Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus, Bahn, Wasserwege, Gebäude)

  • Nun ja, das Gesamtvorhaben umfasst nun einmal die Strecke Nordbahnhof-Hauptbahnhof, auch wenn es im noch zu eröffnenden Abschnitt 'nur' eine völlige Neutrassierung samt neuer Anbindung in Richtung Bernauer und in Richtung Hbf ist. Insofern ist es schon ganz richtig, wenn von einer Eröffnung der Neubaustrecke die Rede ist, schließlich ist das Gesamtvorhaben jetzt erst fertig. Letztendlich sind für die Endnutzer auch eher die neuen Linienverbindungen relevant - der bereits eröffnete Teilabschnitt und der Hauptbahnhof werden für weite Teile des Prenzlauer Bergs und einige Bereiche von Friedrichshain und Mitte erst jetzt direkt erreichbar.


    Die BVG hat zwischenzeitlich bereits die Fahrpläne freigegeben - wie bereits bekannt, wird die M5 im Abschnitt Hackescher Markt - Hauptbahnhof nur noch alle 20 Minuten verkehren. Das finde ich sehr schade, die Verbindung Invalidenstraße - Hackescher Markt dürfte trotz der neuen Linien weiterhin ein ziemlich hohes Potential haben - nicht nur zur Umfahrung der Stadtbahn im Streik- oder Störungsfall.

  • Neubau einer Spreebrücke als Teil der SOV (Süd-Ost-Verbindung)

    Siehe z. B. #1124 und #1125


    Etwas westlich des Oberschöneweider Zentrums entsteht eine neue Straßenverbindung über die Spree. Während auf der südlichen Spreeseite bereits die ersten Stahlbrückenteile montiert sind, ist man auf der Nordseite noch mit dem Bau des Brückenkopfes und der Straßentrasse beschäftigt. Da ich auf der Nordseite unterwegs war, habe ich nur von dort 3 Bilder gemacht (Standort Nalepastraße):



    Blick nach Norden:



    Blick Richtung Spree:


  • Neue Straßenbahnhaltestelle Berlin Hbf

    Die neue Straßenbahnhaltestelle mit den schicken (?) geschwungenen Betondächern soll ja nun Ende August endlich eröffnet werden. Aufgrund der schlechten Ausführung der Betonarbeiten musste nachgebessert werden (die Medien sprachen von Sanierung).


    Jetzt ist noch ziemlich genau ein Monat Zeit und die Haltestelle präsentiert sich momentan wie hier zu sehen:





  • Die neue Straßenbahnhaltestelle mit den schicken (?) geschwungenen Betondächern soll ja nun Ende August endlich eröffnet werden. Aufgrund der schlechten Ausführung der Betonarbeiten musste nachgebessert werden (die Medien sprachen von Sanierung).


    Ich halte diese Haltestelle für eine Fehlkonstruktion. Habe mir nochmal die Bilder angeschaut, wie sie fertig aussehen soll. http://www.stadtentwicklung.be…_popp_architekten_800.jpg
    Ich sehe da keinen Windschutz und nur einen kleinen Spritzschutz. Wenn das alles offen bleibt - und so sieht es in den Renderings aus - dann ist das ganze "schöne" Dach für die Katz, weil es keinerlei Schutz vor Wind und Wetter bietet.


    Die "neue" Tram-Haltestelle an der Landsberger Allee ist zwar hässlicher aber praktischer. https://m5baublog.files.wordpr…24_080432.jpg?w=640&h=360 Beides schön und praktisch scheint in Berlin nicht vorgesehen :nono:

  • Noch nicht ganz fertig und sieht schon so aus, dass man sich nur darauf freuen kann, wenn diese irgendwann einmal wieder abgerißen wird. Woher nur diese Fixierung auf Stahlbeton deutscher Architekten immer kommt? Wenn man das mit einem Stahlskelett mit dafür gefertigten Blechen gemacht hätte, dann hätte das sogar richtig stylish aussehen können, etwas wie die Außenhaut der BMW Welt zB.


