Berliner Stadtverkehr kontrovers diskutiert

  • Straßenbahnen können womöglich im konkreten Einzelfall durchaus gefährlicher als Autos sein, weil sie oft schlecht gehört und teilweise offenbar auch schlecht gesehen bzw. zumindest falsch eingeschätzt werden und anders als Autofahrer kann die Tram bei unaufmerksamen Verkehrsteilnehmern dann meist auch nicht mal eben schnell bremsen. Die Statistik von Autounfällen ist mE gar nicht vergleichbar und auch nicht zielführend. Es geht hier ja gar nicht darum, dass es entweder keine Autos oder keine Trams mehr geben soll. Auch geht es hier mE niemandem um eine generelle Ablehnung von Trams (ich persönlich fahre total gerne damit, gerade wenn der Takt dicht genug ist). Aber es gab alleine in den letzten Monaten mehrere tödliche Unfälle (hier in Treptow wurde eine Schülerin überfahren beim Überqueren der Strecke). Was sicher richtig ist: Auf offener Strecke steigt die Wahrscheinlichkeit von tödlichen Unfällen enorm (Geschwindigkeit/die Aufprallenergie der beschleunigten Masse und Bremswege erreichen einfach deutlich andere Dimensionen).


    Natürlich kommt es auch in belebten Stadtzentren durchaus zu Unfällen und in ganz blöden Fällen können die sicher auch mal böse ausgehen. Auch bei relativ langsamer Geschwindigkeit kommt es dann u.a. auf den Aufprallwinkel und die Fallrichtung der Verkehrsteilnehmer an. Ein Bekannter von mir wurde in Manchester Piccadilly mal von einer Tram unsanft "umgeschubst", die er ebenfalls nicht gehört oder bemerkt hatte. Er hatte Glück im Unglück, seitlich weggeschubst zu werden, und somit nur leichte Verletzungen. Am Alex selbst habe ich trotz der vielen (oft genug unachtsamen) Passanten aber bislang nichts groß von schweren Unfällen in Erinnerung. Dort sind ja auch dermaßen viele Trams unterwegs, dass jeder normal tickende Passant mit Selbsterhaltungstrieb die auf dem Schirm haben dürfte.

  • ^ Zukünftig wird sich das Lautstärkenproblem deutlich zu Ungunsten des KFZ verschieben. Elektroantriebe sind kaum wahrnehmbar.

  • Die Teilsperrung der Friedrichstraße für den privaten Autoverkehr ist nur ein Baustein für eine Verkehrswende (…) Deshalb jedes mal eine Grundsatzdiskussion zu führen ist sinnlos.

    Was ist denn das große Ganze? Etliche Jahre bis Jahrzehnte, um die Stummel Siemensbahn und Heidekrautbahn zu reaktivieren? Paar Kilometer Tramgleis? Wo ist denn die Vision? Wo ist das großstädtische? Wo das Innovative? Wie reagiert diese wachsende Stadt auf die Mobilität der Menschen? Meinetwegen soll der ganze Bereich um UdL autofrei sein. Aber dann bitte mit echten Alternativen. Und bitte auch mit echter Gestaltung, denn Kisten, Holzdecks und Pflanzkübel sind es sicher nicht.


    Da sich die Diskussion weg von der Friedrichstraße und stattdessen Richtung Verkehrswende allgemein verlagert, wurden dieser und die folgenden Beiträge hierhin verschoben.

  • Lieber Rainer Tee, die Diskussion habe ich aus gegebenen Anlaß auch im Nachbar-Strang "Lichtenberg" eingebracht. Es gibt leider diese "Verkehrswende" nicht. Nicht weil es lange dauert, sondern weil sie zumindest von den regierenden Parteien (insbesondere des grün geführten Verkehrssenats) nicht gewollt ist.

    Die aufofreie Friedrichstraße, ein paar Popup-Fahrradwege sind Ablenkung davon, dass der Rückbau von Straßen und der U-Bahn-Bau vom grünen Verkehrssenat boykottiert werden.

    Die Verkehrswende (wenn man dieses Wort gebrauchen will) besteht im Umstieg von Auto auf die Schiene, sonst nichts. Und die Schiene wird nur in Form der Tram gefördert. Und die Tram dient wieder darum, den U-Bahn-Bau zu verhindern (siehe Hauptbahnhof nach Moabit). Und der Rest wie lexibexi richtig schreibt wird buchstäblich ins Jahr 2090 verlegt. Diskutiert wird viel hoch und runter, aber im Grunde wird nur eines gefördert: mehr Autos (siehe Beispiel Lichtenberg).

