Spittelmarkt-Thread

  • Im Gegensatz zu den vielen uniformen und öden (meist auch noch völlig überdimensioniert zurückgesetzten und mittlerweile oft quietschbunt sanierten) Platten ist dieser Bau nun einmal ein recht einmaliger Vertreter der damaligen Zeit.


    Man muss den Bau nicht überhöhen oder gar glorifizieren aber er ist solide, wesentlich einmaliger als so mancher Neubau der letzten Zeit und gewiss wohnen dort nicht neu Leute die dort wohnen "müssen". Zwar würde ich, stünde ein Abriss bevor, für das Spitteleck weiß Gott nicht auf die Barrikaden gehen. Aber das es uns nun noch ein wenig erhalten bleibt finde ich gut.

  • Dem kann ich mich nur anschließen. In meinen Augen hat dieser Eckbau etwas architektonisch einmaliges und wertvolles. Da würde ich eher für den Rückbau/ Abriss der Plattenbau-Hochhäuser entlang der Leipziger Straße plädieren, welche z.b. in meinen Augen das Stadtbild deutlich mehr stören und meiner Ansicht nach auch wenig Alleinstellungsmerkmale aufweisen, bezüglich der Architektur.

  • Bei der Lage am Wohnungsmarkt, die sich ja unter dem Rbm Müller noch nachhaltiv verschärfen wird, werden keine Wohnungen im Zentrum abgerissen, auch keine Platten.

  • Is eben ne Platte. Passt städtebaulich aber halbwegs, weshalb sie auf meiner imaginierten Abrissliste doch eher unten steht.

  • ja, den abriß wünsche ich mir schon so lange...
    ich weiß noch als ich vor 10 jahren auf wohnungssuche das erste mal durch die leipziger gefahren bin und ich nur dachte... diese hochhäuser... dieses haus mit cola werbung... ich muß mich verfahren haben und in bombay sein... jetzt wird das ding auch noch saniert... :gewehr:


    Saxonia, Martin Pohle, Reinhard, Theseus und Mattsid


    Da zeigt sich meiner Meinung nach, daß hier manch einer doch stark ideologisiert ist. Ich kann Siegrief und anderen nur zustimmen. Man muß wahrlich kein Freund des sozialistischen Städtebaus sein, um anzuerkennen, daß dieser Plattenbau etwas Besonderes ist und durchaus noch für ein paar Jahrzehnte erhalten bleiben kann. Für eine DDR-Platte ist er regelrecht pittoresk.


    Ich vertrete bekanntlich eine Art Mittelposition zu den hochwertigeren Ostplatten. Ich finde es unredlich, wenn man deren relativen Wert nicht anerkennt und nicht zugesteht, daß sie der Stadt Identität geben, vor allem das nötige DDR-Feeling. Die Stadt verändert sich schon genug, es ist daher durchaus gut, wenn die DDR-Geschichte ein Stück weit repräsentiert wird.


    Da scheint man doch irgendwie falsche Prioritäten zu haben, denn es gibt/gab hundertfach minderwertige Ostplatten im Zentrum, deren Abriß viel wichtiger war/ist. Wenn ich mir so das Umfeld aus Nachwendebauten anschaue, dann hebt dieser Bau ja geradezu die Vielfalt in dieser Gegend und macht sie erträglicher.


    Bei aller berechtigten Kritik am DDR-Städtebau sollte man doch das Maß wahren. :)

  • Ich finde es unredlich, wenn man deren relativen Wert nicht anerkennt und nicht zugesteht, daß sie der Stadt Identität geben, vor allem das nötige DDR-Feeling.


    Wie kommst du darauf, daß am Spittelmarkt DDR-Feeling nötig ist? Der Spittelmarkt hätte sehr viele Dinge nötig, aber definitiv kein DDR-Feeling.


    Ich bestreite ja gar nicht, daß es sich hier um eine höherwertige Platte handelt. Aber diese Platte steht leider an der falschen Stelle. Wir befinden uns hier am Spittelmarkt, in unmittelbarer Nähe zur Fischerinsel. Die Flächen der an drei Seiten von Wasser umgebenen Fischerinsel sind ein innerstädtisches Juwel. Aus dem Bereich Spittelmarkt/Fischerinsel könnte man unglaublich viel rausholen ... wenn diese Platte dort nicht stehen würde.


    Wenn ich mir so das Umfeld aus Nachwendebauten anschaue, dann hebt dieser Bau ja geradezu die Vielfalt in dieser Gegend und macht sie erträglicher.


