Dresden: Carolabrücke, St. Petersburger Straße, Carolaplatz

  • neue BI Carolabrücke


    Gestern gründete sich die neue Bürgerinitiative und präsentiert sich sogleich auf einer super und gut strukturierten Webseite. Tag24 stellte die Gruppe vor.

    Insbesondere ist das Aktionsprogramm auf der Webseite schon sehr gut fundiert, man sollte sich die jeweils durchdachten Inhalte gut durchlesen.

    Ein zentraler Ansatz, welcher sonst unterzugehen droht, wird herausgestellt, nämlich daß man den Neubau der Carloabrücke mit dem riesigen und defizitären Stadtraum mitzudenken habe. Dies ist in der Tat eine solch gewichtige einmalige Chance, welche man weder kurzsichtigen Aspekten und Regularien unterordnen sollte, noch darf solch fundamentale Entwicklungschance nicht rein verwalterisch und an der Stadtgesellschaft vorbei behandelt werden. Auch wenn man die Stadtraumentwicklung um die Petersburger Straße ggf zeitlich getrennt vom Brückenneubau vollziehen müßte, kann die Wahl des Brückenentwurfs samt Verkehrsanschlüssen doch die weitere Entwicklung untergraben oder befördern.

    Seit 1990 hat sich die Petersburger Schneise (und etliche Räume dort in die Tiefe) nicht weiterentwickelt, es schlummert ein großer ungehobener Schatz.

    Die Stadt präsentiert sich im ganzen Bereich als Transitraum ohne Qualität, es hat mit "Stadt" nichts zu tun, es mangelt an allem, es ist nicht zeitgemäß und eine riesen Verschwendung von Möglichkeiten.

    Die Brückenfrage steht herausragend dafür, die Rahmenbedingungen nun so setzen zu können, daß das ewige Entwicklungshemmnis überwunden werden kann und auch die Pirnaische Vorstadt davon profitieren kann. Es ist innerstädtische Premiumlage - mit Nähe zur City, zur Elbe, zum Großen Garten und vielem mehr. Die einstigen DDR-Planer konnten und durften in den 1960ern nur den Mangel verwalten und errichteten eine Fake-Stadt aus Transittrasse mit wenigen Plattenscheiben, welche das große Nichts dahinter verbergen sollten. Heute können solche Gebiete erfolgreiche Investitionsorte sein, wenn man es endlich als eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme samt Stadtreparatur anginge. Eine solche dysfunktionale Ödnis am Altstadtrand muß mit der Stadtgesellschaft überwunden werden, die Stadt würde vielfältig profitieren.


    Es sei nochmal an die Endpräsentation des TUD-Projektes zur Petersburger Schneise erinnert, welche am 6.2. im Verkehrsmuseum (10-17 Uhr) stattfindet.

    Im Mai werden diese studentischen Entwurfsideen auch im ZfBK ausgestellt werden.

  • neue BI Carolabrücke

    Ich empfinde es als bemerkenswert, dass dort einfach einige Bürger die Initiative ergriffen haben, während man an anderer Stelle noch über die Unmöglichkeit einer Rekonstruktion der neobarocken Brücke streitet, sich in unzähligen Petitionen aufreibt und zersplittert oder sich gar darüber beklagt, dass das durch deutsche Entwicklungshilfe außer Landes geschaffene Geld nun Schuld daran sei, dass nicht zügig ein Neubau angegangen werden kann. Diese Initiative hat zumindest das Potenzial, auf seriöse Weise an einer möglichst ästhetischen Lösung mitzuarbeiten, die sogar das Umfeld einbezieht. Ob am Ende eine historisch korrekte Rekonstruktion stehen wird, wird sich zeigen, aber zumindest stellt diese Initiative ein Gegengewicht zu den Stimmen dar, die mit möglichst innovativen Konstruktionen das Elbpanorama auf eine harte Probe stellen wollen. Dresden hat ja so seine Erfahrungen damit, wenn man moderne Brückenbauten in ein Weltkulturerbe baut.

  • Die Chance in der Pirnaischen Vorstadt komplett „aufzuräumen“ wird meiner Meinung nach nicht gerade durch Initiativen im Amt für Stadtplanung und Mobilität geführt (oder wir bekommen davon nichts mit?).


    Da müsste ein kompletter Plan auf den Tisch. Aber es sieht eher so aus, als das man gespannt abwartet: Lass mal die Bürgerschaft über eine Brücke diskutieren - den verkorksten Kompromiss (etwas anderes wird nicht rauskommen) planen wir dann - und haben dann so richtig zu tun.


    Die neuen Brückenköpfe der Carolabrücke bedürfen einer planerischen Einbindung.

    Wenn der Immobilienmarkt ab Ende der Zwanziger Jahre wieder anspringt - wovon zyklisch eigentlich auszugehen ist - müsste bis dahin wenigstens ein B Plan da sein - ran an die Arbeit.

    Wer kennt eigentlich Matthias Lerm?