    Man muss selbst bei Präferenzen für diese oder jene Partei schon unterscheiden können, was propagiert wird und was das Ergebnis ist.

  • Das Problem ist vor allem die Verwaltung, da ändert sich so schnell nichts. Sollten wir wieder eine CDU-Beteiligung am Senat bekommen wird bestimmt einiges wieder zurückgedreht und es gibt erst recht keine Verkehrswende. Ich kann mich noch an den Diepgen/Landowsky- Senat erinnern, da lief vieles extrem verkehrt.


    Die Verkehrswende bedeutet auch den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad.

  • Wenn selbst in Berlin, einer Stadt, in der ich U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus im Angebot habe, sämtliche Sharing-, und Mobilityangebote vor Ort sind, alle möglichen Lieferdienste teilweise Same-Day anbieten, trotzdem jedes Jahr mehr Autos zugelassen werden, dann muss ich mir doch mal Gedanken machen, warum das so ist. Natürlich kann ich Straßen sperren & Parken einschränken, das macht ja auch Sinn, Städte grüner und aufenthaltsfreubdlicher zu gestalten. Aber der Autofahrer fährt dann eben einen anderen Weg. Und offensichtlich steht er lieber im Stau, als die Öffis zu nehmen. Warum also? Und wenn selbst in einer Metropole wie Berlin die Autos solchen Zuspruch finden, wird es doch in weniger verdichteten Gebieten oder ländlichen Regionen noch schwerer sein, das Auto zu ersetzen.

  • Vielleicht liegt es daran, dass nur eine Minderheit die Verkehrswende will?

    Mind blown

    Mal abgesehen davon, dass die Öffis immer asozialer werden, je mehr die Stadt und Gesellschaft verfällt.

  • ^^das stellt wohl den Traum dieses "Klima"-Mannes "aus Potsdam" dar, der wohl für den Rest der Menschheit schnell zum Albtraum würde.

    Wo ist der Lieferverkehr, wo fährt der Notarzt lang, wo die Polizei (oder haben sich in dieser schönen neuen Welt alle lieb?)?

    Fahrrad fahren nur die Rüstigen der Gesellschaft, wie kommen jene von A nach B, die nicht rüstig sind oder gar nicht fahrrad fahren wollen? Oder müssen die dann? Laut ihrer Aussage ist ja Verkehrswende der Umstieg auf das Fahrrad, jedoch nicht der Weiterbau des grundlegenden ÖPNV?

    Wenn ich so wirklich in mich gehe, dann muss ich ehrlich sein. Mir wäre die Karl-Marx-Allee mit Verkehr bzw. ganz Berlin mit Verkehr lieber als dieser suspekte Urwaldtraum. Es hat mich mal was in die Stadt gezogen... Waren es die grünen Heiden und Felder, die Wälder im Zentrum und die vielen unendlichen Wiesen, auf denen man mit Bären und Füchsen kuscheln kann? Nein, es war das hässlich triste graue laute und verkehrsgeplagte Berlin - und wenn ich könnte/müsste - ich würde mich wieder dafür entscheiden!

  • Rainer Tee Tee Ich glaube es wäre hilfreich, wenn du solche verlinkten Projekte dann noch ein bisschen beschreibst, einordnest und ausführst, was dich daran begeistert. Dann musst du weniger Ping-Pong mit Leuten spielen, die sich eigentlich nur fetzten wollen und jede sich bietenden Angriffsfläche nutzen.


    In dem Sinne: Willkommen zurück im Forum, K1! Äh...sorry... Markus40 . Der Stil ist nach wie vor unverkennbar derselbe. Inklusive des passiv-aggressiven Untertons und des bewussten Verdrehens der Aussagen deines Diskussionspartners ("Laut ihrer Aussage ist ja Verkehrswende der Umstieg auf das Fahrrad, jedoch nicht der Weiterbau des grundlegenden ÖPNV?" Nein... ReinerTee hat geschrieben: "Die Verkehrswende bedeutet auch den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad." Das dir das nicht aufgefallen wäre, nehme ich dir nicht ab).


