Dresden: Pirnaische Vorstadt/Lingnerstadt

  • arwed^^: das SPA hatte soweit ich erinnere die durchgehende Herkulesallee präferiert, aber eine Mehrheit im Rat bzw BauAusschuß hatte das umgestoßen.

    Die Verwaltung mußte das dann verarbeiten - auch weil man aufgrund der Grundeigentümer an der Lingnerallee starken Gegenwind hatte.

    Ja, im Grundsatz hat man wohl diesen Zwitter aus Herkules+Lingnerallee herausgeschustert, aber was wäre denn eine/deine Alternative?

    Ich finde die Herkulesallee "mit Knick" nun kein Drama, und auch damalige Stimmen der SPA-Gegner sagten, daß man den Rathausturm dennoch lange in der Sichtachse sähe. Der Vorteil des "Knicks" ist ja, daß man die Lingnerallee beibehält und deren Qualitäten wieder herausstellen kann, ohne auf die Herkules-Verlängerung gänzlich zu verzichten. Ich glaube, man hat das seither nicht weiter debattiert. Über die vielen verfließenden Jahre verliert man echt auch Lust und Kenntnis über mal gewesene Prozesse.

    Beim Schulbau wundere ich mich über die nachlässige Arrondierung zur Allee hin, da hätte man doch längs viel mehr Bauflucht bis vor ziehen können.

    Vermutlich sprechen aber allerlei Nutzerwägungen und gegenteilige Wünsche der Schulamtsleute für solche Kompromisse, wobei hier der Städtebau dann völlig ausfiel. Man wird wohl die Ausrede bedienen, ein "Bildungsbauten-Loch" mit der Kita nebenan bilden zu müssen, dafür aber das Restareal dem Blockrand zu geben. Ich hätte die Schule eher zur lauten Lennéstraße gebracht, und das Wohnen (im Blockrand) schön im ruhigen inneren Areal angeordnet

  • Elli Kny, an den Stadtratsbeschluss kann ich mich erinnern. Dem gingen, glaube ich, einige phantasievolle Versprechungen eines Dresdner Bauträgers voraus, dass Eckhaus an Lingnerallee und Blüherstraße zu rekonstruieren. Wie auch immer, der Stadtrat hat beschlossen, dass an die Lingnerallee angebaut werden muss. So lang der Beschluss nicht durch einen anderen revidiert wird, gilt das. Das SPA müsste daraus jetzt etwas machen. Die Knicklösung finde ich fürchterlich. Das ist städtebaulich ganz übel, ist jedenfalls meine Meinung. Vom Befürworter der geraden Herkuleslösung bin ich deshalb zum Befürworter der diagonalen Lingnervariante geworden. Das sollte jetzt mit aller Konsequenz verfolgt werden. Das betrifft dann natürlich auch die Überlegungen, wie mit dem Gebäude der Cityherberge und dem Gebäude am Ring umgegangen wird. Bei Überlegungen zum Neubau an den Stellen sollte die Stadt darauf hinwirken, dass die Lingnerallee dann auch bis zum Ring führen kann. Wenn das aber nicht umsetzbar ist, sollte der Stadtrat die oben angesprochene Entscheidung überdenken. Die aktuelle Planung ist jedenfalls kompletter Mist und ich erwarte vom Stadtplanungsamt, dass hier ab einer Lösung gearbeitet wird.

  • Bei Überlegungen zum Neubau an den Stellen sollte die Stadt darauf hinwirken, dass die Lingnerallee dann auch bis zum Ring führen kann. Wenn das aber nicht umsetzbar ist, sollte der Stadtrat die oben angesprochene Entscheidung überdenken.

