Band des Bundes, Spreebogenpark und Reichstag

  • Wolfgang Kubicki in seiner Funktion als Bundestagsvizepräsident und Vorsitzender der Baukommission in einem Interview: https://www.berliner-zeitung.d…-ueberall-eimer--32109636
    Demnach ist Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres beim Besucher- und Informationszentrum (BIZ) des Bundestags mit Baureife zu rechnen; Ende 2022, spätestens Mitte 2023 könnte es stehen.
    Außerdem sei ein von einem Gericht bestellter Sachverständiger zu dem Schluss gekommen, dass der Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses relativ zügig und mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand zu sanieren sei; im Jahr 2021 soll er fertig sein.
    Hinsichtlich der Verlängerung des Bandes des Bundes in den Luisenblock Ost könne man über einen Erhalt der Fassade des Verdi-Hauses und Integration in den Neubau nachdenken; Läden, Cafés und Restaurants als lebendige Erdgeschosszonen stoßen auf Sicherheitsbedenken.


    Was auch den Ebertplatz angeht: Ein mit Sprengstoff beladener Lkw könnte dort nahezu unbehelligt in den Reichstag fahren. Die kleinen Hamburger Gitter am Ebertplatz halten demnach nichts und niemanden ab. Aber auch dieses Problem werde gelöst - man sei mit dem Bezirk Mitte in sehr intensivem Kontakt, um die Frage einer vernünftigen Öffnung und Sicherung des Ebertplatzes zu erörtern.

  • ^ Glaube nicht, dass es sonderlich klug von Kubicki ist, Sicherheitsprobleme in die Welt hinauszuposaunen, bevor sie behoben sind.

  • Straßenrückbau Spreebogenpark

    War das in diesem Thread?


    Das Langzeitprovisorium der "Umgehungsstraße" hinter der Schweizer Botschaft wird bekanntlich zurückgebaut. Ein Großteil der Straße ist bereits verschwunden und bereits z. T. durch Bodenmaterial zur Vervollständigung des Spreebogenparks ersetzt worden:







  • War das in diesem Thread?


    Das Langzeitprovisorium der "Umgehungsstraße" hinter der Schweizer Botschaft wird bekanntlich zurückgebaut. ..


    Ja, außerdem:

    .. soll die "Asphaltpiste" zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus (die "Forumsquerung") je Richtung eine (nur noch) 3,25 Meter breite Fahrspur sowie einen zwei Meter (wirklich..) breiten Radstreifen und je 3,50 Meter (wirklich..) breite Gehwege erhalten; die Änderungen an den Straßen dauern demnach bis 2020.


    Diesbezügliche PM vom 23.11.2018 mit Einzelheiten & Karte zum Download (PDF): https://www.berlin.de/sen/uvk/…essemitteilung.760640.php


    Letztere Seite bzw. das an deren Fuß verlinkte PDF besagt auch, dass bis Sommer 2020 besagte "Forumsquerung" und darüber hinaus auch Abschnitte der Willy-Brandt-Straße und der Otto-von-Bismarck-Allee vollausgebaut bzw. deren Fahrbahndeckschicht erneuert werden sollen - getan hat sich diesbzüglich aber wohl noch nichts..

  • Wenn man sich den Entwurf von Kusus und Kusus zur Erweiterung des Band des Bundes anschaut, war an der Stelle des Parlaments der Bäume eigentlich die Bebauung mit einem weiteren Block als Vollendung der Struktur vorgesehen, die sich vom Humboldthafen/Hbf bis zum Band des Bundes erstreckt.
    So sehr mir solche "Kleinode" aus der direkten Nachwendezeit gefallen - aus städtebaulicher Sicht hätte ich einen Abschluss der Raumkante entlang der Spree hier konsequenter gefunden.

  • ^ Siehe im "Luisenblock Ost/Vollendung Band des Bundes"-Thread: https://www.deutsches-architek…hp?p=618007&postcount=134
    Dort unter den "===="-Trennzeichen; Einzelheiten zu B-Plan I - 210


    IMHO sieht der Entwurf von Kusus und Kusus an der Stelle des "Parlaments der Bäume" KEINE Bebauung vor; der Bund als bisheriger Eigentümer wollte diese Fläche allerdings für den Bundestag und eine Bebauung *vorhalten*.
    Nun aber soll speziell diese Fläche ins Eigentum des Landes übergehen.


