Wolfgang Görl schreibt in der SZ über die herausragende historische Bedeutung des Gebäudeensembles für die Stadt und wie diese Bedeutung schrittweise immer mehr in Vergessenheit geriet und mittlerweile fast gänzlich vernachlässigt wird.

Alte Akademie Neuhauser Straße 8-10 Umbau/Sanierung [im Bau]
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"Eine Gottesburg der Renaissance", soso. Es ist ja nicht so, dass erst kürzlich das Erzbischöfliche Ordinariat 130 Millionen Euro investiert hat, um die zur Kapellen- und Maxburgstraße hin liegenden Gebäudeflügel grundlegend zu sanieren und modernisieren. Die Jesuiten belegen einen weiteren Gebäudeflügel, inklusive dem eigentlichen Zentrum der Gegenreformation, St. Michael selbst. Nach Ansicht eines SZ Autors nicht genug religiöse, geistige Nutzung im ehemaligen Jesuitenkomplex? Ich denke, die katholische Kirche nimmt hier auch heute eine herausragende geschichtliche und kulturelle Rolle ein.
Zuvor fragt er, ob den Politikern nichts besseres eingefallen ist, als die Alte Akademie dem privaten Gewinnstreben auszuliefern. Diesen Einwand halte ich schon für berechtigter. Ohne Kommerz geht es nicht, klar, dennoch hätte vielleicht nicht der gesamte Komplex auf Erbpacht an den Investor vergeben, sondern ein Teil weiter unter staatlicher Nutzung (z.B. Museum) geführt werden sollen. Aber der Zug ist abgefahren.Jetzt freue ich mich auf die Öffnung des Schmuckhofs und darauf, dass der Altbau endlich wieder strahlen darf.
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Durch die kommerzielle Nutzung wird der Bau an sich und Schmuckhof für die Allgemeinheit erfahrbar. Was besseres kann man doch nicht machen. Ich finde es schade, dass nicht noch mind. ein weiterer Innenhof geöffnet wird.
In München sollten wir froh sein, dass wir noch nicht wie anderswo mit Problemen zu kämpfen haben, dass unsere Innenstadt verödet und viele Geschäfte leer stehen.
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Trutzburg vs. Schmuckhof-Champönchen
Und nicht zu vergessen: das Erzbischöfliche Ordinariat ist eine Trutzburg im besten katholischen Sinne. Schöner Neubau, kein Einblick, kein Durchgang. Da freue ich mich doch auf die (durchkommerzialisierte) Alte Akademie einschl. geöffnetem Schmuckhof und trinke dort ein Champönchen auf die (verkleinerten) Arkaden
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Eine Eingebung:
Der Firma SIGNA wird ja vorgeworfen, das Religiöse, Spirituelle des Gevierts zu opfern.
Meine Idee:
Wie wäre es , Signa rekonstruiert hinter der Michaelskirche den verstümmelten Kirchturm ? Sozusagen als Kontrapunkt zur entstehenden Kommerzialisierung.
Bild: Stadtarchiv -
iconic: Ich vermute, die in den Medien publizierte Meinung, CSU und SPD hätten den Plänen zugestimmt, da sie Benko für den Karstadt am HBF noch brauchen, ist nicht soweit von der Wahrheit entfernt.Dann hoffe ich, dass dieser "Deal" entsprechend dokumentiert ist und sowohl die Stadt als Benko wissen, was genau die Stadt im Austausch für das Zugeständnis an der AA beim Karstadt Areal zurückbekommt.
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Alte Akademie
Die Alte Akademie verfällt und wartet weiter auf den Umbau.
Nachkriegsflügel:
Historischer Kopfbau:
Arkaden Kapellenstraße (werden geschlossen):
Arkaden Neuhauser Straße (werden verschmälert):
Inschrift zum Wiederaufbau:
Historischer Flügel:
Vorplatz mit Richard-Strauss-Brunnen:
Michaelskirche:
Alle Bilder © Architektator -
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Danke für die zahlreichen Bilder
Diese zeigen den traurigen Ist-Zustand der Alten Akademie sehr deutlich. Daher kann ich es kaum erwarten, dass der Umbau im nächsten Jahr endlich losgeht.