    Das ist mit der Verwaltung natürlich nicht umsetzbar, weil sie es nicht will. Es bestanden und bestehen weiterhin genug Möglichkeiten zu Flächentausch, städtebaulichen Verträgen, überhaupt Planungen (statt Stückwerk ein angepasster Gesamtentwurf für das ganze Areal), um die beschlossenen Planungsziele zu verfolgen, die da nämlich v. a. Wohnungsbau, Quartiersentwicklung, Anbindung an die Innere Altstadt, hochwertige Umgebung, etc. heißen. Der Erhalt der CityHerberge und ein Klotzneubau für Büros und Gewerbe anstelle des blauen Riegels an der Petersburger widerspricht diesen Zielen eklatant. Und aus diesem Grund sollte der Stadtrat gar nichts überdenken, sondern die Verwaltung weiterhin an die Erfüllung ihrer Aufgaben erinnern.


    Dass ich ein Freund der Sichtbarmachung verloren gegangener städtischer Strukturen bin, ist sicher mittlerweile bekannt, aber auch, wenn man diesen (aus meiner Sicht gar nicht so streitbaren) Aspekt aus der Diskussion lässt, gibt es viel mehr Gründe, die Lingnerallee (und auch die Pirnaische Straße) komplett wiederherzustellen, als an den Strukturen, die das Gebiet so zerfasert und abgeschlossen wirken lassen, festzuhalten.


    Daran hätte sich auch ein Schulneubau auf der Cockerwiese anpassen können, z. B. so, wie ich das vor vier Jahren schon einmal zu visualisieren versucht habe:

    26737-pirnaische-vorstadt-%C3%BCbersicht

  • Dass ich ein Freund der Sichtbarmachung verloren gegangener städtischer Strukturen bin, ist sicher mittlerweile bekannt, aber auch, wenn man diesen (aus meiner Sicht gar nicht so streitbaren) Aspekt aus der Diskussion lässt, gibt es viel mehr Gründe, die Lingnerallee (und auch die Pirnaische Straße) komplett wiederherzustellen, als an den Strukturen, die das Gebiet so zerfasert und abgeschlossen wirken lassen, festzuhalten.


    Daran hätte sich auch ein Schulneubau auf der Cockerwiese anpassen können, z. B. so, wie ich das vor vier Jahren schon einmal zu visualisieren versucht habe:

    26737-pirnaische-vorstadt-%C3%BCbersicht


    Danke für deine Visualisierung, Civitas Fortis. Für mich allerdings aus zahlreichen Gründen eine sehr unzufriedenstellende Lösung: Hauptkritikpunkt wäre die im Nichts endende Lingnerallee in Richtung Ring. Alleen waren in der barocken oder gründerzeitlichen Stadtplanung immer auf einen Endpunkt ausgerichtet. Ohne den Endpunkt macht auch die Allee an dieser Stelle keinen Sinn mehr. Der einzige, im Areal vorhandene Punkt, auf den eine Allee heute noch zulaufen könnte, wäre der Rathausturm.


    Man sieht dem Entwurf an, dass du unter allen Umständen die Lingnerallee wieder herstellen wolltest, für die dreieckigen "Rest-Flächen" entlang der Allee aber keine Ideen hast. Dabei kommen dann diese Mini-Quartiere heraus, die aber schon aufgrund ihrer geringen Größe nicht funktionieren. Auch entstehen seltsame diffuse Abschnitte in deiner Allee (über der Kantine zum Beispiel).


    Gleiches gilt für den runden Platz an der Cocker-Wiese. Der Platz wird hier zum Selbst-Zweck. Aus städtebaulicher Sicht gibt es für den Platz an dieser Stelle keine sinnvolle Argumentation.



    p1090015e2in5.jpg


    Das Hauptproblem der städtischen Lösung sehe ich hier im Schul-Quartier. Die ganze Gegend dort braucht dringend städtebauliche Raumkanten um diese diffusen, undefinierten Räume neu zu ordnen. Dort, wo die Schule geplant ist, würde es ein weiteres Quartier benötigen, ähnlich dem danebenliegenden in Richtung Lennéstraße, das eine klare Kante zur davor liegenden Wiese schafft. Das Schul-Quartier könnte dann "vor" die Raumkante nach Süden rutschen - würde dann allerdings auf der Herkules-Allee liegen.


