^^Ist dann die Attilastraße in Steglitz oder die Etzelstraße in pankow auch umzubenennen, weil sie nach dem Hunnenkönig benannt sind?

Altes Regierungsviertel - südliche Wilhelmstraße und Voßstraße
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^^Gitschiner und Skalitzer hätte ich noch im Angebot. Die längste Ost-West-Verbindung durch Kreuzberg ist, na, trärä: nach Kriegsschauplätzen benannt, Gitschin und Skalitz, da haben die Preussen die Östereicher geschlagen, und zwar vollkommen unkorrekt auf böhmischen Boden
... Das die linksalternative Mehrheit im Bezirk sich da noch nicht draufgestürzt hat, wundert mich allerdings wirklich im Ernst.
PS: Konstantin hat natürlich Recht, Verlinkt war aber richtig
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Ich glaub bei Dir strahlt's schon in Stralitz. Du meinst wahrscheinlich Skalitz. Die Königgrätzer ist ja schon lange umbenannt. Aber die ganzen Schlachten der Befreiungskriege und des Alten Fritzen - soviele weibliche Antfaschisten, die ethnischen Minderheiten angehören, gibt's ja gar nich...
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Mohr, von "Maure", Bewohner Mauretaniens, mohammedanischer Einwohner Nordafrikas. Die Straße hat ihren Namen von den hier einquartierten "Mohren", die Friedrich Wilhelm I. aus den Niederlanden als Geschenk bekommen hatte und zu Militärmusikern für seine Regimenter ausbilden ließ.
Die Sache ist etwas komplizierter. Gegner der Mohrenstraße argumentieren gerne mit der Herkunft des Wortes Mohr von griechisch μωρός (moros) was da heißt "dumm oder töricht" (auch im englischen noch als "moron"). Das ist aber natürlich Unfug. Der Begriff stammt von ἀμαυρός (amaurós) also "dunkel, undeutlich" bzw. von μαυ̃ρος (maũros) also "schwarz". Die Römer haben das als maurus dann einfach übernommen.
Es wäre auch falsch zu behaupten, Mohr sei nie als Beleidigung oder abwertend verwendet worden. Die Analogie zum griechischen moros ist Gelehrten sicherlich früh aufgefallen und wurde dementsprechend missbraucht. Auch der bekannte "Höllenmohr" ist nicht unbedingt nett. Demgegenüber stehen aber viele unbefangene Verwendungen von Mohren bspw. in Wappen. Auch der hl. Mauritius wurde ja landläufig als Mohr betrachtet. Der Begriff hat eine durchaus ambivalente Geschichte hinter sich. Die Tilgung des jahrhunderte alten Namens aus dem Stadtbild ist sicher nicht der richtige Weg dieser zu begegnen. Zumal man sich da angesichts von unzähligen Mohrengassen, Straßen und Apotheken in Deutschland eh auf verlorenem Posten befindet. -
Na, die 200 Demonstranten auf dem Zietenplatz werden kaum Wirkung erzielen. Das reicht an Aufregung nicht mal dafür, dass sich die BVV Mitte mit so etwas befasst.
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Als nächstes demonstrieren dann Tierschützer für eine Umbenennung der "Jägerstraße", Feministen für eine politisch korrekte "WilhelmInenstraße" und Ex-SEDler für eine Rückbenennung des Stadtschlossareals in "Marx-Engels-Platz".
Haben öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten wie der RBB, die aus den Gebühren ihrer Beitragszahler finanziert werden, nichts Wichtigeres zu tun als über die lächerlichen Aktionen linksgrüner Splittergrüppchen zu berichten?
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Ein sehr persönlicher Beitrag von Reinhard Mohr zur Namensdiskussion.
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(...) argumentieren gerne mit der Herkunft des Wortes (...)
Was mich daran stört ist dass passionierte linguistische Diskussionen dann geführt werden wenn es in den Kram passt. Wenn es hingegen zB um das "Gendern" geht sind selbst simpelste grammatikalische Zusammenhänge gleichgültig (dass zB die Artikel nur aus klanglichen Gründen die Bezeichnungen männlich und weiblich bekommen haben, gemeinhin aber einfach nur grammatikalische Funktionen haben, um zB zwischen der Becher und die Becher zu unterscheiden). Man sollte gar nicht erst davon anfangen, dass "man" nichts mit dem Mann zu tun hat, sondern aus "Mensch" entstanden ist (und ja noch bis heute für jeden beliebigen Mensch steht in solchen Formulierungen, noch heute ist "man" im Englischen, welches mit dem Deutschen die selben Wurzeln teilt, gleichbedeutend mit "Mensch"). Oder die Geschichte dass man aus allen möglichen Personenbezeichnungen, die auf -er, enden auch eine -erin Form macht, in der Annahme die -er Grundform sei speziell "männlich" (und das dürfte es natürlich nicht geben), die Verfechter dieser Theorie konnen mir noch nie erklären wie man dann mit "Mutter" und "Mütter" umgehen sollte...