    Unabhängig hiervon wäre es aber interessant zu wissen, wie denn nun *genau* die Pläne von Kusus und Kusus aussehen; außer dass dort entlang der Margarete-Steffin-Straße zwei Büro- und Wohnbauten entstehen sollen, ist nichts bekannt - oder doch?
    Ich schlage vor, diese Frage im verlinkten Thread weiterzuführen.

  • Dann bin ich wohl blind. ;) Oder vielleicht reden wir aneinander vorbei.
    Der Kusus u. Kusus Wettbewerbsentwurf sah hier wenn ich mich nicht doch täusche einen Baublock direkt an der Spree im Anschluss an den Block der Bundespressekonferenz vor - die von dir angesprochene Reservefläche des Bundestags (Straßenecke Schiffbauerdamm/Adele-Schreiber-Krieger-Str. - hier auch auf Google Maps zu sehen).
    Generell stellt sich mir die Frage weshalb man so eine Gedenkstätte, die ja anfangs eher provisorischen Charakter hatte dauerhaft erhält und sogar noch unter Denkmalschutz stellt.
    Ich hätte hier wie gesagt eine konsequente Weiterführung der Blöcke im Sinne einer Stadtreparatur befürwortet. Aber nun muss man sich wohl damit abfinden.

  • ^ Stimmt, da hatte ich wohl einen Knick in der Optik.


    Andererseits schreibst du:

    .. Vollendung der Struktur .., die sich vom Humboldthafen/Hbf bis zum Band des Bundes erstreckt.
    .. aus städtebaulicher Sicht hätte ich einen Abschluss der Raumkante entlang der Spree hier konsequenter gefunden.


    Eine solche "Raumkante entlang der Spree" gibt es dort nicht, das Futurium ist zurückgesetzt gebaut worden - nach Plänen vom Bund bzw. BMBF;)



    Aber nun muss man sich wohl damit abfinden.


    Der Bund als Bauherr des noch zu errichtenden Gebäudes hinter dem "Parlament der Bäume" sollte sich auch damit "abfinden" können.
    Wobei der Neubau dann eben ggf. ohne Innenhof, aber durchaus mit Blick ins Grüne und darüber hinaus sogar auf die Spree "auskommen muss".

    ..
    Die Architekten Kusus und Kusus hatten in ihrem Masterplan ausdrücklich neben Büros für den Deutschen Bundestag auch Mischnutzung durch Dritte und sogar Wohnungen vorgesehen ..
    In einem Schreiben vom 31.07.2017 unter https://www.parlament-berlin.d…pt/vorgang/h18-0514-v.pdf heißt es:
    "ca. 125 W[ohn-]E[inheiten] (hochpreisiges Wohnen)".


    Eine Vielzahl von Foristen kritisierte am nördlichen Spreebogen immer wieder (vermeintlich) monofunktionale Gebäude in Schießschartenoptik.
    Das Futurium, das "Parlament der Bäume" und obige Neubauten bringen nicht nur Abwechslung, sondern auch Leben ans nördliche Spreeufer.

  • ^^


    Ich sehe hier mit der Aneinanderreihung monilithischer Blöcke auch nicht wirklich eine Stadtreparatur. Die Monotonie wird einem besonders bewusst wenn man die Margarete Steffin Strasse oder am Kappelle Ufer entlangradelt.


    Da kann es gern mehr solcher Flecken wie das Parlament der Bäume geben...

  • Straßenumgestaltung rund um Spreebogenpark

    Zuletzt: https://www.deutsches-architek…p?p=627712&postcount=1210


    Der Einmündungsbereich der Willy-Brandt-Straße an der Moltkebrücke wird neu gestaltet (Zufahrt nur noch fürs Kanzleramt & die Schweizer Botschaft - und für Radfahrer / Fußgänger):




    Auch auf Höhe der früheren (rückgebauten) "Ostumfahrung" der Schweizer Botschaft erfolgt ein Vollausbau bzw. eine Erneuerung der Fahrbahndeckschicht:



    (Fotos: Hallole)


    On topic hier, off topic damit alles was davon haben dort.
    Bato

  • Weshalb brauchts denn dort überhaupt noch so eine breite Fahrbahn wenn die Straße zukünftig nur noch als Zufahrt zum Kanzleramt bzw. als Radweg genutzt werden soll? Das hätte man doch ein klein wenig mehr zurückbauen und fußgängerfreundlicher gestalten können.

  • Also ich finde nicht, dass die Fussgänger in dem Viertel unterrepräsentiert sind, da ist überall Platz für Fussgänger. Andersrum benötigen ja ab und an auch die weißen Mäuse ein bischen Platz dort...

