Reportage der Ausstellung „Hochh[in]aus | Über Frankfurt“ - Studierende entwerfen für die Frankfurter Skyline

  • Noch einmal die grundsätzlichen Informationen zur seit gestern Abend laufenden Veranstaltung:


    Studierende der Fachhochschule Potsdam und der Leibniz Universität Hannover präsentieren in der Kooperationsausstellung „Hochh[in]aus | Über Frankfurt“ Entwürfe zur Frankfurter Skyline. In ihren Arbeiten haben sich die Studierenden mit drei Standorten an der Wallanlage im Bankenviertel auseinandergesetzt. Die Ausstellung bringt viele spannende Entwürfe entsprechend des Hochhausentwicklungsplans zusammen: Büroflächen, Wohnraum, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Bereiche in gemischter Nutzung.


    Zeitraum:

    26.03.2025 bis 11.04.2025

    Veranstaltungsort:

    Atrium Stadtplanungsamt

    Kurt-Schumacher-Straße 10

    60311 Frankfurt am Main

    Die Ausstellung ist kostenfrei



    Es geht um diese 3 Standorte:


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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, AS+P Albert Speer + Partner GmbH, Nummerierung: Adama


    Gestern Abend wurde die Ausstellung Hochh[in]aus eröffnet, die die vielfältigen Arbeiten von Studierenden zweier Fakultäten zu drei ausgewählten, im Hochhausrahmenplan 2024 definierten, neuen Hochhausstandorten präsentiert.
    Ich traf gegen 16.00 Uhr, etwas vor der offiziellen Eröffnung um 18:00 Uhr ein, was aufgrund einer missverständlichen Kommunikation seitens der Stadtverwaltung etwas verfrüht war.
    Erfreulicherweise gesellte sich das Forumsmitglied sweet_meat zu mir.

    Während die letzten Vorbereitungen noch liefen, konnten wir bereits die beeindruckenden Arbeiten der Studierenden der Fachhochschule Potsdam (FH;P), University of Applied Sciences, begutachten.

    Die Studierenden wurden von Prof. Peter Eingartner betreut und präsentieren insgesamt elf Entwürfe: jeweils sechs für den Jürgen-Ponto-Platz (Areal 2) und fünf für die Münchner Straße 1-5 (Areal 1). Eine Schautafel für das Areal 1 fehlt mir noch, wird aber nachgeliefert.

    Besonders hervorzuheben sind die detailreichen 3D-Modelle, die in ihrer Präzision so manches Architekturmodell renommierter Büros von vergangenen Architekturwettbewerben oder Ausstellungen in den Schatten stellen. Diese 3D-Modelle kann und darf man in ein eigens gedrucktes, wiederum sehr detailreiches und korrektes Stadtmodell einsetzen und austauschen.

    So kann man sich einen wunderbaren Eindruck verschaffen, wie verschiedene Stile, Formen und Höhen wirken könnten.


    Die Studierenden der Leibniz Universität Hannover, unter der Leitung von Prof. Michael Schumacher, steuerten 13 Entwürfe bei: 7 für die Münchner Straße 1-5 (Areal 1) und sechs für das Areal neben dem zukünftigen Schauspiel an den Wallanlagen (Areal 3), angrenzend an den sich in Bau befindlichen Central Business Tower. Diese Arbeiten werde ich später in einem separaten Beitrag vorstellen.


    Die Gespräche mit einigen der anwesenden Studierenden waren sehr anregend und spannend. Sie zeigten sich offen, freundlich und waren stolz auf ihre Arbeiten. Ein Student erwähnte sogar, dass er sich von unserem Forum inspirieren ließ. Wir diskutierten auch die städtebaulichen Vorgaben der Stadt, die insbesondere für das Areal 2 (Jürgen-Ponto-Platz) kontrovers waren. Bei zwei Entwürfen wurden die Höhenvorgaben sinnvollerweise überschritten (bis zu 190 m), wobei der zweite geforderte Turm jeweils nicht geplant wurde und somit ein Platz entstehen konnte.


    Die Erlaubnis zum Fotografieren wurde uns freundlicherweise erteilt, wofür wir uns herzlich bedanken. Unser Dank gilt auch den Studierenden für den interessanten Austausch!