    Hier stellt sich aber auch ganz prinzipiell die Frage, ob die nur mehr in Fragmenten wahrnehmbaren Alleen unter allen Umständen behalten werden sollen oder ob eine neue "Wege-Struktur"nicht viel mehr Sinn macht. Mein Vorschlag wäre es daher, den Rest der Herkulesallee ausserhalb des großen Gartens zu kappen. Dort die Schule zu bauen, dahinter ein dichtes Quartier. Vorausgesetzt, die letzten beiden Gebäude des Robotron-Areals nördlich der Skaten-Anlage fallen ebenfalls noch und das Gebiet wird ebenfalls stark verdichtet, finde ich ein Abknicken der Lingnerallee an dieser Stelle akzeptabel. Wenn ich die nächsten Tage mal Zeit habe, werde ich mal visualisieren, wie ich mir das vorstelle...

    Einmal editiert, zuletzt von arnold ()

  • Das hatte ich zwar schon einmal versucht zu erklären, aber ich probiere es nochmal mit mehr Visualisierungen ...

    Ohne den Endpunkt macht auch die Allee an dieser Stelle keinen Sinn mehr.

    Die Johann-Georgen-Allee hatte diesen "Endpunkt", einen expliziten und herausragenden Point-de-vue, vor der Zerstörung ebenfalls nicht, siehe diese Ansicht. Statt in die Moritzstraße würde man heute in Richtung Gewandhausstraße blicken. Ich sehe darin kein Hindernis für die Wirkung der Lingnerallee insgesamt.


    Man sieht dem Entwurf an, dass du unter allen Umständen die Lingnerallee wieder herstellen wolltest, für die dreieckigen "Rest-Flächen" entlang der Allee aber keine Ideen hast. Dabei kommen dann diese Mini-Quartiere heraus, die aber schon aufgrund ihrer geringen Größe nicht funktionieren. Auch entstehen seltsame diffuse Abschnitte in deiner Allee (über der Kantine zum Beispiel).

    Aus dieser groben Luftbildansicht zu schließen, dass die "Rest-Flächen" nicht funktionieren können, finde ich ganz schön gewagt. So klein sind die Flächen übrigens auch gar nicht. Solche Gebäude funktionieren anderswo auch, z. B. Prager Spitze. Ideen habe ich dafür auch - die "spitze" Ecke zwischen Lingnerallee und Skatepark könnte ein Bürogebäude werden, in dem im Erdgeschoss öffentlich nutzbare Einrichtungen (Café, Skaterbedarf, Fahrradwerkstatt, "Späti", Jugendtreff - bei der bisherigen Nutzung des Areals fällt einem viel passendes ein) angesiedelt werden können.


    Auch architektonisch könnte diese Spitze einen reizvollen Akzent setzen, den du als Point-de-vue bisher vermisst. Und genau das ist der Grundgedanke meines Ansatzes: nicht alles neu zu planende auf den Rathausturm als vermeintlich einzigen Höhepunkt auszurichten oder mangels selbiger einfach völlig auf Blickbeziehungen innerhalb des Quartiers zu verzichten, sondern das Quartier selber mit neuen Beziehungen entwickeln, eigenständige, Identität stiftende und untereinander miteinander kommunizierende Gebäudeensembles, zusammengehalten durch den alten Stadtgrundriss und die damit einhergehenden städtebaulichen Qualitäten.


