Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread

  • Zwei Bilder von Heute:


    Morgens:


    Abends:


    Ich glaube die Stella-Fassaden haben das Zeug zum Klassiker. :daumen:


    Vier davon am Kulturforum und ich wäre schon glücklich. :)

  • Also ich mag nach wie vor den Kontrast der schlichten modernen Fassade insbesondere mit Blick auf den pompös überladenen wilhelminischen Dom!

  • ^ Ich finde den Kontrast auch gut.
    Ist von der Impression her garnicht so sehr anders wie neulich der Palast an dieser Stelle. Jetzt vielleicht noch Kupfereloxierte Glasscheiben und die Illusion ist perfekt... ;)

  • Ich finde es auch überraschend gut. Hätte man jetzt noch Rundbögen verwendet, wäre es fast ein wenig wie eines meiner Lieblingsgebäude, den Palazzo della Civiltà Romana in Roms EUR. Mit den Rundbögen hätte man sicher auch etliche Kritiker besänftigen können. Aber mir gefällt es auch so.

  • Ich verstehe nicht, wie man sich diese monotone Ostfassade so schönreden kann. Die Zwischenbereiche um die Fenster, also die "Gitterstreben" der Rasterfassade, wirken auf mich zu dick und klobig. Wären sie (deutlich) schmaler, würde es sicher eleganter und filigraner aussehen.


    Naja, wer's mag...

  • Bei Sonne heute früh

    :)


    Nein; schönreden muss ich zurückweisen. Die Fassade hat Monumentalität und Plastizität. Die Fenster sind natürlich noch entscheidend. Ich finde sie super.


    Die Ähnlichkeit mit dem PdR sehe ich so gar nicht. Die Ähnlichkeit zur EUR ist tatsächlich frappierend. Ich mag das eckige Kolosseum ästhetisch sehr, auch wenn man, wegen der faschistischen Geschichte, immer eine Distanz empfindet.

  • Mich erinnert die Stella-Fassade ja immer an den Taltempel der Chephren-Pyramide.


    Wahrscheinlich ein Zufall, aber einer, der bei einem Museum der Weltkulturen irgendwie Sinn machen kann, wenn man denn diesen fast 5000 Jahre alten Tempel als eine Art Beginn/Geburt der Architektur deuten will ...


    Taltempel der Chephren-Pyramide:

    Bild: By William Henry Goodyear, Joseph Hawkes, and John McKecknie (Brooklyn Museum) [No restrictions], via Wikimedia Commons

  • Oh ja, das ist ja wirklich 1:1...Ist die Stella-Fassade dadurch nun auch rückwärtsgewandt? :D Ich hätte eine Anlehnung an das EUR präferiert, faschistisch hin oder her.


    Ich würde sagen, es ist erträglich. Was mir weiterhin missfällt, ist der Übergang zw. der alten und der neuen Fassade, diese glatten Wände. Mag sein, dass da wieder eine philosophische Idee hinter steckt, wirkt aber trotzdem nicht sehr ästhetisch. Die Passage zw. Portal II und IV finde ich hingegen recht ansprechend. Naja, nun ists, wie es ist...Mal das Endergebnis abwarten.

  • Eine Verwandschaft mit dem Colloseo Quadratico ist doch absurd - bloß weil es eine Rasterfassade ist?


    Die typischen Fenster des römischen Bau haben Rundbogen - aus glatter Kubatur. Die Ostfassade des Humboldt-Forums ist klassische Klötzchen-Architektur. Stella sagt selbst es käme ihm darauf an, dass die Öffnungen einen Drei-Stein-Rhythmus (rechts, links und einen drübergelegt) haben. Das ist das Gegenteil des EUR.

  • ^
    Ist doch nicht nachvollziehbar; im Quadratischen Kolosseum liegt doch auch ein drei-Steine-Rhythmus vor (links, rechts und oben einer mit Rundbogen), auch solche gibt es in jeder Bauklotzsammlung. Ansonsten sind die Parallelen für jeden sichtbar.

