^Ich würde sagen, der Verweis auf Breuninger bei gleichzeitiger Forderung nach Sortimentsvielfalt ist ein unauflösbarer Widerspruch, weil Breuninger eben nur Klamotten anbietet, keine Lebensmittel, keine Haushaltswaren, keine Bettwäsche, weder Schuhe noch Parfumerie, Kurzwaren und was sonst nicht alles.
Die Präsentation einer goßen Warenvielfalt in möglichst angenehmer Atmosphäre ist im Gegensatz zum Discounter oder zu Outlets und Fachmärkten an der Peripherie mit hohen Kosten verbunden, und das in alten Häusern, die jeden Immobilienverantwortlichen verzeifeln lassen. Von der Logistik wollen wir gar nicht erst anfangen. Sobald die Speditionen z.B. anfangen, andere, etwa größere, längere, höhere oder schwerere Lieferwagen einzusetzen , gibts jedesmal Probleme, weil die Entladung schwieriger wird, zu lange dauert. Von Lidl und Aldi wissen wir, dass sie ihre Märkte so anzulegen versuchen, dass jeder LKW einer standardisierten Größe mit maximal 1 x umsetzen an der Rampe sein muss; Ladezeiten sind streng getaktet, damit die Lieferwagen in kurzer Zeit möglichst viele Märkte anfahren können; davon kann man bei den Zeil-Warenhäusern nur träumen. Kaufhäuser sind Sonderbauten, die routinemäßig (3-Jahres-Turnus) strengen technischen Prüfungen unterliegen. Allein den vorbeugenden Brandschutz a jour zu halten, macht die alten Kaufhäuser zu Dauerbaustellen, von den energetischen Aspekten mal ganz zu schweigen.
Und so kommt einiges an Umständen zusammen, die das Geschäftsmodell Warenhaus erodieren ließen und lassen; wenn man das Modell retten will, dann nur in neuen Gebäuden, die den seit Jahren im Wandel befindlichen externen Umständen Rechnung tragen, Das dürfte im vorhandenen baulichen Bestand kaum gelingen.