Freiraumgestaltung Berliner Schloss/Humboldt-Forum

  • Schön wäre es jetzt, wenn man auf der gegenüberliegenden Seite am Dom die letzten DDR- Masten auch tauschen würde

    Das wird man bestimmt, hat man auf der Schlossplatzseite (an der Südseite des Platzes, vor Marstall und Staatsrat) ja auch getan. (und wird es sicher auch bei endgültiger Anlage des Schlossplatzes auf der dem Schloss zugewandten Seite vollenden)



    Gruß, Jockel

  • Wenn alle an einem Strang ziehen und Stadt viel mehr als ein Miteinenader als ein Gegeneinander denken, haben in der Summe alle mehr davon. Was uns mittlerweile allen fehlt, ist ein einendes Projekt, hinter dem sich die große Mehrheit der Bevölkerung positiv und zugewandt versammeln kann.


    Daher wäre das Denkmal für die Einheit eigentlich ein guter erster Schritt gewesen. Dies hat so leider nicht geklappt


    Trotzdem sollten wir weiter daran arbeiten, wieder mehr Verbindendes zu suchen. Und es wäre schön, wenn man im nächsten Jahr hier im Forum damit beginnen könnte.

    Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, wenn man sich als 80-Millionen Staat, hinter einem Projekt vereinen würde. Das klingt für mich doch zu sehr nach alten Parolen.

    Der Ruf danach, mehr Verbindendes zu suchen kann aber schnell zu Erfolg führen, wenn gerade diejenigen, die auf allen Kanälen versuchen, längst getroffene demokratische Entscheidungen wieder umzustoßen, damit aufhören würden.

    Es fehlt nicht an Projekten in diesem Staat, es fehlt m.E. mittlerweile an Demokratieverständnis und das leider sowohl von oben als auch von unten.


    Und das hat dann auch direkt Auswirkungen hier im Forum

  • Korrekt, wenn denen "von oben" das demos und vor allem auch das ethnos vollkommen egal ist, dann fällt es schwer der aktuellen Demokratie Verständnis entgegen zu bringen.

    Nunja, danke Odysseus für die gute Zusammenfassung der Bauarbeiten und die netten Worte zum Fest.

  • Ich schließe mich den Worten Odysseus an. Vielleicht sollte man tratsächlich etwas mehr aufeinánder zugehen, um ein komplettes Auseinandertriften der Gesellschaftsteile zu verhindern. Ich selbst werde in Zukunft über meine Ressentiments mehr nachdenken und ggf. korrigieren.


    Es gibt aber Ausnahmen: Es kann keine Diskussion mit Rassisten und extrem Rechtsnationalen geben. Wie die sich immer mehr und ungeniert breit machen, kann man sehr schön im Stadtbildforum beobachten. Da möchte man zuweilen einfach nur rufen: Trüby hat Recht.


    Na denn, cheers und erholsame Feiertage!

  • Es gibt aber Ausnahmen: Es kann keine Diskussion mit Rassisten und extrem Rechtsnationalen geben. Wie die sich immer mehr und ungeniert breit machen, kann man sehr schön im Stadtbildforum beobachten. Da möchte man zuweilen einfach nur rufen: Trüby hat Recht.

    Unter der Bedingung das man Rassisten eindeutig identifizieren kann, würde ich dir ja Recht geben. Aber da das Wort "Rassist" doch recht schnell, übereilt und hysterisch verwendet wird, würde ich es eher so halten: So lange jemand ein klares Argument in der Hand hat für oder gegen eine Sache, sollte man ihn auch anhören. Ein ignorieren von vermeintlich Links-Radikalen oder Rechts-Radikalen halte ich für ignorant und gefährlich.

  • ^Den oder die Rassisten/in konnte man einfach identifizieren. Ich selbst habe die Verantwortlichen, obwohl kein Mitglied im Stadtbild e.V., davon in Kenntnis gesetzt. Der betreffende User halluzinierte von Massendeportationen von Migranten und keiner hat daran Anstoß genommen.

    Der User wurde im Übrigen nach meinem Hinweis gesperrt.

  • Euer politisches Bewusstsein in Ehren: Aber hier geht es um die Freiraumgestaltung am Schloss und nicht darum, wer welchen Rassisten in irgendeinem anderen Forum was hat schreiben sehen. Danke!


    P.S.: Es ist schon erstaunlich; Odysseus wollte dazu anregen, dass alle einfach mal durchatmen. Und was geschieht? Einzelene müssen daraufhin erst recht noch mal themenfremd ordentlich abeitern.

  • Ich hatte meinen Aufruf wirklich ehrlich gemeint und ich denke, dass man nicht immer beklagen kann, dass alles so verfahren, undemoratisch und schlecht ist, dann aber im nächsten Nebensatz das Rad gleich wieder weiter dreht, indem der eine auf den anderen zeigt, dass er ja dafür verantwortlch ist, während man selbst völlig unbescholten daherkommt.


