Zukunftskonzept Innenstadt mit "Station Mitte" im Ex-Kaufhof

  • FAZ ( offenbach-kauft-galeria-haus-fuer-stadtbibliothek ) und HR ( Stadt Offenbach will ehemaliges Kaufhof-Gebäude kaufen ) berichten übereinstimmend, dass die Stadt Offenbach sich ein Kaufhaus kauft, um unter anderem die Stadtbibliothek unterzubringen.


    Doofe Frage als Nicht-Offenbacher: ist der ehemalige Karstadt dasselbe wie der Kaufhof oder gab es da zwei ?


    Klingt nach einem Schnäppchen- wenn der Kaufpreis von 13 Mio stimmt. Umbaukosten von 22 Mio. kämen dazu .


    Könnte auch eine Art Pilot-Projekt für andere Städte werden - immerhin ist eine Bibliothek eine gute Nutzung für diese sehr tiefen Flächen.

    Und leerstehende Kaufhäuser gibt es gerade genug - etwa auch Wiesbaden, Hanau, ev. bald auch Mainz.


    Ansonsten kenne ich eigentlich nur das Projekt in Worms - hier beschrieben ( www.k32-worms.de ) Allerdings ein ziemlich kleines Haus - und als ich im letzten Herbst da vorbei kam, tat sich nicht gerade viel.

  • Zu Deiner Frage Karstadt vs. Kaufhof siehe z.B. diesen FAZ-Artikel. Es gibt sowohl einen Ex-Karstadt als auch einen Ex-Kaufhof. Eigentlich wollte die Stadt den Ex-Karstadt kaufen, aber hat sich jetzt stattdessen für den Ex-Kaufhof entschieden. Das ehemalige Kaufhaus KOMM und das C&A-Gebäude waren auch noch in der Auswahl.

  • Doofe Frage als Nicht-Offenbacher: ist der ehemalige Karstadt dasselbe wie der Kaufhof oder gab es da zwei ?

    Um Deine Frage noch etwas genauer zu beantworten: Karstadt war früher direkt gegenüber vom Kaufhof. Jüngere Offenbacherinnen und Offenbacher würden das Gebäude eher als Ex-Saturn sehen, heute ist u. A. TK-Maxx im Gebäude untergebracht.

  • Kaufhof

    Die Offenbach-Post berichtet heute über den Ex-Kaufhof. Die Stadt hat das Gebäude wohl gekauft und zieht den Plan durch die Stadtbibliothek dort unterzubringen. Davor soll das Haus bis Ende des Jahres entkernt werden. Unter der Fassade von 1968 sind wohl viele Reste der alten Fassade von 1907 versteckt, die in Zukunft auch wieder sichtbar werden sollen. Noch ist der letztendliche Zustand aber unklar. Der Komplex besteht wohl auch aus mehreren Bauteilen, so dass der Sandstein sich nur auf einem bestimmten Gebäudeteil erstreckt.

  • OllaPeta schrieb oben von vielen Resten der alten Fassade unter der Fassade von 1968. Ein erstes Foto eines freigelegten Bereichs des Warenhauses der Gebrüder Hasenbach von 1907 hat die Offenbach-Post. Die Sandsteinfassade soll in überraschend gutem Zustand sein, steht im zugehörigen Artikel.


    In einem heutigen Bericht dieser Zeitung geht es um einen Tag der offenen Tür im früheren Kaufhof am vergangenen Samstag. Bei diesem Anlass wurde ein Nutzungskonzept für das Gebäude vorgestellt.


    Weil es in diesem Thread noch kein aktuelles Foto des Bestands gibt:


    kaufhof-offenbach_(c)_urban-media-project.jpg
    Bild: Stadt Offenbach / Copyright: Urban Media Project


    Die Ecke Frankfurter Straße und Herrnstraße im Jahr 1960:


    kaufhof-offenbach-1960_(c)_stadtarchiv_offenbach.jpg
    Bild: Stadtarchiv Offenbach (via offenbach.de)


    Ansicht 1964:


    kaufhof-offenbach-1964_(c)_stadtarchiv_offenbach.jpg

    Bild: Stadtarchiv Offenbach (via offenbach.de)

  • Es ist beeindruckend, welches Potenzial hinter dieser „heutigen Blechkiste“ (erstes Foto) steckt. Kein Wunder, dass immer weniger Menschen in die Innenstädte zum Einkaufen strömen, wenn diese oft in einem Zustand sind, der mehr abschreckt als einlädt. Manchmal wird einem beinahe übel, wenn man sieht, wie städtische Räume vernachlässigt oder verschandelt wurden. Die modernistische Architektur hat unsere Innenstädte stellenweise in wahre Dystopien verwandelt. Menschenfreundlichere Innenstädte, gestaltet nach klassischen Maßstäben – mit ansprechender Architektur, mehr Begrünung und einem harmonischen Gesamtkonzept – sind einige der entscheidenden Bausteine, um das urbane Leben und den Einzelhandel wiederzubeleben.

  • Da gibt es auch die Mitteilung der Stadt Offenbach vom 14.08.2024 ( offenbach.de/unternehmen/zukunft_innenstadt/meldungen/freilegung-kaufhof-fassade-14.08.2024 ), in der die Baugeschichte wiedergegeben wird - ich vermute mal, bevor man den Kaufvertrag unterschrieben hat, hat man ins Stadtarchiv geguckt.


    Danach:

    - 1907: Frankfurter Straße 12–14: errichtet durch die Firma Gebrüder Hasenbach mit Sandsteinfassade

    - 1930 Erweiterung des Gebäudes zur Frankfurter Straße 16 mit Sandsteinfassade durch die Firma Leonhard Tietz AG (Vorläufer der Kaufhof AG)

    - Ende der 1950ziger: erneute Erweiterung und einem Dachumbau - dabei wurde die Sandsteinfassade ab dem 4.OG durch eine Betonkonstruktion ersetzt.

    - 1968 : Übernahme des Eckgebäude Frankfurter Str. 18/Herrnstraße durch die Kaufhof AG - Abriss des Gebäudes und Neubau in Beton. Dabei wurde dann auch diese nette Blechfassade an allen Gebäudeteilen angebracht - sozusagen als Corporate Identity.

  • Wer gehofft hatte, dass die historische Fassade nun Stück für Stück freigelegt würde, wird leider enttäuscht. Im Gegenteil wurden die abgenommenen Fassadenbleche wieder montiert, das altbekannte Erscheinungsbild des ehemaligen Kaufhofs ist wieder komplett. Durch einige Scheiben im Erdgeschoss ist die bereits durchgeführte Entkernung erkennbar.


    Bild von heute:


    IMG_9636b.jpg


    Foto: Beggi

    Einmal editiert, zuletzt von Beggi ()

  • Erfreuliches weiss die Offenbach Post zu berichten. Aufgrund des überraschend guten Zustandes der Originalfassade, will man diese wohl wieder freilegen, so die Angebote auf die Ausschreibung im Rahmen des machbaren blieben.


    Gelöscht. Bitte keine Presseartikel einfügen, auch nicht in Teilen. Danke.

    Dann man alle fleißig Däumchen drücken. Offenbach kann es brauchen. Die städtebaulichen Entwicklungen der letzten Jahre fruchten.