    Einspruch! Der Boom der Nachwendebebauung ging doch größtenteils am Spittelmarkt/Fischerinsel vorbei. Insofern ist dieser Bereich von langweiliger Investorenarchitektur aus der Nachwendezeit größtenteils verschont geblieben.

  • Wisst ihr, mein Eindruck ist, dass hier zwei Dinge vermischt werden. Ein eigener Mikrokosmos mit dem Namen DDR hat 1989 aufgehört zu existieren und irgendwie wird davon ausgegangen, zwischen den Zeilen, dass sich die DDR ohne Mauerfall & Co. in den letzten immerhin 25 Jahren nicht nennenswert verändert hätte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass bei einer wieder besseren wirtschaftlichen Lage die DDR Oberen selbst wieder eine ganz andere Innenstadtgestaltung durchgesetzt hätten, es gibt angesichts von in den 80ern angepackten Rekonstruktionen und auch Projekten wie dem Nikolaiviertel sogar mehr Anhaltspunkte für solch eine Abkehr vom puristischen Funktionalismus als zB in Westdeutschland der 1980er, wo sich ja bis heute zB Rekonstruktionen deutlich schwerer behaupten können (auch Anno 2014 ist hier der Schwerpunkt für eine "Rückholung" verlorener Stadtbilder ganz klar im Nordosten der Republik zu sehen).


    Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass jegliche "Erinnerungsstücke" an diesen Mikrokosmos erhaltenswert sind, einfach weil die DDR ein abgeschlossenes Kapitel ist und man jetzt konservatorisch sozusagen über deren "Nachlass" wachen müsse. Und als wäre ein Abriß irgend eine Art von Werturteil über die Zeit, in der ein Gebäude entstanden ist. Etwas hat für mich einfach keine gesteigerten Relevanz, bloß weil es in der DDR gebaut wurde und es diese DDR nicht mehr gibt, als irgend eine westdeutsche Trabantensiedlung aus den 60ern, 70ern und 80ern, die auch vielerorts wieder abgerißen werden sobald die Gebäude sanierungsbedürftig werden, weil man diese Art von Städtebau als Irrweg erkannt hat. Dokumentarische Zwecke rechtfertigen für mich auch nicht jungen Generationen über weitgehende Veränderungsverbote prominenter Orte der Stadt eigene Entwicklungsmöglichkeiten zu nehmen und auch nicht Architektur zu erhalten, die sich überlebt hat. Zu Chronistenzwecken reicht eine gute Dokumentation und Archivierung der Gebäude allemal aus.


    Übrigens war das auch immer das Konzept der "Architektur der Moderne" des 20. Jahrhundert. Diese Architektur zu konservieren steht im Widerspruch zu deren eigenen Intention!

  • ^
    Der Tenor in dieser Diskussion ist aber nicht, dass "diese Architektur" konserviert werden soll, sondern, dass der Bau ästhetischen Wert hat, also schlichtweg "etwas hat".

  • Ja - das ist eben seit Ende des 19. Jh. der Sinn von Denkmalpflege: Die relevanten materiellen Güter vergangener Gesellschaften, die aussagekräftig von der Zeit berichten, als authentische Dokumente zu bewahren - nichts anderes. So steht das auch in den Denkmalschutzgesetzen und verschiedenen internationalen Konvetionen. - Ästhetik spielt dafür gar keine Rolle - nur der dokumentaische Wert. Und auch frühere Zeitalter hatten damals keinen Bewahrungsanspruch - so hat man in der Barock- oder Renaissancezeit ältere gotische Gebäude abgerissen oder überformt (siehe auch Stadtschloss Berlin) - heutzutage gelten gotische, Renaissance aber auch barocke Gebäude als denkmalwürdig - von daher spielt für ihre Beurteilung NUR die retrospektive Einschätzung eine Rolle - nicht, was man bei ihrer Errichtung damit "wollte"...

  • Vor allem steht der Bau dem Stadtgrundriss gar nicht so sehr entgegen, anders etwa als die Plattenbauten auf der Fischerinsel.


    Das Gebäude ist irgendwie eine Mischung aus Südamerika-Brutalismus und Vorzeige-Plattenbau Jugoslawiens, mit einer Prise 60er, 70er und 80er.. Unbedingt erhaltenswert und jenseits ideologischer DDR-Diskussionen auch für den Arbeiter- und Bauernstaat besonders, also keinesfalls vermeintliche Massenware.

