Dresdner Stadtgespräch

  • ^ Wir sind gerettet? Für mich ist RSL einer der profiliertesten aus der Dresdner Bürgermeisterriege. Sein Agieren beim Narrenhäusel gefiel mir zwar nicht, insgesamt hat er aber deutlich mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung eingeführt. Es sei nur an den Wettbewerb zum Königsufer erinnert (auch wenn das in Teilen schon wieder infragesteht). Unter ihm nahm die Gestaltungskommission ihre Arbeit auf, die für wichtige Projekte eine klare Verbesserung gebracht hat, zB die Annenhöfe am Postplatz oder der Flüwo-Bau am Käthe-Kollwitz-Ufer. RSL hat gerade auch in der Verkehrspolitik neue Ansätze gefunden, in denen endlich nicht mehr das Auto dominiert hat - auch wenn wir freilich von einer Verkehrswende noch weit entfernt sind. Sein Weggang ist ein großer Verlust, zumal nun ein Nachfolger gefunden werden muss und entsprechend Monate brauchen wird, um sich in die umfassenden Themenbereiche einzuarbeiten. Da ist in vielen Bereichen leider erst mal Stillstand zu erwarten.

    Einmal editiert, zuletzt von Tobschi () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler

  • Ich geb dir da recht. Menschlich ist er auch einer der wenigen sympathischen Typen aus und im Rathaus. Nur seine Verwaltung hat ihn ebenso für sich tanzen lassen, wie er sie nicht in den Griff bekommen hat.


    Und wie weit kann man die Intention und das Handeln noch vertrauensvoll ernst nehmen, wenn man sich wegbewirbt? Da steckt man nicht mit 100% dahinter, sondern macht bestenfalls "nur seinen Job".


    Und ja, der an dieser Personalie Leid erprobte Dresdner fürchtet schon das was danach kommen möge.

  • Mal ein Diskussionsbeitrag:

    Geht das nur mir so oder haben andere auch den Eindruck, das die seit mehr als einer Legislaturperiode regierende linke Ratsmehrheit leider so gut wie keine Fortschritte für den Radverkehr gebracht hat? Das finde ich total enttäuschend, außer riesigen Planungen und winzigen Verbesserungen passiert so gut wie nichts. Das gleiche gilt für den ÖPNV und die Verbesserung der Begrünung der Stadt. Überall so gut wie nichts.Dann kann man ja gleich CDU oder FDP wählen, da weiß man wenigstens von vornherein dass nichts in der Richtung passieren wird.


    Irgendwie ist die Verteilung der Geldmittel schief, da wird z.b. ein neuer Südpark geplant und umgesetzt, wenn auch erst im Laufe von vielen Jahren und gleichzeitig schafft es die Stadt nicht, die leeren Baumscheiben mit neuen Bäumen zu bepflanzen weil für solche Unterhaltungsmaßnahmen kein Geld da ist.


    Erst dieses Jahr will man endlich die Parkgebühren ein bisschen anheben und bleibt weiter unter den Kosten für eine Einzelfahrt mit der Straßenbahn. Das hätte man auch schon vor sechs Jahren machen können, die Mehrheiten waren auch da nicht anders. Es ist ein Witz von der Verkehrswende, dem Klimawandel und so weiter zu reden aber im konkreten Handeln sieht man immer nur Versagen. Ein anderes Beispiel ist das Parken unter dem blauen Wunder, welches seit Jahrzehnten geduldet wird, auch unter der linken Mehrheit. Warum?

  • Es gibt doch keine linke Ratsmehrheit (mehr). Damit war es spätestens vorbei, als Frau Graul vom Bündnis Freie Bürger zur CDU überlief - trotz eines eher linksprogessiven Programms ihres Bündnisses. Rot-Rot-Grün kommt auf 33 Sitze, zählt man die zwei Stadträte von "Die Partei" und Piraten dazu sind es 35. Der rechts-konservativ-liberale Block aus CDU, AfD, FDP und Freien Wählern hat auch 35. Dazu hat aber noch FDP-Hilbert als OB eine Stimme.


