Berliner Messe und ICC

  • Dann hab ich mich doch auf die Suche gemacht und will hiermit noch ein paar Eindrücke hinzufügen. U.a. der Pullmannsaal, Toiletten, der kleine Saal, die Leitstelle, der Bhf. etc...










    meine bilder

  • Am Ende der heutigen Senatspressekonferenz am BER wurde über das ICC gesprochen und Neuigkeiten verkündet.

    Der Berliner Senat will einen internationalen (Nutzungs) Wettbewerb starten und es soll noch in dieser Legislaturperiode entschieden werden, wie das ICC genutzt werden soll und auch Verträge mit privaten Unternehmen unterschrieben werden, so wie ich es verstanden habe, den Gewinnern des internationalen Wettbewerbs.

    Es sollen außerdem nicht denkmalgeschützte Bereiche, wie zum Beispiel ein Parkhaus, umgebaut werden dürfen, und so soll es für Unternehmen möglich werden, mit dem Projekt Geld zu verdienen und nicht nur Verluste zu machen.


    Hier lässt sich die Pressekonferenz angucken, ums ICC geht es ungefähr ab Minute 58:

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  • Kann ja wieder nur gut werden - nicht. Sorry, aber ich glaube nicht, dass das Konzept erfolgreich wird, sondern ein Flop wird. Das Gesamte Areal braucht ein Update internationalen Ausmaßes, so wie Städte Tokyo so etwas planen, also als Gesamtkonzept mit Wolkenkratzer, mit Kongressen, Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Grün. Stattdessen wieder Kunst und Kultur mit etwas Unternehmen und auch ein wenig Geld darf verdient werden. 🙄 Profitiert auch der Landeshaushalt in Zukunft? Nope.

  • Heute hat der Wettbewerb zum ICC gestartet.

    Die Idee ist, so wie ich es verstanden habe, dass ein Investor das ICC als Erbpacht für 99 Jahre bekommt, und außerdem daneben neue Gebäude errichten darf, z.B. ein circa 100 Meter hohes Hochhaus. Auch ein Parkhaus darf für Neubauten abgerissen werden. Der Investor muss aber auch das ICC sanieren. Das Land Berlin will kein Geld dazu geben. Durch die Neubauten soll es sich für den Investor trotzdem lohnen.

    Außerdem gibt es eine neuen Studie zu den Schadstoffen im ICC, die ersten Berichterstattungen klingen so, als wäre die Schadstoffbelastung nicht sehr schlimm.

    Im Wettbewerb können jetzt Investoren ihre Konzepte einreichen.

    Im Dezember 2026 soll ein Investor ausgewählt werden.


    Drei Medienberichte:

    https://www.rbb24.de/wirtschaf…erb-fuer-icc-verkauf.html

    https://www.bz-berlin.de/berlin/wer-hat-idee-icc

    https://www.tagesspiegel.de/be…n-liebhaber-12764936.html


    Die Pressemitteilung:

    https://www.berlin.de/sen/web/…ssemitteilung.1506447.php


    Die Ausschreibung des Wettbewerbs:

    https://www.meinauftrag.rib.de/public/publications/518283


    Die neue ICC Website:

    https://icc.berlin/


    Hier ein neues Video:

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  • Die Idee zur Bebauung des Parkplatzes ist super. In die dort entstehenden Büroflächen könnte z. B. die Messeverwaltung einziehen, wofür dann wiederum die Messehallen am Messedamm perspektivisch erweitert werden können. Vielleicht wäre das ICC auch ein Ort für einen Google-Campus.

  • Da muss man am Ende froh sein, wenn sich überhaupt jemand meldet. Wieder so viele Auflagen bis an den Rand der Unwirtschaftlichkeit – hätte nur noch gefehlt, dass man 30% Sozialwohnungen, eine Fahrradgarage und eine Dachterrasse fordert. Für welchen Investor soll das bitte interessant sein? Vielleicht ein gelangweilter Saudi, der eine Skihalle daraus machen will. Das ist alles so ökonomisch weltfremd. Statt pragmatische Lösungen zu schaffen, die Investoren anziehen, werden hier politische Idealvorstellungen auf Kosten der Realisierbarkeit durchgedrückt.


  • Absolut. Und wie man dann im Dezember 26 vom hohen Ross die vielen Investoren auswählen will, wo man eigentlich froh sein kann, dass sich überhaupt einer meldet der sich den Graus antut - Und dann meldet sich einer, den sie dann mit Stutzung von Hochhaushöhe etc. vergraulen.

  • The B1M war neulich auch da:


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  • Vielleicht ein gelangweilter Saudi, der eine Skihalle daraus machen will.