    Das traurige bei der ganzen Sache ist, dass alle gleichermaßen Anteil daran haben. Dies liegt mittlerweile meiner Meinung daran, weil wir uns damit abgefunden haben, dass es zu jedem kontroversen Thema immer zwei Wahrheiten gibt. Ich bin ehrlich, ich ertappe mich selber manchmal dabei. In Potsdam ist man für demokratische Entscheidungen, weil sie dem eigenen Anliegen dienen in Berlin dagegen, weil sie vielleicht nicht ins eigene Wunschergebnis passen und umgekehrt.


    Ich glaube, das macht man mittlerweile gar nicht mehr bewusst, es ist das Resultat der extrem schwierigen Zeit, in der wir aktuell leben und in der es Wahrheit immer schwerer hat, weil mittlerweile viele bestreiten, das es die eine Wahrheit überhaupt gibt bzw. dass man meint, es gibt diese in mehreren Varianten. Man bewegt sich heute immer häufiger in Themenblasen, in dem man nur noch Meinungen wahrnimmt oder von irgendwelchen Algorithmen präsentiert bekommt, die das reflektieren, was man selbst denkt. Man liest Artikel, die die eigene Meinung repräsentieren, spricht mit Leuten, die das denken, was man selbst denkt und jeder dieser Kommunikationsprozesse bestärkt uns weiter in dem, was wir eh schon immer wussten und dachten.


    Auf der Strecke bleibt dabei, dass man sich auch mal mit widerstreitenden Positinen auseinandersetzt, sich selbst hinterfragt oder bereit ist, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Man wird hingegen in seinen Meinungen durch das immer gleiche immer weiter bestärkt. Dies führt am Ende aber auch dazu, dass Falsches bis hin zur Lüge für einen selbst irgendwann Realität wird. Und am Ende bekommt es dann auch den hübschen Titel der alternativen Fakten.


    Nur wenn nicht mehr das richtig ist, was ist, sondern das, was man sich wünscht oder was einem selbst am besten nutzt, dann wird dies auf Dauer die Gesellschaften zerreißen. Die Kunst von Demokratie war es immer, dass man sich im Wettstreit um die besten Ideen kontrovers mit anderen Meinungen auseinander setzt. Am Ende steht dann der Kompromiss, der im Idealfall versucht, divergente Strömungen zu vereinen. Diesen Willen, dies zu leben und auch die Bereitschaft zu akzeptieren, dass man nicht immer überall Recht bekommt, dies geht meiner Meinung nach von Jahr zu Jahr mehr verloren. Dies sollte uns alle besorgen, weil dies an den Grundfesten des demokratischen Gesellschaftsmodells rüttelt.

  • Der bislang eher unschöne Bereich Richtung Uferweg am Spreekanal wird gerade gepflastert und deutlich aufgewertet:



    Bild von heute & von mir & gemeinfrei.

  • Vielleicht planschen wir hier bald alle gemeinsam im Lagunenwasser:


    Bis dahin wünsche ich allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Und nutzt doch mal die Feiertage für Besuche der Berliner Museen, Theater, Konzertsäle und Kirchen - es lohnt sich.

  • Einige Bilder von der Nordseite des Schlosses:

    Von der Straße aus betrachtet wird erkennbar, dass die neu eingesetzten Bäume doch schon ziemlich groß sind:


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    Hier ein Blick vom Hinterzimmer des provisorischen Besuchercontainers auf die Schlossterassen.


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    Wir haben im Moment die vorübergehende, etwas skurrile, aber auch interessante Situation, dass unmittelbar nebeneinander alte (moderne) und neue (klassische) Laternen nebeneinander stehen und verglichen werden können:


    img_20191227_175721umjgy.jpg


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    Alle Bilder von heute & von mir & gemeinfrei.

  • "Mit breiten Granit-Mauern gefasst, erheben sich die Terrassen bis zu 180 cm gegenüber dem Platzniveau und bieten einen herausgehobenen grünen Aufenthaltsort mit Blick über den Platz, Unter den Linden und den Lustgarten mit Dom und Altem Museum.": Quelle


    Schade, daß es Granit ist.


    19_02_21_HFB_01_Lageplan_Terrassen_bbz_ret01.jpg?fm=jpg&fl=progressive&w=1920&q=80

    Humboldtforum.org: "Von drinnen nach draußen" Quelle


    Wenn man ganz genau hinschaut, sind die Postamente für "Behinderter Fortschritt" und "Beförderter Rückschritt" eingezeichnet. Das läßt hoffen.