    So sieht es einfach nur stumpf und grau aus. Auf dem letzten Bild erinnert es mich an zweckmäßige Auffahrtsrampen zu einer Stadtautobahn o. ä., wo nur noch die Leitplanken an der Seite fehlen. Wieder einmal fühlt man sich veräppelt, wenn man sich die Versprechungen der Visualisierung im Vergleich ansieht.

  • Hier gebe ich den Kritikern uneingeschränkt recht. Lediglich die Form als solche sieht gefällig aus.


    Die Oberflächen sind gruselig: Fleckiger, unsauber verarbeiteter Beton mit zahlreichen Kleckerstellen und porösen Bereichen, nach spätestens einem Winter wird das richtig siffig aussehen. Selbst die Säulen hat man nicht sauber hinbekommen. Eigentlich müsste man den gesamten Beton mit einem wetterfestem und ansehnlichen Material ummanteln. Der Vergleich mit Auffahrtsrampen zu Parkdecks o. ä. drängt sich einem regelrecht auf.


    Das Dach ist außerhalb der Mitte so hoch, dass es schon bei leichtem Wind kaum noch als Regenschutz dienen kann.


    Natürlich ist die Haltestelle noch nicht endgültig fertig, aber ich frage mich, was man noch in den verbleibenden 4 Wochen reißen will (und kann). Oder man eröffnet sie und nach ein paar Monaten wird sie wieder gesperrt wegen dringender Reparaturarbeiten...

  • Vielleicht sollte man, bevor man ein endgültiges Urteil fällt, einfach mal abwarten bis dieses Bauwerk fertig ist. Die Strecke soll noch im August eröffnet werden, ob das aber für die Haltestelle gilt ist noch völlig offen. Btw.ich halte diese Konstruktion, Formgebung und Materialität für gelungen. Endlich mal was anderes in Berlin.

  • Btw.ich halte diese Konstruktion, Formgebung und Materialität für gelungen. Endlich mal was anderes in Berlin.


    Was bringt es denn wenn diese gut aussieht aber man bei regen nass wird, weil dieses Konstrukt seine eigentliche Aufgabe nicht erfüllt?

  • ^^ @ DerBe: Natürlich urteile ich neu, wenn die Haltestelle eröffnet ist. :)
    Sie soll aber sehr wohl Ende August fertig sein, wie man z. B. diesem Artikel in der Berliner Woche entnehmen kann (s. zweitletzter Absatz).


    Immerhin sieht es jetzt schon etwas besser aus als noch auf diesem Foto aus der BZ. ;)

  • ^^ Woher wollen Sie das wissen? Möglicherweise kommt noch ein weiterer Wetterschutz an den Seiten hinzu. Diese Rumgenöle an halbfertigen Bauwerken nervt jedenfalls.

    Einmal editiert, zuletzt von DerBe ()

  • ^
    Ich bleibe da skeptisch. Wenn man sich das oben (#1518) von mir verlinkte Rendering anschaut, ist kein Wetterschutz zu sehen. Wenn der hinterher irgendwie hingefriemelt wird, hat es dann nichts mehr mit dem ursprünglichen Architektenentwurf zu tun.

  • Vielleicht sollte man, bevor man ein endgültiges Urteil fällt, einfach mal abwarten bis dieses Bauwerk fertig ist. [...] Btw.ich halte diese Konstruktion, Formgebung und Materialität für gelungen. Endlich mal was anderes in Berlin.


    Ist das jetzt Ironie oder wirklich ernst gemeint? Ich werde es mal mit einer Mischung aus ernsten und ironischen Aspekten beantworten und so im Zweifel hoffentlich beides abdecken.


    Wenn man sieht, wie viel bereits jetzt nachgebessert werden musste und wie minderwertig bis dato alles verarbeitet wird, ist ein erstes Zwischenfazit wenige Wochen vor geplanter Übergabe wohl nicht voreilig und kann eigentlich nur vernichtend ausfallen :Nieder: "Endlich mal was anderes" ist zudem noch lange kein Argument. Nur weil etwas immer so gemacht wurde, muss es natürlich nicht immer weiter so gemacht werden. Aber NUR deshalb muss man es anders herum auch nicht beliebig verändern. Veränderung allein der Veränderung willen ist sinnleer und genauso trifft das auf diese kühne "Konstruktion" zu.