  • Ich würde auch sagen, das ding ist zwar potthässlich, aber es fügt sich immerhin vom Grundriss her dem Straßenverlauf an. Ob dort nun ein Neubau (egal, ob Patzschke oder Chippy) hinkommt, das wird den "Platz" auch nicht mehr Aufenthaltsqualität geben, solange dort nicht Maßnahmen, wie die Straßenverschwenkung und somit auch Schaffung weiterer Platzfläche erfolgen. Bis es soweit ist, kommt ein Abriss ja vielleicht wieder eher infrage. Somit sehe ich keinen Grund, schon wieder eine "Böse DDR-, gute DDR"-Diskussion zu beginnen...


    Eisbärs Beitrag finde ich auch sehr schlüssig.

    Einmal editiert, zuletzt von Ben ()

  • Die positiven Wortmeldungen zu dem Gebäude sagen IMO mehr über unsere gegenwärtige Dämmputz-Bau(un)kultur aus, als über das Gebäude selbst, denn das ist und bleibt hässlich und abstoßend. Im Gegensatz zu dem erwähnten Gebäude in Chicago sehe ich hier auch nicht den geringsten architektonischen Wert sondern allenfalls plumpe Massenware, die schon zu ihrer Entstehungszeit nicht mehr zeitgemäß war. Umso bemerkenswerter ist, dass jetzt überhaupt über den Wert dieses Gebäudes diskutiert wird.

  • Ja - das ist eben seit Ende des 19. Jh. der Sinn von Denkmalpflege: Die relevanten materiellen Güter vergangener Gesellschaften, die aussagekräftig von der Zeit berichten, als authentische Dokumente zu bewahren - nichts anderes.


    Richtig. Einzelne, relevante Güter und kein flächendeckendes Puppenstübchen aus einer anderen Zeit und auch nicht willkürlich jene Gebäude zu erhalten, die halt gerade keiner abreißen wollte um das Grundstück anders zu bebauen. Genau das machen wir aber gerade und wohl weil das irgendwie nicht nur ich so empfinde, setzt sowas wie eine "Torschlusspanik" ein und jetzt wird erstmal alles unter Kuratel der architekturinteressierten Öffentlichkeit gestellt, was aus dem abgeschlossenen Kapitel "DDR" stammt.


    Bis auf weiteres, bis man sich sortiert hat oder, so wie es aktuell zugeht, Abriße einfach irgendwann mal eine gewisse Restmenge an Gebäuden übrig gelassen haben, die dann willkürlich als "Augenzeugen" herhalten sollen. Nicht weil sie besonders relevant sind, sondern im Zweifel weil sie besonders uninteressant waren (Lage, Klientel, was auch immer) und daher keine Investitionen angezogen haben - immer bedenken, unter Denkmalschutz kann sinnigerweise auch nur das gestellt werden, was im Kern mit Originalsubstanz erhalten ist. Also ein komplett umgebauter, mit Styropor sanierter Plattenbau aus DDR Beständen kann zB gerade kein Baudenkmal mehr werden.


    Ich plädiere einfach dafür, Fragen die sich evident stellen auch zu diskutieren. Die Frage ist welchen kulturhistorischen Wert die Architektur des 20. Jahrhunderts hat (unabhängig von aus langer, kunsthistorischer Sicht "kleinkarierten" Unterscheidungen wie BRD/DDR, sondern deutsche Nachkriegsarchitektur insgesamt als Architekturepoche). Und was man davon dezidiert bewahren will und warum. Viel ORIGINALSUBSTANZ ist nämlich nicht mehr erhalten. Gerade weil "die Moderne" im 20. Jahrhundert keine Denkmäler bauen wollte, sondern Nutz- und Abnutzungsobjekte, die gern immer wieder umgebaut und verändert werden sollten.


    ...außerdem wird Denkmalschutz derzeit durch die äußerst fragwürdige Fassadendämmung ausgehöhlt (mehrfach hier und in den Medien schlüssig dargestellt, dass Fassadendämmung im Bestand sich nicht immer bzgl. Ökobilanz und Kosteneinsparung "lohnt" und schon gar nicht das erste Mittel der Energieeinsparung sein sollte, sondern die Ultima Ratio). Wenn bis 2050, so der aktuelle Plan unserer Politiker, die ganze Republik mit weißen Kunststofffenstern und weißem Spritzputz, auf Wärmedämmverbundsystemen, "modernisiert" sein wird erübrigen sich alle Fragen des Denkmalschutzes und Architektur schlechthin sowieso. Der Weg ist vorgezeichnet.