    Wenn es denn eine riesige Halle wäre (dann hätte es längst DHL oder Amazon übernommen), aber es ist ja ein vollverbautes, mehrstöckiges Haus, das allerdings zu ~50% aus "unnützem" Raum wie Foyers, Treppen und Gängen besteht, die zu drei größeren und sieben kleineren Konferenzsälen führen, die man zwar kommerziell nutzen könnte, aber für die man astronomische Mieten verlangen müsste, um den Unterhalt des Gebäudes finanzieren zu können, geschweige denn Gewinne zu machen. Ich könnte mir höchstens eine art Prestige-Hauptquartier vorstellen, z.B. eines der US-Cloud-Kapital-Giganten, die nicht wissen wohin mit dem Geld. Dafür ist dann allerdings der Standort wahrscheinlich nicht sexy genug und das Gebäude müsste für moderne Bürobedarfe stark umgebaut werden, Konferenzsäle allein werden auch hierfür nicht reichen. Einzig die Aussicht ein 80-100m Hochhaus daneben (vermutlich anstelle des Parkhauses) bauen zu dürfen, scheint (in maßen) reizvoll, allerdings erscheint die Höhenbegrenzung wieder einmal weltfremd, immerhin ist das ICC selbst bereits deutlich über Traufhöhe und ca. 40m hoch, das HH könnte sich mit dieser Begrenzung kaum merklich von dem massiven, langen Riegel abheben und würde als Erweiterung den gesamten Komplex wie ein liegendes "L" aussehen lassen, was ich architektonisch schwer verdaulich finde. Abgesehen davon kann man sich die Frage stellen, ob Streletzki seinen 176m Estrel-Tower gebaut hätte, wenn das ICC auf dem Areal in Kreuzberg gestanden hätte. Ich glaube doch, der würde das verneinen. Mit 176m und mit 80-100m erst recht.

  • Mal eine ernst gemeinte Frage: Gäbe es eine realistische Chance, wenn man sich mit dem ICC um Aufnahme in die Liste als UNESCO-Weltkulturerbe bewerben würde? Ich hätte vermutet, dass es aus dieser Epoche bisher eher wenige Denkmäler gibt, die Weltkulturerbe sind, oder? Allerdings kann ich nicht beurteilen, inwiefern das ICC einzigartig oder modellhaft ist in der Architketurgeschichte.


    Vielleicht kann da jemand was dazu sagen, der sich damit auskennt.

  • Auch ein "Denkmal" will ja erhalten und bespielt werden. Im Zweifel könnte es die Sache womöglich sogar schwieriger gestalten, da dann Auflagen hinzu kommen könnten. Klar würde es ggf. auch bei der Vermarktung helfen. Ich denke aber, man wird sich andere Gedanken machen müssen.


    Ich fände die bereits angedeutete Idee ganz gut, einen Deal unter Einbezug einer Baugenehmigung für einen oder mehrere höhere Bauten zu versuchen. Das würde sogar neues Leben und Jobs sowie ganz allgemein mehr Sichtbarkeit und Aufbruchstimmung bringen. Wer will denn schon ohne richtige Gegenleistung eine teure "Ruine" erhalten, verwalten und bespielen?

  • Die Deklaration des ICC als Unesco-Weltkulturerbe würde nicht nur Prestige, sondern auch sehr viele Eintritt zahlende Touristen bringen. Nach deiner Argumentation ist die Völklinger Hütte auch nur eine teure "Ruine", die erhalten, verwaltet und bespielt werden möchte, die aber keine "richtige" Gegenleistung bringt. Und ich bin mir sicher, dass im Saarland niemand auf die Idee kommen würde, auf den Welterbetitel der Völklinger Hütte wegen zu hoher Kosten zu verzichten.

  • Als Stadtkämmerer oder Finanzsenator würde ich darum bitten, das ICC nicht unter Schutz zu stellen. Wollte man es irgendwie nutzen, wäre es ein Sonderbau, bei dem die Pflicht besteht, die gesamte TGA, soweit die sicherheitsrelevant ist, auf dem Stand der Technik zu halten. Das kann sich nur wünschen, wer sonst keine Sorgen hat, vor allem keine finanziellen. Ohne überzeugendes und dauerhaft tragfähiges Nachnutzungskonzept, würde ich keinen Euro reinstecken.

  • ^ Nochmals: Als Weltkulturerbe würde das Nachnutzungskonzept darin bestehen, dass das ICC als touristische Attraktion gelten würde und man Einnahmen durch Eintritt zahlende Besucher generieren würde. Die Einnahmen würden wahrscheinlich nicht die laufenden Kosten für ein solch riesiges Gebäude decken. Aber man kann schon davon ausgehen, dass eine Klassifizierung als Weltkulturerbe zu erheblichen Touristenströmen führen würde, die das ICC sehen wollen und dafür auch bezahlen würden. Die Besichtigung des ICC würde zu einer Pflichtaufgabe für jeden Berlin-Touristen werden und bei 12,7 Millionen Gästen im Jahr 2024 (laut Berlin Tourismus) würden da schon ganz ordentliche Einnahmen zusammenkommen.

  • ^^

    Genau diese Frage hatte ich ja bereits in Beitrag #410 gestellt, ob das ICC im Bereich der Messe-Architektur einzigartig oder modellhaft ist. Es scheint niemanden zu geben, der das beurteilen kann und beantworten möchte.