Man sieht schon dass das eigentlich nirgendwo hin führt. MEHR NOCH: wenn schon beflißen und politisch korrekt dann habe ich arge Bauchschmerzen davon die Erinnerungen an andere Zeiten aus dem Straßenbild, damit auch aus der alltäglichen Erinnerungskultur, zu tilgen. Die Frage sollte dann viel eher lauten wie man damit umgeht. Es ist ja ein Unterschied ob zB im alten Preußen eine Straße nach einer seinerzeit bekannten Schlacht benannt wurde aus der das alte Preußen siegreich hervorgegangen ist und stolz daran erinnern wollte oder ob heute solch eine Straße vielleicht die letzte Erinnerung im Alltag der Menschen daran ist, dass seinerzeit an einem Ort mit diesem und jenem Namen unzählige Menschen in einem Krieg verheizt wurden. Das alte Preußen mit Berlin als seinem "Herzen" wurde nicht von pazifistischen Schöngeistern aufgebaut, das sollte nicht in Vergessenheit geraten, vor lauter länderfinanzausgleichgepamperter Szenigkeit und Laissez-faire im zeitgenössischen Berlin.
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Na ich denke das Kotva in Prags...
Hallo,
Das Kaufhaus Kotva (Obchodni Dum Kotva) in Prag, des o.g. genannte Kulturzentrum in Prag und die tschechische Botschaft in Berlin hat das
Architektenehepaar Věry Machoninové und Vladimíra Machonina
im Sinne des Brutalismus entworfen...
MfG Axel Höber -
In der Wilhelmstr. 64 tut sich endlich was. Ich bin heute mit dem Rad dran vorbei gefahren und habe gesehen, dass der Gehweg vor dem Haus gesperrt ist und dass dort schon Baumaterial steht.
Vor geraumer Zeit war angekündigt worden, dass der Altbau saniert wird (den Eintrag hier im DAF finde ich aber nicht mehr. Es handelt sich um das Gebäude zwischen der Ungarischen Botschaft und dem frisch sanierten Bundestagsbürokomplex Wilhelmstr./Dorotheenstr.Im Netz habe ich folgenden Link gefunden: http://www.bbr.bund.de/BBR/DE/…%C3%9Fe64/ergebnisse.html
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Interessant, fehlt nurnoch die ziemlich herunter gekommene Botschaft nebenan, aber da erwarte ich so schnell nichts.
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Sanierung und Erweiterung Wilhelmstraße 64
Ich meinte, dass wir bereits mehr Informationen zum Projekt haben als das Posting von Katzengold, ich konnte allerdings nichts finden. Das Gebäude Wilhelmstraße 64 wird nach Plänen von Abelman, Vielain Pock Architekten saniert und erweitert, hier entstehen weitere Büroflächen für den Bundestag. Es grenzt unmittelbar südlich an die Wilhelmstraße 65 (Bilder u. a. von Paderwan), die von 2008 bis 2011 saniert wurde. Gegebenenfalls ist der Beitrag im Regierungsviertel-Thread besser aufgehoben.
Das Gebäude ist momentan eingerüstet, die Arbeiten haben begonnen:
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– solange es niemand wagt, die Tschechische Botschaft anzutasten,
Du meinst dieses Gebäude hier?
http://www.stadtbild-deutschla…page=Thread&postID=125804
Gibt es denn eine Planung, die vorsieht dieses Gebäude zu erhalten? -
^ Ja, dieses Gebäude meine ich. Ich kenne keine Pläne, es abzureißen; sollten diese Pläne aber bestehen, wäre ich vehement dagegen. Natürlich ist der Bau nach heutigen Maßstäben (vorsichtig ausgedrückt) gewöhnungsbedürftig. Man könnte auch sagen: Hässlich. Aber er ist Ausdruck seiner Epoche und ein herausragendes Beispiel brutalistischer Architektur. Da zudem auch die Innenausstattung noch fast unverändert ist, kann man ihn guten Gewissens als Gesamtkunstwerk bezeichnen.