    Blick auf die "Spitze" (angelehnt an das "Flatiron" - natürlich vorerst nur als Platzhalter), mit rekonstruiertem zweiten Torhaus und Tor, in Richtung Ring:

    43332-lingnerallee-richtung-rathaus-mit-torhaus



    Einige Meter weiter, Blick entlang der wiederhergestellten Lingnerallee in Richtung Ring mit offengelegtem Kaitzbach:

    41308-lingnerallee-kaitzbach-planstra%C3%9Fe-01


    Wichtig ist außerdem, das Quartier auch von außen, besonders von der Inneren Altstadt her zu betrachten. Dort zeigt es sich bisher (und nach Planungen der Stadt auch weiterhin) weit weg, verschlossen und abweisend. Das würde die Wiederherstellung von Lingnerallee und Pirnaischer Straße ändern.


    Blick aus der Ring-/Gewandhausstraße in Richtung Lingnerallee - Vgl. mit heutiger Ansicht:43333-gewandhausstra%C3%9Fe-richtung-lingnerallee


    Ansonsten ist der Entwurf natürlich ein Kompromiss aus Wiedergewinnung des hochwertigen Stadtraums der ehemaligen Johann-Georgen-Allee (v. a. aber auch der Pirnaischen Straße, deren Bedeutung viel größer für die Stadtgeschichte ist!) in Verbindung mit der später erfolgten Überformung, wodurch die "diffusen" Abschnitte, wie an der Kantine, entstehen, die als eigenständige Räume innerhalb des Gesamten wirken können. Die Kantine als künstlerisches oder soziokulturelles Zentrum würde sich aus meiner Sicht sogar von der Nutzung her in dieses Konstrukt einpassen, wenngleich ihr Abriss für die Vervollständigung des Blüherparks in dem Abschnitt natürlich wünschenswert wäre.


    Es würde etwas Verbindendes entstehen, das den alten Stadtgrundriss (und damit die Pirnaische Vorstadt als historische solche) mit der DDR-Überplanung (Hochhäuser und Kantine sowie abgeknickte Lingnerallee mit Blick zum Rathaus) und neuen Elementen (offengelegter Kaitzbach, Neubebauung) als Symbiose aller Zeitschichten sichtbar machen würde. Was die Stadt derzeit plant, ist ein Ignorieren von Zeitschichten, bzw. ein Festhalten an und Verstärken von dysfunktionalen Strukturen und ein Verzicht auf irgendwie gelagerte Kommunikation mit angrenzenden Quartieren.


    Ich bin trotzdem gespannt auf die Visualisierung deiner Vorstellungen, arnold.

  • 43332-lingnerallee-richtung-rathaus-mit-torhaus


    Super, dass du gleich die Straßenperspektive mit eingefügt hast: Besser kann man nicht verdeutlichen, dass der Stadtraum so nicht funktioniert. Das Flat-Iron-Building in NY funktioniert hervorragend aufgrund der dichten Bebauung in der Umgebung und aufgrund der Höhe des Gebäudes. Trotz der breiten Straßen rechts und links bestimmt das Gebäude die Situation. Das von dir gezeigte Gebäude steht allein auf weiter Flur zwischen einer Allee, die im Nichts (siehe weiter unten) endet und einer aufgeweiteten Fläche auf der anderen Seite. Der kleine Gebäude-Stummel vermag es nicht, die beiden Räume zu fassen und geht dadurch komplett unter. Mit einem Hochhaus würde das schon wieder ganz anders wirken - weil dann das Gebäude das dominierende Element ist und eben nicht die Weite der offenen Räume rechts und links.


    Ich finde die Idee einer schlanken Eck-Bebauung - dem Flat Iron nachempfunden - generell sehr charmant. Nur nicht als Selbstzweck und nur dann, wenn es städtebaulich Sinn macht. Du hast vollkommen recht, dass die historische Lingnerallee ebenfalls keinen Endpunkt hatte, auf den sie zugelaufen ist. Sie führte aber direkt in eine dicht bebaute Innenstadt und dann weiter in Richtung Neumarkt - sie hatte eine leitende Funktion ins Zentrum der Stadt. Die Lingnerallee in deiner Visualisierung knallt an die Ecke des 50er-Jahre Gebäudes an der Ringstraße und endet dann an der nächsten Ecke weil die Gassen-Struktur keine Fortführung erlaubt.

