Das Eckhaus finde ich übrigens top.

  • ^ Wenn man sich die Visualisierung mal richtig anschaut, sieht man, dass das "Grünzeug" an einer separaten Konstruktion deutlich vor der eigentlichen Fassade angeordnet ist und mit Sicherheit nicht die erforderliche harte Bedachung ersetzt.

  • Gut gesehen Baufrosch. Das hatte auch ich nicht bemerkt. Es handelt sich also um zwei Staffelgeschosse, vor die eine schräge, begrünte Konstruktion gesetzt wird. Bleibt zu hoffen, dass die Begrünung auch so wie gezeigt funktioniert, sonst könnte es durchaus etwas seltsam aussehen.

  • Die beiden Gebäude an sich sind gut vertretbar. Mir macht eher der Anschluss an die Bestandsgebäude linker- und rechterhand etwas Sorgen, weil hier wohl eine Lücke -teils mit eingeschossiger Bebauung- verbleiben soll. Schöner wäre es gewesen, sich mit den Nachbarn auf einen Verschluss und anschließenden Anschluss an eine Brandwand zu einigen.