  • Die Fassaden rund um den Beton-Rohbau haben mittlerweile teils eine beachtliche Höhe erreicht und eigentlich könnte man sich schon die Steinmetzarbeiten ansehen, doch leider sind - außer an der Ostseite - überall störende Gerüste vorhanden, die noch kein gutes Gesamtbild zulassen. Die Fenster sind in jedem Geschoss unterschiedlich von sandsteinernem Schmuck eingerahmt.


    Westseite:



    Einige Detailaufnahmen:








    Zwei weitere Ansichten:



  • Danke für die hübschen Bilder. Etwa die Hälfte der äußeren Fassade ist inzwischen wohl aufgemauert (Portale fehlen ja teils noch völlig), wenn man den Turm mal außer Acht lässt. Frage mich, wann wohl die Fugen zwischen den Sandsteinelementen geschlossen werden. Anscheinend erst, wenn auch der Putz aufgebracht wird.

  • Die Schaufassade am Schloss war heute vollständig eingerüstet, sie soll nach Pressemeldungen "abgerissen" werden, was immer das genau bedeutet und was immer mit den einzelnen Elementen geschieht.

  • und was immer mit den einzelnen Elementen geschieht.


    Was könntest du dir den vorstellen, was damit passiert? ;) Natürlich werden die jetzt in die eigentliche Fassade eingebaut. Die Steinmetzarbeiten sind sehr aufwendig und kostspielig, da wird nichts verschwendet.

  • ^ Das hatte ich zunächst auch gedacht, aber als ich in der Berliner Morgenpost das Wort "abgerissen" las, tauchten Zweifel auf, die Du mir nun (zum Teil) genommen hast.

  • Die Musterachse wird natürlich nicht abgerissen, sondern sorgfältig rückgebaut.


    Auch wenn die Steinmetzarbeiten (Gesimse, Profile, Quader et.), vor allem aber die Steinbildhauerarbeiten (Adler, Widderköpfe, Konsolen etc.) kostbar sind, gibt es doch in vielen Fällen zwingende Gründe dafür, sie nicht in die Fassade einzubauen: Die Adler z.B. werden glücklicherweise nämlich nicht wie bei der Musterachse allein durch Edelstahlverbindungen mit der Wand verbunden, sondern werden doch mit einer rückwärtigen Bosse versehen gearbeitet; d.h. es haben sich in der internen Fachdiskussionen hier die Vertreter des althergebrachten Bauhandwerkes gegen die Anhänger neuer technischer Lösungen durchgesetzt. Die Bosse, hier der hinter der eigentlichen Adlerskulptur in Richtung Wand weisende Teil des Werkstückes, bringt ein Gegengewicht zum nach vorne gebeugten Adler nach hinten. So haben es die Alten gemacht und auch wenn neuartige patentierte Befestigungssysteme alles mögliche versprechen - die Erfahrung spricht für die alte Methode.
    Das heißt nun aber, daß der Adler der Musterachse nicht eingebaut werden kann, weil ihm die Bosse fehlt. Vielleicht wird er ja versteigert.


    In anderen Fällen hat man sich gegen die verwendete Steinsorte entschieden, weil zu dunkel.


    Auch den Betonanker, so hat mir jemand von der Stiftung gesagt, sei verworfen worden. Auch hier wird man es nach traditioneller Methode machen: Anstatt also mit der gewaltigen Auflast des Betonankers ein nach vorne Kippen des nur halb tief reichenden Gebälks zu verhindern, läßt man das Gebälk lieber doch voll einbinden, damit auch hier wiederum die Werkstücke selbst ein Gegengewicht nach hinten haben.


    All das sind sinnvolle Korrekture und zeigen den Hauptzweck der Musterachse, ein Testlabor zu sein. Das war weit wichtiger als der Demonstrationszweck für die Öffentlichkeit.