  • Man kann ja über vieles diskutieren, aber wenn ich die Bilder von Civitas Fortis sehe, fühle ich mich dort sofort wohl, wohler als in vielen anderen Dresdner Stadträumen. Die Argumente von Arnold klingen einleuchtend, aber wenn ich Bild 2 von CF betrachte, macht es mir z. B. gar nichts aus, dass die Allee an die Ringbebauung "knallt". Vielleicht sind theoretische Lehrsätze auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Es sind Experten gewesen, die so viele Orte in Dresden dramatisch verhunzt haben, daher habe ich gegen abstrakte Behauptungen ein gewisses Misstrauen. Am Ende zählt das Ergebnis.


    Im Übrigen bin ich überzeugt, dass das Flatiron Buildung nicht so berühmt wäre, wenn es nicht so eine gute Fassade hätte. Dass die Gegend eine stadtplanerische Meisterleistung war oder ist, würde ich jedenfalls in Zweifel ziehen:


    zeitreise-08-jpg--855x6i9p.jpg


    Foto ist gemeinfrei, denke ich.

    https://image.geo.de/30149938/…treise-08-jpg--85516-.jpg


    Wenn es überhaupt irgendeine greifbare Hoffnung auf substanzielle Verbesserung gibt, dann am Neustädter Markt, aber da hat man die größten Missstände ja zuletzt unter Denkmalschutz gestellt. Ich habe meine Heimatstadt eigentlich schon abgeschrieben und bewundere CF, dass er überhaupt noch solche Visionen entwickelt.

  • Ich möchte mich auch mal zum Vorschlag von Civitas fortis äußern: Sicher gibts hier diskussionswürdige Punkte. Doch ist das vielfach näher an einer guten Lösung als das, was das Stadtplanungsamt aktuell verfolgt. Bei Civitas fortis ist die Lingnerallee klar die dominante Allee. Ob man überhaupt das stadtseitige Ende der Herkulesallee beibehält, hinge vom Umgang mit dem Skaterpark ab und davon, ob man den Blick auf den Rathausturm frei halten möchte. Die Antwort darauf wäre aber klar untergeordnet. Wenn die Lingnerallee klar zum Ring geführt wird, bräuchte es keinen weiteren Endpunkt. Ich wünschte so sehr man könnte hier auf Amt und Rat einwirken, dass die hier nicht den Murks machen, welcher sich leider mal wieder abzeichnet.

  • Hochhaus Pirnaischer Platz:


    Seit gestern wird ein Kran aufgebaut und das Haus eingerüstet. Vermutlich ist also die Entkernung in größeren Teilen abgeschlossen.

  • Das heißt, eine mutmaßlich neverending story neigt sich doch einem Ende. Zumindest, wenn man sanierte Gebäude schöner findet als Ruinen auch einem positiven... Sehr schön.

  • Der Abriss wäre mal eine "ending story"! Alles andere ist ein Witz, da nicht mal der Schriftzug "DER SOZIALISMUS SIEGT" wieder dran kommt. Und ich bin fürwahr kein Sozialist, aber ein Verfechter der Richtigkeit und Gründlichkeit. Oder auch eine Leuchtreklame an der rechten Seite wurde nicht beachtet. Stattdessen Verwandelt man diesen Klotz in einen seelenlosen Block. WOW, Gratulation. Aus einem Schandfleck wird ein Schandfleck mit neuer Tapete...

  • Ich finde nicht das Gebäude selbst das Problem, sondern die fehlende Umbauung in Form eines mehrgeschossigen Sockels - auch um den Querschnitt der ganzen Kreuzung etwas zu verringern. Dazu müsste aber auch ein vernünftiges Verkehrskonzept mit weniger Platz für den IV umgesetzt werden. Dass wird es in DD aber nicht spielen.