Die Kirche St. Michael wird demnächst übrigens auch an den Seiten gestrichen / restauriert werden und dadurch das helle Erscheinungsbild der Hauptfront übernehmen.
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Der inzwischen ehemalige Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat die Pläne für die Alte Akademie in der letzten Sitzung des BA Altstadt-Lehel verteidigt. Andere Politiker forderten bei bevorstehenden Veränderungen dagegen einen sensibleren Umgang mit historischen Gebäuden. Laut dem SZ-Artikel soll der Umbau im kommenden Jahr beginnen.
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Wie wäre es , Signa rekonstruiert hinter der Michaelskirche den verstümmelten Kirchturm ? Sozusagen als Kontrapunkt zur entstehenden Kommerzialisierung.
Das klingt auf den ersten Blick nach einer netten Idee - der Investor darf kommerziell nutzen, muss dafür aber eine Rekonstruktion schaffen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen: Signa macht das nur der Rendite wegen. So ein Investor rechnet durch was ihn eine Finanzierung kostet, wieviel der Umbau, welche Mieteinnahmen er realisieren kann usw. Daraus ergibt sich dann eine erzielbare Rendite, die (rückwärtsgerechnet) den Rahmen dessen vorgibt was man für die Immobilie zu zahlen bereit ist.Im Umkehrschluss heißt das: Wenn man den Investor nötigt einen Kirchturm zu rekonstruieren, die alte Fassade wiederaufzubauen oder was auch immer, dann führt das zu Mehrkosten. Diese Mehrkosten gehen zu Lasten der Rendite, die aber oberste Maxime ist, es muss dann also an anderer Stelle gespart werden und zwar am Kaufpreis.
Wenn Stadt oder Freistaat also derartige kostspielige Ansprüche stellen, dann werden sie nur einen reduzierten Kaufpreis erzielen. Man hat jedoch darauf verzichtet und dafür den maximalen Kaufpreis durchgesetzt.Ergo: Der Freistaat hat für die Alte Akademie 230 Mio. kassiert. Wenn ihm der Erhalt der Historie oder gar der Wiederaufbau so wichtig wären, dann ließe sich das davon spielerisch finanzieren. Die Kosten blieben dann beim Steuerzahler hängen. Würde man es dagegen dem Investor aufbrummen wäre es aufgrund eines reduzierten Kaufpreises am Ende das gleiche.
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Der "Wiederaufbau" des Turms dürfte schwierig werden, da er bereits 1590 noch während des Kirchenbaus eingestürzt ist.
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Bürgerbeteiligung zu Arkaden
Zu den Arkaden an der Alten Akademie findet an diesem Mittwoch, 11. Juli, um 19 Uhr im Stadtmuseum am Sankt-Jakobs-Platz eine Bürgerbeteiligung statt. Erst dann soll der Stadtrat endgültig über Erhalt oder Schließung der Bogengänge an der Neuhauser Straße entscheiden.
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Bürger und Experten kritisieren Umbau
Bei der Debatte über den Umbau der Alten Akademie am Mittwoch haben Bürger und Experten kritisiert, dass Stadt und Freistaat öffentlichen Raum zugunsten des Investors opfern. Damit verstoße der Stadtrat gegen die Altstadtleitlinien, die er selbst beschlossen hat, lautete der Hauptvorwurf aus dem Publikum.
SZ-Bericht: http://www.sueddeutsche.de/mue…-um-die-arkaden-1.4051790
Altstadtleitlinien: https://www.muenchen.de/rathau…z/Altstadtleitlinien.html -
Zwischennutzung:
40 Kreative und Freischaffende ziehen von Januar bis Mai 2019 in den vierten und fünften Stock der Alten Akademie. Einmal im Monat soll die Öffentlichkeit Zugang zu der 1.300 Qm großen Fläche haben und die Werke / das Arbeiten bestaunen können. Im Anschluss startet der große Umbau.