  • Friedrich-Ebert-Platz östlich des Reichstags

    Wolfgang Kubicki in seiner Funktion als Bundestagsvizepräsident und Vorsitzender der Baukommission in einem Interview: https://www.berliner-zeitung.d…-ueberall-eimer--32109636
    ... Sicherheitsbedenken.


    Was auch den Ebertplatz angeht: Ein mit Sprengstoff beladener Lkw könnte dort nahezu unbehelligt in den Reichstag fahren. Die kleinen Hamburger Gitter am Ebertplatz halten demnach nichts und niemanden ab. Aber auch dieses Problem werde gelöst - man sei mit dem Bezirk Mitte in sehr intensivem Kontakt, um die Frage einer vernünftigen Öffnung und Sicherung des Ebertplatzes zu erörtern.


    Eine Sperrung des Platzes werde es nur noch während der Sitzungswochen geben, gemeinsam mit dem Bezirk Mitte wolle man eine neue Gestaltung des Platzes laut Kubicki überlegen: https://www.augsburger-allgeme…gestalten-id54986521.html
    Angedacht ist demnach, dass die Sperrzäune weichen und dafür versenkbare Gitter installiert werden, wie sie etwa in der Haupteinfahrt des Kanzleramtes zu finden seien - der Deutsche Bundestag bezahle das.


    Für die Sicherheit des Platzes sei die Berliner Polizei zuständig, nicht der Deutsche Bundestag. Der Platz sei im verkehrsrechtlichen Sinne eine Fußgängerzone und werde immer noch von Polizisten bewacht.


    Die Freigabe des Platzes - in den sitzungsfreien Wochen - lege den Schluss nahe, dass eine Terrorgefahr wie vor zehn Jahren nicht mehr bestehe.



    PM des Bezirksamts Mitte vom 22.07.2019: https://www.berlin.de/ba-mitte…essemitteilung.830806.php
    Der Friedrich-Ebert-Platz ist demnach seit Mittwoch, 17. Juli 2019, wieder für die allgemeine Öffentlichkeit passierbar.
    Dem Deutschen Bundestag sei angeboten worden, für den Friedrich-Ebert-Platz eine zeitlich unbeschränkte Sondernutzungserlaubnis auszustellen, mit der sowohl die Nutzung in der Sitzungszeit, als auch die Nutzung in der sitzungsfreien Zeit rechtssicher geregelt werden könnte. Aus Sicht des Bezirksamtes sollte an der Variante der Sondernutzung als Vorzugsvariante festgehalten werden.

  • ^ Während sich der amtierende Bundestagsvizepräsident und Vorsitzende der Baukommission für den östlich des Reichstagsgebäudes liegenden Platz also "versenkbare Gitter" vorstellen kann, plane der Bund das Westportal des Reichstagsgebäudes zu einer Sicherheitszone zu machen - mit einem 2,50 Meter tiefen und zehn Meter breiten Graben quer über den Platz der Republik und einem Sicherheitszaun, der den Bereich um die Rampe zum Westportal schütze: https://www.tagesspiegel.de/be…m-reichstag/24675158.html
    Der Bundestag bestätigte demnach die Pläne gegenüber dem Tagesspiegel; die Grundidee sei, maximale Sicherheit herzustellen, ohne den Blick auf das Gebäude und die Umgebung zu beeinträchtigen.
    Das Ganze gehe zurück auf einen Beschluss der Bau- und Raumkommission, der bereits vor einem Jahr gefasst wurde; Hintergrund sei die verschärfte Bedrohungslage.


    Im Zuge des geplanten Neubaus eines Besucher- und Informationszentrums (BIZ) solle dann auch die neue Sicherheitszone entstehen. Um das Gebäude sei außerdem eine 50-Meter-Sicherheitszone geplant, die vor Terroranschlägen schützen solle.


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    Tags darauf eine "Sachinformation zum Bauprojekt Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestags (BIZ)" vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR): https://www.bbr.bund.de/BBR/DE…hinformation-biz-dbt.html
    Teil des Gesamtprojektes und somit bereits Grundlage im 2016 durchgeführten Wettbewerb sei ein Sicherheitskonzept, mit dem Ziel, sichere Zugangslösungen zu finden, deren Gestaltung die Wirkung der prominenten Westfassade des unter Denkmalschutz stehenden Reichstagsgebäudes nicht beeinträchtigt. Konkrete Abmessungen und Gestaltungen von hierzu geplanten Umwehrungen seien derzeit noch Gegenstand der Planung. Die späteren Umwehrungen ersetzten die derzeit vorhandenen provisorischen Absperrungen der Polizei („Drängelgitter“).