    1. Frage:
    Soll das reine Deko sein oder auch eine Funktion erfüllen?
    Gute Architekten können Form und Funktion gelungen kombinieren (vgl. Hauptbahnhof oder BER als Grundidee - klar gab es da auch funktionale Mängel). Wenn man hingegen den Wartenden etwas hinstellt was nicht einmal annährend seine Grundfunktion erfüllt, ist das mE auf sachlicher Schiene pure Arroganz und Respektlosigkeit von den Architekten und ein klarer Fall für den Rechnungshof. Wenn Du jemals als Bauherr tätig wirst, dann stelle ich Dir gerne auch "mal was anderes" hin, was es so sicher nicht noch einmal in Berlin gibt. Ob es dann auch (s)eine Funktion erfüllt, da will ich mich noch nicht festlegen. Das ergibt sich vielleicht zufällig aus der Form (und man darf gerne Hilfsmittel wie regenfeste Planen o.Ä. benutzen, ich bin da nicht so streng). Nachbesserung wegen funktionaler Mängel oder Materialfehler sind hoffentlich egal (Funktion ist eh überbewertet und Geld noch viel mehr).


    Im konkreten Fall handelt es sich demnach offenbar mehr um Deko. Während man solche an sich ja an jede beliebige Ecke hätte stellen können, könnte es hier evtl. eine Art witziges "Zitat" einer echten Bahnhofüberdachung darstellen und musste somit in einen echten Wartebereich integriert werden. Dass dadurch eine echte Überdachung fehlt ist Teil des Konzeptes, sozusagen ein avantgardistischer practical Joke. Das erfasst man dann in der Tat erst, wenn alles fertig ist und man kräftig nass gespritzt wird. Dann erst werden alle Kenner ein wissendes Lächeln im Gesicht tragen und Regen und Wind so richtig genießen. Positiver Nebeneffekt, den man wohl ebenfalls erst dann bewusst erfasst: Die ganzen Penner (i.e. echte Obdachlose wie auch biedere Kunstbanausen, Funktionsmenschen eben) werden so auch gleich ferngehalten, da sie auf ordinären Wind- und Regenschutz gesteigerten Wert legen und wahre Genialität einfach nicht erfassen. So bleiben echte Connaisseure unter sich.


    2. Frage:
    Überzeugt die Ästhetik?
    Mich persönlich überzeugt der Mix aus scheinbar geschwungenen, freischwebenden Dachflächen und lauter Säulen auch ästhetisch nicht. Nur auf den ersten Blick versprüht das einen gewissen Hauch filigraner Eleganz, die sich scheinbar aus entsprechender Bauweise und Materialwahl ergibt. Wenn so etwas durch innovative Verfahren gelingt, ist es genial. Aber hier zerstören mE die banalen Säulen diesen schönen Effekt weitgehend. Ich weiß auch nicht wie man es anders hätte lösen sollen, aber so wirkt es zu viel gewollt und zu wenig gekonnt auf mich. Dann hätte man die Dächer vielleicht an den Rändern wieder herunterwölben sollen (wie in der Mitte) oder aber alles aus geeignetem Metall formen. Jetzt wirkt es wie eine Zwitterkonstruktion auf mich. Und wenn man dann auch noch Wind- und Regenabweiser nachrüsten sollte (etwa weil einfach zu wenige den praktischen Humor der Kunstelite teilen), sieht es vermutlich gänzlich daneben aus.


    Von der vermeintlich gelungenen "Materialität" mal ganz zu schweigen. Ich bin generell eher kein Verfechter von nacktem Beton, aber auch kein völliger Gegner. Hier hätte es mE ganz gut wirken können. Nur WENN man ihn einsetzt, dann bitte mit entsprechender Sachkenntnis. Alleine die Nachbesserungen zeigen doch schon eindrücklich, dass man es offenbar nicht kann und somit ist mE auch Deine Hoffnung auf den vermeintlich besseren endgültigen Eindruck naiv. Man schafft es in dieser Stadt ja scheinbar nicht einmal senkrechte Betonstelen hinzustellen, die dann lange halten (Holocaust-Mahnmal). Hier hingegen meint man den Zahn der Zeit schon vor der Eröffnung zu erkennen. Aber sicher auch hier wieder alles Teil des Konzeptes (banale Säulen und Siff als bewusste Stilmittel des ironischen Zitats).