    Wenn du auch mal eine µ an Eigeninitiative bringen würdest und dich selber mal einlesen würdest, müsstest du das Forum auch nicht nach jedem geplanten Meter Fahrradweg mit diesen aufgesetzt naiven Fragen volltexten. Es ist doch offensichtlich das 1. die dort gezeigten Videos eine künstlerische Überspitzung sind und wir 2. nach wie vor in einer Demokratie leben, in der sowas eh nicht flächendeckend(!) umgesetzt werden würde. Aber Verkehrsberuhigung an strategischen Stellen ist eine Maßnahme der Verkehrswende - von vielen - die funktioniert. Sowas existiert ja schon erfolgreich an etlichen Orten und da wurden der Lieferverkehr, bewegungseingeschränkte Personen oder Rettungsdienste mitbedacht. Ich finde es ehrlich gesagt anmaßend, dass du (und andere) mit den immer gleichen Fragen implizierst, dass dem im Fall von Berlin nicht so wäre. Das zeigt eigentlich nur, dass du dich nicht wirklich mit der Thematik auseinandersetzt.


    Auf der von ReinerTee geposteten Website ist ein interessantes Video verlinkt, das verschiedene Lösungsansätze zeigt und in dem viele deiner Fragen beantwortet werden. Etwas vergleichbares wäre in Berlin inselartig in den Kiezen und den Hauptzentren auch umsetzbar. Und so ein Konzept wie die 15-Minuten-Stadt, welches hier letztens diskutiert wurde, ist innerhalb des S-Bahn-Rings in weiten Teilen bereits Realität. Die polyzentrische Struktur Berlins bietet dafür ideale Voraussetzungen.

  • JimmyMcGill, wenn du meinen Stil so angehst, dann muss ich schon antworten. Bitte versuche doch auch die andere (also meine) Wahrnehmung etwas zu verstehen und interpretiere nicht irgendwelche dunklen Absichten hinein. Im Strang zum Projekt Landsberger Allee 341-343 (Lichtenberg/kleinere Projekte) ging es schon um den fehlenden U-Bahn-Bau in der ganz östlichen Stadthälfte. Am Thema „autofreie Friedrichstraße“ zu beteiligen ist müßig. Wenn man aber immer wieder den Wortzauber „Verkehrswende“ liest, so musst auch du damit leben, dass man dem widerspricht.


    Meine ja etwas rhetorische Frage an ReinerTee lautete: "Laut ihrer Aussage ist ja Verkehrswende der Umstieg auf das Fahrrad, jedoch nicht der Weiterbau des grundlegenden ÖPNV?".

    Mein Standpunkt ist und bleibt der, dass um Menschen vom Auto wegzubringen grundlegend der ordentliche Ausbau von U- und S-Bahn von Nöten ist, was eine jahrzehntelange Planung ja miteinschließt. Und ja, vielleicht hätte ich auf das schöne Video von RainerTee gar nicht antworten sollen. Aber da bin ich auch nur Mensch und frage mich, warum man meinen Einwurf zum U-Bahn-Bau übergeht und etwas von Umstieg aufs Fahrrad, 15-Minuten-Städten, Rasen-Alleen und solch doch etwas abstrakten Vorstellungen erzählt. Und um auf Deinen letzten Absatz einzugehen, mal ein praktisches Beispiel. An diesem Neubau Landsberger Allee 341 wohnt in Zukunft jemand, der schnell zum Alex muss. Er hat die Wahl sein Auto oder (die in der Regel) überfüllte Tram zu nehmen. Ich würde verstehen, wenn er zum Auto tendiert. Wäre aber die schon ewig vorgeplante (aber nicht vorangetriebene) U-Bahn von Marzahn zur Innenstadt vorhanden, wäre eine ernstzunehmende Alternative da. Und hier entzündet sich das ganze, da jene die von Verkehrswende sprechen an dem Punkt lieber ausweichen auf oben genannte Themen, im besten Falle noch auf die Tram verweisen.

  • Diese alte Leier "Kein-UBahn-Neubau-keine-Verkehrswende" ist falsch. Eine U10 und danach auch weitere Aus- und Neubauprojekte der U-Bahn müssen mittelfristig sicherlich Teil des Ganzen sein. Aber sie ist keine unmittelbar zwingende Voraussetzung für Maßnahmen zur Stärkung von Fußgänger und Fahrradverkehr, sowie anderen ÖPNV-Formen, die wir jetzt schon umsetzten können. Wir beide haben das schonmal besprochen, siehe Kommentar #670 und folgende (Seite 34).


    Es wird bei jedem beknackten neuen Fahrradweg und jeder noch so kleinen lokalen Verkehrsberuhigung so getan, als stehe die Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps und der U-Bahn-Neubau wird als Totschlagargument vorgeschoben. Es ist mittlerweile wirklich nur noch langweilig.