    Wie man sieht also jede Menge Diskussionsstoff über den Umgang mit unserer Architektur und unseren Städten. Und dies hier ist ein Architekturforum. Ich begrüße sehr die aktuelle Kontroverse.

  • Somit sehe ich keinen Grund, schon wieder eine "Böse DDR-, gute DDR"-Diskussion zu beginnen...


    Das Schlagwort "DDR" interessiert (mich) dabei auch gar nicht. In 100 Jahren ist unseren Nachfahren genauso egal und im Zweifel unbekannt, was eine DDR (und wenn die europäische Einigung fortschreitet was eine BRD) war, wie heute der "Deutsche Bund" des 19. Jahrhunderts, der schon als schierer Begriff kaum einem Normalbürger auf der Straße mehr als "ah, das hatten wir damals kurz in Geschichte in der Schule, weiss nicht mehr" entlocken dürfte.


    Obwohl er immerhin 51 Jahre existierte und für die damals lebenden Menschen ganz genauso selbstverständlicher Teil ihres Lebens gewesen sein dürfte, wie für die "gelernten DDR Bürger" die 4 Jahrzehnte "ihrer" DDR. Man muss sich da einfach etwas von der eigenen Biographie lösen, langfristig interessiert diese Ost/West Sache einfach niemand mehr. Und am Rande bemerkt: mit dieser Distanz dürften unsere Nachfahren auch ziemlich schnell zu dem sich aufdrängenden Urteil kommen, dass sich die Nachkriegsarchitektur in BRD und DDR in ihrer Piefigkeit gar nicht so sehr unterschied, das ist zumindest meine unmaßgebliche Erwartung. D. h. anstatt die Teilung in diesen Debatten künstlich fortzuführen sollte über "deutsche Nachkriegsarchitektur" insgesamt diskutiert werden.

  • Lesekompetenz steigern!

    Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass jegliche "Erinnerungsstücke" an diesen Mikrokosmos erhaltenswert sind, einfach weil die DDR ein abgeschlossenes Kapitel ist und man jetzt konservatorisch sozusagen über deren "Nachlass" wachen müsse. Und als wäre ein Abriß irgend eine Art von Werturteil über die Zeit, in der ein Gebäude entstanden ist. Etwas hat für mich einfach keine gesteigerten Relevanz, bloß weil es in der DDR gebaut wurde und es diese DDR nicht mehr gibt, als irgend eine westdeutsche Trabantensiedlung aus den 60ern, 70ern und 80ern, die auch vielerorts wieder abgerißen werden sobald die Gebäude sanierungsbedürftig werden, weil man diese Art von Städtebau als Irrweg erkannt hat.


    Das hatten wir doch alles schon x-mal in anderen Diskussionen. Wozu schreibe ich von einer Mittelposition? Wozu schreibe ich von ein paar Jahrzehnten, die das Teil noch stehen kann?


    Es hat seine Qualitäten. Es bringt DDR-Identität, die allgemein zu einem gewissen Grad wünschenswert ist. Dieser Grad hängt natürlich von der Zeit und von der Entwicklung der Stadt, des Umfeldes ab. Es geht hier also nicht um eine Konservierung per se, sondern um einen pragmatischen Blick auf die Stadt. Habe ich doch schon hundertmal erzählt.


    Ich würde das Gebäude vermissen. In 20 Jahren vielleicht nicht mehr oder deutlich weniger. Es hat seine Werte. Punkt.


    Die DDR gehört zum Ostberliner Stadtbild, daher bedeutet es eine Zerstörung von Identität, wenn man sie allzu rigoros und schnell tilgt. Das kann jeder anders taxieren, aber dieser Effekt ist meiner Meinung nach unleugbar.


    Und hier gibt es eben genug Leute, die denken, das Teil hat noch seinen Charme, das darf noch bleiben. Übrigens gerade auch wegen der Cola-Werbung. :)


    Ich freue mich natürlich über Chipperfield und Konsorten. Die sollen aber erst mal woanders zuschlagen, zumal diese Gegend doch nun völlig DDR-Style ist.


    PS: Ich sehe in der Gegend wenig herausragende Nachwende-Architektur, aber vielleicht kann mir jemand auf die Beine helfen.

