Altes Regierungsviertel - südliche Wilhelmstraße und Voßstraße

  • Dreifaltigkeitskirche und ehem. Nordkoreanische Botschaft

    weiss jemand etwas von Plänen, die ehemalige Nordkoreanische Botschaft (jetzt ein City Hostel) abzureissen? Im Forum habe ich nichts Konkretes gefunden. In diesem Thread wurde das Thema lediglich in Beitrag 243 angesprochen.
    Im Thread zur Europacity wurde aber gerade im Beitrag 253 auf das "Planwerk Innere Stadt" verwiesen. Dort meine ich zu erkennen, dass die Geometrie der Dreifaltigkeitskirche zumindest als Park und damit auch der Verlauf der Mauerstraße wieder hergestellt werden soll.
    Weiss jemand hierüber etwas?

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  • Tschechische Botschaft will neu bauen

    Das ist eine Nachricht, die aufhorchen lässt: auf den Seiten der tschechischen Internetzeitung novinky.cz fand sich heute ein Artikel in dem es um den jetzt vollzogenen Verkauf des Palais Lobkowitz in Prag (Sitz der dt. Botschaft) an die Bundesrepublik ging. In einem Nebensatz dann die Überraschung: Im Zuge des Erwerbs des Palais Lobkowitz verhandelte Prag über den Erwerb eines Grundstücks im Botschaftsviertel im Tiergarten, wo eine neue fünfstöckige Botschaft errichtet werden soll. Die Baukosten werden auf 260 Mio Kronen (ca. 10 Mio EUR) geschätzt. Um dies zu finanzieren, sollen nicht mehr benötigte Immobilien in Berlin und Bonn verkauft werden. Neben den Plattenbauten in Pankow (an der Neumannstraße) ist auch von der Botschaft die Rede - sowohl der alten in Bonn, als auch der in Berlin! Als Gründe für den angestrebten Umzug wird Außenminister Schwarzenberg zitiert: die derzeitige Botschaft sei für heutige Bedürfnisse völlig unpraktisch - riesig, häßlich und wenig repräsentativ, die jährlichen Aufwändungen für den Betrieb verschlingen 10 Mio Kronen (ca. 400 TEUR).
    hier der Vollständigkeit halber noch der Link zum Artikel (auf Tschechisch):
    [http://www.novinky.cz/domaci/300257-odklepnuto-nemci-ziskaji-lobkovicky-palac.html]

  • Das lässt höffen. Sieht schon ziemlich betagt aus in der Mohrenstraße, und ich meine damit nicht unbedingt mangelnde Pflege des Gebäudes, sondern einfach der Stil, der mir nicht in die Gegend passen will. Allein schon diese Situation der parkenden Autos unter dem Gebäude auf Fußgängerhöhe. Seltsam. Und mit L12 wirkt das bestimmt noch merkwürdiger.

  • Wenn man die Deutsche Botschaft in Prag und diese vergleicht, da bekommt man ja glatt ein schlechtes Gewissen. Hoffe nur, dass es nach einem Auszug nicht soweit kommen wird, dass man sie unter Denkmalschutz stellt oder so, auch wenn sie architektonisch sicher nicht uninteressant ist. Aber noch ist ja nichts beschlossen. Und wann ist dann Bulgarien dran? :D

  • Nachtrag Tschechische Botschaft

    wenn man etwas tiefer recherchiert erfährt man (viell. bisher auch nur aus den tschechischen Quellen), dass die Pläne Prags, seine Botschaft in der Wilhelmstraße zu verlassen und zu verkaufen, mindestens 3 Jahre alt und auch so lange schon bekannt sind. Von Anfang an waren diese Pläne mit dem Kauf des Palais Lobkowicz (Gebäude der Dt. Botschaft - das mit den 89er Botschafts-Flüchtlingen und Genscher auf dem Balkon) in Prag durch die Bundesrepublik verknüpft. Jahrelang sträubte man sich in Tschechien dagegen, dieses Palais, das die BRD nur gemietet hatte, an den deutschen Staat zu verkaufen. Seitens der deutschen Regierung gab es aber wohl ein enormes Interesse am Erwerb dieses Gebäudes und man nutzte wohl die Situation aus, dass Prag aus der derzeitigen Botschaft in der Wilhelmstraße raus will und bot sozusagen als Bonus an, in Berlin ein Grundstück im Tiergartenviertel (die Vorkriegsbotschaft befand sich in der Rauchstraße 27) zum "Vorzugspreis" zu verkaufen. Die heutige Nachricht lautete nun konkret, dass der Verkauf des Palais Lobkowicz an die Bundesregierung wohl nun endlich abgeschlossen ist. Das bedeutet nun auch, dass der Grundstückserwerb in Berlin wohl ebenfalls abgeschlossen ist. Zu einem Baubeginn ist bisher natürlich noch nichts geschrieben worden, aber zumindest ist ein solcher Baubeginn nun in die vielzitierte "greifbare Nähe" gerückt.