    Das Gebäude selbst mag ich gerne. Ich fürchte aber auch, dass die Sanierung hier eher misslingen wird…

  • Hochhaus Pirnaischer Platz:


    Seit gestern wird ein Kran aufgebaut und das Haus eingerüstet. Vermutlich ist also die Entkernung in größeren Teilen abgeschlossen.

    Sehr schön, grundsätzlich bin ich hier sehr froh das es scheinbar endlich sichtbar losgeht. Auch wenn nicht alle zufrieden sind mit der Sanierung, muss doch eins klar sein, alles ist besser als der jetzige Zustand! Mitten in der tollen Stadt Dresden steht seit Jahren dieser Schandfleck, und wartet auf die Sanierung.

    Es entstehen um die 170 neue Mietwohnungen und 3 Penthouse Appartement in bester Citylage. Das Gebäude prägt seit den 60ern das Bild in Dresden und ich freue mich ehrlich gesagt, und bin gespannt wie es aussehen wird wenn es hoffentlich wie geplant 2024 fertig ist. Die Bilder hier sehen relativ hochwertig und gut aus wie ich finde.

    https://www.archlab.de/projekt…irnaischer-platz-dresden/


    Das Gebäude ist ja 48m hoch und wie hier zu lesen ist, wird das Staffelgeschoss doppelt so hoch wie bisher, also etwa 4m höher, auf dann insgesamt 52m

    https://www.neumarkt-dresden.d…t-deutlich-hoeheres-dach/

  • wartet auf die Sanierung

    Eigentlich wartete es doch auf seinen Abriss und nur weil die Stadtverwaltung, versehentlich oder auch nicht, bei den Verträgen gepfuscht hat, darf der Besitzer diesen städtebaulichen Missstand modernisieren.

  • Man könnte auch so argumentieren, dass zumindest abends und nachts das unbelebte Hochhaus weniger (negativ) auffällt. Ob eine Platte ruinös oder frisch saniert ist, ist mir als Passant fast schon egal, es riecht so oder so nach Ostblock. Generell passt die Sanierung nicht zu der richtigen Entscheidung, Hochhäuser von der Dresdner Innenstadt fernzuhalten.

    Beim Investor leuchten sowieso nur die Eurozeichen in den Augen, denn so eine Wohnfläche so nah am Zentrum kriegt er nie wieder. Ich müsste sicher nicht weinen, falls sich der Investor gewaltig verhebt und das ganze zum abschreckenden Beispiel wird.

  • ^ ehrlich gesagt kann ich die übertriebene Abneigung gegen Hochhäuser in der Innenstadt nicht nachvollziehen und verstehen. Es gibt ein Hochhausleitbild welches erstellt wurde, und es gibt Bestandshochhäuser im Stadtgebiet, welche auch zu Dresden gehören. Warum sind einige so extrem Hochhausfeindlich, und wollen am liebsten alle HH abreißen oder alles über 7 Etagen verbieten?


    Die tolle Altstadt ist ohne Zweifel schützenswert und einmalig schön. Aber Dresden ist eine Großstadt, und hat mittlerweile auch einen gewissen Bedarf an Wohnungen,Büros,Gewerbe, Handelsflächen. Auch andere Städte haben viel Sehenswürdigkeiten und Kultur, bekommen es aber auch hin moderne Architektur und HH zu integrieren (Wien, München, Prag, Hamburg, Zürich, Barcelona) nur um ein paar zu nennen.


    Niemand will hier 100m HH oder Wolkenkratzer neben dem Neumarkt bauen. Hier geht es lediglich um ein 50m Bestandshochhaus welchen saniert wird, und sicher hochwertiger und besser aussehen wird als der Ist Zustand.


    Was ist jetzt der Unterschied zwischen dem Hochhaus Pirnaischer Platz,oder den Plattenhochhäusern gegenüber entlang der Grunaer Straße oder den Ibis Hotels,Prager Zeile, Pullmann Hotel, Studentenhochhäuser St.Petersburger Strasse? Ich finde alle architektonisch nicht wirklich wertvoller.