    Hier noch einmal die Vorgaben für die 3 Bauplätze aus dem neuen HHRP 2024:

    (1)

    • "Aufstockung", wobei Neubau wohl eher gemeint ist (tatsächlich haben 2
      Studierende tatsächlich Aufstockungen für Ihre Arbeiten gewählt (Uni Hannover)
    • Höhe 120 m
    • Wohnen (und evtl. Hotel?)


    (2)

    • Neubau
    • Wohnen, Büro
    • 2 Hochhäuser, 1x 60-90 m Höhe, 1x 170 m


    (3)

    • Neubau
    • 175 m
    • Nutzung noch nicht klar

    Alle folgenden Aufnahmen sind durch Klick vergrösserbar.


    "Gallus Plaza" von Emil Friedrich für Areal 2


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    "Vesper Tower", Merve Karayagiz, Mariko Plaster für Areal 1


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    "The Wave", Jaskirat Kaur, Mike Pieper für Areal 2


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    "Theaterturm", Nils Klaß + Victor Schindler, Areal 1


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    "Zickzack Tower", Eliza Colaker, Areal 1 (Danke an main1a und Der blaue Baron für das Fotografieren und Zusenden der fehlenden Tafel!)


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    "Aurum Turm", Cedrik Schmischke, Areal 2


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    "Skybridge Tower", Miriam Meßmer, Lara Scholz, Areal 2


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    "Der Märchenturm", Martin Michulitz, Areal 1


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    "Terra Nova Tower", Amelie Vita und Anna Dewagner, Areal 2



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    "Hexa Tower", Gwendolin Tillein, Melina Wünsche, Areal 1


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    "Main Kristall", Leander-Benedict Kebe, Emely Galow, Areal 2


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    Hier kommt ein Übersichtsbild der Modelle, die man in das Stadtmodell setzen kann; Anmerkung: Das Modell des "Main Kristalls" befindet sich gerade im Stadtmodell links:



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    "Main Kristall" und "Der Märchenturm" im Modell:


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    Hier mit "Wave" und "Der Märchenturm":


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    Alle Schautafeln fotografiert von Adama, Modellbilder: Adama


    Eine Vielzahl weiterer Bilder mit den verschiedenen Modellen im Stadtmodell folgt in einem separaten Beitrag, jedoch nach Vorstellung der Arbeiten von den Studierenden der Leibniz Universität Hannover.

    3 Mal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: Fehlende Tafel (Zickzack Tower) eingesetzt

  • Adama: Vielen Dank für diese ersten Bilder. Ich bin sehr gespannt, was da noch kommt.


    Schade, dass ich es nicht selbst in die Ausstellung schaffe, denn ich finde die Idee echt klasse, selbst die Entwürfe zu stellen und die unterschiedlichen Wirkungen auszuprobieren.


    Es ist jetzt schon hier im Beitrag sehr beeindruckend, was Studierende da präsentieren! Sie sind zurecht stolz. Leider sind es keine Entwürfe für konkrete Wettbewerbe. Falls es dazu kommt, sind das schonmal ganz schöne Hausnummern für die (wieder namhaften und renommierten) Büros, die sich dann beteiligen, denn ich finde mit diesen Entwürfen ist eine Messlatte gelegt, die es zu erreichen gilt. Da darf man sehr gespannt sein, was die dann zu liefern in der Lage sind ;-).

    Ich hätte schon meine Favoriten, die ich gerne in Realität sehen würde.

  • Kommen wir nun zum Teil 2 von 3, die Entwürfe der Studierenden der Leibniz Universität Hannover. Wie bereits erwähnt geht es hierbei um

    13 Entwürfe: sieben für die Münchner Straße 1-5 (Areal 1) und sechs für das Areal neben dem zukünftigen Schauspiel an den Wallanlagen (Areal 3), angrenzend an den sich in Bau befindlichen Central Business Tower.


    Zur Zeit unseres Besuchs wurde vor Ort noch in den letzten Zügen aufgebaut, von daher war das Fotografieren nicht leicht. Die Studenten der Leibniz Universität hatten neben den kleinen Modellen auch sehr große Modelle in Ihrer Ausstellung. Leider gab es nicht bei allen entsprechende Modelle, weil diese wohl nicht verladen wurden, bzw. noch nicht auffindbar waren. Bei den Entwürfen mit Modellen gibt es diese auch im Beitrag auch zu sehen. Vielleicht sind die restlichen Modelle ja noch aufgetaucht.