  • Es geschehen noch Zeichen und Wunder... jetzt kann man vielleicht doch noch hoffen, dass das Ufo entfernt werden darf und am Wilhelmplatz ein halbwegs ansehnliches Ensemble entsteht.

  • ^fein, aber bitte woanders. Das Problem ist ja vor allem, dass dieses Teil einfach vollkommen deplatziert ist. Vielleicht kann man es ja abtragen und irgendwo in der Peripherie wieder aufstellen.

  • Naja gut und dann? Auf der anderen Seite stehen noch bewohnte Plattenbauten. Selbst wenn man die irgendwann abreisst, halte ich es bei der derzeit laufenden Debatte für unvorstellbar die Fläche dann, historisch korrekt, frei zu lassen und den Platz wiederherzustellen. Schon gar nicht so lang Regulator Lüscher da ein Wort mitzureden hat.

  • Naja, beim Ziethenplatz hats ja auch geklappt, aus einem Parkplatz einen schönen Platz nach hist. Vorbild zu schaffen und sogar historische, militaristische Denkmäler wieder aufzustellen. Und das trotz nordkor. Botschaft. Vielleicht kann dieser ja auf eine dann neu entstehende Freifläche übergreifen, trotz nordkor. Botshaft, die wohl dann (und auch jetzt schon) das schlimmste Gebäude am Platz sein wird. Hoffentlich ziehen die als nächstes um.

  • ...und was baut man dort,wenn die Botschaft abgerissen werden sollte ? Der übliche Investorenschick,zu mehr würde es sowieso nicht reichen.
    Das Botschaftsgebäude sollte unbedingt erhalten werden,es ist eines der gelungensten Beispiele der Architektur der 70er Jahre. Auf jeden Fall ein Hingucker und in einigen Jahrzehnten ein seltener Exot sozialistischer Architektur.
    Das die Botschaft dort ausziehen möchte,dürfte in der Größe der Botschaft und den Betriebskosten begründet liegen.Die CSSR gibt es ja nicht mehr,Tschechien ist heute etwa so groß wie Bayern.
    Mich wundert immer wieder,dass in einem Architekturforum so viele,sich jeder Modernität abwendende Zeitgenossen,vertreten sind.

  • Der witz ist ja, das man gar nix baut, sondern den vorher vorhandenen Wilhelmplatz wiederanlegt. Man muss ihn ja nicht wieder Wilhelmplatz nennen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelmplatz_%28Berlin%29


    Wilhelmplatz im Stadtegefüge, vor dem bau der neuen Reichskanzlei


    Dass das, was da dann gebaut werden würde nicht viel besser wäre als das, was derzeit vorhanden ist kann sich hier jeder denken.


    Ich glaube, das hier im Forum die meisten User einfach schon viel zu viele Neubauprojekte mitverfolgt haben um noch daran zu glauben, das sie das halten, was die Renderings und die verschwurbelten, oft pseudointellektuellen Entwurfserläuterungen versprechen---Sie tun es einfach in mehr als 50% der Fälle nicht!


    Daher schliesse ich in diesem Fall mit meiner meinung: Entweder die tschesiche Botschaft bzw. das gebäude beibehalten, es ist in der Tat ein beeindruckender Vertreter seiner Epoche, oder, wenn schon weg, dann konsequent und den alten Stadtraum wiederherstellen.


    Bitte keine 08/15 standart-Investorenarchitektur!!!!