  • ^ ehrlich gesagt kann ich die übertriebene Abneigung gegen Hochhäuser in der Innenstadt nicht nachvollziehen und verstehen. [..]


    Niemand will hier 100m HH oder Wolkenkratzer neben dem Neumarkt bauen. Hier geht es lediglich um ein 50m Bestandshochhaus welchen saniert wird, und sicher hochwertiger und besser aussehen wird als der Ist Zustand.


    Was ist jetzt der Unterschied zwischen dem Hochhaus Pirnaischer Platz,oder den Plattenhochhäusern gegenüber entlang der Grunaer Straße oder den Ibis Hotels,Prager Zeile, Pullmann Hotel, Studentenhochhäuser St.Petersburger Strasse? Ich finde alle architektonisch nicht wirklich wertvoller.

    Ich gebe Ihnen absolut Recht.


    Leider bin ich Wessi, der sich im "Ossiland" pudelwohl fühlt und ich verstehe nicht, dass HIERHER abgeschobene Wessis über Dresden bestimmen dürfen.

    Als gebürtiger Hesse und Frankfurt-affiner Mensch stört mich nichts an Hochhäusern. Aber die Umsetzungsqualität stört gewaltig.

    Die Hochbauten entlang der Sankt-Petersburger-Straße sind echt mit Vorsicht zu genießen.

    Die genannten architektonischen Leistungen sind im sozialistischen Realismus entstanden.

    Wer so etwas architektonisch und stadtplanerisch verteidigt, ist m.E. disqualifiziert. Planerische Städte und deren durchgeplante Funktionalität haben nicht in der modernen Stadtplanung verloren.

    Ohne Sozialismus und staatlicher Diktatur entwickeln sich solche Stadtviertel von ehemals Vorzeigewohnraum zu sozialen Problemvierteln.

  • Es ist ganz einfach: Dresden ist nicht Berlin. Dresden hat im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten eine ikonische und wertvolle Stadtansicht und das weiß hier auch jeder. Zumindest weiß es jede Bilder-Suchmaschine. Dass man in einer kulturverachtenden Diktatur darauf keinen Pfifferling gegeben hat, ist doch egal. Wer nicht völlig einen an der Waffel hat, der ist froh, dass es immer an den Mitteln gefehlt hat, um die damaligen Pläne in Gänze umzusetzen.


    Dass eine Stadt ohne zentrumsnahe stadtbildwirksame Hochhäuser nicht den "modernen Ansprüchen" genügt, ist halt auch nur ein um die 100 Jahre alter Irrtum: wir brauchen keine Hochhäuser. Nicht im Jahr 2023 und auch nicht in absehbarer Zukunft. Dass sich Städte wandeln ist natürlich richtig, aber bitte nicht weil irgendein Investor oder auch Amtsstubenbewohner dieses oder jenes gerade schick findet.

    ich weiß auch, dass der Eigentümer mit seinem Hochhaus im Rahmen der geltenden Bestimmungen tun und lassen kann, was er will. Ich muss das aber nicht gutheißen.

  • ^ Und Dresden ist auch nicht Frankfurt.


    Aber die Hochhäuser in Frankfurt/Main sind zumeist architektonisch ansprechend. Der Mix aus Hochhausmoderne, grüner Innenstadtring und mittelalterlicher Fachwerkarchitektur neben barocker und klassizistischer Baukultur haben schon etwas für sich.


    Man sollte mit Hochhaus nicht unbedingt eine 0815-Kasten-Architektur verbinden.


    Der Sanierung des Hochhauses am Pirnaischen Platz kann ich weder architektonisch, kulturhistorisch noch stadtplanerisch etwas abgewinnen.


    Überflüssiges Vollzitat des Vorposts gelöscht.