Freiraumgestaltung Berliner Schloss/Humboldt-Forum

  • ^ Man soll also mit dem Fahrrad zum Hackeschen fahren um von dort einen Kilometer zum Schloss rüberzulaufen? Mich dünkt, da fährt jemand kein Fahrrad.

  • ^ Also ich würde nicht zum Hackeschen Markt radeln wenn ich zum Schloss wollte.


    Ich kann die ganze Aufregung um die Fahrradbügel nicht wirklich nachvollziehen. Gerade vor der Ostseite stören die doch nun am aller wenigsten.

    Des weiteren bin ich da bei Camondo...

    Ich weiß jetzt auch nicht recht ob es die Massen an Rädern sein werden die sich hier anschliessen werden. Eher nicht.



    Diese Frage...

    Die Frage ist nur, wie mit den Fahrradleichen umgegangen wird.

    ...stellt sich allerdings unabhängig von Fahrradbügeln.

    Es wird dabei relativ egal sein ob diese Leichen an Fahrradbügeln, Laternen oder gegen die Rampenmauer gelehnt vor sich hin oxidieren.



    Gruß, Jockel

  • Die Fahrradbügel sind wohl nicht allein für Besucher, sondern auch die zahllosen Mitarbeiter des Museums gedacht. Wer tagsüber einen Blick auf die Stellafassade wirft, kann dort bereits jetzt in der noch laufenden Bauzeit an die 30 Räder stehen sehen.


    Die Pressestelle des Humboldt Forums hat derweil eine kleine Anfrage meinerseits zu den Überwachungskameras beantwortet. Sie sind tatsächlich nicht temporär, sondern dienen der zukünftigen Umfeldüberwachung des Forums. Diese sei "aufgrund der jüngsten Vorfälle in verschiedensten Kultureinrichtungen in ganz Deutschland und insbesondere auf der gegenüberliegenden Museumsinsel besonders notwendig".

  • Ich meine, man sollte die Überwachungskameras durchaus sehen. Sie müssen schließlich für Vandalismus-Aktivisten, potentielle Räuber und Einbrecher usw. eine abschreckende Wirkung haben. Trotzdem sind sie an den Masten relativ dezent aufgehängt. Dasselbe gilt für die Ostseite. Auch auf der Nordseite ist bereits derselbe Mastentyp montiert - mit den gleichen Kameras. Unklar ist noch die Westseite, da der Platz mit der Volksschaukel abgestimmt werden muss.

  • Die Pressestelle des Humboldt Forums hat derweil eine kleine Anfrage tmeinerseits zu den Überwachungskameras beantwortet. Sie sind tatsächlich nicht temporär, sondern dienen der zukünftigen Umfeldüberwachung des Forums. Diese sei "aufgrund der jüngsten Vorfälle in verschiedensten Kultureinrichtungen in ganz Deutschland und insbesondere auf der gegenüberliegenden Museumsinsel besonders notwendig".

    Der Raub im Bodemuseum war im März 2017. Zu diesem Zeitpunkt sieht man auf der Ostwebcam schon die Kabelauslässe für die Kameras.


    Bekommen wir jetzt auch Kameras auf den Gehwegen vorm DHM, den Gebäuden der Museumsinsel, der Staatsoper, der Neuen Nationalgalerie, dem Hamburger Bahnhof etc.?


    Von dezenter Platzierung kann keine Rede sein. Die Abschreckung wird ja auch erwähnt. Mir vermittelt das als Gast ein Gefühl des Unwohlsein.


    Es gab übrigens in Berlin gerade eine Umfrage der Polizei. Bei der kam heraus, dass sich Bürger z. B. im Angesicht von bewaffneten Polizisten unsicherer fühlen.

  • Berlin tut sich eh schwer mit Kameras und Sicherheit, deswegen nutzen das ja auch so viele Menschen aus. 🤔 In Köln werden Kameras sogar live von der Polizei auf großen Plätzen überwacht, dass wäre in unserer Stadt völlig undenkbar, übrigens haben der Überwachung in Kölle alle Parteien zugestimmt.


    Bitte nicht sinnlos zitieren! Danke

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    Der Alex wird soweit ich weiß "live" von Polizei-Kameras überwacht. Allerdings hängen die eher tief und sind an dem Polizeigebäude montiert, also kein "öffentlicher Raum".

  • Berlin tut sich eh schwer mit Kameras und Sicherheit, deswegen nutzen das ja auch so viele Menschen aus. 🤔 In Köln werden Kameras sogar live von der Polizei auf großen Plätzen überwacht, dass wäre in unserer Stadt völlig undenkbar, übrigens haben der Überwachung in Kölle alle Parteien zugestimmt.

    Das sind allerdings temporäre Kameras, oder? So etwas gibt es in Berlin, z.B. auf Weihnachtsmärkten, auch.


    Meine Erfahrung aus London mit seiner flächendeckenden Überwachung ist, dass Menschen es ausnutzten, wenn keine Kameras da sind. Durch das zur Schau gestellte fehlende Vertrauen in die Bevölkerung werden von dieser die Lücken besonders ausgenutzt, weil da ja nicht überwacht ist. Meiner Meinung nach verschlimmern Kameras die allgemeine Situation.

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    In London könnte ich nicht mit einem LKW am Picadelly Circus ein Dutzend Menschen tot fahren, unbehelligt in die Sbahn steigen und erst irgendwo in Italien bei einer Zufallskontrolle auffliegen. In Berlin, bzw. am Hardenbergplatz ist das, von den obligatorisch gewordenen Pollern mal abgsehen, immer noch möglich. Zumindest auf großen öffentlichen Plätzen und bekannten Kriminalitätshotspots macht es einfach Sinn zu überwachen, denn es erleichtert die Beweisführung und Tataufklärung enorm. Ich kann zwar dem Freiheitsargument grundsätzlich viel abgewinnen, aber in einer Zeit, in der jeder Mensch die potentielle Vollüberwachung in der Hosentasche trägt und weitgehend gläsern in seinem Einkaufs- und Surfverhalten ist, hat es seine argumentative Kraft auch weitgehend verloren. Ich kann potentiell hundertmal mehr aus letztgenannten Dingen über einen Menschen schließen, als das er an Tag X zu Zeit XY auf Platz soundso unterwegs war.

  • Berlinier

    Es gibt aber immer noch 5-10 % der Bevölkerung die ohne Smartphone herumlaufen oder es einfach auch mal zuhause lassen.


    Prinzipiell muss ich Tomov recht geben. Eine Videoüberwachung verhindert Straftaten nicht, illegale Aktivitäten werden einfach in der nächstgelegenen unüberwachten Ecke weiter betrieben. Ich glaube eine flächendeckende Videoüberwachung à la China, gespickt mit Algorythmen zur Auswertung der Datenmassen wünschen sich auch die wenigsten bei uns.

    Daher bin ich für eine sehr punktuelle Nutzung dieser Technik.


    An speziellen Orten, wie Kulturbauten, Verkehrbauten, Regierungsbauten etc. halte ich sie aber für sinnvoll, aufgrund der Argumente die Berlinier bereits genannt hat: schnellere Tataufklärung und Beweismittel.


    Fazit für mich: hier am Stadtschloss / Humboldt-Forum ist es akzeptabel, die Umsetzung für mich aber zu plump. Ich dachte heute nutzt man eher diese schwarzen Rundum-Kugeln, oben an einm Mast sind die deutlich dezenter.

  • Hat eigentlich jemand ne Ahnung ob es nun an Schlossterrasse Nr 2 geht?


    Das Baufeld wurde ja nun freigeräumt und mit dem U-Bahnbaufeld scheint es auch nichts zu tun zu haben.

    Pflanzung dann vielleicht schon im März?

  • Gerade kam auf der Internetseite des Fördervereins die Meldung, dass ihr Infocenter, was bisher in 12 miteinander verbundenen Baucontainern vor Portal V steht, wegen der Eröffnung des Humboldtforums zum Portal IV umzieht (ich vermute, dass es dann direkt am Bauzaun zur U5-Baustelle steht). Ab Montag, dem 30.11.2020 ist das Infocenter für den Umzug geschlossen und soll am 13.12.2020 am neuen Standort wieder eröffnen. Schade, ich dachte, ab Eröffnung des Humboldtforums am 17.12.2020 sind die Container weg und der Förderverein zieht in einen freien Raum im Schloss.

  • Einige aktuelle Eindrücke von der Südseite, zuletzt hier #890.


    Beim durch den Brand in Mitleidenschaft geratenen Teil sind die Gerüste abgebaut und die Brandspuren beseitigt.


    2020-11-2715.19.300wkuz.jpg


    Die Pflasterung sieht aus der Nähe besehen bunter und schöner aus als die Bilder der Webcams vermitteln. Die steinerne Sitzgelegenheit (Schutzeinrichtung ?) ist leicht wellenförmig.


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    Der großzügige Vorplatz der Schlosssüdseite nähert sich der Fertigstellung, man hat zuletzt schnell gearbeitet. Hoffentlich wirkt sich die heutige Meldung von der Verschiebung der Eröffnung nicht allzu entschleunigend auf die ausständigen Arbeiten aus.


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    Hier noch ein spätherbstlicher Eindruck vom Nikolaiviertel.



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    Alle Bilder von heute & von mir.

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    Der Alex wird soweit ich weiß "live" von Polizei-Kameras überwacht. Allerdings hängen die eher tief und sind an dem Polizeigebäude montiert, also kein "öffentlicher Raum".


    Das sind allerdings temporäre Kameras, oder? So etwas gibt es in Berlin, z.B. auf Weihnachtsmärkten, auch.


    Meine Erfahrung aus London mit seiner flächendeckenden Überwachung ist, dass Menschen es ausnutzten, wenn keine Kameras da sind. Durch das zur Schau gestellte fehlende Vertrauen in die Bevölkerung werden von dieser die Lücken besonders ausgenutzt, weil da ja nicht überwacht ist. Meiner Meinung nach verschlimmern Kameras die allgemeine Situation.

    Von Erfahrungen aus Köln kann ich nur sagen, dass die Überwachung zu 99% immer zur Überführung von Straftaten geführt hat. Viele Dinge konnten so verhindert werden. In Köln scheint man davon überzeugt zu sein, während man in Berlin von Stasi 2.0 redet, obwohl man Brennpunkte in der Tat überwachen könnte, im allgemeinen Interesse. Ich bin auch gegen komplette Kameraüberwachung, aber in gewissen Situationen vielleicht nicht so verkehrt? Immerhin haben wir ka demokratische Instanzen die eine massenhafte Überwachung wohl gerichtlich verhindern würden. Aber wir schweifen vom Thema ab, sorry. 😂😅

  • Oft lese ich von den selben Personen, die den Schoßplatz begrünen wollen, dass sie den Park des Marx-Engels-Forums bebauen möchten. Solange dieses grün bleibt, ist dem Kilmaschutz wohl genüge getan.

  • ^^ So wichtig der Klimawandel ist: Ich glaube nicht, dass man deswegen nun jeden innerstädtischen Platz begrünen soll. Großzügige innerstädtische Plätze, gerade auch an repräsentativen Bauten, haben in der europäischen Stadt eine große Tradition und ich möchte sie nicht missen. Daneben muss man berücksichtigen, dass Klimawandel auch bedeutet: Größere Wetterextreme, Starkregen und Dürrephasen, und so gesehen ist die Kleinsteinpflasterung hier mit einem Versiegelungsfaktor 0,5 (50% Versiegelung), neben den sonstigen ökologischen Vorzügen, auch mit Blick auf den Klimawandel nicht das Schlimmste, was geschehen konnte, und jedenfalls eine deutliche Verbesserung gegenüber der Versiegelung zu DDR-Zeiten. (Allerdings finde auch ich, dass man den Platz vielfältiger und anspruchsvoller hätte gestalten können.)

  • ElleDeBE Vielen Dank für die Fotos, die eine neue Perspektive ermöglichen: Webcams aber auch viele (die meisten?) Projektvisualisierungen bieten immer wieder Vogelperspektiven, während sich die Augenhöhe der meisten erwachsenen Passanten und Besucher zwischen 1,50~1,90m bewegen dürfte.


    Warum hadere ich so mit der Gestaltung des Schloßplatzes durch bbz? Normalerweise durchlaufen historische Plätze bis hin zu ihrer heutigen Gestalt Phasen, die sich auch in dieser ablesen lassen und im öffentlichen Bewußtsein verankert bleiben. Meine ältesten noch lebenden Berliner Verwandten (Jahrgang 27) können sich noch an das alte Schloß erinnern und den Neptunbrunnen auf dem Schloßplatz, sogar an Ausstellungen in der Schlossruine in den ersten Nachkriegsjahren. Schon in der Generation meiner Eltern ist da keine Erinnerung mehr: Mein Vater (Jahrgang 39) hat in den späten 50ern die Verkaufsautomaten am M-E-Platz repariert, es gibt sogar ein Foto davon, da ist das Schloß schon abgetragen, der Brunnen versetzt und der Platz aufgelassen.


    Die Aufgabe für bbz war nicht leicht: Der Fahrbahnverlauf mit der bizarren Schikane war schon gesetzt, und der Auftrag zur Gestaltung des Umfelds schon liederlich und tendenziös formuliert. Ein mich überzeugenderes Ergebnis hätte ein Konzept liefern können, das versucht sich wie ein skin graft auf die ursprüngliche Platzgestalt und Straßenverläufe zu legen, und diese dadurch wiedergewonnen und erlebbar gemacht hätte. Ein Bordstein gesetzt, ein Niveauunterschied Trottoir <> Damm hätten genügt. Selbst wenn ich mir eine Begrünung wünsche, hätte ich mit dem steinernen Resultat wohl leben können. Damit hätten bbz den Wettbewerb wohl nicht gewonnen, aber jetzt sehe ich nur eine beziehungs-, seelen- und vor allem lieblose Steinwüste.


    Aus der Webcam-Perspektive ergibt sich durch das lange Sitzmöbel zusammen mit der Fahrbahn eine merkwürdige Dreiteilung des Platzes, die mir in ihren Proportionen mißraten vorkommt: Das Möbel steht zwar mittig auf der Pflasterfläche, aber nicht mittig auf dem Platz, parallel zum Schloss aber schief zur Fahrbahnkante. Wenn es einen anderen Bezug gibt, klärt mich bitte auf. Auf ElleDeBE s Fotos ist das aus Normalverbraucherperspektive zum Glück nicht wahrnehmbar, und das versöhnt etwas. Die Plazierung der Fahrradbügel bleibt ärgerlich, zumal das zu gestaltende Umfeld die andere Platzseite mit einschließt. Der verwendete Stein für das Pflaster scheint größer und farbiger als der in Berlin übliche, ich fremdel auch da ein bißchen.


    Alles in allem, nun ja, das geht besser. Wann ziehen jetzt eigentlich die ersten Buden vom Alex um?

  • Der verwendete Stein für das Pflaster scheint größer und farbiger als der in Berlin übliche, ich fremdel auch da ein bißchen.

    Das verwendete Kleinpflaster entspricht nicht allein der üblichen Größe, sondern ist zu weiten Teilen altes Kleinpflaster aus der Region, das aufgearbeitet wurde. Gleiches gilt für die Schweinebäuche.