  • ...man kann es offenbar nicht oft genug wiederholen: Es geht nicht um eine einzelne Strasse, es geht um die systematische und grossflächige Behinderung / Verlangsamung des Individualverkehrs. Und zwar nicht nur in Mitte, sondern innerhalb des ganzen S-Bahnrings.


    Dahinter steht auf politische Ebene zweierlei:


    - Die Erkenntnis, dass diejenigen, die die Verkehrswende im Prinzip wollen, sofort dagegen sind, wenn es die eigene Haustür betrifft. Beispiel Strassenbahn Sonntagstrasse/Ostkreuz. Usw usw. Die Akteure, die in Berlin auf Landesebene eine Verkehrswende propagieren, knicken ein, wenn es darum geht, den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort - dann meist gegen die eigenen Wähler - durchzusetzen. Oder sie wollen den Ausbau erst gar nicht - wie zum Beispiel U-Bahnen. Netto-Ergebnis ist, dass Berlin weniger neue Kilometer an öffentlichen Verkehrsmitteln schafft als das halb so grosse Hamburg! Im europäischen Vergleich steht Berlin noch viel schlechter da - und zwar nicht nur, wenn man nach Skandinavien schaut. Man könnte auch nach Barcelona schauen. Oder in fast jede grössere französische Stadt. Berlin hat das Glück, dass vor langer Zeit andere (die Preussen!) mal so schlau waren, eines der besten Systeme des öffentlichen Nahverkehrs der Welt zu bauen. Davon zehrt Berlin bis heute.


    - Die Erkenntnis, dass man statt dessen die eigene Clientèle aber trotzdem hervorragend bedient, wenn man einfach den Bedingungen für den Autoverkehr verschlechtert - statt die Bedingungen für den öffentlichen Verkehr zu verbessern. Und selbst das auf eine teilweise zwiespältige Weise - mit rein symbolischen Handlungen (Beispiele: Friedrichstrasse autofrei, Unter den Linden autofrei). Dort, wo es drauf ankommt - dort, wo sich signifikant etwas ändern würde, kneift man (an der Urania liegen die Pläne seit 15 Jahren brach, die Achse LeipzigerStrasse erhält einen monströsen Brückenneubau, der Umbau des Bundesplatzes liegt ebenfalls seit 10 Jahren brach usw usw usw). Kleiner Hoffnungsschimmer ist lediglich der Autobahnrückbau am Breitenbachplatz. Und wenn man wirklich was fürs Weltklima tun wollte, müsste man massiv nachverdichten und damit die öffentlichen (Verkehrs-)Systeme viel intensiver auslasten! Wenn in Berlin auf derselben Fläche 3x so viel Menschen leben würden (und das geht mit hoher Lebensqualität - siehe Barcelona oder Paris) wäre das ein echter Beitrag fürs Weltklima. Statt solche Debatten zu führen streitet man sich hier über Blumenkübel.

    Davon abgesehen, aber das ist nur meine private Meinung, ist die Verkehrswende an sich in Berlin vollkommener Irrsinn. Der gesamte CO2-Ausstoss Deutschlands ist weniger als 2% der Welt. Wenn man die Milliarden, die das kostet, effizient einsetzen wollte, würde man damit zum Beispiel mit deutscher Technologie Rauchgasfilter in Südafrikanische Kohlekraftwerke einbauen - statt sie hier zu verschleudern. Die Südafrikaner wollen nämlich welche - aber wir verkaufen sie ihnen nicht (Kohle-Ausstiegs-Kompromis). Wenn man begrenzte Ressourcen hat und ein Problem wirklich brennend ist, setzt man da an, wo man einen Hebel hat - und nicht da, wo es um Nachkommastellen geht.

  • In Berlin gibt es eigentlich keine Verkehrswende, es gibt eine Diskussion darüber, das ist fast alles was stattgefunden hat obwohl die Grünen seit 2017 den Verkehrssenator stellen und schon davor grosspurig angekündigt haben ein Konzept zu besitzen und es umzusetzen.

    Es ist einfach nur frustrierend, wie hier gescheiterte 50 Meter Begegnungs-Maaßenstrasse oder 500 Meter Radweg Holzmarktstrasse - der gerade gesperrt ist wegen der Baustelle und das die nächsten Jahre auch bleibt - oder kontraproduktive Innenstadt- Strassenbahnprojekte - als diese ausgegeben werden.


