Nein - in den Punkten hast Du natürlich recht. Das ist eine enttäuschte Polemik, die unsachlich ist.
Die Fassade war bereits im Ursprungsentwurf sehr geschlossen, dies wurde durch tausende von Perforationen zwischen speziellen Ziegeln aufgelockert. All das fällt jetzt weg. Die Wände werden geschlossen. Das Gebäude wird eine Art Bunker und erscheint sehr simpel. Wir alle kennen vergleichbare Bauwerke, die in den Siebzigerjahren in den Unis und Museen häufig waren. Beliebt sind die nicht und oft schon lange abgerissen.
Ich habe mit Humboldtforum und Bauakademie verglichen, weil es aktuelle Kulturbauten sind, aber naheliegender ist der Vergleich mit den Gebäuden des Kulturforums. Mich ärgert es sehr, wenn Journalisten paradigmatisch schreiben, dass das Kulturforum der ödesteste Ort inBerlin sei (das selbe Superlativ scheint auf weitere 20 Orte zuzutreffen) obwohl das Kulturforum von herausragenden Bauwerken bestimmt wird. Die NNG, die Philharmonie und die Stabi sind Glücksfälle. Schwächer ist die Gemäldegalerie, die vor allem wegen ihrer unspektakulären Architektur viel weniger Besucher generiert, als die Sammlung verdienen würde. Geradezu vermurkst sind Kunstgewerbemuseum und Kupferstichkabinett. An letztere schließt das Museum der Moderne qualitativ wohl an. Die Umplanung ist für den Abstieg vom Niveau der Gemäldegalerie, auf das des Kunstgewerbemuseums verantwortlich. Der Bau setzt sich aber nicht an den Rand, sondern in die Mitte - sehr ärgerlich!