    Die Folge dieser wechselnden Mehrheiten haben wir in den vergangenen Monaten gesehen in allen Verkehrsbelangen: Albertstraße, Zellescher Weg, Parkgebühren, Parken am Blauen Wunder und an der St. Petersburger, Radwege auf der Wernerstraße, Promenandenring. Der rechte Block torpediert alles, wo Autos irgendwo Platz weggenommen werden soll - aktuell wieder zu sehen am Blauen Wunder oder dem Radstreifen am Terrassenufer. Selbst bei der Umgestaltung der Kreuzstraße wurde von rechts um jeden einzelnen Parkplatz gefeilscht. Dabei sind Parkplätze und Tiefgaragen in unmittelbarer Nähe nun wirklich zahlreich vorhanden.


    An der Albertstraße (oder auch an der Winterbergstraße) sieht man zum Beispiel, dass die eine Autospur völlig ausreicht. Trotzdem wurde dies konsequent von rechts zu verhindern versucht. Und so wird es der rechte Block auch künftig tun, wenn irgendwo Autospuren oder Parkplätze zugunsten des Radverkehrs weichen müssen - weil Autofahrer ein Hauptklientel von ihnen sind. Da kann auch ein grüner Baubürgermeister nichts machen, wenn es eben keine Stadtratsmehrheit für seine Pläne gibt. Zwar schreibt der rechte Block die Förderung des Radverkehrs stets wohlfeil in sein Wahlprogramm, in der Praxis sieht es aber anders aus.


    Man muss Rot-Rot-Grün auch zugute halten, dass sie 2014, als sie die Mehrheit holten, quasi bei Null anfingen. Es gab zwar einen Beschluss zu einem Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2005. Doch es dauerte bis 2017 (!), eh das beschlossen wurde... Außerdem fehlten Planer nur für Radwege, die erst unter Rot-Rot-Grün eingestellt wurden. Insgesamt hast du aber völlig recht: Es tut sich leider wenig bis gar nichts. Das Radverkehrskonzept ist zu großen Teilen nicht umgesetzt. Vielfach bleibt es bei rein kosmetischen Verbesserungen. Mal ein paar Radbügel hier und eine rote Aufmalung da. Man muss aber auch konstatieren, dass Dresden diese Stadtratskonstellation nun mal gewählt hat. Es gibt hier (derzeit) eben keine Mehrheit für eine Verkehrswende. Traurig, aber wahr.

  • Ich habe den OB mit zu den "Linken" gezählt, schließlich wurde er ja von RRG ins Amt gebracht gegen seine eigene Partei. Aber er ist ein unsicherer Kantonist, das war schön öfters zu spüren.

  • Herr Hilbert wurde von RRG ins Amt gebracht? Wie denn das? Die Kandidatin von RRG war Eva-Maria Stange und sie ist Hilbert unterlegen.

  • Indem sie eine schwache eigene Kandidatin aufgestellt haben. Nein, ich habe das falsch erinnert, er ist jedenfalls nicht als FDP-Mann in die Wahl gegangen, sondern als Unparteilicher. Aber das RRG ihn ins Amt gebracht hatte, stimmt so nicht.

  • Im Berlin Subforum wurde vom User "Georges Henri" ein sehr interresantes Radio Interview zur Baukultur in Berlin eingestellt.

    Link zur RBB Website >> "Berlin baut neu – aber öde?"


    Es geht hier natürlich um Berlin aber die Problematiken die hier angesprochen werden betreffen auch Bauvorhaben in ganz Deutschland.

    Wer mal 40min Zeit hat sollte mal reinhören.

  • Gestaltungskommission Dresden findet am Freitag, 19. November 2021 im Neuen Rathaus statt, allesamt wichtige und interessante Projekte:

    PM der Stadt.