  • Kann jemand sagen, was es mit der erkennbar versifften und so nicht in das HF-Umfeld passenden Säule auf sich hat, die man dort - jetzt mitten im Gehweg - stehengelassen hat ? (Von der Nord-Webcam aus gesehen zwischen der ersten und zweiten, neu gesetzten Leuchte)

    Die Säule ist nirgendwo versifft sondern erinnert an die friedliche Revolution von 1989 und besteht aus einer Kollage von Bildern und Text.

  • @ Moderatoren: Wäre es nicht sinnvoll, der ganzen Flussbad-Diskussion ein eigenes Thema zu geben? Mit dem Schlossplatz im engeren Sinne hat der Badespaß in der Spreekloake ja nur wenig zu tun.


    Um nochmal auf den weiter oben gezeigten Plan der Schlossterrasse zurückzukommen: Gut ist, dass Rossebändiger und Adlersäule darauf eingezeichnet sind. Besser und günstiger wäre es aber, wenn man ihre Sockel gleich mitbauen könnte und nicht nach kurzer Zeit wieder etwas teuer aufreißen müsste. Genauso wird es "typisch deutsch" aber kommen, denn auf der Webcam sind keine Sockel für diese Denkmäler erkennbar.

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  • Gibt es die Adlersäule eigentlich noch?


    Die Rossebändiger will der Bezirk Tempelhof-Schöneberg im Kleistpark behalten. Man müsste ihm schon ein lukratives Angebot machen, sie zur Verfügung zu stellen. Immerhin stehen sie dort mindestens so gut, wie die Duplikate in St. Petersburg oder Neapel auch gut nicht vorm Berliner Schloss existieren. Sie sind also nicht dafür entworfen gewesen. Mir war auch nie ganz klar, warum das rechte Portal mit den Skulpturen betont war, das linke jedoch nicht. Sollten sie nicht gestalterisch gleichwertig behandelt werden?

  • Gibt es die Adlersäule eigentlich noch?

    Laut Wikipedia existiert nur noch das Kapitel der Säule, welches "im Hof des Pergamonmuseums" ausgestellt ist...wobei mir ist nicht ganz klar ist wo das sein soll...


    Zumindest finde ich es schade dass sich die Diskussion hier immer nur um die Rossebändiger/Adlersäule/Neptunbrunnen/Oranierfürsten dreht und dabei unterschlägt, dass man den für Skulpturen vorgesehenen Platz auch für Projekte nutzen kann um z.B. einen Bezug zum Humboldt-Forum nach Aussen herzustellen!


    Warum z.B. statt der Rossebändiger nicht Pferdeskulpturen aus Japan oder China aufstellen? Wir haben 2 geliehene Pandas, da käme es auf z.B. Repliken von Pferden aus der Terakotta Armee auch nicht mehr an :)


    Für die Hervorhebung der Portale fände ich die Rekonstruktion/Re-Plazierung der Attikafiguren wesentlich entscheidender und zu priorisieren, bevor man die Rossebändiger erneut kopiert (Schöneberger bleibt standhaft!!)

  • Ich habe mal ein bisschen gegoogelt:


    Von der Adlersäule gibt es heute noch das Kapitell, das im Innenhof des Pergamonmuseums steht und sich bei einer Rekonstruktion einfach wiederverwenden ließe. Für die anderen Teile (Figur, Schaft, Basis) müssten wohl Kopien angefertigt werden.


    Die Rossebändiger stehen wie gesagt im Kleistpark und der Bezirk will sie bisher nicht zurückgeben - obwohl selbst Parkarchitekt Georg Pniower mit dieser Notlösung unzufrieden war. Wenn der Bezirk in diesem Fall weiter stur bleibt, müsste man auch hier Kopien anfertigen, die dann entweder am Stadtschloss oder - im Tausch mit den Originalen - im Kleistpark aufgestellt werden. Übrigens standen die Rossebändiger deshalb vor dem rechten Schlossportal, da sie hier mit den Pferdefiguren vor dem Alten Museum korrespondierten.


    Von den fünf Oranierfürsten gibt es heute noch vier Figuren in ganz Europa. Ich bin zwar sonst offen für Rekonstruktionen, aber meiner Meinung nach wären die doch etwas kitschigen Figuren hier zu viel des Guten und würden die Schlossterrasse nur überfrachten.


    Zum Schluss noch ein Bild von den Rossebändigern:

    berliner_schloss_port1okyk.jpg

    Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

  • Für die Hervorhebung der Portale fände ich die Rekonstruktion/Re-Plazierung der Attikafiguren wesentlich entscheidender und zu priorisieren, bevor man die Rossebändiger erneut kopiert (Schöneberger bleibt standhaft!!)

    Oder sind die Attikaskulpturen schon "eingepreist" nur noch nicht angebracht?