AvD-Palais Leipziger Platz 16 [realisiert]

  • Fassade ist dezent und elegant

    Die Formensprache der Fassade finde ich gut. Ich würde den Gesamteindruck der Fassade als dezent und elegant bezeichnen. Was die Wahl der Farbe angeht, wiederhole ich meine Kritik aus Beitrag #119. Die farblichen Unterschiede zu den Nachbargebäuden sind leider zu gering ausgeprägt. Die Kanadische Botschaft ist weiß, das Mosse-Palais ist grau/gelb. Da hätte der Sandstein des AvD-Palais ruhig einen Tick dunkler und kräftiger sein dürfen.


    Mit dem AvD Palais wird eine weitere Lücke am Leipziger Platz geschlossen, was natürlich ein Grund zur Freude ist. Wenn man den Leipziger Platz mit dem Pariser Platz vergleicht, kann festgestellt werden, dass der LP in Bezug auf Repräsentativität durchaus auf Augenhöhe mitspielen kann. Und immerhin ist dem Leipziger Platz bisher ein Gebäude im Look einer Barracke - wie es die Akademie der Künste am Pariser Platz ist - erspart geblieben.

  • Nur wenige Fortschritte sind gegenübers urbanplanners letzten Fotos zu verzeichnen. Das EG ist abgerüstet, muss aber noch ausgebaut werden. Die Nordfassade zur Voßtraße ist weiterhin noch eingerüstet:





    Der Abwechslungsreichtum der Fassade wird durch die alternierende Verwendung von polierten und geriffelten Kalksteinplatten erreicht:


  • Naja, abwechlungsreich ist was anderes. Klar, die ganze Fassade hätte viel schlimmer kommen können, aber auch viel besser. Ich bin schon ein wenig enttäuscht.


    Es ist wirklich nur ein Lückenfüller und sonst rein gar nichts weiteres besonderes.
    Jedenfalls nach außen. Schade eigentlich.

  • Ich finde, daß das AvD-Palais in der Beurteilung zu schlecht wegkommt. Die Fassadengliederung ist deutlich besser als bei der benachbarten Kanadischen Botschaft. Das kann man gut erkennen auf dem letzten Bild von Bato, daß die Rückseite von AvD-Palais und angrenzender Kanadischer Botschaft zeigt. Warum beschwert sich niemand über die primitive Fassadengliederung der Kanadischen Botschaft?

  • ^ Warum sollte man? Es beschwert sich ja auch niemand über das unsägliche Mosse-Palais. Dieses und der Axel-Schultes Bau auf der anderen Seite sind die architektonischen Schwachstellen des LP.

  • DerBe
    doch über das Mosse-Palais habe ich mich hier schon mehrfach ausgelassen.
    Aber auch dieses hier scheint mir missglückt. Ein echter Lückenfüller halt.
    Am besten man schweigt darüber.
    Interessant wäre es gewesen wenn man ähnlich wie in der Leipziger Strasse auf Arkaden bestanden hätte, um den ganzen Platz herum. Das hätte ihm wesentlich mehr Flair gegeben, die Gebäude untereinander verbunden, trotz ihrer gewollten Unterschiedlichkeit.

  • Es ist nicht hässlich, nicht schön...Es ist einfach nur. fast unsichtbar. Auch wenn es letztendlich vielleicht wirklich in einiges Aspekten besser ist, als seine Nachbarn, verschmilzt es gerade mit ihnen. Der untere Teil mit den kleinen Fenstern mit der Boitschaft, der obere mit den langen mit dem MP.


    Zumindest ist der Platz nun zu 14/15 fertig. Große Erwartungen hatte ich eh nicht mehr, bei alldem, was dort sonst so entstanden ist.


    Das mit den Arkaden/Kolonnaden hätte ich gut gefunden :)

  • AvD-Palais um Längen besser als die Südwestecke von Sony

    Nun, hier zeigt sich wieder, dass die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Mir gefällt das Mosse-Palais und mir gefällt auch der verwendete Art-Deko-Stil. Und ich empfinde es auch nicht als "peinlich", wenn im Art-Deko Stil gebaut wird. Warum auch? Ich empfinde es eher als extrem intolerant, daß manche Mitforisten Ihnen missfallende Architektur gleich mal als "peinlich" abqualifizieren. Alles, was einem selbst nicht gefällt, ist also "peinlich". Sowas zeichnet echte Fairness aus, nicht wahr?


