Privat finanzierter Straßenbau

  • Privat finanzierter Straßenbau

    n-tv-Artikel: Modellprojekt vor Pleite - Warnowtunnel bringt kein Geld :

    Der als bundesweites Modellprojekt für den privat finanzierten Straßenbau geltende Tunnel werde derzeit von täglich etwa 8.500 Autos und Lastwagen genutzt. Für einen rentablen Betrieb benötige die Warnowquerung GmbH aber 20.000 Autos am Tag. Einem Verkehrsgutachten zufolge blieb die aktuelle Verkehrsprognose um 65 und die Erlösprognose um 75 Prozent hinter den ursprünglichen Erwartungen der Betreiber zurück.
    (...)
    Rund 220 Mio. Euro flossen in den Tunnelbau, mit dem die Warnow mehrspurige unterquert wurde.


    Das ist ja wohl der Hammer! Für erwartete 20.000 Autos am Tag 4 Fahrstreifen - am besten mit Pannenstreifen, während im Westen zweispurige Straßen teils 50.000 Fahrzeuge Istzustand ertragen müssen. :nono:
    Dieser völlig falsch geplante Aufbau Ost beginnt mich anzukeksen. Und das hat nichts mit "im Nachhinein weiß man alles besser" zu tun. "Wenigstens" ist das Projekt privat finanziert und hoffentlich bedeutet es das Ende des privat-finanzierten Straßenbaus noch ehe er so recht begonnen hat.

  • Zitat von Max BGF

    n-tv-Artikel: Modellprojekt vor Pleite - Warnowtunnel bringt kein Geld :

    Das ist ja wohl der Hammer! Für erwartete 20.000 Autos am Tag 4 Fahrstreifen - am besten mit Pannenstreifen, während im Westen zweispurige Straßen teils 50.000 Fahrzeuge Istzustand ertragen müssen. :nono:
    Dieser völlig falsch geplante Aufbau Ost beginnt mich anzukeksen. Und das hat nichts mit "im Nachhinein weiß man alles besser" zu tun. "Wenigstens" ist das Projekt privat finanziert und hoffentlich bedeutet es das Ende des privat-finanzierten Straßenbaus noch ehe er so recht begonnen hat.



    Du schreibst es doch selbst:


    Das Tunnelprojekt hat mit dem Aufbau Ost nix zu tun...es wurden keine staatlichen Mittel verwendet, also alles privat finaziert. Das Problem hat jetzt nicht der Steuerzahler sondern der Bauherr bzw. Betreiber...das Unternehmen.
    Das Projekt hätte auch in Stuttgart, Essen oder sonstewo verwirklicht werden, ob es dort erfolgreicher wäre, ist schwer vorherzusehen vorallem bei einer Einwohnerzahl von ca. 250.000 Rostock + Umland von denen nur ein Bruchteil den Tunnel benötigen...


    Eine Fahrt kostet 2 Euro.

  • Selbstverständlich würde, wie könnte es auch anders sein, der Steuerzahler die Kosten zu tragen haben, sollte die Betreibergesellschaft insolvent werden:


    Bei einem Scheitern des Mautprojektes drohen der hoch verschuldeten Hansestadt als "Straßenbaulastträger" weitere finanzielle Belastungen. Bund und Land hätten bereits finanzielle Zusatzleistungen abgelehnt, schreibt das Blatt.


    Quelle s. #1.

  • na das ist dann wohl doch nicht so toll....


    :Nieder:


    Wie kann eine Stadt, wie Rostock, so eine Last auf sich nehmen?

  • Zitat von Artec

    Das Projekt hätte auch in Stuttgart, Essen oder sonstewo verwirklicht werden, ob es dort erfolgreicher wäre, ist schwer vorherzusehen vorallem bei einer Einwohnerzahl von ca. 250.000 Rostock + Umland von denen nur ein Bruchteil den Tunnel benötigen...
    Eine Fahrt kostet 2 Euro.

    Das ist ja meine Kritik. Gigantomanie, Fehlplanung. Wo das Ding falsch geplant wird, Ost oder West, ist tatsächlich zweitrangig. Nur fällt es halt im Osten zur Zeit besonders auf und man gewinnt bisweilen den Eindruck, mit Verkehrsinvestitionen sollen alle strukturellen Probleme dort gelöst werden, weil ansonsten Ratlosigkeit besteht. Natürlich weigert sich eine Stadt nicht, wenn ihr so ein Projekt - öffentlich, privat oder gemischt - finanziert wird, schon weil beim Bau Arbeitsplätze vor Ort entstehen. Aber ganz schuldlos sprechen, sollte man die Stadt deshalb nicht, denn so eine (Fehl)planung hat immer einen gehörigen kommunalen Anteil. Wer sich in Rostock mit Verkehrsplanung beschäftigt, hätte das kommen sehen MÜSSEN. Das erkenne ja ich per Ferndiagnose.


    Es handelt sich weder um eine Transitstrecke noch um einen besonderen Ballungsraum. Die Bevölkerungsentwicklung ist zudem rückläufig. Es ist in erster Linie eine Abkürzung für eine kleinere deutsche Großstadt mit dünnbesiedeltem Umland.


    Letztlich ist es aus nationaler Sicht zwar am besten, die Verluste fallen zunächst bei einem ausländischen Investor und dann bei der Stadt Rostock an. Aber trotzdem wesentlich schlechter als das Ding würde florieren. Dann hätte diese Firma evtl. Interesse andere Projekte zu realisieren.



    Zitat von Schmittchen

    Selbstverständlich würde, wie könnte es auch anders sein, der Steuerzahler die Kosten zu tragen haben, sollte die Betreibergesellschaft insolvent werden

    Erstens das. Zweitens bedeuten Verluste Steuerausfall. Und drittens wird Rostock als öffentliche Fehlplanungsinstanz langfristig kaum darauf sitzen bleiben, sondern Land/Bund irgendwie einspringen. V.a. Stolpe dürfte größtes Verständnis für gigantomanische Fehlplanung haben, ist er doch u.a. für Lausitzring, Chipfabrik Frankfurt/Oder und Cargolifter mitverantwortlich :wein: