Prager Projektfrühling (Bauvorhaben an der Prager Str.)

  • Am Prager Riebeck sehe ich seit Wochen/Monaten keinen Baufortschritt. Eröffnung sollte meines Wissens eigentlich im April/Mai 23 sein. Das ist vermutlich nicht mehr zu schaffen. Weiß Jemand mehr?

  • Das Ostforum wächst weiter in die Höhe:

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    Eigenes Bild


    Man sieht auch hier beispielhaft wie Verdichtung den Stadtraum deutlich aufwertet.

  • Am Prager Riebeck sehe ich seit Wochen/Monaten keinen Baufortschritt. Eröffnung sollte meines Wissens eigentlich im April/Mai 23 sein. Das ist vermutlich nicht mehr zu schaffen. Weiß Jemand mehr?

    In der Anzeige steht bezugsfrei ab 01.08.2023. Das wäre sicherlich für den einen oder anderen Hauseingang möglich. Die Anzeige

  • Das Ostforum verleiht dem Blick aus der Oststraße gen Ostplatz eine neue Dramatik - hier mit Ostblockzweitaktaltlast :D


    Vor einigen Wochen fürchteten wir ja die dunklen Wolken eines Baustopps. Die dunklen Wolken sind immer noch da, der Baustopp mitnichten

  • Ostforum


    Der Ostplatz…


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    … präsentiert sich mit völlig neuen Raumkanten:


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    Blick auf die Rückseite, wo sich im Schatten der Prager Straße…


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    … die Betonmassen bedrohlich an die Favela Johannistal heranschieben:


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    ©555Farang render

  • ^^ Die Raumwirkung an der vier- bis fünfspurigen Straße und Tram-Schottergleisbett ist natürlich extrem positiv.

  • Judith-Auer-Strasse


    Gegenüber dem Technischen Rathaus soll das freie Baufeld direkt hinter dem Riebeck (ehem. Brauerei) bebaut werden. Von dem Siegerentwurf gibt es bisher nur die Rückansicht des geplanten Gebäudes zu sehen:


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    ©w&v architekten


    Geplant sind 100 „geförderte“ Wohnungen, die die Riebeckstraße an dieser Stelle mit 8 Etagen nachverdichten - wie auch beim 2. Platz zu sehen (Vorderansicht):


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    ©atelier schmelzer weber architekten maps

  • Bei der schmucken "Rückansicht" bin ich auf die hoffentlich noch schokoladigere Frontansicht aber wirklich gespannt! Bei Gebäuden, die ich hässlich finde, weiß ich immer genau, woran es liegt, aber wenn mir was gefällt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, was richtig gemacht wurde. Geht euch das auch so?


    100 geförderte Wohnungen, Vor- und Dachgarten und eine mittels Ziegel reliefierte und strukturierte Fassade- wenn das so umgesetzt wird, spricht es allen Unkenrufen Hohn.


    Und das von W&V, denen ich sonst vom Schrecklichen das Schlimmste zutraue.

    Einmal editiert, zuletzt von Ziegel ()

  • Der Entwurf des 2. Platzes gefällt mir deutlich besser. Die abgerundeten Balkone wirken sehr angenehm. Überhaupt erinnert der Bau an die 1920er Jahre.


    Die Idee von W&V ist mir zu kantig. Da fehlt die Eleganz. Die Vorderansicht wird da sicher auch nicht sonderlich anders aussehen.

  • Naja, es ist schon ein bisschen blöd, dass wir (noch) eine Rück- mit einer Vorderansicht vergleichen müssen. Hingegen schmeichelt die Vogelperspektive dem Sieger wahrscheinlich. Platz 2 gefällt mir auch: er hat deutlich mehr Balkone, verzichtet auf Glasbrüstungen, ist auch farbig und hat wie erwähnt viele Rundungen, was jedes Gebäude gefälliger macht (von W&V aber gemieden werden wie das Weihwasser vom Teufel).


    Allerdings finde ich beim Zeitplatzierten den Rücksprung nicht so gelungen und durch zu wenig vertikale Gliederung (nur der Sockel hebt sich ab) wirkt es auf mich auch etwas klobig.


    Bei Platz 1 ist der untere Gebäudeteil verklinkert, oben ist es verputzt. Bei guter Ausführungsqualität kann das abwechslungsreich sein, genauso aber auch nach hinten losgehen.


    Wahrscheinlich hat die Ästhetik ohnehin nur wenig Ausschlag für die Jury-Entscheidung gegeben. Umso mehr freue ich mich in diesen Zeiten über zwei solche Entwürfe.

  • Es ziehen wieder dunkle Wolken beim Ostforum auf. Nach Auskunft der Rohbaufirma soll der Einbau der Fenster erst im Juli beginnen und anschließend keine weiteren Gewerke geplant sein. Ich hoffe stark auf eine Weiterführung des Projektes. Wir werden sehen

  • Kleines Baustellenupdate zum Ostforum - Rohbau fast vollständig abgeschlossen.

    Es folgen noch 2 Etagen + Attika.

    Blick vom Johannistal:

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    Blick vom Ostplatz:

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  • ^ das ist mittlerweile eine städtebaulich sehr solide Nachverdichtung entlang der Prager Straße. Vom Völkerschlachtdenkmal kommend und in Richtung Innenstadt, gewinnen Gebäude an Höhe und Umfang. Bis dann am Ostplatz ein richtig neuer Eindruck entsteht. Davon konnte ich mich neulich persönlich überzeugen.


    Was tatsächlich noch fehlt, ist die geschlossene Lücke am Grimmaischen Steinweg und eine Höhendominante an der Stelle des heutigen Radisson am Augustusplatz. Welche in der Höhe eine Brücke zwischen Ostplatz und Uni-Riesen schlagen könnte und gleichzeitig die Höhendominanten um den Ring herum komplettieren würde.


    Womit die Prager Straße dann als quasi Muster-Querschnitt der klassischen Stadtstruktur dient, mit Einfamilienhäusern am Stadtrand, über den Blockrand ab 1875, bis hin zum Hochhaus im Kernstadt-Bereich.

  • Womit die Prager Straße dann als quasi Muster-Querschnitt der klassischen Stadtstruktur dient

    Interessanter Gedanke - doch zum Glück sieht nicht ganz Leipzig aus wie die Prager Straße. Im Vergleich zu anderen Magistralen fällt an der Prager ins Auge, wie schädlich unzusammenhängende Großstrukturen, sowohl bei Gebäuden wie Straßenanlagen, sowie eine Kummulation "moderner" Fassaden sind.

  • ^ ja natürlich. Die Prager Straße ist keine klassische Viale mit einer einheitlichen und immer wieder ergänzten Gebäudestruktur und zentraler administrativer-, kultureller- und wirtschaftlicher Signifikanz. Keine Paseo de la Castellana oder Avenue de la Grande Armée. Das gibt die Stadt weder in Größe noch Bedeutung oder auch wegen ihrer eher nicht regulierten Stadtstruktur her. Und es gibt etliche Defizite wie die Gegenüberstellung von kleinteiliger Blockrandbebauung und großflächigen Bürogebäuden aus den 1990er Jahren, unzureichende oder kaum vorhandene Akzentuierung von Plätzen, oder die Auflassung von Baumreihen und breiteren Gehwegen zwischen Ostplatz und Gutenbergplatz.


    Worum es mir ging, ist die positive Verdichtung und eine sich dabei herauslesende Urbanisierung in Richtung Innenstadt. Also keine Zersiedlung welche zwischen Gewerbe, Büro, und Wohnen sowie destruktiven Gebäudehöhen zwischen Kernstadt und Stadtrand springt.

  • Sowohl deinem vorangegangenen wie dem aktuellen Kommentar stimme ich zu 100% zu - mein Beitrag war nicht als Widerspruch, sondern als Ergänzung gemeint.


    Mit meinem Hinweis auf andere Magistralen meinte ich die Karli, Karl Heine und ein bisschen optimistisch gedacht die Eisenbahn- oder Georg Schumann-Straße. Dass jemand annehmen könnte, ich würde die Prager Straße dafür kritisieren, dass sie nicht die Avenue de la Grande Armée ist, kam mir nicht in den Sinn.


    Man versucht, an dieser Straße vieles wiedergutzumachen und das macht man auch ganz gut. Aber die Folgen von Zerstörung und irrlichternden Architekturauffassungen bleiben eben jahrzehntelang negativ erfahrbar.