    Los geht's:


    "Über Frankfurt", Dennis Kannemacher, Areal 1


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    "Brix", Nick Schoo, Areal 1


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    "Streetline Tower", Marvin Fiss, Areal 1


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    Jetzt kommen 2 tatsächliche "Aufstockungen", einmal mit Aufsatz und einmal mit Ummantelung und Aufsatz:


    "Aussicht und Verbinden-Transformation vom Bestand", Mandy Zipprick, Areal 1


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    "Über Frankfurt", Annik Heinemann, Areal 1


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/Hochhinaus25/021.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/Hochhinaus25/020.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/Hochhinaus25/022.jpg



    "Über Frankfurt", Isabel Wanke, Areal 1


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    "Über Frankfurt", Marten Parusel, Areal 1


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    "Nexus Tower", Levin Deerberg & Sofia Ferraguto, Areal 3


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    "The Greenrise", Alena Mölder und Sarina Block, Areal 3


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    "Skytaper", Lea Jain, Finn Kühlcke, Areal 3


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    "ExoTower", Teresa Hauth und Laurens Lappe, Areal 3 (ohne Modelle)


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    "Hoch4", Jakob Hake, Jan-Ole Kamjunke, Areal 3


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    "Hochhinaus", Jan Lukas Offe / Anne Wiesemann, Areal 3


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    Fotografien: Adama


    In naher Zukunft folgt dann noch Teil 3 mit einigen Modellen eingesetzt im Stadtmodell.

  • Vielen Dank für die guten Beiträge, Adama.


    Von der feierlichen Eröffnung der Ausstellung am vorgestrigen Abend möchte ich dieses Bild beisteuern.

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    Weiterhin, und das zeigt die Besonderheit dieses Projektes, handelt es sich um die letzten drei von fünf möglichen erlaubten Hochhaus-Neubauten nach aktuellen HHRP im CBD!


    Der Gloria-Neubau ist ja bekanntermaßen im Status der Planung und wird hoffentlich gemäß Zeitplan gebaut.

    Lediglich das "Five" ist der letzte erlaubte Neubau der wohl ehr in Jahrzehnten denn Jahren realisiert wird.

    Ob sich die Studierenden dem bewusst waren?

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    Der CBD aus entgegengesetzter Blickrichtung in einem anderen Stadtmodell, jedoch ohne die HH-Modelle an der Münchner Straße und Gallusanlage. Der 'Turm am Schauspielhaus' ist hier noch direkt neben dem Japan Center platziert. Der Tausch zw. Schauspielhaus und Turm ist eine klare Verbesserung.

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    Bilder: main1a


    Die gestrige RMZ berichtet dazu, ersetzt aber nicht den Besuch der Ausstellung.


    Die Modelle des Hochhauses für das Areal 3, jeweils mit ihrer Front zur Neuen Mainzer Straße.


    Nexus Tower by Levin Deerberg / Sofia Ferraguto

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    Skytaper by Lea Jain / Finn Kühlcke

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    ExoTower by Teresa Hauth / Laurens Lappe

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    The Greenrise by Alena Mölder / Sarina Block

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    Hoch4 by Jakob Hake / Jan-Ole Kamjunke

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    Hochhinaus by Jan Lukas Offe / Anne Wiesemann

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    Bilder: main1a


    Edit.: An den zumindest erhaltenen Fassaden läßt sich erahnen wie dicht der 'Turm am Schauspielhaus' auch am CBT von den Studierenden geplant wurde. Damit die Südostseite vom CBT vom neuen Turm nicht abgedeckt wird, kommt entweder ein gedrehter Entwurf wie der Nexus Tower und ExoTower in Betracht. Oder ein schmaler Turm wie das Hochhinaus oder der Turm muss einen Überhang über das Schauspielhaus haben. Wobei die beiden verlinkten Visualisierungen einen gegenteiligen Effekt zeigen.

    5 Mal editiert, zuletzt von main1a ()

  • FLAT IRON TOWER Areal 1 - Gedanken zu den Entwürfen


    ... mit der Vorbemerkung, dass bei einer solchen Anzahl von Arbeiten eine Bewertung kaum in Detail und Tiefe möglich ist. Dazu müsste man sich richtig viel Zeit nehmen.