    Die Berliner Landschaftsarchitekten Lützow 7 als verantwortliche Planer der damaligen Gestaltung des Platzes der Republik wurden demnach im Sinne der bestmöglichen Konzeption der Außenanlagen unter Beibehaltung des ursprünglichen Entwurfsgedankens einbezogen.


    Das BBR werde die Planung des Projektes bis Ende des Jahres den Gremien des Deutschen Bundestags sowie dem Bundesfinanzministerium zur haushaltsrechtlichen Genehmigung vorlegen.
    Es sei vorgesehen, dass die alleinige Projektverantwortung insbesondere für die Baudurchführung 2020/2021 auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Zusammenarbeit mit der Partnerschaft Deutschland - Berater der öffentlichen Hand GmbH (PD) übergeht.



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    Weiterer Artikel: https://www.berliner-zeitung.d…rror-angriffen---32879402


    Wer die widersprüchliche Einschätzung (Ost - West) findet, darf den Witz behalten...



    BIZ-Projektseite: https://www.bbr.bund.de/BBR/DE…BT/BIZ/biz.html?nn=549120

  • Na ich bin gespannt. Zu optischen Verbesserungen werden die Maßnahmen gerade vor dem Hauptportal sicherlich nicht führen. Im Gegenteil, da erwarte ich Schlimmes. Letztendlich wird ja die einladende Geste des Westportales mit seiner großzügigen Auffahrt und der Freitreppe zum Platz durch diese neuen Wehranlagen vollends ad absurdum geführt.

  • Zaun oder Graben?

    Es stellt sich die Frage, in welchem Vorhaben eigentlich die schlimmere Symbolik steckt: Im Zaun, der fast an derselben Stelle wie die Berliner Mauer verlaufen würde, oder im Graben, der das Volk von den Abgeordneten fernhalten soll?

  • Das Problem ist natürlich die Assoziation mit Burggraben, Festungsgraben oder gar, in Berlin besonders beliebt, dem Panzergraben.


    Aber ohne die konkreten Planungen zu kennen, ergibt es wenig Sinn, sich darüber zu echauffieren.


    Wenn ich das mir richtig vorstelle, will man die Fläche des Pl.d.Republik weitgehend frei zugänglich erhalten, aber gleichzeitig ein durchbrechen mit Fahrzeugen aber auch zu Fuss über die Fläche in Richtung Reichstagsgebäude und Besucherzentrum verhindern. Hinter den Graben kommt man dann nur noch durch die Sicherheitsschleusen, u.a. im Besucherzentrum, aber ohne dass man das Portal des Reichstags nur noch durch ein hohes Gitter sehen kann.


    Ist dann ein Graben (oder gerne auch ein Ha-Ha) dann vielleicht gar nicht so eine schlechte Lösung?

  • ^^ im Artikel steht ein Ha-Ha sei ein Graben ... Dieser spitzfindig vorgetragene Fehler zeigt wie unnütz der altkluge Schlagabtausch hier oft ist.


    Ansonsten muss man es begrüßen, dass hier endlich gehandelt wird. Dass das Parlament ach so offen und bürgernah ist, ist in einem 80 Mio Staat doch eh symbolisch zu verstehen. Das Sicherheitsbedürfnis betrifft keineswegs ängstliche Abgeordnete, sondern liegt im elementaren Interesse des Landes. Dass man endlich nach einer auch ästhetisch ansprechenden Lösung sucht, finde ich überfällig und kann mir auch einen Graben als Teil eines Konzeptes vorstellen (wobei ich Vorbehalte habe und einen repräsentativen Zaun bevorzugen würde). Ich persönlich würde die Zugänglichkeit der Kuppel einschränken und die Anstrengungen auf eine gute Zugänglichkeit des Umfelds konzentrieren. Die Gratwanderung ist und bleibt aber schwierig.


    Ein Ha-Ha würde in Richtung Reichstag sanft abfallen bis man eine 2,5m hohe Mauer erreicht, die bis zum Normalniveau aufsteigt. Aus welchem Material wäre die Mauer? Aus Sichtbeton? Scheußlich! Aus Sandstein entsprechend dem Reichstagssockel? Annehmbar.
    Auch ein Zaun sollte nicht modern wie am BND sondern klassisch wie am Zoo sein. Kann sich ein heutiger Landschaftsarchitekt zu so etwas durchringen?