    Bei TOP 3 dürfte es sich um Konkretisierungen langjähriger Absichten des dortigen fränkischen Großeigners Herrn Kaiser handeln.

    Kürzlich wurde eine Projektvorstellung im Stadtbezirksrat Neustadt abgesetzt, da "noch weitere Abstimmungen erforderlich" seien.

    Diesmal gehts um die Fläche westlich der Garnisonkirche, vormals wollte Kaiser ein "Demenzzentrum" nebenan am Eck Hans-Oster-Strasse bauen.

    TOP 5 ist etwas seltsam, da diese schon ewige Baugemeinschaft nun sicherlich keine grundlegenden "Verbesserungen" mehr mitzutragen imstande sein könnte.


    Auch zur Johannstadt-Nord gibts eine Bürgerinfo über Bauprojekte am 20.11., wobei es neben dem WID-Ding am Kä-Kollwitz-Ufer auch um Straßenbau gehen wird.

    PM der Stadt.

  • ^ die Joh-Nord-Bürgerinfo fällt aufgrund der Corona-Explosion aus! Ach so, das ist/war ja bereits heute... :saint:


    Interessante Präsentation zur Sitzung des Wohnbeirats am 22.11.:

    Vorstellung der Wohnungsmarktentwicklung in Dresden - Link zur Sitzung.

    Präsentation - pdf-Direktlink - mit etlichen schönen Grafiken und Zahlen: (übrigens: EZFH = Ein+Zweifamilienhäuser)

    Die Verwaltung sieht also einen abflauenden Geschoßwohnbau(bedarf) und einen deutlich steigenden Leerstand (v.a. in teurem Neubau, in EG und 5.+6. Etage ohne Lift, an Lärmstraßen). Ferner gehts um Abwanderung ins Umland (Familien), um die Mietsteigerungen bzw Mietbelastungen aufs Einkommen, die Eigentümerstruktur sowie die WiD-Aktivitäten etc.pp.

  • Auf dresden.de gibt es die neuesten Wanderungs zahlen und Geburtenzahlen für letztes Jahr. Wanderungen plusminusnull und natürliches Saldo - 1000. Eigentlich wie überall, der große Run auf die Großstädte ist vorbei. Außer Leipzig, das wächst weiter ziemlich stark. Aber der Wohnflächenbedarf ist durch Corona in die Höhe geschnellt, wenn jetzt jeder Zweite ein Arbeitszimmer braucht...

  • Stadt Dresden strebt Vertrag mit der Vonovia an - PM der Stadt


    Infolge der Fusion der Vonovia mit der Dt. Wohnen ergeben sich neue Kooperationen, welche in einen Vertrag bis Ende 2022 münden sollen. Inhalte sind:

    - Zukunft der bezahlbaren Wohnraumversorgung,

    - die Stabilisierung einzelner Stadtteile

    - gemeinsame Klimaschutzstrategie

    - möglicher Ankauf von bis zu 3.000 Wohnungen durch die WiD (OB Hilbert sollte laut Stadrat 5000 WE erreichen)


    Letzter und gewichtigster Punkt wird wohl vorrangig auf Ausgleiche in marktdominierenden Stadtteilen abzielen, wobei ich die Wirkung für gering halte.

    Vielmehr ergeben sich letzte Möglichkeiten von Rückerwerbungen an städtebaulich kritischen Standorten, wo enorme Entwicklungen bisher brach liegen.

    Das wurde einst beim WOBA-Komplettverkauf (trotz Hinweis) fälschlichst ignoriert und beträfe vor allem die Platten-Fächer am Neustädter Markt.

    Längst nicht alle abriß-würdigen Plattenbauten gehören der Vonovia, aber welche Standorte mit Entwicklungspotenzial wären noch relevant?

    Ich hoffe, daß der Stadrat hier weniger als bisher ideologisch bzw nicht allein sozialpolitisch agiert, sondern das enorme Potenzial sowie das einmalige Zeitfenster erkennt. Weiter hoffe ich, daß das Stadtplanungsamt beteiligt wird, welches hoffentlich zum Neustädter Markt Stellung bezieht (Priorität).