    Edit: Falls sich Nordkorea mit einem entsprechenden Geldbetrag evtl auch zu einem Umzug bewegen lassen würde, könnte man, basierend auf dem jetzigen Hotelboom auch das hier wieder am wiederentstandenen Platz aufbauen: (in-deckung-geh)


    http://www.potsdamer-platz.org/kaiserhof.htm

    Einmal editiert, zuletzt von I_Engineer ()

  • ^
    Wenn ich das richtig sehe, wäre das aber nur die südliche Hälfte des Wilhelmplatzes, oder?


    Aber ob man heute einen vergleichbar würdevollen Platz schaffen kann? Der Pariser Platz hats ja gezeigt, daß man durchaus alte Formen und modernen Stil unter einem Hut bringen kann.


    Weiterhin sieht man mal alten Bildern, wie symmetrisch einerseits, aber auch eingefügt im Stadtraum andererseits solche Plätze geschaffen wurden und das mit einer sehr angenehmen Vegetation (und wer wars mal wieder? Der Schinkel).


    http://upload.wikimedia.org/wi…Wilhelmplatz_Lageplan.png


    Schade, daß sowas heute kaum noch gemacht wird.

  • Jep, man müsste den WBS-70 Plattenbau (inklusvie Hit-Martk im Keller) auf der nördlichen Platzhälfte, der in den späten 80ern errichtet wurde auch abreissen, dann wäre der Platz wieder vollständig.


    Das Prachtexemplar ist hier zu sehen:


    http://www.flickr.com/photos/wolf-rabe/7716815850/


    (und bevor jetzt wieder alle schreien "hier werden günstige wohnungen vernichtet"....da sind inzwischen zu einem grossteil Ferienwohnungen drin)

    Einmal editiert, zuletzt von I_Engineer ()

  • Mir wäre vielleicht lieber gewesen, wenn zu erst diese Platte verschwünde. Dann wäre der Blick frei drei recht ansehnliche Gebäude mit schön hellen, sauberen Fassade. Die Situation um die Botschaft herum ist ja weniger ansprechend. Und wer weiß, wann sich das ändern wird. Fragt sich nur, welcher Anblick eher zu einem Umdenken an diesem Fleck führt.


    Natürlich darf da nichts neues gebaut werden. Mal abgesehen davon, dass der Platz schon seit 300 (oder eher 250) Jahren dort "steht", wird die Ecke mit dem neuen EKZ ja auch etwas dichter. Auch wenn die WS, mit den Grünstreifen vor den Platten recht großzügig ist, kann dann eine großzügigere (hoffentlich) optisch ansprechende Freifläche nicht schaden.


    Und wieso sollte der nicht wieder Wilhelmplatz heißen? Der Ziethenplatz heißt ja auch wieder Ziethenplatz. Besser, als wieder son pseudo politische korrekter, die Gewissensbisse lindernder Name, von ner jüdischen Kinderbuchillustratorin o.ä., von der noch kein Mensch gehört hat.

    3 Mal editiert, zuletzt von Ben ()

  • Besser, als wieder son pseudo politische korrekter, die Gewissensbisse lindernder Name, von ner jüdischen Kinderbuchillustratorin o.ä., von der noch kein Mensch gehört hat.


    Sowas in einem Architekturforum. Unwürdig!

  • Wilhemplatz

    Wie die Plätze nun heissen ist nun wirklich ein nebensächliches Problem. Es wäre in der Tat hellsichtig, wenn man jetzt die Gunst der Stunde nutzte und zumindeste die erste Hälfte des Wilhelmplatzes wiedergewönne.


    Problem wird sein, dass Grund und Boden an den Bund zurückfallen, nicht an das Land Berlin. Hier müsset sich Berlin aktiv kümmern, ein Paradoxon, wie wir aus der Vergangenheit wissen.


    Die Ulrich-Platte ist - so glaube ich - zu ETW gemacht worden. Das befördert einen Abriss zugunsten einer neuen Grünfläche nicht gerade. Aber vielleicht ist sie auch noch von der WBM vermietet. Aber Wohnen abreissen, das steht momentan kein Politiker durch.


    Aber mehr GRÜN ist doch ein Thema. Und die bösen Nazis hatten den schinkelschen Platz zerstört - wenn das kein Grund ist sich dem Vor-NS-Zustand wieder anzunehmen:



    (C) akg-images

  • Ich fürchte die Rechtsnachfolger der ursprünglichen Nutzer haben sich schon für einen anderen Standort entschieden :).