  • Straba Haltestelle am Hbf

    Lobenswert ist, dass man guten Willens war, am Hbf keine 0815 Standard Haltestelle zu schaffen. Das ist erwähnenswert und alles andere als selbstverständlich. Vielleicht soll die Überdachung auch gar nicht in erster Linie gegen Regen, sondern gegen die Sonne schützen ? Dafür wäre der Aufwand aber recht hoch.


    Ob man mit anderen Materialien als Beton schneller, preiswerter, ansehlicher, langlebiger gebaut hätte, weiss ich nicht.


    Egal wie praktisch diese Haltestelle letzendlich wird, in mein Auto regnet es auf jeden Fall nicht rein. Also Auto kaufen anstelle ÖPNV Fahrscheine. :lach:

  • Möglicherweise kommt noch ein weiterer Wetterschutz an den Seiten hinzu.


    Wie soll dass denn gehen, bzw. aussehen?


    Diese Rumgenöle an halbfertigen Bauwerken nervt jedenfalls.


    Das Rumgenöhle geht erst richtig los wenn diese Haltestelle in Betrieb ist und die Fahrgäste feststellen das diese Wind und Wetter ausgesetzt sind.

  • Manche tun hier so als ob in Berlin ständig extreme Wetterbedienungen herrschen würden. Das Dach ist dafür völlig ausreichend und stürmen tut,s dann doch relativ selten. Mir gefällt das futuristische/ organische Dach bisher sehr gut. Vorallem wenn es noch weiß angestrichen wird. Es wird seinen Zweck schon erfüllen da bin ich mir sicher.

  • ^ Ein Vorschlag wie bei dem Konstrukt ein Wetterschutz möglich sein soll kam ja bisher nicht.


    Glaubst du das die Fahrgäste sich vollregnen lassen und nicht rumnöhlen, sondern sagen: "na Hauptsache ist, die graue Betonkonstruktion sieht gut aus"?


    In kürze ist es ja Fertig und der Herbst steht vor der Tür ... ;) Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist das Ding unbrauchbar (Oder ist dir ein Zweck bekannt?)

  • Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus und Bahn, Gebäude)

    Vielleicht wirklich lieber erstmal abwarten. Zum Einen wurden zwischen den Säulen bereits oben und unten horizontale Leisten angebracht, was durchaus auf eine Teilverglasung hindeuten könnte, zum Anderen stellt sich mir schon die Frage, wieso man dann nicht generell Bahnsteigdächer in Frage stellt, die Schützen gemeinhin auch nur von Oben vor Regen.


    Bei beiden Hauptkritikpunkten - Oberflächenlook und Wetterschutzeigenschaften - ist noch unklar, wie diese final ausfallen werden, insofern einfach mal die Füße stillhalten und dann im September aus eigener Erfahrung heraus nochmal in die Diskussion gehen.

  • ^ Ein Vorschlag wie bei dem Konstrukt ein Wetterschutz möglich sein soll kam ja bisher nicht.


    Glaubst du das die Fahrgäste sich vollregnen lassen und nicht rumnöhlen, sondern sagen: "na Hauptsache ist, die graue Betonkonstruktion sieht gut aus"?


    In kürze ist es ja Fertig und der Herbst steht vor der Tür ... ;) Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist das Ding unbrauchbar (Oder ist dir ein Zweck bekannt?)


    Langweiliges Rumgenöhle auch in diesem Beitrag. Natürlich könnten die Seiten, wenn denn überhaupt erforderlich, mit Glas oder ähnlichem versehen werden. Aufkantungen aus Metall werden gerade gesetzt. Aber das ist Ihnen doch sowas von egal. Ihnen gefällt`s nicht. Is ja auch ok. Nur dann sagen Sie dass doch auch und verschonen uns mit ihren Pseudoargumenten.