  • Die Frage ist dabei allerdings, wer für stadtentwicklungstechnische Fragen dann der bessere Ansprechpartner wäre. Wenn die WiD einmal Wohnungen an neuralgischen Orten in der Innenstadt besäße, erscheint es mir äußerst unwahrscheinlich, dass ein baldiger Abriss/Neubau auf diesen Flächen politisch vermittelbar wäre. Bei einem privaten Eigentümer wie der Vonovia reicht dafür oft genug noch ein Bauantrag oder ein VB-Plan. Dass sich dies städtebaulich auch oft genug nachteilig auswirkt, ist bekannt, aber das lag meistens an fehlenden Ideen im Stadtplanungsamt.


    Es wäre zwar schön, so viele innerstädtische Grundstücke wie möglich in kommunaler Hand zu wissen, um großzügiger und zukunftsgerichteter planen zu können, aber das passiert im Stadtplanungsamt offenbar ohnehin nicht, bzw. überwiegend im Stile von Postplatz und Wallstraße und auch nur auf der grünen Wiese (Lingnerstadt, Johannstadt, Mickten). Alles andere ist planerisches Stückwerk ohne große Ideen (siehe Florian-Geyer-Straße, Seidnitzer Straße, Pfotenhauerstraße). Es bedürfte zunächst einer übergeordneten Generalplanung, um z.B. die Zeilenhauswüsten der Vorstädte langfristig in urbane Räume umzuwandeln. Das wäre übrigens auch ökologisch sinnvoll, weil dafür anderswo weniger Flächen versiegelt werden müssten und es weniger Verkehr gäbe. Aber bei jedem in Frage stehenden Baum und jeder zertretenen Hundewiese in der Innenstadt formiert sich ja direkt Widerstand, während zur Begrünung geeignete Flächen (z.B. um den Hauptbahnhof) ohne Aufschrei munter weiter versiegelt werden.


    Die Aussagen der Pressemitteilung der Stadt klingen für mich eher nach Ankauf maroder Platten in Gorbitz und Prohlis, um in der WiD schnell günstigen belegungsgebundenen Wohnraum nachweisen zu können, womit im Stadtteil aber überhaupt nichts gewonnen wird. Vonovia wird kaum ihre besten Innenstadtlagen verscherbeln, sondern sich lieber an pressetaugliche Prozesse wie den "Masterplan Prohlis" dranhängen, die erstens vor Ort äußerst umstritten und zweitens allenfalls Symptombekämpfung sind.


    Ergo: Ich erwarte mir von dieser Zusammenarbeit der Stadt mit der Vonovia nicht viel. Günstigstenfalls fallen ein paar vertragliche Festlegungen raus, auf die man die Stadt bei geeigneter Gelegenheit festnageln kann, ansonsten wird sich die Vonovia aber keinen Klotz ans Bein binden lassen, zumal die Interpretation desselben nach der diesjährigen OB-Wahl ggf. eine etwas andere sein könnte.

  • ^ Ich teile deine Skepsis, würde aber nicht alles mit vielerlei Annahmen zerreden wollen. Ich denke, für die Stadt ist diese Koop doch sehr wichtig.

    Insgesamt spielen zentrale Standorte nicht solch eine Rolle wie ich dachte, es gibt derer eben zu wenige, daher steigen mE die Chancen, den einen Fall ins Portfolio zu holen. Immerhin fällt mir tatsächlich nur der Fächer am Nst.Markt ein, welcher im Vertragskonstrukt berücksichtigt werden sollte. Die Vonovia hat sich schlußlich für Sanierung und Langfristbestand entschieden, daher sehe ich dort eben keinerlei Perspektive mehr.