    DerBe
    Zum Thema Schwachstellen: Nicht das Mosse-Palais ist die Schwachstelle, sondern die beiden Gebäude in der kaum beachteten Südwestecke (Sony). Selbst wenn dir das Mosse-Palais nicht gefallen sollte. dann wirst du vielleicht trotzdem feststellen, dass der Architekt des Mosse-Palais sich bei der Fassadengestaltung etwas gedacht hat. Die Architekten der Sony-Bauten in der Sudwestecke haben sich nämlich gar nix gedacht. Da wurde nicht mal schlecht gedacht. Die Fassaden sind so banal, daß sie nicht mal häßlich sind. Sie stellen einfach gar nix dar. Und sie sind sogar so unauffällig, dass sie von den DAF-Foristen bei der Kritik nicht einmal berücksichtigt werden. Das Mosse-Palails ist immerhin so auffällig, dass es Kritik auf sich zieht. Die Bauten in der Südwestecke erhalten nicht einmal negative Kritik. Von den beiden Sony-Häusern (graue und weiße Fassade) zeigt vor allem das weiße Gebäude 0,0% Einfallsreichtum. Das scheint hier im Forum allerdings niemanden zu stören. Irgendwie pervers.


    Das Mosse-Palais mag nicht jedermanns Sache sein, aber immerhin bringt es Abwechslung und zeigt Eigenständigkeit. Das Mosse-Palais ist das einzige Gebäude am Platze, das die Eier in der Hose hat, mal was anderes zu bringen.


    Das Mosse-Palais ist das einzige Gebäude am Platze, das ein eigentändiges Relief besitzt Alle andere Gebäude - ohne Ausnahme (!) - haben flache Fassaden. Null Abwechslung! Warum stört sich niemand daran, dass alle anderen Bauten keinerlei Relief aufweisen?


    Frage 1: Welche Eigenständigkeit zeigen die Sony-Bauten? Antwort: Gar keine.
    Frage 2: Stört es jemanden, dass die Sony-Bauten belanglose 0815- Fassaden besitzen? Antwort: Nein, es stört niemanden.
    Frage 3. Warum stört die Belanglosigkeit der Südwestecke niemanden? Antwort: Weil man sich lieber auf das "peinliche" Mosse-Palais stürzt.

    Hier zeigt sich mal wieder, daß der mutlose Langweiler besser durchs Leben kommt, weil er nirgends aneckt.

  • ^ Die Architektektursprache des Mossesepalais mag ja jeder selbst beuteilen, wie er das für richtig hält. Kein Problem. Mir gefällt es nicht. Das Problem des Mossepalais ist doch vielmehr die Ausführung. Diese schaurigen Säulen, deren Verkleidung in der Luft hängen ist ein ein Beispiel. Es wirkt auf mich immer wie gewollt und nicht gekonnt.

  • Architektur-Fan
    Vielleicht solltest Du einfach mal selbst nach Berlin kommen und dir den Platz in Natura ansehen, dann würdest du nähmlch feststellen, dass die Fassaden von Christoph Langhof in der Süd-Ost-Ecke nämlich überhaupt nicht glatt und langweilig sind sondern die besten am Platze sind. aber das hatte ich dir vor ca. einem Monat hier auch schonmal geantwortet. Sowas lässt sich allerdings nur vom Fotobetrachten her nicht so gut beurteilen. Ansonsten kommt man hier schwerlich vorwärts in der Diskussion, denn auch das bezeichnen von Schwachstellen, erfolgt bei dir geschmäcklerisch. Der eine empfindet dieses der andere jenes, also eine Frage des Geschmacks.

  • Deswegen redet er ja auch von der Süd-West-Ecke, nicht von Langhof im Südosten. Auch wenn ich die Kritikpunkte nicht gaaanz nachvollziehen kann.


    Unrecht hat er ja beim Mosse-Palais nicht. Es ist das einzige, was mit der "Kuppel" und dem runden "Erker" aus der Reihe tanzt. Liegt wohl daran, dass es als erstes am Platze noch machen durfte, was es wollte. Da fand ichs noch toll - lag wohl auch an den mangelnden Vergleichsmöglichkeiten. Inzw. - was in der Tat an der Ausführung liegen dürfte - denke ich anders darüber. Vielleicht sollte man es wirklich mal renovieren und somit aufwerten.


    Ändert aber nichts an der Einfallslosigkeit mancher anderer Häuser am Platze.

  • Ben
    "Deswegen redet er ja auch von der Süd-West-Ecke, nicht von Langhof im Südosten."


    So ist es.


    Camondo
    "... ,dass die Fassaden von Christoph Langhof in der Süd-Ost-Ecke nämlich überhaupt nicht glatt und langweilig sind sondern die besten am Platze sind. aber das hatte ich dir vor ca. einem Monat hier auch schonmal geantwortet."


    Ich erinnere mich an unsere damalige Unterhaltung. Und ich habe dir damals zugestimmt, daß die Fassade von Christoph Langhof sehr gelungen ist. Wenn alle Fassaden am LP die Qualität der Langhof-Fassade hätten, dann gäbe es keine Probleme.