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BA will Arkaden erhalten
Der BA Altstadt-Lehel hat laut einem SZ-Bericht seine Kritik am Umbau der Alten Akademie erneuert. Er will die Arkaden an der Kapellen- und Neuhauser Straße erhalten. Außerdem würden durch die Arkadenverbauung die vom Stadtrat selbst beschlossenen "Altstadtleitlinien" missachtet.
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Umbau kann beginnen
Laut einem SZ-Bericht hat das Planungsreferat nun alle Einwände gegen die Verbauung der Arkaden geprüft, aber "keine neuen Sachverhalte" festgestellt. Damit kann der Umbau der Alten Akademie beginnen.
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Die Vollversammlung des Stadtrats ist nun beim entscheidenden Satzungsbeschluss für den Umbau einen Kompromiss eingegangen:
- Arkaden zur Kapellenstraße bleiben erhalten, Gastronomiebetriebe dürfen dort Sitzgelegenheiten aufstellen
- Arkaden zur Neuhauserstraße werden wie geplant (weitgehend) geschlossen
- Schmuckhof wird für die Öffentlichkeit geöffnet, auch dort sind gastronomische Angebote erlaubt
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https://www.sueddeutsche.de/mu…-akademie-umbau-1.4826581
Man hat sich nun geeinigt, den 3 Meter breiten Wurmfortsatz in der Kapellenstraße zu belassen, dafür werden die Arkaden zur Neuhauser Straße schmäler als jetzt.
Immerhin ist alles geklärt und der Umbau soll endlich im 2. Quartal 20 ! beginnen.
Gespannt bin ich auf den Innenhof, der wird sicher eine tolle Aufenthaltsqualität haben.
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Ich finde es prinzipiell positiv, dass die Arkaden nun sowohl an der West- als auch an der Südseite erhalten bleiben können - leider nicht vollständig aber immerhin in abgespeckter Form. Ansonsten hoffe ich bei der Gestaltung, dass es mehr in Richtung Fünf Höfe und bitte weniger in Richtung Hofstatt geht. Ich bin gespannt...
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München, 12. Mai 2020 – Der Baustart für die Revitalisierung der Alten Akademie in der Münchner Innenstadt ist erfolgt. Nach mehrjährigem fachlichem Dialog und der Verständigung auf eine zukunftsweisende und behutsame Sanierung der Traditionsimmobilie sind die Arbeiten im Inneren des Ensembles angelaufen. „München darf sich auf einen lebendigen Nutzungsmix freuen“, sagt Tobias Sauerbier, Geschäftsführer von SIGNA Real Estate Germany. „Ein Herzstück Münchens erstrahlt in neuem Glanz.“
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Die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Bauzeitbestimmend ist insbesondere die wegen des Denkmalschutzes erforderliche Komplexität im Bauablauf. „Die Arbeiten müssen in Einzelschritten durchgeführt werden“, erläutert Alexander Cronauer, verantwortlich für den Projektentwicklungsbereich von SIGNA in München. „Die enge Kooperation zwischen Behörden, Planern und Bauausführenden in der Planungs- und Bauphase ist Schlüsselfaktor für einen reibungslosen Fortgang der Arbeiten.“
In einer ersten Phase werden bis Ende 2020 mit der Denkmalpflege abgestimmte Bauteile im Inneren des Gebäudes zurückgebaut, die komplexe Baulogistik sukzessive aufgestellt und es erfolgt eine Ertüchtigung der Fundamente unter archäologischer Begleitung – u.a. zum Schutz eines Bodendenkmals aus dem 15. Jahrhundert. Anschließend findet der Rückbau der Rohbaustruktur statt. Parallel werden in dem historischen Teil der Alten Akademie einzelne Deckenfelder zurückgebaut, der Dachstuhl erneuert und die Bestandsfenster saniert. Mit Abschluss der Rohbauarbeiten ab Mitte 2022 beginnen die Ausbauarbeiten bis zur Übergabe an die Mieter im Jahr 2023.
Quelle: https://www.signa.at/de/news/b…ten-akademie-in-muenchen/