    Auch die WiD als de-facto Teil der Verwaltung würde dort erst mittelfristig aktiv, es geht also so oder so nicht um baldigen Abriss. Die Schwachstelle ist in der Tat ein zerstrittener und wieterhin stadtentwicklungs-blinder Stadtrat. Was einen Vertrag anginge, so denke ich nun auch an Flächen bzw Garagenkomplexe der Vonovia, und da passt plötzlich die aktuelle Vorlage V1163/21 der Verwaltung. Zu dieser Vorlage müßte man aber extra Stellug nehmen, da es ein Versagens-Eingeständnis ist und nun dringend gehandelt werden soll - auch gemäß dsbzgl. Ratsbeschlüsse.


    noch zu Einzelnem:

    Kritik am SPA und übergeordneter Generalplanung: hier gehts zunächst um punktuelle Chancen, welche man wenigstens dort ergreifen sollte.

    Generelle Kritik am Großen und Ganzen ist ein extra Thema, und es bleibt die Beschränkung, das ein SPA heute nicht solche Macht und Mittel hat, bzw daß einstige Ansätze aufgrund externer Gründe schief liefen bzw unfruchtbar blieben (siehe Verdichtungspläne der 1990er Jahre). Ausserdem sehen die Akteure im Amt solch Fragen der "großen Ideen" sicher anders als viele Draussen, weiterhin ist ein Amt eben nicht für alle Leistungen diverser Berufsgruppen oder Akteure wie Bauträger, Investoren oder Architekten verantwortlich, etc.pp. Also da muß man differenzieren, was man zB bei der Lingnerstadt durchaus kann.


    Ob die Vonovia "beste Innenstadtlagen" denjenigen am ruhigen und wohlsanierten Stadtrand bevorzugt, wissen wir nicht und würde ich mal als fraglich stehen lassen. Ob denen also der gammlige Fächer gehört oder nicht, ist in Bochum mE völlig wumpe, irgendwo müssen die 3000 WE gut verteilt herkommen. Am Neustädter Markt würden als Stadtreparatur ja Stadtquartiere mehrfachen Volumens entstehen. Damit läßt sich im Zweifel arbeiten. Sowas ist Usus und passiert doch ständig in anderen Städten, wichtig ist in Dresden ja oft ein Durchbruch bei ganz harten Hinderungsfakten.


    Es geht hier nicht um "Klotz am Bein", die Vonovia ist längst bereit einen Vertragsabschluß anzugehen, die Interessen werden abgewogen.

    Dem Thema Klimaschutz im Vertrag sehe ich mit Spannung entgegen - auch hier könnte es viel Potenzial infolge guten Willens geben.

    Im Übr. haben die Gagfah und dann teils noch die Vonovia leider schon etliche interessante Flächen veräußert, wie zB diesen Garagenhof inmitten des "Centralparks Johannstadt" zwischen Dürer- und Holbeinstrasse - g.maps, der gehört nun irgendwem Privatem.

  • Ich hatte die Hoffnung, dass Dresden nicht den gleichen Fehler macht, wie Berlin und für viel Geld Wohnungen zurückkauft. Aber offenbar wird das für sinnvoll gehalten, warum auch immer. Wenn man bei Vonovia schaut, wie viele Wohnungen die in Dresden frei haben, aktuell genau 603, geraden im billigen Segment in der Platte, frage ich mich schon, woher die Meldungen kommen, es gäbe nicht genug preiswerte Wohnungen. Auch die WiD bekommt ihre Wohnungen nicht sofort vermietet. Bei dem aktuellen Minibestand kann man dort gerade 31 Wohnungen mieten in guten Lagen. Ein weiterer kurzer Marktcheck bei Immobilienscout: Prohlis: 174 freie Wohnungen, Gorbitz 177. Es ist doch völlig verrückt, jetzt im entspannten Markt Plattenwohnungen zurückkaufen zu wollen. Baugrundstücke ja, aber doch keine Wohnungen. Der bisherige Weg, mit dem Geld neue Wohnungen zu bauen um einer gefühlten Marktanspannung entgegenzuwirken, war ja noch nachvollziehbar. Warum will man den Weg verlassen?