Ich finde es geschichtsvergessen und ahistorisch, wenn man alles abreißt, was dem gegenwärtigen Zeitgeist widerspricht. Man handelt dann genau so, wie man es dem Städtebau der Moderne zu recht immer wieder vorwirft: Tabula-Rasa-Mentalität. Historisch bewusstes Bauen dagegen hieße, auch mal solche Gebäude stehen zu lassen, die nicht mehr gefallen - sofern sie architekturgeschichtlich wertvoll sind. Auf die Platten in der Wilhelmstraße trifft das nicht zu; deren Abriss wäre keine Tragödie. Ein Abriss der Tschechischen Botschaft wäre aber zumindest sehr schade.
@ Dauer-Rotbewerter: Vielleicht kann ich Dir diesmal ja zuvor kommen. Was hältst Du von "Hohles Geschwafel und Propaganda für ein städtebauliches Verbrechen der SED-Herrscher"? Wenn ich Dir damit die Arbeit erübrige: Gerngeschehen. Wenn nicht - tu' Dir keinen Zwang an.
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Architektenkind
Ich kann deine Argumente nachvollziehen. Der Fehler wurde ja bereits schon mal gemacht, dem Zeitgeist als nicht mehr so erwünschte Gebäude abzureissen (Fachwerk & CO). Bei dem Bau sehe ich aber als Problem die begehrte Lage. Die Tschechische Botschaft zieht aus dem Gebäude m.W. aus und es müsste ein Nachfolgekonzept gefunden werden. Aber als Bürohaus wird sich da kein Mieter finden weil es da attraktivere Angebote gibt.
Sinn machen würde es ja eigentlich nur wenn es als Gesamtkonzept erhalten bleibt, aber wer auch immer als Mieter dort einziehen wird, die Inneneinrichtung wird in jedem Fall dran glauben müssen. -
Da bin ich mir nicht so sicher. Gerade die Inneneinrichtung könnte das Gebäude für die ein oder andere Firma attraktiv erscheinen lassen, neben seiner zentralen Lage. Die 70er Jahre sind ja gerade in der Berliner Club-Kultur angesagt, und alles, was damit in Verbindung steht - Musikindustrie, Werbung, Grafiker, Computerbastler etc. - dürfte sich die Finger lecken nach diesem Ambiente.
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Ich empfand die tschechische Botschaft immer als ein echtes Ärgernis. Seit Ende der 1970er Jahre war ich auf Spurensuche dort und das Haus war für mich einfach nur eine brutale Vergewaltigung des historischen Wilhelmplatzes, der dadurch zur Hälfte überbaut wurde. Es war schon paradox - im alten Stadtkern sollte die Athener Charta erfüllt werden, hier jedoch stellte man großzügige Platzanlagen zu. Als dann in den 1980er Jahren die ganze Umgebung, und auch die noch verbleibende Platzhälfte, mit diesem Erker-Schrägdach-Platten-Kitsch zugestellt wurde, bekam die Botschaft den Rang eines Highlights. Es ist eines der wenigen Bauten dort, die noch so etwas wie Authentizität besitzen. Grausam - aber echt! Ihre Umgebung ist da viel grauenhafter und unbedingt veränderungswürdig, und das vorrangig vor der Botschaft. Da das Gebäude auf nur einem Karree steht, hat es gute Chancen länger zu leben.
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Wie der Tagesspiegel berichtet, sollen die Abrissarbeiten des Plattenbaus der für den geplanten Neubau (siehe Beitrag #332) für die Erweiterung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales weichen soll in Kürze beginnen.
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Der Abriß der Platte hilft zwar dem sehr zersplitterten Ensemble aber ein tiefrgriefender Um/anbau hätte es vll. auch getan.
@Tschechiche Botschaft
Man stelle sich mal dieses Formschöne Haus in anderen Farben und mit andersfarbigen Metall vor: z.b. Kupferrahmenfenster mit leicht weißlich spiegelnden Glass und eine Graue Grundfarbe am Besten Rohbeton. Wäre klasse. Hört doch einfach auf jedes Gebäude gleich abreißen zu wollen. Man denke einfach an das gelungene Bikini, von generischer Langeweile zur Perle. Die Nachkriegsmoden hat viel Potenzial solange sie nich dämlich unter Schutz gestellt wird und man seltsame Geschmacksentscheidungen erhalten muss.
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Der Abriß der Platte hilft zwar dem sehr zersplitterten Ensemble aber ein tiefrgriefender Um/anbau hätte es vll. auch getan.
Wieso sollte der Abriss der Platte irgendetwas hier ändern. Der Neubau wird ja gerade auf dem Grundstück der Platte stehen und so in etwa die selbe Kubatur haben.
Was ich aus den Plänen nicht erkennen konnte ist die Anbindung zum Arbeitsministerium. Da momentan rechts des Plattenbaus ein "Rettungsweg" zum Schulhof besteht.