    Wenn man zynisch wäre, müsste man sagen, dass die Grünen durch ihr Unvermögen, Unfähigkeit und bewusster Polarisierung - egal wie man es nennt - mehr für den Erhalt und Vermehrung des Autoverkehrs beitragen, als es die FDP je könnte. Und weil man es nicht schafft eine überzeugende Gesamtstrategie vorzustellen und alle mitzunehmen und effektiv etwas für eine Verkehrswende zu gestalten - Ubahnausbau, Fahrradwege und Abstellhäuser, Citymaut, Akzeptanz und Ausbau E Verkehr - sondern sich lediglich auf ihre Kreuzberger Klientel fokussieren, entstehen eben nur ein paar Alibiprojekte und hauptsächlich populistische Massnahmen gegen den Autoverkehr - ob A100 Schattenboxen, 30ger Tempo als Regel, Friedrichstrasse, usw. Mit diesem Ansatz wird das nichts in einer 4 Millionenstadt. Die Grünen in Berlin sehen nur ihren kleinen Kiez und wollen nur diesen bedienen und mit einer solchen Einstellung scheitert man an einer derartigen Aufgabe.


    Wenn man sieht, dass in Amsterdam gerade eine unterirdisches Fahrradgarage für 7000 Fahrräder für 60 Millionen eröffnet wurde und ein weiteres in Kürze, dann wird einem vor Augen geführt welche Dimensionen nötig wären. Berlin ist 20 Jahre und mehr hinterher. Das ist leider die Realität.


    https://www.sueddeutsche.de/pa…fuer-fahrraeder-1.5748977

  • Bei der bewussten Polarisierung und deinen generellen Punkten stimme ich dir zu, speziell bei der Symbolpolitik ohne die auf der Hand liegenden Lösungen (Günstige Öffis, Park & Ryde Garagen, ... ). Was ich aber generell mal sagen will: Das Fahrrad wird in der Verkehrswende völlig überbewertet. Ich verstehe auch nicht warum man Amsterdam immer so bewundert. Mal abgesehen von der schönen Architektur und der charmanten Lage, finde ich diese Fahrradautobahnen dort schrecklich.


    Mein Leben als überzeugter Fußgänger, Autofahrer und Öffi-Nutzer in Berlin ist deutlich leichter als es in Amsterdam wäre.


    Ich würde dort tatsächlich aufgrund dieser Verkehrspolitik niemals wohnen wollen. Ich habe mich selten so gestresst wie dort gefühlt, von überall her wird geklingelt, gedrängelt und gerast - ich sehe Amsterdam eher als eine Berlin Dystopie als eine Utopie.


    Das Lösungsmodell "Fahrrad" ist wirklich nur etwas für eine speziell sportliches, jüngeres Klientel und steht oft in krassem Kontrast der Bedürfnisse von Fußgängern.

  • ^Ja, es wirklich schlimm da. Alte und kranke kommen unter die Räder der rasenden Radfahrer. Kinder dürfen nicht auf die Straße.


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    Das Video zeigt genau das Gegenteil. Persönlich habe ich das schon viele Male selbst erlebt.

  • Das Lösungsmodell "Fahrrad" ist wirklich nur etwas für eine speziell sportliches, jüngeres Klientel und steht oft in krassem Kontrast der Bedürfnisse von Fußgängern.

    Nö, auch jenseits der 60 kann man mit einem Fahrrad (Pedelec) fast alle Erledigungen im Wohnumfeld meistern. Oft sogar besser als als Fußgänger. Weil man seine Einkäufe in Satteltaschen verstauen kann und nicht schleppen muss. Ich sehe sogar körperlich eingeschränkte Menschen, die mit entsprechenden Fahrrädern (mit drei Rädern) mobil sind.

  • ^Deine Meinung - ich behaupte: Die Leute die so denken wie du sind klar in der Minderheit. Dafür in ihrer Meinung sehr laut und überzeugt.


    Ich persönlich habe keine Lust bei 4 Grad und Nieselregen meine Einkäufe, 5 Liter Milch, 4 Liter Wasser, Säfte und Nahrung für 2 Kinder mit einem Fahrrad durch die Stadt zu fahren.


    Das dies vielen Fahrradfahrer nicht einleuchtet, bestätigt mich nur in meinem Eindruck der lautstarken Minderheit.


    PS: Meine Erfahrungen in Amsterdam stützen sich nicht auf Videos aus dem Internet, sondern weil ich mir es in Realität Live & in Farbe angesehen habe.