    ^

    Die Idee ist nicht schlecht. Die Show im Friedrichstadtpalast, dazu die geplante Ansiedlung des Cirque du Soleil am Potsdamer Platz, und dann noch ABBA Voyage im ICC. Damit könnte Berlin seine ohnehin schon starke Stellung in diesem Entertainment-Bereich ausbauen. Das hätte was!

  • Was gibt’s denn am ICC so Besonderes, das man unbedingt sehen müsste? Was es andernorts nicht gibt?

    Es ist eine üppig bestückte Traumfrau, für jeden, der mit Deckenverkleidungen/Abhängungen oder Filmkulissen zu tun hat. Ansonsten steht es als extravagante Ikone der 70er Jahre für eine absurd teure Bausünde und mit etwas Fantasie für ein gelandetes Raumschiff, das einen Aufbruchs- und Fortschrittsgeist widerspiegelt, der davon träumte, dass wir 2025 in schwebenden Autos durch Hochhausschluchten fliegen würden, in der wir die Armut besiegt und das Misstrauen der Völker untereinander verlassen hätten; in der das menschliche Streben nach den Sternen in einem kollektiv erreichten Durchbruch gipfelte, der die Pforten des Weltraums für mehr von uns öffnen konnte, als für die Busenfreunde von Gigareichen.

  • ^ … Sorry, aber mit der inhaltlichen Bewertung hier, des ICC gehe ich nicht konform. Eine historisch zeitgeschichtliche Einordnung hast Du Dir gespart somit versuche ich es einmal, damit die Geschichte dieses einmaligen Gebäudes nicht ganz ins Lächerliche abgleitet.

    Man muss sich nurmal die Entstehungszeit des ICC im damaligen Berlin vor Augen führen um zu verstehen wie es zu dieser grandiosen und in Deutschland einmaligen Architektur gekommen ist.

    Die 70er Jahre, Berlin war in eine Ost und eine Westhälfte geteilt. der Ostteil war die Hauptstadt der sozialistischen DDR. Der Westteil eine von drei Besatzungsmächten künstlich am Leben gehaltene Insel des Westens inmitten der DDR, auch das Schaufenster der westlichen Wirtschaftsleistung und hochsubventioniert.

    In Ost-Berlin wurde nach Jahrzentelangen Planungen und Projektierungen 1976 der Palast der Republik eröffnet, das Glanzstück schlechthin der DDR Bauleistung dieser Epoche, welches neben 2 riesigen multiple veränderbaren Sälen für Großveranstaltungen, etlichen Restaurants, Orten des Vergnügens wie Bowlingbahnen etc. auch die Volkskammer, das Parlament der DDR, beherbergte. Zusammengefasst ein Gigantisches Multiplex- Gebäude inmitten des Ost-Berliner Zentrums anstelle des in den 50er Jahren abgeräumten Berliner Stadtschlosses.

    Dies konnte natürlich im Westteil nicht unbeantwortet bleiben. Die Kongresshalle im Tiergarten, schön und gut ein Bau aus den 50er Jahren ein Geschenk der amerikanischen Besatzungsmacht, konnte da nicht mithalten.

    1979 eröffnete also das westliche Pendant dieses gigantische silberglänzende Raumschiff am Messegelände und natürlich übertraf es die Kapazität des östlichen Gegenspielers.

    Die Westberliner waren mords stolz auf ihr ICC. Und viele haben dort Konzerte, Kongresse und andere Veranstaltungen genossen.

    Berliner Architekturgeschichte seit den späten 50er Jahren ist nur unter dieser Prämisse der gedoppelten Konkurrenz verständlich. Das ICC ist damit einmalig , erhaltens- und schützenswert.

    Die meiner Ansicht nach falsche Entscheidung, den Palast der Republik im Ostteil der Stadt einfach abzureissen um ein Gebäude aus einer viel früherern Zeitschicht am selben Ort zu errichten, kann nicht rechtfertigen auch dieses Gebäude, das ICC, der Abrißbirne, zu opfern. Und vorgeschobene wirtschaftliche Gründe erst recht nicht. Ich habe gesprochen.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo ()

  • … und Architektur-Fan , um Deine Frage irgendwie zu beantworten ob das ICC im Bereich der Messe- Architektur einzigartig oder modellhaft ist. Du siehst selbst, irgendwie ging es beim Bau des ICC wohl nicht in erster Linie um diese Fragestellung. Es war wohl viel mehr eine politische, wie auch beim Palast der Republik. Wir haben in Deutschland nicht sehr viele Gebäude dieser Größenordnung, dieser Epoche (70er Jahre) und mit diesem geschichtlichen Hintergrund. Das sollte man bei allen zukünftigen Planungen bedenken. Hierzu braucht es allerdings keinen Weltkulturerbe-Status. Nichtsdestotrotz,, das Raumschiff ist Kult!