  • ^"in der Gegend" ist relativ. Auf einige herausgehobene Exemplare, die außergewöhnlich sind, könnte man sich hingegen "berlinweit" rasch einigen. Der Fernsehturm am Alex, das ICC,... und da wird's dann schon kritisch. Es wurde lange ernsthaft diskutiert das ICC einfach abzureißen, eine echte Perspektive hat man dafür bis heute nicht geschaffen. Das ist der ganz reale Umgang mit selbst sehr herausragenden Exemplaren der berliner Nachkriegsarchitektur. Da braucht man mir mit dem Baudenkmalwert von Plattenbauten einfach erstmal nicht kommen, zumal wenn diese ohnehin schon "kaputtsaniert" sind (was den Denkmalwert angeht).


    Denkmalschutz kriegt eben nur Originalsubstanz, ich wiederhole mich gerne, ohne launig auf "Lesekompetenz" zu verweisen. Denn was im Erscheinungsbild und der Ausstattung komplett umgekrempelte Gebäude noch mit "DDR-Identität" zu tun haben konnte mir noch niemand schlüssig erklären. Wenn man Gebäuden durch "vollendete Tatsachen" von vorneherein den Denkmalwert genommen hat dann stehen diese für mich einfach zur Disposition, nach "vulgären" Gesichtspunkten der Gefälligkeit.

  • ... mir fällt kein einziger Grund ein, die Coca Cola Platte abzureißen. Das Haus ist ein, wenn auch nicht besonders schönes aber orginelles, in Deutschland einzigartiges Gebäude und ein architektonischer Zeitzeuge. Mit der Cola Werbung auf dem Dach erhält es eine ironische Note. Es ist außerdem großstädtisch und bietet bezahlbaren, zentral gelegenen Wohnraum. Dieses ausgefallene Plattenbauhaus würde ich nicht gegen mehrere Vertreter der "neuen deutschen Langeweile" tauschen wollen. Das Haus ist m.E. auf seine Art erfrischender als bspw. das Kollebelle.

  • Denkmalschutz kriegt eben nur Originalsubstanz, ich wiederhole mich gerne, ...


    Das ist Quatsch. Viele Kopien stehen heute unter Denkmalschutz. Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor, die Staatsoper, die königl. Bibliothek, die Intendanz der Staatsoper (die gerade kopiert wird), das Kronprinzenpalais, das Alte Palais usw. usf.

  • Denn was im Erscheinungsbild und der Ausstattung komplett umgekrempelte Gebäude noch mit "DDR-Identität" zu tun haben konnte mir noch niemand schlüssig erklären.


    Ich rede nirgends von Denkmalschutz. :)
    Für mich sieht das Gebäude genauso aus wie vorher. Ich bin da nicht so sensibel. :)


    Sicherlich gibt es sanierte Ostplatten, wo man noch wenig DDR-Feeling hat, aber selbst da spürt man es noch, z.B. an der Jannowitzbrücke/Alexanderstraße.


    Ich kann deine Perspektive ja verstehen, ich habe früher auch mal so gedacht. Mittlerweile sehe ich die Osthinterlassenschaften differenzierter und ganzheitlicher. Sie kriegen immer mehr einen historischen Touch, und bei so viel Verwestlichung sind sie mittlerweile sogar wertvoll für die Stadt - wie gesagt nicht für immer.


    Für mich wäre es eine unnötige Entfremdung, wenn man die Rathauspassagen oder die Cola-Platte abrisse Warum unnötig Entfremdung produzieren? Selbst die Platten an der Spandauer und Karl-Liebknecht-Straße würde ich im Moment noch etwas vermissen. Alles hat seine Zeit. Irgendwann will ich die auch weghaben. Es ändert sich so viel in Berlin, man muß es nicht übertreiben.


    Und die Cola-Platte hat eben deutlich mehr Esprit als die Spandauer Platten.


    Du findest die Platte halt kacke. Das größte Rätsel des Universums bleibt aber: Was würde bei einem Abriß dort kommen?


    Ähnliche Bauten, wie in der Umgebung? Ich entsinne mich da recht langweiliger Nachwendearchitektur.


    PS: Hier noch mal ein Bild zum Schwelgen in diesem Architekturwunder. Als Ossi muß ich feststellen: Dieses Gebäude löst in mir starke Heimatgefühle aus. Ist halt so. Kann sich ein Wessi vielleicht schwer vorstellen. Da könnte man mehr für die innere Einheit tun. :)



    (C) Bato sollte man dann aber schon noch erwähnen.