    Also nehme ich mir ein bisschen Zeit, denn ich bin überrascht, wie hochwertig die Entwürfe und Projektionen sind. Wenn manche Wettbewerbe solche Ergebnisse ausspielen würden, dann würde mich das echt freuen. Meine Skepsis, ob denn die Studies tatsächlich noch kreativ, gestalterisch motiviert, und mutig sind, ist in Erstaunen verwandelt.

    Deshalb Wertschätzung nicht nur durch Betrachtung, sondern auch durch Meinungsäußerung.


    Eine Grundfrage hat mich beschäftigt: Muss es eine Mischnutzung sein aus Wohnen/Arbeiten/Hotel? Das macht leider den Kern größer als man bei einem Flat-Iron-Building gebrauchen kann.


    VESPER TOWER

    solide, klassisch, machbar, NYC-Style


    THEATERTURM

    klassisch, gut gemacht, braucht es noch Bühnen? dann ist das ne Idee, dann vielleicht Mischnutzung mit Behördenhochhaus


    ZICKZACK TOWER

    normal, hat leider wenig Ausstrahlung und das Thema Zickzack ist nicht juicy


    MÄRCHENTURM

    solide, klassisch, machbar. Kern ist erstaunlich klein.


    HEXA TOWER

    nüchtern, wenig Ausstrahlung. Wenn Flat-Iron dann Flat-Iron, sonst Raum verschenkt


    ÜBER FRANKFURT DK

    schlicht, eindrucksvoll, aber in der Realität wird dem Turm durch die Zusammenfassung der Etagen die Wirkung genommen. Die Rücksprünge nehmen leider zu viel Fläche weg.


    BRIX

    klassisch, charmant, machbar. Gute Idee mit dem Materialmix und dem Top-Room


    STREETLINE TOWER

    etwas seltsam, alte (80er) Formensprache, schräger Abschluss macht bei Flat-Iron keinen großen Sinn, breite horizontale Fuge muss auch nicht sein - auch wenn der Blockrand angedeutet wird.


    AUSSICHT UND VERBINDEN

    bitte nicht an dieser Stelle, vielleicht an der Messe, auch wenn das alte Gebäude erhalten wird


    ÜBER FRANKFURT AH

    kann man machen, vielleicht ein Kompromiss, wenn es bspw. ein kommunaler Bauherr wäre und aufs Geld gucken muss


    ÜF IW

    unspektakulär, auch wenn die mäandernde Fuge spektakulär sein soll


    ÜF MP

    romantisch, schön ausdefinierte Rundbögenkonstruktion, in allen Tiefen der Details sicher pittoresk und attraktiv aber teuer im Bau. too nice to be real, aber reizvoll


    ...also das sind Meinungsäusserungen, kein bashing, eine Anregung zur Diskussion. Man könnte sich natürlich auch jedes einzelne Projekt nacheinander vornehmen.


    Areal 2 und 3 kommen später...

  • Ich möchte mich anschließen ... super Entwürfe dabei. Würde mich auch freuen, wenn wir davon mehr sehen würden.


    Zu Areal 1:

    Besonders gelungen finde ich "ÜBER FRANKFURT DK" und "BRIX" - aber am schönsten insbesondere auch wegen der Nachbarschaft ist aus meiner Sicht "Über Frankfurt MP".


    Zu Areal 2:

    Hier überzeugen mich "The Wave" und "Aurum Turm" (könnte gut sein, kann aber schrecklich werden). Da hätte ich mir auch noch etwas mehr Kreativität gewünscht - manches wirkt sehr schlicht. Insbesondere an dem Ort und bei der Höhe wäre vermutlich mehr drin gewesen.


    Zu Areal 3:

    Der Nexus Tower ist zumindest mal "anders" und mein persönlicher Favorit. Auch hier hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht.

  • Eigentlich halte ich mich bei solchen Sachen zurück, aber hier nicht. Mein Favorit ist eindeutig "Über Frankfurt", Marten Parusel, alle anderen sind in meinen Augen normal bis gibts schon. "Über Frankfurt" haben wir auch schon, aber nicht in Frankfurt, nur die alten USA HH kommen da mit."