  • Neues Mitglied in der Dresdner Gestaltungskommission


    Das sind richtig gute Nachrichten: Professor Christoph Mäckler ist künftig Teil der Dresdner Gestaltungskommission. Das hat die Stadtverwaltung soeben per Pressemitteilung verkündet.

    Er [Mäckler] nimmt seine Arbeit im Sommer auf. Gleichzeitig verlässt Prof. Jürg Sulzer die Gestaltungskommission. Christoph Mäckler arbeitet in Frankfurt und Berlin und lehrt als Professor an der Technischen Universität Dortmund am Lehrstuhl für Städtebau. Er ist Gründer und Direktor des dortigen Instituts für Stadtbaukunst. Bis zur Jahresmitte ist Prof. Mäckler noch in der Gestaltungskommission Münster tätig.


    Baubürgermeister Stephan Kühn: „Prof. Jürg Sulzer danke ich herzlich für sein langjähriges Engagement und seine Expertise. Als Vorsitzender der Gestaltungskommission trug er mit seiner moderierenden Art dazu bei, dass wir zahlreiche Bauvorhaben qualifizieren konnten und die Empfehlungen bei Bauherren und Planern in aller Regel auf Akzeptanz gestoßen sind. Ich freue mich, dass wir mit Prof. Christoph Mäckler eine weitere Persönlichkeit mit großer Erfahrung und Reputation als Architekt und Stadtplaner gewinnen konnten.“


  • ^ Das ist sehr gut, vermutlich übernimmt er den Vorsitz, was sonst bitte. Seine Stadtbau-Prinzipien sind gute Fortführung des für DD erwünschten Grundprinzips der "Kontinuität" - also einer Rückgewinnung des Stadtbildes durch ruhige aber solide und nicht-exzentrische Typologien, welche sich einfügen sowie den Raum zu harmonisieren wissen, was ja wiederum Qualität abverlangt. Mäckler selbst steht weiterhin für einen starken Städtebau, welcher den Öffentlichen Raum hervorhebt, alles schön nach den Prinzipen der Europäischen Stadt. Er deckt auch viele neuere Ansprüche ab und fordert daher mehr Wagnis zur dichten nutzungsgemischten Stadt, zur Rückgewinnung von verhunzten bzw autozentrierten Stadträumen (v.a. der 60er+70er) etc.pp. Er agiert also gegen die legendäre "Unwirtlichkeit unserer Städte" (A. Mitscherlich), an deren Behebung hängt auch vieles zum Thema Ökologie und Stadtgrün.

    Zu recht fordert er eine dazu nötige Anpassung der Baugesetzgebung (Düsseldorfer Erklärung). Zum Stuttgarter Konsens und seinem Institut für Stadtbaukunst - klick hier: stadtbaukunst.de. Und hier wohl sein letzter großer Auftritt beim Podium zum Neustädter Markt - youtube, wo er die dortige Platte völlig korrekt als "Schrott" bezeichnete und sich sinngemäß wunderte "worüber man hier in Dresden denn überhaupt diskutiere", denn das Klein.Klein und Ideologische übertönt zu häufig das grundhaft Miese. Dresden könnte sich also warm anziehen, vielleicht aber schmeißt er vorzeitig das Handtuch, falls er sich auch in die dresdner Untiefen der hier oft seltsamen bzw verzerrten Debatten zu begeben gedenkt.


    Positiv auch, daß diese Personalie vom SPA angenommen bzw erwünscht wurde, aber vielleicht ist seine Anwerbung über andere Kanäle gelaufen (?).

  • Positiv auch, daß diese Personalie vom SPA angenommen bzw erwünscht wurde, aber vielleicht ist seine Anwerbung über andere Kanäle gelaufen (?).

    Dazu aus der Pressemitteilung der Stadt:

    Entsprechend der Geschäftsordnung der Gestaltungskommission kann die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. ein Mitglied für die Gestaltungskommission vorschlagen. Sie benennt Prof. Christoph Mäckler.