    Ich verstehe halt nicht ganz, dass sich niemand an den langweiligen Sony-Gebäuden in der Südwestecke stört. Die sind nämlich richtig langweilig geworden. Alle stürzen sich aufs Mosse-Palais. Niemand stört sich an den Sony-Langweilern.

  • Ich bin gerade mit dem Auto von Westen kommend über den Platz gefahren in der Dämmerung. Ich finde, dass die Abfolge Potsdamer und Leipziger Platz eine starke Ausstrahlung hat. Sie ist modern und fügt sich doch ein. Sie ist urban, lebendig und ein wohltuender Kontrast zu den Westberliner Straßen mit vielen Brüchen, Brandwänden und vergilbten Fassaden. Berlin kann froh sein, dass das Gebiet langsam seine städtische Kontur bekommt. Der Übergang nach Osten ist noch zu entwickeln aber funktioniert bereits. Der Schwachpunkt ist die schroffe Kante zum viel zu luftigen Kulturforum, hier muss mal etwas passieren! (Bauen und zwar bald!)


    Viele Fassaden, auch die vom AVD-Haus, finde ich ziemlich gelungen. Mir gefallen die raumschiffartigen Fassaden von Richard Rogers nicht, die sind mir zu Plastik artig. Auch den Isozaki Bau mag ich nicht so, mit seiner asiatischen Kunstwelt. Ich bevorzuge die steinernen Fassaden oder auch die gläsernen von Jahn.

  • Architektur-Fan
    Vielleicht solltest Du einfach mal selbst nach Berlin kommen und dir den Platz in Natura ansehen.


    Ich interpretiere deine Aussage jetzt mal als Einladung, eine gemeinsame Begehung des Leipziger Platzes vorzunehmen. Bevor ich das nächste Mal nach Berlin komme, werde ich mich hier melden. Falls du oder andere DAF-Foristen tatsächlich Interesse haben sollten, können wir gerne eine gemeinsame Begehung des Leipziger Platzes vornehmen. Das meine ich übrigens ernst. Wird aber wohl einige Zeit dauern, bis ich mal wieder in die Hauptstadt komme.

  • Das AvD finde ich sehr gelungen. Sieht aus wie Klassische Moderne. Super.


    Mosse Palais finde ich auch super. Jammern auf hohem Niveau.


    Südwestecke finde ich auch super.


    Diese und ein paar wenige andere Gebäude geben dem Platz Stil. Das war's aber auch schon. Insgesamt ist der Platz deutlich mißlungen. Der Platz sähe erstklassig aus mit dem alten LP12-Entwurf, den ich hier verlinkt hatte, mit einem historisierenden Eckgebäude auf der Nordwest-Ecke, mit einem Patzschke wie für LP16 vorgesehen, bloß an anderer Stelle, und mit einem besseren Torbau auf der Südostecke.


    Jämmerlich, das Ergebnis. Peinlich. Viel zu wenig ausdrucksstarke Gebäude, ein bißchen zu wenig Historisierung. Es ist schlimm für mich anzusehen, wie "Experten" und studierte Architekten Berlin verschandeln und Dinge nicht kapieren und sehen, die jedem Laien auffallen. Es ist einfach nur peinlich, daß ein selbsternanntes 1A-Einkaufszentrum solch einen banalen Eingang hat. Soll das ein Witz sein?


    Hat Frau Lüscher ganz Berlin zu einem Umfeld des Hauptbahnhofs erklärt? Hat Frau Lüscher Angst vor ausdrucksstarker Architektur? Vor Pluralität und Kontrasten? Mich macht es traurig, daß der Leipziger Platz nicht euphorisch und selbstbewußt zurückgewonnen wurde, wie man es schon eher vom Potsdamer Platz sagen kann.

  • Also Sie finden das: " Das AvD finde ich sehr gelungen. Sieht aus wie Klassische Moderne. Super.Mosse Palais finde ich auch super. Südwestecke finde ich auch super."
    alles super, aber das Ergebnis jämmerlich?

  • Hat Frau Lüscher ganz Berlin zu einem Umfeld des Hauptbahnhofs erklärt? Hat Frau Lüscher Angst vor ausdrucksstarker Architektur?


    Ja, hat sie, ich sag nur: Zürich-West!
    Eine Architekturhölle par excellence die höchstens noch mit dem Stuttgarter Hauptbahnhof-Umfeld zu vergleichen ist.


    Aber warum du das AvD-Gebäude feierst ist mir schleierhaft, das hab ich so schon im zarten Alter von fünf Jahren mit meinen Lego-Steinchen hinbekommen.
    Geld- und Zeitverschwendung seitens des Architekten, für diese "Architektur" braucht man nicht zu studieren, mein Beileid für so viel Phantasielosigkeit.
    Seltsam auch das der Farbkontrast zum Leipziger Platz hin weniger ausgeprägt zu sein scheint oder ist das eine optische Täuschung?